Diablo II - FF

von Skalde
GeschichteAllgemein / P12
07.01.2009
04.04.2009
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07.01.2009 7.826
 
Ja, dachte er sich, so müssen all die Legenden über Helden wirklich begonnen haben. Leute, die sich in ein Schicksal fügen, das gar nicht ihres ist und dann allein schon durch die Erwartung aller wahre Wunder vollbringen.
Die Zauberin seiner Gruppe hatte mal wieder einiges aus dem Reich der Legenden erzählt, während der Paladin seinen Harnisch auf Hochglanz polierte und die Amazone ein paar Wurfübungen mit ihrem neuen Messer machte. Wo der Totenbeschwörer abgeblieben war, das wusste er nicht. Wahrscheinlich führte er eines seiner komischen Rituale durch.
Der Schleifstein seines Vaters glitt ein weiteres Mal über die Klinge der schweren, beidhändig geführten Axt. Auch sie hatte seinem Vater gehört. Auf dem Sterbebett, aus toten Kriegern, die er erschlagen hatte, hatte er ihm gesagt, dass er in stolz machen solle.
Stolz machen! Ha!
Das Vieh, das sie an diesem Nachmittag attackiert hatte, hätte ihn um ein Haar in der Luft zerrissen, wenn die Amazone nicht gewesen wäre. Archangel. Er war sich sicher, dass es nicht ihr richtiger Name war, doch sie schoss so geschwind und präzise mit ihren Bogen, dass man meinen mochte er wäre ein Geschenk der Götter.
Was hatte der Rest der Gruppe gemacht? Die Zauberin hatte natürlich nicht genug Zeit gehabt einen Zauber vorzubereiten, der Paladin hatte angefangen  zu beten, was er vor jedem Kampf tat und der Totenbeschwörer hatte keine Leiche bei der Hand. Er hatte zwar bereits damit begonnen die üblichen Flüche zu lernen, doch sie taugten nicht wirklich etwas. Noch nicht.
Dieses verdammte Mistvieh hatte ihm  die Schneide ruiniert. Da half nur noch ein Schmied.
Er hörte ein leises Geräusch hinter sich. Das einzige Geräusch überhaupt in seiner Nähe. Irgendwie verstummte alles um den Totenbeschwörer herum.
„Zerberus, die Toten sind unruhig.“
„Dann bleiben sie besser Liegen.“
Wenn überhaupt, dann sprach der Totenbeschwörer nur mit ihm. Die Amazone mied seine Gegenwart, mit der Zauberin hatte er sich zerstritten, weil sie über irgendein Theorem disputiert hatten und der Paladin sprach von irgendeiner unheilige Aura, die seine Reinheit beflecken würde. Wenn es nach Zerberus ging, so hatte dieser Recke des Glaubens eindeutig zu viel Zeit mit den toten Abbildern seiner Heiligen und Weihrauch-Inhalation verbracht.  
„Sie berichteten mir von großen Dingen, die sich im Osten Anbahnen. Finsteren Dingen. Doch sie konnten mir auch nicht genau sagen was es ist. Es scheint vor ihrem Blick geschirmt zu sein.“
„Hm. Die Zauberin hatte auch irgendetwas von einer seltenen Sternenkonstellation gefaselt.“
Zerberus zog den Schleifstein noch einmal über die Klinge.
Zumindest würde sie ihm noch im Notfall etwas nützen.
„Auch wenn ich es nicht gerne sage, aber da muss ich ihr Recht geben. Die Sterne stehen nur selten so ungünstig. Es ist fast, als hätte das Chaos von ihnen Besitz ergriffen.“
„Aber du bist doch nicht nur Deshalb zu mir gekommen oder?“
„Wahrlich, dein Sinn für das Streben anderer hat uns schon oft geholfen.“
„Wenn du auf einem Berg in der Einöde wohnst, wo es nur eines im Überfluss gibt, nämlich Gold, dann lernst du sehr schnell mit den Absichten von anderen umzugehen. Also was gibt es.“
„Ich bin mir sicher, dass du zu deiner Zufriedenheit feststellen wirst, dass ich einen der höheren Flüche gemeistert habe. Außerdem habe ich seltsam Aktivitäten von untoten Wesen im Dschungel aufgespürt. Ich bin mir fast sicher, dass es sich dabei um einen mächtigen Zauber oder ein Artefakt handeln muss. Die Hexe hat es sicher auch gespürt.“
„Soll‘n wir es riskieren?“
„Das liegt in deinem ermessen Barbar.“
Zerberus konnte nicht umhin festzustellen, dass ihm mehr und mehr die Rolle des Anführers zugeschrieben wurde. Warum das so war, konnte er sich nicht erklären. Vielleicht hatte es ja auch mit dem Zwischenfall im letzten Monat zu tun, als er seine Gefährten davor bewahrt hatte einem Gott geopfert zu werden.
„Warum…“
Etwas hatte sich in den Schatten bewegt. Der Kämpferinstinkt übernahm seinen Körper, als er sich rasch in gebückter Haltung an dem Totenbeschwörer vorbeidrängte und nun hinter ihm Aufstellung bezog. Seine Körperspannung hätte es ihm ermöglicht sowohl schnell vorzustoßen, als auch einem Pfeil auszuweichen. Er ließ seinen Blick abermals lauernd über die Umgebung gleiten.
Der Totenbeschwörer blieb ganz gelassen und stellte sich neben den Kämpfer.
„Ich gratuliere dir. Ich glaube kaum, dass es vielen gelingt eine Assassine zu entdecken, wenn sie damit beschäftigt sind ein Gespräch zu  führen.“
Eine schlanke dunkelhaarige Frau trat aus dem zwielichtigen Gewirr des Dschungels hervor. Ihre Bewegungen zeugten von der Geschmeidigkeit einer schnellen, geschickten Kämpferin.
„Lass mich raten. Deshalb bist du eigentlich zu mir gekommen?“
Er entspannte sich etwas und sah nun zu dem Totenbeschwörer, der mittlerweile neben ihm stand. Er hatte nie auch nur eine Regung in der Mimik dieses dunklen Kultisten gefunden, doch jetzt schien er verlegen.
„Nun,… Ja. Sie wollte, dass ich sie zu meinem Anführer bringe.“
„Und warum sollte sie glauben, dass du überhaupt Begleiter hast?“
Diesmal beantwortete die Assassine seine Frage.
„Zum einen hatte er keinen seiner ‚Begleiter‘ bei sich und zum anderen wäre er entweder ziemlich dumm sich alleine so tief in den Dschungel zu wagen, oder er hat ein paar Freunde dabei.“
„Und was willst du von uns?“    
Sie musterte ihn aus ihren dunklen Augen, als würde sie ihre Antwort abwägen.
„Ich denke, es ist besser, dass ihre die ganze Geschichte erfahrt. Mein Auftrag führt mich hier her…“
„Dann sollte es auch die ganze Gruppe  erfahren.“
Er wies ihr mit der einen Hand den Weg zum Lagerplatz.  Dem Rest der Gruppe war keineswegs entgangen, was sich soeben am Rande des Dschungels abgespielt hatte. Der Zauberin knisterten bereits magische Energien über die Finger, der Paladin schien unschlüssig was zu tun sei und die Amazone hatte in scheinbarer Gelassenheit ihren Bogen zur Hand genommen.
Als die Assassine zum Lager ging, warf Zerberus dem Totenbeschwörer einen fragenden Blick zu.
