Blutdurst

von aislingde
GeschichteAbenteuer / P12
Coreen Fennel Dr. Rajani Mohadevan Henry Fitzroy Kate Lam Mike Celluci Vicki Nelson
02.01.2009
07.03.2009
12
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02.01.2009 2.560
 
Der Hinterhof war klein, dreckig und dunkel. Er wurde nur von einer kleinen Lampe über der Tür beleuchtet. Der Hof wurde von drei Seiten durch Häuser begrenzt, zur Straße hatte man eine drei Meter hohe Mauer gebaut, auf der Stacheldraht angebracht war, um Einbrüche zu verhindern.
Es dauerte einen Augenblick, bis Mikes Augen sich an das Licht gewöhnt hatten, danach konnte er Henry sehen. Er stand in einer Ecke neben den Mülleimern in inniger Umarmung mit seinem Opfer. So wie die Frau stöhnte, hatte der Vampir nicht eine Sekunde gezögert, um zur Sache zu kommen.
Mike ging auf die andere Seite des Hofes, hoffte, dass der Abstand die Geräusche dämpfen würde. Das war aber nicht der Fall, oder die Frau war lauter geworden, doch Mike wollte sich nicht vorstellen, was Henry mit ihr anstellte, um solche Lautstärken zu verursachen.
Ihre Geräusche erinnerten Mike an einen sehr schlechten Porno, es erregte ihn nicht, schlimmer, es nervte.
Um nicht zuviel von der Aktion bei den Mülleimern mitzubekommen, sah Mike sich aufmerksam um, aber außer Dreck konnte er nichts Verdächtiges finden. Schließlich sah er in den Himmel, beobachtete die Wolken, die übers Firmament zogen und hoffte, dass Henry sich ein wenig beeilen würde.
Als ein großer dunkler Schatten über ihn hinweg zog und im Hof zur Landung ansetzte, duckte Mike sich und zog seine Waffe.
Bevor er Henry warnen konnte, ließ der Vampir von seinem Opfer ab und wirbelte herum.
„Du schon wieder!“ Er zeigte der Harpyie seine blutigen Fänge. „Verschwinde, oder du stirbst.“
„Wie willst du das anstellen? Man kann mich nicht töten.“ Ihre Stimme war tief und melodisch. „Dafür habe ich etwas, was dich vernichten wird.“ Sie streckte ihre Arme aus und präsentierte Henry einen Gegenstand, den Mike nicht sehen konnte, weil sie genau davor stand.
Er bewegte sich einige Schritte seitwärts, um einen besseren Winkel zu bekommen, wo er im Falle einer Schießerei weder Henry noch die Frau gefährden würde.
Als er sah, dass die Harpyie ein silbernes Kreuz in der Hand hielt, fragte er sich, wo sie recherchiert hatte.
Henry schnaubte verächtlich. „Mit einem Kreuz machst du mir keine Angst. Du hast dich falsch informiert und jetzt verschwinde!“
Mike bemerkte, dass Henry seine Befehlsstimme anwendete. Die Harpyie schüttelte den Kopf und ihre Haare bildeten einen dunklen, bedrohlichen Schleier. „Du kannst mich nicht beeinflussen, Vampir.“
Sie lachte und ihr Verhalten irritierte Mike, schien aber Henry nicht zu stören, denn er griff die Harpyie in genau diesem Moment an.
Obwohl er sich schneller bewegte, als Mikes Augen ihn erfassen konnte, war die Harpyie noch schneller – das vermutete Mike zumindest.
Sie stand nach einigen verschwommenen Bewegungen - die wohl ein Kampf mit Henry sein sollten - auf den Müllcontainer, während Henry sie vom Boden aus böse anfunkelte.
„Ist der kleine Vampir zu langsam gewesen?“, verspottete sie ihn. „Wie fühlt man sich in einer Welt, wo ein Mann unter 1,80 Meter kein richtiger Mann ist?“
„Du kannst mich nicht provozieren, Harpyie.“
Sie lachte amüsiert auf.