„Wie lange hatte sie dich verfolgt,  Nox?“
„Ich habe nicht die geringste Ahnung. Die unbekannte Quelle der Macht hat meine ganze Aufmerksamkeit in Beschlag genommen. Aber ich vermute, dass sie ganz genau weiß worum es sich handelt und das sie es beschaffen soll.“
„Hm…“
Sie standen noch eine Weile unschlüssig da und gesellten sich schließlich zu dem Rest der Gruppe.
Rahja, hatte den Auftrag bekommen mit einer ihrer Schwestern die Aktivitäten im Dschungel zu beobachten. An der Stelle warf die Zauberin ein, dass sie ebenfalls starke Schwankungen im Gefüge der Macht wahrgenommen hatte, was Nox mit vielsagenden Blicken quittierte.
Die Assassine berichtete von wandelnden Toten, die selbst vor dem Tageslicht nicht Halt machten.  Fast jedes größere Lebewesen war im Umkreis mehrerer Meilen verschwunden und das Zentrum um das sich die Untoten scharten begann an magischer Kraft zu gewinnen. Es schien eine Art Tempel zu sein, doch sie hatten nicht das gesamte Gebiet erkundet um nicht entdeckt zu werden.
Als sie ihren Bericht beendet hatte herrschte Schweigen.
Irgendwann bemerkte der Barbar, dass die Aufmerksamkeit der Gruppe auf ihm ruhte.
„Und was genau erwartest du jetzt von uns?“
„Ich habe den Auftrag die Quelle dieser Macht unschädlich zu machen und gegebenen Falls zu meinem Orden zu bringen.“
„Was ist mit deiner Begleiterin?“
In ihrem Gesicht war plötzlich ein unermesslicher Schmerz zu sehen, der jedoch in einem Sekundenbruchteil in einen grenzenlosen Hass umschlug.
„Meine Schwester hatte versucht die genaue Lage der Quelle auszumachen. Sie hatte sich erhofft, dass wir sie eventuell ausschalten können ohne uns durch die ganzen Untoten schlachten zu müssen. Wir hatten es bis zur Schwelle des Tempels geschaft…
Und dann kam dieses,… dieses Ding und hat sie paralysiert.
Es hat ihr auf die Schulter gefasst und dann ist sie einfach zusammengebrochen.
Ich hatte ihr helfen wollen, doch in dem Moment, als dieses Monster auf sie aufmerksam geworden ist, stürmte eine Horde Untoter herbei und hielt mich auf Distanz…“
„Du hast meine Frage immer noch nicht beantwortet. Was genau erwartest du von uns?“
Sie sah ihn für einen Augenblick trotzig und kalt an.
Dann brach etwas in ihr. Sie ließ die Schultern hängen und sank dann ungeschickt zu Boden, als hätte sie all ihre Kraft verlassen.
„Ich… Ich kann diesen Auftrag nicht alleine ausführen. Ich habe seit mehreren Wochen keine neuen Anweisungen erhalten und wenn ich jetzt aufbreche um Verstärkung zu holen, so könnte es vielleicht schon zu spät sein. Die Untoten haben damit begonnen ein Ritual durchzuführen oder sowas… Und dann… “
Sie konnte nicht weitersprechen.
„Zerberus?“
Nox war aufgestanden, deutete mit dem Kopf an sich entfernen zu wollen. Er wirkte unruhig. Mit einem letzten Blick zu ihrem Neuzuwachs folgte er dem Totenbeschwörer.
„Was beunruhigt dich denn so sehr?“
„Ich habe nachgedacht. Das Wesen, dass sie beschrieben hat… So faszinierende auch sein mag es genauer zu studieren… vor Allem ist es gefährlich.“
Der Barbar nickt.
Feinde die einen mit der bloßen Berührung töten können sollte man besser umgehen.
„Doch da ist noch etwas. Wir haben eigentlich keine andere Wahl als das hier zu erledigen. Ich habe gesehen, wie die Untoten den Dschungel nach Überresten von Lebewesen durchsucht haben… Wenn wir hier nichts unternehmen, wird wahrscheinlich nie wieder jemand diesen Dschungel passieren können.“
„Ach komm schon Nox. Willst du mich etwa auf den Arm nehmen? Dich juckt es doch gerade zu dieses Vieh zu sehen und zu studieren. Erzähle mir nicht, dass du jetzt plötzlich aus Nächstenliebe eine Säuberung starten willst.“
„Ich gebe es nur ungern zu, aber natürlich bin ich davon fasziniert. Ich meine, wenn die Untoten auf Rahja zugestürmt kamen, als sie entdeckt wurden, müssen sie ja in irgendeiner Weise kontrolliert werden oder?“
„Ein anderer Necromancer?“
„Nicht unwahrscheinlich, aber bitte bedenke, dass wir, wenn wir das hier einfach bei Seite lassen, mit großer Wahrscheinlichkeit mit Angriffen der Untoten rechnen müssen.“
„Hm.“
„Vielleicht interessiert es dich ja, … aber das Vieh, das dir deine Axt ruiniert hat, hatte keinesfalls keinen natürlichen Ursprung.“
Nun wurde der Barbar hellhörig. Sicher, es gab viele exotische Wesen, doch bei diesem hatte man gar nicht sagen könne, was es überhaupt war. Abgesehen davon hatte es versucht ihn zu töten. Und mit zwei von den Dingern wollte er es gar nicht erst zu tun haben.
„Was meinst du damit?“
„Dem Kadaver haftete eine Spur der Kraft an, die im Dschungel zu wachsen beginnt. Es muss etwas mit dieser Machtquelle zu tun haben. Außerdem sind die Überreste ziemlich schnell verfallen…“
„Und wie glaubst du sollen wir den Rest der Gruppe überzeugen?“
Der Totenbeschwörer warf einen Blick über die Schulter des Barbaren.
„Ich glaube das brauchst du gar nicht.“
Zerberus sah sich um.
Der Paladin kniete vor der Assassine.
„Oh nein. Nicht schon wieder!“
Diese Nummer hatte dieser verdammte Fanatiker schon einmal gebracht. Wahrscheinlich schwor er jetzt bei seinem ewigen Licht, dass er nicht ruhen würde ehe die Mission erfüllt sei. Das letzte Mal hatten sie einen vollen Monat gebraucht um ihren Hals aus dieser Schlinge zu ziehen…
Zumindest hatte die Bezahlung gestimmt.
Die einzige, die nicht darauf erpicht war gegen die Untoten zu Felde zu ziehen war die Amazone, doch im Großen und Ganzen waren alle dafür dem Ganzen Einhalt zu gebieten bevor die Situation eskalierte.
Bereits jetzt zeigte sich, dass Rahja ziemlich gut mit der Zauberin auskam. Die beiden Tauschten rege Neuigkeit über ihre Orden aus, während der Paladin wie ein Wilder seinen Harnisch polierte, sodass man sich fast darin spiegeln konnte.
Zumindest musste man ihm zugestehen, dass er trotz seines Putzfimmels und Religionseifers ein zuverlässiger und gnadenloser Kämpfer war.
Er hatte einen unglaublich langen, unaussprechlichen Namen, der unter Anderem adelige Wurzeln andeutete. Für Zerberus war es einfach nur der Fanatiker oder Paladin.
Sie würden die Nacht noch in dieser relativen Sicherheit verbringen und am nächsten Tag aufbrechen. Nox hatte sich zu dem Barbaren gesellt und hatte begonnen eifrig in einem Buch zu blättern. Wenn man es sah, wollte man erst gar nicht darüber nachdenken, woraus es eigentlich gefertigt war. Hin und wieder verfluchte er ein Insekt, dass am ihm vorbeikroch und machte ich dann Aufzeichnungen zu seinen Experimenten.
Die Zauberin musterte diese ‚Feldversuche‘ mit unverhohlenem Abscheu, während die Assassine Bewegungsmuster einer geheimnisvollen Kampfkunst trainierte.
Fasziniert betrachtete der Barbar wie sie die Faustklingen führte und wie gelegentlich magische Energien daran entlang knisterten, wenn sie verschiedene Meditationsformeln intonierte.
Er hatte sich die Katare angesehen.
Ihm persönlich waren sie zu leicht und zu klein. Er verließ sich lieber auf eine große, schwere Axt.
Zum Glück führte er immer eine als Ersatz mit sich, sonst hätte ihr neues Abenteuer … interessant werden können.
Er wurde früh am Morgen von der Rüstung des Paladins geweckt, die charakteristisch klapperte, wenn er sich zum Beten hinkniete. Egal ob er den ganzen Tag gekämpft oder den Abend wie ein Loch gesoffen hatte, dieser Bastard brachte es immer fertig bei Sonnenaufgang zu beten und dann den Tag so zu verleben, als ob am vorherigen nichts passiert sei.
Das Einzige was er nicht tat, wenn er einen Kater hatte, war sich mit lauten Lobeshymnen auf seinen Feind zu stürzen, aber das war ja immerhin schon was.
Sie sammelten ihre Habseligkeiten ein und machten sich auf den Weg.
Nach einer Stunde Marsch gab Rahja Signal zum Halt. Sie war vorgegangen um den Weg auszukundschaften.
„Wir nähern uns jetzt dem toten Bereich.“
Nox sah sie interessiert an, während die Amazone und die Zauberin sich ansahen, der Paladin zu einem Gebet niederkniete und Zerberus seine Axt fester griff, bereit zuzuschlagen.
„Gestern hatte ich hier noch Untote gesehen, die den Dschungel systematisch durchstreift haben…“
Während die Zauberin verstört zur Kenntnis nahm, das Rahja den Untoten Handlungen zuschrieb, die Intelligenz und Koordinationsvermögen erforderten, leuchteten die Augen des Totenbeschwörers.
Sie hatten es bisher nur mit den gewöhnlichen Zombies und Skeletten zu tun gehabt, in denen ein unsterblicher Hass auf alles Lebende brennt und die nur an ihre nächste Mahlzeit denken.
Während alle anderen ihre Sinne für den Kampf schärften und sich immer häufiger umblickten, keimte in Nox die Freude eines kleinen Kindes auf.
Als er den Mund öffnete, schnitt ihm der Barbar mit einer Geste das Wort ab.
„Denk nicht  mal dran.“
„Vielleicht, wenn alles tot ist?“
Während der Rest der Gruppe ihre Missfallensblicke auf ihn niederregnen ließen, bestätigte der Barbar mit einem grunzen.
Schließlich ging er vom Schlimmsten aus.
Wenn irgendetwas die Toten kontrollierte, würde es mit allen Mitteln verhindern, dass sie die Quelle der Macht erreichten.
„Nox, du bleibst bei mir. Ich werde vorgehen. Achrangel, du wirst immer ein Auge auf unseren Rückweg haben. Wie sieht es mit einem Feuerwandzauber aus Naif’Thaja?“
Plötzlich zuckten magische Blitze über den Arm der Zauberin.
Um den Barbaren bildete sich ein Feuerring, der sich langsam zusammenzog.
„Bestens. Und wenn du endlich anfängst mich mit meinem wahren Namen anzureden, dann werde ich auch zusehen, dass du ihn überleben wirst.“
Aus alter Gewohnheit nannte er sie immer noch bei dem Namen, den ihr ihre Eltern gegeben hatten. Sie kannten sich schon ewig und sie war auch seine erste Gefährtin gewesen.
Ihren wahren Namen hatte sie bei ihrem Orden erhalten, nachdem sie die Prüfungen bestanden hatte, die ihr auferlegt wurden.
„Damit hast du dich freiwillig gemeldet unseren kleinen Fanatiker hier…“, er deutete auf den Paladin, der wie in Trance hin und her schaukelte,“… an der kurzen Leine zu halten, Pyria, vom Orden des Ewigen Feuers.“
Der Flammenring erlosch. Er nahm dies als Zeichen der Bestätigung.
Nun blickte er Rahja an.
„Wenn du willst, kannst du mit mir und Nox kommen und unseren kleinen Wissenschaftler davon abhalten seine Hals für eine Reise ins Reich der Toten zu riskieren, doch ich bezweifele, dass du viel Freude daran haben wirst in erster Reihe zu stehen.“
Er hatte es nicht gesagt, doch alle in der Gruppe wussten, wovon er sprach. Sie würden mit großer Wahrscheinlichkeit auf die Überreste ihrer verschiedenen Schwester treffen.
„Ich verstehe es zu Kämpfen, Barbar. Komm mir nur nicht in die Quere mit deinen plumpen Axthieben.“
Alle wussten, warum sie ihm drohte. Schließlich trauerte sie immer noch um ihre Schwester, doch kaum einer hätte ihre gemeinsame Reise überstanden, wenn der Barbar nicht an vorderster Front mit seiner Axt wie ein Berserker gewütet hätte.
„Dann sind wir uns einig. Ab jetzt keine unnötigen Laute mehr.“
Der Paladin erhob sich und die Gruppe nahm ihre neue Marschformation ein.
Bisher hatte der Paladin nicht ein Wort der Klage über seine Funktion in der Gruppe über die Lippen kommen lassen. Dieses Mal würde er auch dicht halten, denn alle wussten, dass die Fähigkeiten eines jeden Einzelnen gefragt sein würden um diesen Kampf zu überleben.
Rahja wollte vorgehen, doch Zerberus hielt sie zurück und schüttelte den Kopf. Sie sah ihn fragend an, schüttelte den Kopf, fügte sich aber.
Nach einer halben Stunde Marsch ließ der Barbar die Gruppe halten und Nickte Nox zu. Der Rest nahm eine kreisförmige Defensivposition ein.
Nox wühlte in einem kleinen Lederbeutel, den er an seinem Gürtel trug und holte eine tote Ratte daraus hervor. Angewidert wich Pyria einen  Schritte zurück, währen sich der Paladin bekreuzigte.
Auch die Amazone konnte ihren Abscheu nicht ganz verbergen, doch die Kontrolle, die der Totenbeschwörer über die Toten ausübte, hatte ihnen schon oft geholfen.
Nox legte die Rate vor sich auf den Boden und begann verschiedene Muster und Symbole um den Kadaver zu zeichnen, während er dunkle und finster Worte aus der Sprache der Nekromanten zitierte. Als er fertig war, streute er ein pulver auf die Ratte und strich ihr vorsichtig ein stinkendes Öl auf den schädel. Nachdem er auch sich selbst ein Symbol auf die Stirn gezeichnet hatte, schloss er die Augen und begann dem Kadaver zu befehlen.
„N’thrax ok’thul kharem!“
Die Ratte stand auf und bewegte versuchsweise ihre Glieder. Dann pulsierte eine dunkelglühende Energie in ihren leeren Augenhölen auf und sie bewegte sich mit der unnatürlichen Geschwindigkeit eines Pfeils davon.
Rahja, sah dem ganzen verdutzt zu. Sie wollte etwas sagen, doch die Zauberin schüttelte den Kopf und deutete an leise zu sein.