„Egal was du behauptest, ich weiß, dass du tagsüber schwach bist. Und du wirst nicht immer beschützt sein. Dann werde ich Zeus Befehl ausführen und deinen Frevel bestrafen.“
Als die Harpyie sich zu verwandeln begann, sprang Henry auf.
Mike konnte die Bewegung nicht sehen, weil sie zu schnell war, hörte aber den Zusammenprall und sah den Staub, der vom Boden aufwirbelte. Somit hatte Henry sie vom Müllcontainer gestoßen.
Die Bewegungen wurden langsamer und Mike sah Henry, der einem großen Vogel die Flügel zusammenpresste. Als der Vogel versuchte Henry ins Auge zu hacken – der Schnabel war groß und spitz – wich er zurück. Diesen Moment nutzte die Harpyie, um mit den Krallen den Stoff seiner Hose zu zerfetzen. Henry ließ die Flügel los und ging auf Abstand, um weitere Berührungen zu vermeiden. Die Harpyie nutzte die Freiheit, hob vom Boden ab und floh.
Nur einige Federn und eine Handtasche zeugten von ihrer Anwesenheit.
„Henry, alles okay?“
Besorgt sah Mike den Vampir an. Hoffentlich hatten die Berührungen ihn nicht weitere Kräfte gekostet.
„Es ist nur die Hose. Eine Kralle hat mein Bein aufgekratzt und ich habe gemerkt, wie sie mir selbst durch diese kleine Berührung Energie entziehen konnte, deswegen habe ich losgelassen. Sie hat mich aber nicht schwächen können.“
„Was zur Hölle ist hier passiert? Bin ich in einem schlechten Horrorfilm gelandet?“
Henrys Opfer stand immer noch zwischen dem Müllcontainer und der Wand und sah Mike mit schreckensgeweiteten Augen an.
„Es ist nichts passiert. Du hattest nur gerade den schlechtesten Sex deines Lebens und willst nur noch alles vergessen. Du hast im Schein der Lampe nur einige seltsame Schatten gesehen.“
Der Ausdruck in den Augen veränderte sich und sie blickte Henry verächtlich an.
„Das war nicht nur mies, das war grauenhaft. Hat dir schon mal jemand gesagt, dass du nicht die geringste Ahnung hast, wie man eine Frau antörnt? Verdammt, ich bin schon wieder auf ein hübsches Gesicht reingefallen.“ Sie zupfte ihre Kleidung zurecht. „Das war der schlimmste Sex meines Lebens. Ich will dich nie wieder sehen.“
Mit hoch erhobenem Kopf verließ sie den Hinterhof und betrat den Club.
Mike hob fragend eine Augenbraue, Henry lächelte amüsiert.
„Selbst dir müsste aufgefallen sein, dass sie das Gestöhne aus einem Pornofilm gelernt hat. Daher hat sie wohl auch alles über die Befriedigung von Männern gelernt – eben gar nichts. Außerdem schmeckte sie nicht.“
Grinsend schüttelte Mike den Kopf.
„Ich habe versucht, euch ein wenig Privatsphäre zu lassen, aber sie hat mir meine mit ihrem Lärm genommen.“
Henry räusperte sich, dann deutete er auf den Boden. „Willst du nicht dein Polizeiding durchziehen und die Spuren sichern?“
„Das hatte ich vor. Ich bin sehr gespannt, was Dr. Mohadevan zu den Federn sagt. Wie zum Teufel hat sie es geschafft, eine Handtasche bei der Verwandlung mitzunehmen?“ Aus der Jackentasche nahm Mike eine Plastiktüte und sammelte sie ein, ohne einen Abdruck zu hinterlassen.
„Ich habe gelesen, dass man kleinere Gegenstände bei solchen Verwandlungen mit sich nehmen kann, indem man mit ihnen verschmilzt.“
Henry hockte sich hin und betrachtete die Handtasche. Mike war froh, dass er von Vicki gelernt hatte, Beweismittel nicht zu berühren.