Nach kurzer Zeit kehrte die Ratte zurück, und stierte Nox an. Sie hatte einen Teil ihrer Schnauze verloren. Er öffnete die Augen, die nun von der gleichen dunklen Energie erfüllt waren und rot glühten. Nach einigen Sekunden machte er eine schneidende Geste und verwischte die Zeichnungen auf dem Boden.
Die Ratte fiel lautlos in sich zusammen und verwandelte sich in Staub. Das Glühen seiner Augen verlosch.
Zerberus sah den Necromancer an, doch dieser schüttelte nur den Kopf und begann erneut zu zeichnen.  
In kurzer Zeit kristallisierte sich eine genaue Gebietsskizze heraus. Mitten im Dschungel befand sich ein zerfallener Tempel. Darum drängten sich einige Ruinen, oder was davon übrig geblieben war. Es gab vier Patrouillen, die das Gebiet durchstreiften  zu zwanzig bis dreißig Untoten. Um den Tempel zeichnete Nox einen Kreis und deutete auf das Häuflein Asche, das ehemals ein Rattenkadaver gewesen war, und zuckte mit den Schultern.
Zerberus ging davon aus, dass Nox wohl keine Diener würde beschwören können.  Er zeichnete in den Sand… Flüche? Nox machte eine vage Geste. Beide sahen zu Pyria. Plötzlich breitete sich ein Gefühl des Unbehagens in der Gruppe aus. Wenn sie keine Zauber wirken kann, würde es um einiges schwerer werden.
Der Barbar verwischte die Zeichnung und ging entschlossen voran.
Vorsichtig arbeiteten sie sich vor, entschlossen sich die Patrouille, der sie begegneten, links liegen zu lassen und bald schon erhob sich das Tempelportal vor ihnen.
Zehn Meter vor der Schwelle blieb Nox stehen hier war die Barriere.  Er suchte sich einen Käfer, setzte ihn hinein und versuchte versuchsweise diesen zu verfluchen. Es ging, doch der Fluch schien merklich abgeschwächt. Erst ein mächtigerer schien die gewünschte Wirkung zu haben. Pyria tat es ihm Nach, dann blickte sie zu Zerberus und gab ihm Zeichen.
Sie würde vielleicht zehn Zauber wirken können.
Immerhin, dachte er.
Sie gaben sich einen Ruck und machten sich daran in den Tempel einzudringen. Einzig der Paladin blieb zurück um ein Gebet zu sprechen. Die Amazone deckte das Gebiet mit ihrem Bogen ab. Pyria blickte besorgt den anderen hinterher, die schon voraus gingen, sich jedoch nicht außer Sichtweite begaben.  
Die Tore des Tempels wirkten zwar vermodert, schienen jedoch in Takt, also machte sich die Gruppe daran sie zu verkeilen, sodass sie offen bleiben würden. Niemand hatte Interesse daran in diesem Gemäuer eingeschlossen zu werden, also opferte Zerberus einen von Pyrias wertvollen Zaubern um zumindest an einer Tür die Angeln zu verschmelzen.
Im Inneren des Tempels herrschte düsteres Zwielicht. Hier und da brannten einige Fackeln mit grünem Feuer. Man sah Nox an, das er sich zurückhalten musste nicht vorzustürmen und diese genauer zu untersuchen.
Auch Rahja war angespannt, da sie bald Gewissheit über das Schicksal ihrer Schwester erhalten würde.
Der Rest der gruppe arbeitete sich routiniert vor, hielt nach fallen ausschau und gab Zerberus Signale, falls sie etwas interessantes entdeckten.
Viel gab es nicht zu erkunden.
Es gab einen Altar, der von unzähligen Opferungen zeugte, Staub und hier und da eine Gebrochene Fliese. Am Ende des Raumes fanden sie den Eingang zu einer Krypta.
Zu diesem Zeitpunkt hielten sie intensiv nach fallen und versteckten Mechanismen ausschau, doch sie fanden nichts, bis auf ein paar Knochen.
Die Wände des Tunnels, der tiefer in die Krypta führet, waren nur grob behauen, er bot Platz für zwei Männer, die nebeneinander aufrecht kämpften.
Auch hier brannten die Fakeln mit dem unheimlichen grünen Feuer.
Versuchsweise hielt Zerberus die Spitze seine Schneide in eine der Flammen und prüfte danach die Hitze.
Nichts. Magisches Feuer.
Wahrscheinlich würde die Krypta in einzelne Kammern unterteilt sein, die man über eine Hauptkammer betreten konnte.
Wie lange lag dieser Tempel schon in Vergessenheit?
Wer hatte ihn entdeckt und das namenlose Grauen darin entfesselt, das nun sein Unwesen trieb?
Der Tunnel endete tatsächlich in einer Hauptkammer, doch es gab nur einen Gang, der von dort aus weiterreichte.
Von diesem Gang ging ein unheimliches, bläuliches Glühen aus. Davor lagen die Splitter von schweren Türen. Etwas hatte sich von innen her Zutritt zur Außenwelt verschafft.
Hinter sich hörte er, wie ein Pfeilschaft auf den Panzer des Paladins geklopft wurde.
Sie waren nicht länger allein.
Die gesamte Gruppe befand sich nun in der Hauptkammer. Sie war ebenso grob gefertigt wie der Gang der zu ihr führte, doch sie bot bis auf vier Säulen keine Deckungsmöglichkeiten.
Zerberus klopfte mit der schneide seiner Axt sachte dreimal gegen seine Armschiene.
Weiter.
Je weiter sie in den glühenden Gang vorstießen, desto heller wurde es.  
Nox wies voraus, wo eine schlanke Gestalt, vor einer Lichtquelle kniete, die sie nicht erkennen konnten. Zerberus sah kurz zu Rahja.
Ihr lief eine einzelne Träne über die Wangen, doch sie schüttelte den Kopf.
Es handelte sich also nicht um das Wesen, das ihre Schwester überfallen hatte. Es war das beklagenswerte Opfer.
Es drang ein Raunen durch die Luft, dass es einem das Blut stocken ließ. Es erinnerte an die Wörter die Nox kurz zuvor  vor sich hingemurmelt hatte.
Noch bevor Zerberus Weisungen an die Anderen geben konnte hatte Nox einen Fluch auf die Gestalt vor ihnen gewirkt.
Diese erhob sich nun wesentlich langsamer, als man es erwartet hätte und drehte sich zu den Eindringlingen. Von ihren Augen ging ein ähnliches Glühen aus, wie von den Augen der Ratte, die sie als Späher verwendet hatten.
Die Hitze, die sich im Rücken des Barbaren ausbreitete, zeugte von dem Zauber der hinter ihm gewirkt wurde. Zwischen dem surren der Bogensehne und dem Knistern der Flammen vernahm er, wie das Schwert des Paladins gnadenlos auf die Angreifer niederfuhr und jeder Streich mit dem Lobgesang des Lichtes begleitet wurde.
Er durfte sich jetzt nicht umdrehen und musste sich auf die Fähigkeiten seiner Kammeraden verlassen. Neben ihm Brach die Assassine aus der Formation aus und stürmte auf ihre untote Schwester zu.
Zerberus setzte ihr nach, Nox an den Fersen.
Er stieß einen schrillen Pfiff aus um den Anderen zu signalisieren, dass sein Teil der Gruppe auch in einen Kampf verwickelt sei.
Er warf ein paar hastige Blicke nach Links und Rechts. Der Raum war zwar groß, wurde zu beiden Seiten zumindest soweit durch das blaue Licht ausgeleuchtet, dass man die Wände sah. Er wies Nox an auf mehr Angreifer zu achten.
Die Assassine, welche sich mit unglaublicher Geschwindigkeit auf den Gegner zubewegt hatte war bereits drauf und dran diesen in einem Schlaghagel niederzumachen.  Zerberus blieb kurz vor den Beiden stehen und betrachtete den Kampf. Sein ganzer Körper war angespannt und er würde im Bruchteil einer Sekunde eingreifen können.
Rahja schlug sogar noch schneller zu, als dass sie an den untoten Körper heran gesprintet war.
Der Barbar sah, dass jeder ihrer Schläge mit anatomischer Präzision geführt wurde und in jahrelangem Training erworben worden war. Bei einem lebendigen Gegner würden sich die Faustklinge in lebenswichtige Organe bohren und Sehnen zerteilen um den Gegner bewegungsunfähig zu machen.
Doch wenn es eines Gab, was der Barbar von Nox gelernt hatte, dann, dass es keine zäheren Gegner als Untote gab, die verbissen kämpften, bis man ihnen auch das letzte Glied abschlug und den Schädel zerschmetterte.
Der Gegner, unter dem Ansturm des Angriffs lediglich zurückgeworfen, begann nun seinerseits mit der gleichen Geschwindigkeit Schläge zu verteilen. Er wagte sich gar nicht auszumahlen was geschehen wäre, wenn Nox nicht den Fluch gewirkt hätte.
Rahja in die Defensive gedrängt, machte eine Parade und eine Ausfallschritt um Abstand von dem übermächtigen Gegner zu gewinnen.
Darauf hatte der Barbar gewartet.
Mit einem Satz war er bei dem ungleichen Paar und rammte dem Gegner seine Schulter in die Seite, was diesen jedoch nur taumeln ließ, ihm jedoch genug Zeit ließ einen tiefen Schlag mit einer Drehung durchzuführen.
Ohne spürbaren Widerstand arbeitete sich die Axt, getrieben von der Stärke ihres Besitzers, mühelos durch Fleisch, Knochen und Sehnen. Blitzschell sprang Zerberus zurück, während der Gegner ohne den Halt seiner Unterschenkel zusammenbrach.  Als sich die Untote aufrichten wollte hieb er ihr den Kopf ab, sprang abermals zurück und wartete lauernd ab, den Körper weiterhin angespannt.
Hinter ihm schepperte die Rüstung des Paladins, als dieser mit Pyria und Archangel zum Rest der Gruppe stieß.
„Ich glaube jetzt wissen Sie, dass wir hier sind.“
Nox erlaubte sich ein kurzes Lächeln.
„Wir sollten den Körper verbrennen.“
„Wartet.“
Rahja hatte sich nicht von der Stelle gerührt, seit der Barbar in den Kampf eingegriffen hat.
Sie wollte sich gerade dem Körper nähern doch Archangel hielt sie zurück. Sie zog ihr Wurfmesser und schleuderte es genau zwischen die Schulterblätter.
Rahja, die sich gerade empören wollte, sah mit Entsetzen wie sich der entstellte Körper ihrer ehemaligen Kameradin aufbäumte und wild um sich schlug.
„Wenn man das einmal gesehen hat,“, fügte die Amazone hinzu,“ will man es nie wieder sehen.“
Der Rest der Gruppe schien es auch erwartet zu haben. Lediglich der Totenbeschwörer schien etwas verlegen.
„Verbrennt dieses Scheusal, edle Pyria.“
Wenn der Paladin überhaupt sprach, dann nur um seinen Religiösen Eifer kundzutun.
Obwohl sie geschmeichelt schien, sah Pyria erst zu Rahja.
„Trägt sie etwas bei sich?“
„Ja. Der Orden… Ich würde es sehr schätzen, wenn wir ihr Andenken ehren können.“
„Was brauchst du?“
Der Barbar betrachtete mit grimmiger Entschlossenheit den Torso des Gegners.
„Da ist ein Amulett und die beiden Armreife, die sie zum Zeichen ihrer Fähigkeiten erhalten hat… Da wir nicht ihren Körper…“, es verschlug ihr die Sprache.
Der Barbar kannte diesen Brauch bereits aus vielen Ländern. Wenn ein Krieger fern der Heimat stab nahm man das Herz, verbrannte den Körper und bettete das Herz in der Heimat zu letzten Ruhe.
„Auch den Schädel?“
Rahja, die von Pyria in den Arm genommen wurde schüttelte den Kopf. Die Zauberin durchbohrte den Barbaren mit ihren Blicken um ihn für seine Feinfühligkeit zu belohnen.
„Vielleicht möchtest du das hier nicht mit ansehen.“
Vorsichtig näherte er sich dem Körper. Er sprang auf einen Arm und setzte einen Fuß auf die Schulter, schwang die Axt, schlug den freien Arm ab, der begonnen hatte um sich zu schlagen und letzten Endes auch den zweiten, der es lediglich fertig brachte  schwach unter dem Gewicht des Kriegers zu zittern.
Er zog das Wurfmesser aus dem Rücken und säuberte es, warf es anschließend der Amazone zu. Dann nahm er das Amulett und die Armreife und kehrte zu Rahja zurück.
„Nox.“
Er deutete mit seinem Kopf zum Körper.
Während sich der Totenbeschwörer wortlos ans Werk machte wandte sich Pyria an den  Paladin.
„Wir müssen es Reinigen. Es wurde entweiht. Hast du nicht immer Weihwasser dabei?“
Wortlos Griff der Paladin zu seinem Gürtel und gab es Rahja.
Nach einigen geübten Handgriffen kehrte auch Nox zur Gruppe zurück. Schweigend sahen sie der Assasine zu, wie sie das Herz mit dem heiligen Wasser reinigte. Der Barbar nutzte die Zeit um sich genauer umzusehen. In unmittelbarer Nähe gab es keine weiteren Gänge oder Fallen. Das Licht war verloschen. Dort wo er dessen Quelle vermutet hatte fand sich nur noch eine trübe, faustgroße Kugel auf einem Steinsockel, deren Material sich nicht einschätzen ließ. Nur die Fackeln mit dem Magischen feuer boten noch etwas Licht.
Als er zurückkehrte, hatte Nox damit begonnen das Herz zu mumifizieren.
„Vielleicht solltest du dir das dort später mal ansehen, Nox.“
Der Totenbeschwörer sah kurz zur Kugel, nickte, beendete jedoch zunächst, was er angefangen hatte.
Es war das erste Mal, dass ihm niemand aus der Gruppe einen vorwurfsvollen Blick zuwarf.
„Womit habt ihr euer Feuerchen dahinten gefüttert?“
„Es war eine Horde Untoter. Vielleicht dreißig, oder vierzig.“
„Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das nicht alles ist, was du mir sagen willst.“
„Meine Zauber sind noch schwächer geworden.“
„Hm… Dafür hat der Fluch von Nox ziemlich gut funktioniert.“
Nox sah auf.
„Obgleich ich mich geschmeichelt fühle, muss ich dir sagen, dass ich ziemlich viel Energie hineingesteckt habe. Noch so einen krieg ich nicht nochmal hin. Aber du hast ja gesehen, das ihre gefallene Schwester trotzdem noch ziemlich auf Zack war.“
„Du hast richtig entschieden.“
An der Stelle wollte Pyria widersprechen.