„Du meinst, dass sie die Tasche unter die Achsel geklemmt hat und es funktioniert?“ Mike nahm ein frisches Taschentuch und hob die Handtasche hoch. Im Gegensatz zu Vickis Monstertasche, in der sie alles Mögliche aufbewahrte, war diese Tasche klein und leicht.
„Gut möglich. Ich habe mir mein Wissen über Magie nur angelesen und es noch nie angewendet. Es ist eine unheilbringende Kunst.“
Henrys Einstellung war seltsam, schließlich war er selbst ein übernatürliches Wesen. Warum sollte Magie da schlimmer sein? Mike hatte genug gehört, er wollte nicht mehr wissen. Er wollte keine Details über diesen übersinnlichen Kram hören. Schlimm genug, dass er schon so tief hineingezogen worden war. Er wechselte das Thema.
„Bist du eigentlich satt, oder müssen wir zu einem anderen Club?“
„Ich habe genug für heute, danke der Nachfrage. Deine Fürsorge rührt mich.“ Da war wieder der sarkastische Unterton, den Mike so sehr hasste. Er atmete einmal tief ein und aus.
„Du bist momentan unsere einzige Spur, ich kann es mir nicht leisten, auch die zu verlieren, wenn du entkräftet zusammenbrichst.“
Henry grinste nur lausbubenhaft, wechselte dann das Thema. „Soll ich dich zum Präsidium fahren?“ Er deutete auf die Beweismittel, die Mike eingesammelt hatte.
„Nein, ich möchte erst in Ruhe den Inhalt durchschauen. Vor morgen früh ist Dr. Mohadevan nicht erreichbar.“
Henry nickte und ging. Mike stand auf und folgte ihm.

Im Auto schnallte Mike sich an und blickte misstrauisch zu Henry. Der lächelte unschuldig.
„Du kannst beruhigt sein, ich werde mich an alle Verkehrsregeln halten. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen.“
„Das höre ich gerne. Ich wüsste nicht, wie ich bei den Kollegen deinen Fahrstil entschuldigen sollte.“
„Gar nicht, das wäre mein Problem.“
„Genau wie auf dem Hinweg? Da warst du unheimlich ansprechbar.“
„Wenn sie mich da kontrolliert hätten, dann hätte ich sie vernascht und ihnen anschließend die Erinnerung genommen. Wir hätten dann noch nicht mal in den Club gemusst und ich hätte arbeiten können. Schließlich hat mir mein Verleger einen Abgabetermin gesetzt.“
„Oh.“ Mehr sagte Mike nicht.
Schweigend startete Henry den BMW.
Während der Vampir sich auf den Verkehr konzentrierte, konnte Mike seine Gedanken sortieren. Er dachte nicht über Henry nach, denn das hatte er schon lange aufgegeben, weil es nichts brachte.
Irgendetwas war seltsam gewesen, als die Harpyie Henry mit dem Kreuz bedroht hatte. Aber so sehr Mike auch grübelte, ihm fiel nicht ein, was es war.
Er schreckte auf, als Henry auf seinen Parkplatz in der Tiefgarage einbog. Der Vampir stellte den Motor ab und sah Mike an.
„Was ist los? Kein böser Kommentar über meine Eßgewohnheiten während der Fahrt, keine Sticheleien, was ist passiert? Sag bloß es hat dich überrascht, dass ich nicht gemordet habe, um an mein Essen zu kommen. Hältst du mich immer noch für einen Killer?“
Mike wusste nicht, was er von diesem Angriff nach einem recht friedlich verlaufenen Abend halten sollte. Er hatte aber nicht vor, sich das bieten zu lassen und ging auf Henrys Ton ein.
„Nur weil ich dich nicht als akute Bedrohung sehe, solltest du nicht übermütig werden und mich provozieren, Fitzroy. Erwarte nicht, dass ich dich anbettle, mich zu beißen, nur weil du eben eine gute Show geboten hast.“
Mike stieg aus, ohne auf eine Antwort von Henry zu warten. Das Knallen der Autotür machte klar, dass er davon nichts mehr hören wollte.