„Jetzt kann er…“
„Ich weiß, dass er uns jetzt nicht mehr mit einem Fluch unterstützen kann, aber wäre es dir lieber gewesen, das uns dieses Ding zerfleischt hätte?“
Pyria wirkte verlegen.
Nox hatte nicht nur Rahja das Leben gerettet.
„Viel interessanter ist was es für einen Befehl bekommen hat.“
„Befehl?“
„Nox hat sofort reagiert, als dieses Geräusch durch den Raum drang.  Als ich es vernommen habe, hatte ich das Gefühl dass ich geliefert bin.“
Zerberus und Pyria sahen Nox fragend an.
„Also,… Ich weiß, dass ihr es nicht gern hört wenn ich aus dem Plauderkästchen erzähle… Aber nur so viel. Die Nekromanten haben ein Kastensystem. Je höher man Aufsteigt, wenn überhaupt, desto komplexer wird die Sprache, derer sich der Nekromant bedient.“
Sie sahen ihn fragend an.
„Nur so als Beispiel: das mit der Ratte war ein Taschenspielertrick. Sprachtechnisch gesehen.“
„Und was war das hier?“
„Lass es mich so formulieren… Es war ein sehr alter und komplizierter Dialekt. Mit dem einfachen Befehl: Töte! Zwei drei Kasten höher und wir wären gelähmt gewesen… Die Folgen kannst du dir sicher ausrechnen. Worte sind Macht. Je mächtiger ein Nekromant ist umso mehr kann er mit einem einzigen Wort bewirken. Wahlweise eben auch lähmen oder den Gegner in Flucht oder Wahnsinn treiben.“
„Ich will nur wissen, wann du das auch kannst.“
Nox räusperte sich verlegen.
„Außerdem will ich wissen was da in der Dunkelheit auf uns wartet.“
„Du wolltest doch wissen, was das hier ist oder?“
Zerberus sah zu Nox, der die Kugel vom Sockel genommen und sie inspiziert hatte.
„Du weist schon, das ich sie nicht angerührt habe, weil sie eine Falle auslösen könnte oder?“
Im selben Moment begrub ein riesiger Granitquader den Sockel und alles darum in einem Umkreis von drei Metern. Während Pyria Nox mit ihren Blicken an den Granitblock nagelte und Archangel den Kopf schüttelte versuchte Nox wieder an seinen Vortrag anzuknüpfen.
„Das, meine lieben Freunde, ist ein Nekroskop.“
„Ein was?“
Barbaren konnten nie viel mit irgendwelchem Zauberschnickschnack anfangen.
„Ein Nekroskop … und ein mächtiges noch dazu, selbst wenn es recht primitiv ist.“
„Ja und?  Was kann es? Erklär dich!“
Pyria mischte sich an dieser Stelle ein.
„Ein Nekroskop spürt die Anwesenheit von Untoten auf. Es beginnt zu leuchten wenn Untote in der Nähe sind. Die Horadrim hatten sie in ihre Stäbe und Rüstungen integriert, um verseuchte Städte zu reinigen. Schließlich gibt es weitausgefährlichere Untote als Zombies oder Skelettkrieger.“
„Ist es etwas wert?“
„Das war ja so klar!“
„Ich denke praktisch. Außerdem… wird es uns bei unserem nächsten Problem helfen?“
„Naja,…Es schwächt Untote nicht aber wir könnten sicher ein Laterne daraus machen.“
„Wenn du da jetzt irgendetwas Untotes draufsetzt, wird es uns nicht mehr vor den  Untoten warnen können.“
Der Barbar schüttelte den Kopf währen Pyria und Nox anfingen zu fachsimpeln.
„Was haltet ihr davon?“
„Im Dunkeln lässt sich wesentlich schlechter zielen.“
„Auch, wenn ich es nicht gutheiße, so wird mich das Ewige Licht vor dem dämonischen Einfluss des Hexerartefaktes bewahren. Doch muss ich gestehen, dass ich den Gegner gern sehen würde.“
„Kannst du keinen Feuerball als Lichtquelle beschwören?“, wandte sich Rahja an Pyria.
„Ich könnte es, aber dann würde ich all meine Energie darauf verwenden müssen.“
Sie sahen Zerberus an.
Dieser blickte zu Nox, der drauf und dran war eine tote Eidechse auf dem Nekroskop zu platzieren.
„Klappt das überhaupt? Ich meine, hattest du nicht erzählt, dass da irgend so eine magische Barriere ist?“
„Das ist richtig, aber so wies aussieht ist es die einzige Hilfe die ich euch noch bieten kann, bevor ich meine Energien verbraucht habe.“
„Wie sieht‘s bei dir aus?“
„Wenn das Kraftfeld noch stärker wird, werde ich vielleicht noch drei oder vier wirkungsvolle Zauber sprechen können.“
„Bleibt nur noch eine Frage: Wer soll das Ding tragen?“
„Lasst es Nox tragen. Wenn er so wieso keine Flüche mehr wirken kann, kann er das verflixte Ding auch mit sich schleppen.“
Nox sah Archangel vorwurfsvoll an.
„Ist doch so.“
Nox brütete über der Kugel, während Rahja fragte, ob es überhaupt möglich sei, dass Nox sich bewegt. Schließlich hatte er sich auch nicht bewegt, als er das Rattenskelett verflucht hatte.
Pyria wies darauf hin, dass es sich um verschiedene Arten der Beschwörung handeln würde.
Während sie Rahja die Einzelheiten erklärte begann der Paladin abermals zu beten.
Archangel stellte sich selbst als Wachposten ab und Zerberus ging zu Nox, der damit begonnen hatte in seinem Lederbeutel zu wühlen.
„Was machst du da?“
„Ich denke ich habe eine Lösung für unser Transportproblem gefunden… ich muss nur noch die richtigen Teile finden.“
Der Barbar beobachtete skeptisch, wie der Necromancer an einem Chamäleon-Skelett ein paar Fledermausschwingen befestigte.
„Wird das funktionieren? Die Dinger sind ziemlich klein.“
„Sobald Magie und Physik aufeinander treffen werden Naturgesetze außer Kraft gesetzt. Hier gilt, dass der Zweck der Beschwörung die Eigenschaften des Wesens bestimmt und dessen Natur.“
Er murmelte etwas und schon erhob sich das untote Chamäleon und schien selbst nicht recht fassen zu können, dass es fliegen konnte. Kaum dass Leben in die Knochen gekommen war, begann das Nekroskop in einem matten, weißen Licht zu leuchten.
„Interessant.“
„Was denn?“
„Die Leuchtkraft scheint mit der Komplexität des untoten Wesens und dessen Macht zusammenzuhängen.“
Pyria trat an das neu entstandene Wesen heran und reichte ihm die Kugel. Das Chamäleon griff zu und begann munter über der Gruppe zu schweben.
„Haben wir eine Alternative, falls unser kleiner Freund plötzlich in seiner Einzelteile zerfällt?“
„Warum besorgen wir uns nicht einfach eine von diesen Fackeln?“
Nox sah den Barbaren fragend an und schüttelte den Kopf.
„Erklär du’s ihm.“
„Also diese Fackeln brennen nicht wirklich. Wenn du also die Fackel von der Wand lösen würdest würde die Flamme sofort verlöschen.“
„Aber dann hätten wir Fackeln oder?“
„Schon, aber die Dinger sind hier schon sicher seit mehreren Ja hunderten und würden innerhalb kürzester Zeit herunterbrennen.“
„Hm. Gut, dann wäre dass ja geklärt.“
Der Paladin erhob sich und der Rest fand auch zueinander.
„Was ist denn nun noch?“
Nox starrte auf seinen neuen Begleiter.
„Wir sollten ihm einen Namen geben.“
„Wie wär‘s mit Bob? Das wäre genau der richtige Name um seine Existenzdauer zu beschreiben. Schön kurz.“
Nox schien den bissigen Kommentar der Zauberin zu überhören.
„Ich hab‘s! Luminos. Ich werde ihn Luminos nennen.“
„Kommst du? Wir haben schon zu viel Zeit hier verbracht.“
 Nox ließ das Chamäleon höher fliegen und ein Stück voraus, damit sie ausreichend gute Sicht hatten.
Der Raum war länger als erwartet es schien eine Art Halle zu sein, denn sie fanden lange Tische und Bänke und einen lang gezogen Feuergrube. Je näher sie dem Ende des Raumes entgegen kamen, desto mehr viel die Temperatur.
Schließlich gelangten sie zu einem Thorn. Darauf  saß eine in sich zusammengesunken Gestalt von der ein mattes Glühen ausging. Rahja zog scharf Luft ein.
Archangel legte einen Pfeil auf die Sehne, und der Rest der Gruppe machte sich Kampfbereit.
Das Chamäleon, das über Ihnen schwebte, tauchte die Umgebung nun in ein rotes Licht.
„Was hat das zu bedeuten?“
„Nichts gutes, fürchte ich.“
Nox sah abwechselnd von seinem Diener zu der Gestalt die dort auf dem halb zerfallenen Thron kauerte.
Ein grauenvolles Säuseln drang an ihre Ohren und die Gestalt regte sich.
Sofort verteilte sich die Gruppe um kein leichtes Ziel zu bieten.
„Was hat er gesagt?“
Es war eine unbestimmte Vermutung aber der Barbar hoffte, dass der Totenbeschwörer dieses Ding verstand.
Nox wirkte verunsichert.
„Wo sind meine Krieger?“
„Sag ihm sie sind geflohen.“
„Bist du dir sicher? Ich meine…“
Wieder das Säuseln.
Es folgten einige grauenhafte Momente in denen die Gestalt vor ihnen ihr trauriges Dasein in Worte kleidete.  
Nox übersetzte es für die Anderen.
„Das ist Leonir, hoher Kriegsfürst der NaK‘harzim. Zusammen hatte er mit seinen beiden Söhnen Leoric und Leocar über diese Ländereien geherrscht. Er hatte alle unterworfen und sie hatten ihm dafür, dass sie leben durften Tribut gezahlt. Er hatte unermessliche Reichtümer und dann kam ein…. Ein Wanderer. Ein dunkler Wanderer und er bot dem ergrauten Leonir die Macht über den Tod.
Als Gegenleistung forderte er seinen Lehnseid, wenn Schrecken, Hass und Zerstörung herrschen.
Leonir versprach auf den Ruf des Wanderers zu warten.
Als Geschenk erhielt er ein Zepter, eine Krone für Leoric und einen Mantel für Leocar.
Seine Söhne nahmen die Geschenke, leisteten auch ihren Eid und wollten mit dem Wanderer ziehen um ihre eigenen Reiche zu gründen.
Wenige Tage nachdem der Wanderer verschwunden war begann er zu dem zu werden, was er jetzt ist.
Dies ist Leonir, Kriegsfürst der NaK’harzim.“
„Also ist das Zepter die Quelle?“
„Wahrscheinlich.“
Plötzlich richtete sich Leonir auf und sah auf die Eindringlinge herab.
Nox übersetzte automatisch.
„Seid ihr gekommen meine Lehnstreue zu fordern?“
„Sag ihm, dass wir gekommen sind um ihn herauszufordern.“
Pyria sah Zerberus erschrocken an.
Nox übersetzte die Antwort, worauf hin Leonir anfing zu lachen.
Der Rest der Gruppe machte sich kampfbereit.
Zerberus sah sich seinen Gegner an.
Keine Rüstung, nur noch Fetzen einer ehemals prächtigen Robe und ein ebenso zerfallener Umhang. Darunter nur Haut und Knochen. Ein dunkles Glühen pulsierte in den Augenhöhlen des kahlen Schädels.
Ein weiterer Befehl, den er nicht verstand. Er sah zu Nox, welcher blasser schien als gewöhnlich.
„Kommt.“
Plötzlich füllte sich der Raum mit dem Geräusch unnatürlicher, schleifender Schritte. Aus dem Dunkel des Raumes scharte sich eine Streitmacht von Untoten um den Lichtkreis und schnitten der Gruppe sichelförmig den Rückweg ab. Das Nekroskob loderte mittlerweile in einer Mischung aus Rot und Grün.
Der Paladin hatte vor den Untoten Aufstellung bezogen und schirmte so die Zauberin und die Amazone, die sich bereit machten. Rahja stand mit dem Rücken zur Wand neben Nox.
„Überleg dir jetzt ganz genau was du sagst.“
Pyria hätte dem Barbaren gar nicht drohen brauchen. Er wusste selbst wie ernst die Lage nun war. Mit Leonir im Rücken hätten sie nicht die Geringste Chance gegen die Untoten. Er fuhr sich mit der Zunge über die Lippen.
„Nox. Sag ihm,… Sag ihm, dass uns der Wander geschickt hat. Sag ihm ich soll ihn im Kampf Mann gegen Mann prüfen, ob er des Zepters noch würdig wäre.“
Nox tat wie ihm geheißen und wich einen Schritt zurück.
Leonir sah den Barbaren aus seinen leeren Augenhöhlen an in denen nun blaue Flammen empor züngelten.
„Zurück!“
Die Untoten wichen in die Finsternis zurück, doch man konnte immer noch hier und da ein Klappern vernehmen.
„Ich werde euch beweisen, dass ich Leonir, Kriegsfürst der NaK’harzim, würdig bin dem Ruf zu folgen.“
Leonir griff in die Tiefen seines Umhangs und zog eine große Streitkeule hervor. Wenige Meter vor dem Thron schoss ein Kreis aus grünen magischen Flammen empor und markierte so die Kampffläche.
Der Rest der Gruppe sah dem ganzen Schauspiel mit gemischten Gefühlen entgegen.
Während Leonir im Ring Aufstellung bezog sprach Zerberus zu seinen Gefährten.
„Wenn dass hier schief geht, wird Nox ihm sagen, dass er würdig sei. Ihr werdet ihm das Nekroskop dalassen und ihm sagen, dass es immer zum Zeichen seiner Macht leuchten wird. Vielleicht schafft ihr es auf diese Weise heil hier raus.“
Schweigen.
„Möge das Ewige Licht mit dir Sein.“
Der Paladin war der Einzige, der etwas sagen konnte.
In wie Fern das sehr wahrscheinliche Ableben ihres nun offiziellen Anführers  dem Einzelnen naheging, war Zerberus egal. Schließlich war er es, der sie in diesen Schlamassel hineingeführt hatte.
Einen kurzen Augenblick dachte er an den letzten Wunsch seines Vaters.
,„Mach mich stolz.“‘
„Ja, Vater. Das werde ich.“
Dann nahm er die schwere Axt seines Vaters von seinem Rücken. Es wäre ein würdiges Ende für einen Krieger.  Er überprüfte noch einmal die schnallen und Riemen seiner Rüstung und packte die Axt fester.
Nox eilte zu ihm, bevor er in den Ring trat.