Ohne darauf zu achten, ob Henry folgte, ging Mike zum Fahrstuhl. Er war wütend auf sich selbst, weil es Henry immer wieder gelang, ihn zu provozieren.
Warum nur musste der Vampir so nervig sein? Die Versuchung, sich einen Pflock zu suchen, war groß.
Mike schloss seine Augen und atmete langsam ein und aus. Dachte daran, was Vicki ihm antun würde, sollte er Henry umbringen. Danach hatte er sich wieder halbwegs unter Kontrolle.
Als die Fahrstuhltür sich öffnete, trat Mike ein.
Er drückte auf den Knopf fürs Erdgeschoss. Nicht, dass er Henry im Stich lassen wollte und nach Hause fahren würde. Aber ein Spaziergang würde seinen Kopf klären und er würde anschließend dem Vampir gegenüber treten können, ohne sich sofort einen Pflock zu wünschen.
Kurz bevor die Tür sich schloss, betrat Henry den Fahrstuhl.
Er blickte starr auf die Anzeigentafel. Erst als die Tür im Erdgeschoss aufging, sprach er mit ungewöhnlich sanfter Stimme.
„Ich hätte das nicht sagen dürfen. Aber meine Gedanken gehen seltsame Bahnen. Es liegt wohl daran, dass ich in der nächsten Zeit nach Sonnenaufgang jemand brauche, der über mich wacht, schließlich bin ich dann hilflos. Ich frage mich, wie weit ich dir trauen kann.“
Aufgrund ihrer Vergangenheit konnte Mike Henrys Probleme verstehen und auf einmal machte der Ausbruch im Auto Sinn.
Mike sah Henry an und merkte, dass dieser auf eine Antwort wartete. Er massierte sich die Nasenwurzel, dann antwortete er.
„Auch wenn es mir nicht passt, dass du Vicki in diese mystische Szene reingezogen hast, habe ich meine Lektion gelernt und ich habe nicht vor, dich zu vernichten. Schließlich brauche ich dich, um an die Harpyie zu kommen, die in den letzten Tagen mehrere Menschen getötet hat.“ Mike zögerte, dann sprach er mit einem Lächeln weiter. „Im Moment bist du sowohl mein Schutzbefohlener, als auch mein Partner und ich wäre ein schlechter Bulle, wenn ich dein Leben nicht schützen würde.“
Als die Tür schließen wollte, berührte Mike den Sensor, damit sie offen blieb. Sie waren noch nicht fertig und die Eingangshalle, wo der Portier außer Hörweite saß, war dafür der ideale neutrale Boden.
Henry legte seinen Kopf schief und betrachtete Mike, dann grinste er. „Ich glaube, dass ich dir auf dieser Basis trauen kann. Bleibst du? Ich möchte wissen, was in der Handtasche ist.“
War das schon das Ende der Auseinandersetzung? Mike blickte Henry, der ihn liebenswürdig anlächelte, argwöhnisch an.
Scheinbar war das wirklich ein Waffenstillstandsangebot. Mike ging darauf ein.
„Die ist noch in deinem Auto.“
In seinem Ärger hatte er vergessen, sie mitzunehmen.
„Nicht mehr.“
Als Henry die Handtasche hochhielt, wunderte Mike sich, dass er sie nicht vorher gesehen hatte, schließlich waren die Tragriemen mit einem weißen Tuch umwickelt.
Mike starrte Henry einen Moment an, dann nickte er zustimmend.
„Gut, dann hole ich noch meine Tasche aus dem Auto.“
Er verließ den Fahrstuhl und spürte Henrys Blick auf sich ruhen, bis er das Gebäude verließ.

Als er wenige Minuten später mit seiner Sporttasche zurückkam, wartete Henry in der Eingangshalle auf ihn.
Schweigend fuhren sie nach oben.