„Hier. Nimm das. Es ist ein Talisman, der gegen Böses schützen soll.“
„Hat er dich bis jetzt vor dem Bösen bewahrt?“
„Nun,.. „
„Siehst du. Ich habe eine Axt. Es ist eine gute Axt. Und sie hat schon des Öfteren ein paar Schädel gespalten.“
Der Barbar versuchte zuversichtlich zu lächeln.
„Dann, nimm wenigstens diesen Rat. Wenn das Zepter die Quelle seiner Macht ist, dann solltest du versuchen es ihm Abzunehmen. Egal wie.“
Der Barbar nickte bedächtig und begab sich in den Kreis.
Die beiden ungleichen Gegner begannen sich zu umkreisen, während die Gruppe so Aufstellung bezog, dass sie sich leicht verteidigen konnte, sollte die Situation eskalieren.
Leonir der den Barbaren um einen Kopf überragte, hatte begonnen am ganzen Leib zu lodern. Überall züngelten die blauen Flammen empor und verbrannten, was an Haut und Kleidung noch übrig war. Bald schon stand nur noch das Blanke Skelett da und einzig die Augen brannten im Zwielicht, das von dem Nekroskop ausging.
Der Barbar näherte sich seinem Gegner täuschte einen Angriff vor und nutzte die Parade Leonirs um rasch hinter diesen zu treten. Noch bevor das hünenhafte Skelett reagieren konnte schlug Zerberus zu und trennte den Arm der die Keule hielt ab mit einem Satz nach hinten wich er einer Konterattacke aus die das Skelett mit dem Zepter ausführte.
Leonir sah zu dem abgetrennten Arm, und lachte auf.
„Wie es schein hat mir dein Meister einen würdigen Gegner gesandt.“
Der Barbar hörte nicht die Worte, die Nox aussprach, da er wie gebannt auf den Arm starrte, der plötzlich zu leuchten begann und sich dann an den Torso des Kriegsfürsten fügte.
„Den Trick muss mir Nox bei Gelegenheit auch mal verraten.“
Er sprach eher zu sich selbst als zu Leonir. Er musste ruhig werden und seine Sinne schärfen, wenn sein Gegner sich erst auf seine Kampfweise abgestimmt hatte würde es kein schnelles Ende geben … und erst recht kein positives für ihn.
Diesmal griff das Skelett an. Die Schläge folgten so schnell aufeinander, dass Zerberus kaum noch ausweichen konnte. Seine Axt würde es nicht überstehen, wenn er all zu viele Angriffe blocken würde. Als Leonir seine Keule ein weiteres Mal erhob um einen vernichtenden Schlag auszuführen, sprang Zerberus auf seinen Gegner zu, stieß ihn zurück und nutzte abermals den Moment um seinem Gegner mit einem tiefen Drehangriff mit der Axt die Beine Abzuschlagen. Leonir krachte auf dem Boden, doch dieses Mal gelang es dem Barbaren nicht sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Obwohl er bereits zurückgesprungen war, traf ihn das Zepter des Untoten an seiner ungeschützten Flanke.
Der Schmerz explodierte förmlich in seiner Seite und kündete von einer gebrochen Rippe. Für einen Sekundenbruchteil sah er rot vor Augen und zwang sich auf den Gegner zu konzentrieren, der im Begriff war seine Beine wieder an den Körper wachsen zu lassen.
Zerberus zwang sich den stechenden Schmerz in seiner Seite zu ignorieren und sprintete auf den Gegner zu.
Völlig überrascht von der plötzlichen Genesung seines Feindes verlor Leonir abermals den Arm mit der Keule und einen Teil seiner Schulter. Nun kreischte er vor Zorn, denn es war ihm nur noch das Zepter geblieben.
Das Skelett versuchte verzweifelt die Angriffe des Barbaren zu parieren, doch beim dritten Hieb zertrümmerte der Kämpfer auch die zweite Schulter mit einem Fußtritt und das Zepter wurde durch den Aufprall der Waffen mit dem Arm weggeschleudert.
Grimmig ging der Barbar auf den verbliebenen Torso zu und spaltete den Schädel des panisch kreischenden Skelettes. Die Gruppe hatte sich um den grünen Flammenkreis versammelt, der nun verlosch.
Alle nahmen eine Verteidigungsposition um den verletzten Krieger ein, doch da waren keine Untoten mehr. Das Nekroskop leuchtete gleichgültig in einem blassen Licht während Luminos über ihren Köpfen kreiste.
„Schnell das Zepter! Doch berührt es nicht!!!“
Der Paladin eilte zum Zepter und besprenkelte es mit heiligem Wasser, bevor er es mit dem Schwert von dem Skelettarm trennte.
„Was sollen wir nun damit machen?“
„Pyria hab du ein Auge darauf. Der Paladin und Archangel bleiben bei dir. Vielleicht gib es hier ja noch was von Wert oder eine Schatulle, wo wir es reintun können.“
„Ich seh‘ schon du denkst wieder praktisch, hm. Was ist mit deinen Wunden?“
„Ach nur ein Kratzer.“
Hinter dem Thron befand sich tatsächlich eine kleine Kammer, doch falls dort jemals Schätze gewesen waren, so hatte man sie längst weggeschafft oder sie waren zu Staub zerfallen.
Grimmig ließ sich Zerberus auf den Thron des Leonir, Kriegsfürst der NaK’harzim, fallen und wurde gleich mit einem stechendem Schmerz belohnt.
„Verdammt! Wenn dieser Bastard tatsächlich ein Kriegsfürst war, dann muss es hier doch irgendwas von Wert geben.“
„Dann lasst uns hier verschwinden, oh Fürst!“
„Deinen Sarkasmus kannst du dir sparen meine kleine Flammenrose.“
Trotz seiner Verletzung schaffte es der Barbar rechtzeitig vom Thron zu springen und dem Feuerball auszuweichen, während Pyria, deren Zauber nicht länger geschwächt waren sich in Beschimpfungen verlor.
Nox musterte interessiert den Krater, den der Zauber hinterlassen hatte.
„Vielleicht solltet ihr euch das hier ansehen.“
Die Gruppe versammelte sich um den Krater.
Sie erblickten einen makellosen schwarzen‚ Stein, der mit kryptischen Symbolen überzogen war.
„Was ist das?“
„Eine Karte… oder zumindest ein Teil davon.“
„Und wo führt sie hin?“
„Ich vermute, dass sie zu den Besagten Reichtümern führt… oder aber wir finden seine Söhne… und den Schatz. Es kann aber auch sein, dass sich der Schatz einfach unter dem Stein befindet.“
„Weißt du Nox, du redest ziemlich viel, wenn der Tag mal wieder lang wird. Das letzte Mal… ach was soll’s. Sehen wir unter dem Stein nach.“
Bevor sie den Stein entfernten, der sich als Metallplatte unbekannten Ursprungs erwies, machte Nox eine Abschrift, die er bei Gelegenheit studieren wollte. Trotzdem Beschloss die Gruppe auch die Platte mitzunehmen.
Tatsächlich befanden sich darunter die Schatulle, in der Leonir das Zepter überreicht bekam und einige Tontafeln. Die Tontafeln waren nicht weiter interessant, da sie über Viehbestände informierten, die den Reichtum des Kriegsfürsten darstellten.
Doch die Schatulle…
Sie war mit Edelsteinen besetzt und strahlte seltsamerweise Wärme aus, was Pyria und Nox in wilde Spekulationen ausbrechen ließ.
Zerberus hatte seine Axt geschultert und versuchte möglichst würdevoll voranzuschreiten.
„Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber ich würde gern aus diesem Drecksloch verschwinden.“
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