Henry setzte die Handtasche auf dem Wohnzimmertisch ab, zog seinen Mantel aus und holte Mike eine Cola aus der Küche.
Mike stellte seine Tasche neben den Tisch und setzte sich auf die Couch. Bevor er einen Schluck trank, sah er Henry fragend an.
„Hast du in deinem Medizinschrank Einweghandschuhe?“
Der Vampir zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Vicki hat ihn gekauft. Bevor ich sie kennenlernte, brauchte ich so was nicht.“
Mike wollte etwas über Vampire, Blutsaugen und Hygiene sagen, doch er schluckte den Kommentar hinunter. Sie wollten miteinander arbeiten, nicht gegeneinander.
Henry schien mit einem Kommentar zu rechnen und blickte Mike fragend an. Doch als keine Antwort kam, ging er ins Badezimmer und kam kurz darauf mit dem Erste-Hilfe-Kasten zurück.
Lächelnd reichte er Mike einen Satz Handschuhe.
„Danke.“
Ohne auf Henrys irritierten Ausdruck zu reagieren zog Mike die Handschuhe an und öffnete die Handtasche.
Er fand nur sehr wenige Teile: Lippenstift, eine Kondompackung, etwas Kleingeld, Taschentücher und ein Handy. Keine Ausweispapiere, kein Schlüssel, keine Fahrzeugpapiere. Nichts was direkt auf ihre Identität schließen ließ.
„Das ist nicht sehr ergiebig“, kommentierte Henry ihre Ausbeute, als Mike den Boden der Tasche abtastete. Doch die Tasche war leer und er konnte kein Geheimfach finden.
„Abwarten.“ Mike nahm es gelassen, er hatte schon mit weniger einen Täter ausfindig gemacht. „Ich lasse morgen das Handy überprüfen und wir bekommen mindestens eine, wenn nicht sogar ein dutzend Nummern. Mit ein wenig Glück hat sie sogar ein gut gefülltes Telefonbuch und wir bekommen ganz schnell einige Namen. Danach dauert es nicht mehr lange, bis wir auch den Namen der Harpyie herausfinden.“
Mike nahm den Akku heraus und sah sich die SIM-Karte an. „Das ist eine Prepaid-Karte. Wenn sie klug gewesen ist, dann hat sie die Karte gebraucht gekauft und ihre Spur verwischt.
Gewissenhaft setzte Mike das Handy zusammen und packte es mit den anderen Gegenständen zurück in die Handtasche. Dann zog er die Handschuhe aus, nahm die Cola, lehnte sich zurück und trank einen großen Schluck.
Der Zucker sollte sein Gehirn anregen, doch damit hatte er keinen Erfolg.
Vielleicht konnte Henry helfen, rauszufinden, was er nicht greifen konnte.
„Ist dir heute an der Harpyie etwas Besonderes aufgefallen? Ich hatte den Eindruck, dass irgendetwas nicht stimmte, kann aber nicht festmachen, was es war.“
Henry schüttelte den Kopf. „Sie wirkte unsicher und als ich sie angriff, geriet sie fast in Panik, was untypisch für ein so altes Wesen ist, aber sonst... nein, da war nichts.“
Mike wollte sich mit der Antwort nicht zufrieden geben. Er war sich ganz sicher, dass dort etwas Seltsames gewesen war.
„Wieso hast du sie angegriffen? Jede Berührung von ihr hätte dich geschwächt. Hast du keine Angst gehabt?“
„Nicht wirklich.“ Henry sah Mike nachdenklich an. „Rückblickend war meine Aktion riskant. Viel zu gefährlich, irgendetwas muss mich überzeugt haben, dass von ihr keine wirkliche Gefahr ausging.“
Henry stand auf, ging zum Fenster und blickte hinaus.
Mike blieb sitzen. Jetzt, wo der Adrenalinschub nachließ, spürte er die Müdigkeit. Er lehnte sich zurück und schloss die Augen, um sich einen Moment auszuruhen.
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