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Räuber? Diebe? Liebe!

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor / P12 / MaleSlash
25.12.2008
25.12.2008
1
1.163
1
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Dieses Kapitel
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25.12.2008 1.163
 
Titel: Räuber! Diebe! Liebe?
Autor: Lady Charena
Fandom: Kung Fu - TLC
Paarung: Strenlich/Blake
Rating: slash (angedeutet), PG-13, Humor
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe/Hintergrund: Frank und Blake machen nach einem anstrengenden Tag endlich Feierabend.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern (Warner, Michael Sloan). Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.


Nach dem ewigen Weihnachtsgedudel und den kreischenden Kinderstimmen war es in dem stickigen Hinterzimmer geradezu paradiesisch still. Frank Strenlich schob seine Weihnachtsmannmütze in den Nacken und wischte sich den Schweiß von der Stirn. In diesem verfluchten Kostüm hatte er bestimmt zehn Pfund verloren. Obwohl, das war ja im Grunde nicht schlecht, aber er bezweifelte, dass es bei den bevorstehenden Feiertagen - und Feiertagsessen – eine Rolle spielte.

Neben ihm streckte Blake seufzend die Beine aus. Seine Füße brachten ihn um! So viel war er seit der High School nicht mehr gelaufen, als ein Klassenkamerad ihn für Leichtathletik interessieren wollte. Doch nach zwei Trainingsstunden war Blake zu seinem Elektronikleistungskurs zurückgekehrt. Und dieses elende Elfenkostüm. Nur weil er ein bisschen kleiner war! Die reinste Schikane. „Dafür schulden Sie mir was, Chief!“, murmelte er.

„Ja, ja. Setzen Sie’s auf die Rechnung“, gab Strenlich grimmig zurück. Er zog den Rauschebart nach unten und seufzte erleichtert. Das Ding juckte ihm ständig an der Nase und mit diesen Handschuhen, die zum Kostüm gehörten, konnte er sich nicht kratzen. Ein Wunder, dass er den Typen erwischt hatte, der Kermit die Brieftasche geklaut hatte. Dieser Gedanke heiterte ihn glatt ein wenig auf. Das so etwas ausgerechnet Kermit passierte! Es war kaum zu glauben. Griffin musste alt werden. Allerdings beschloss Frank, die Geschichte lieber für sich zu behalten – er hatte nämlich ebenfalls vor, alt zu werden. Er seufzte. Zumindest waren seine drei Sprösslinge schon alt genug, dass er nicht mehr als Weihnachtsmann antanzen musste. Auch wenn Molly das immer süß fand! Die Scheidung hatte auch so ihre guten Seiten. Er musste sich keine Sorgen mehr um ein Geschenk für Molly machen – und die Kinder waren mit ein paar Scheinen mehr als zufrieden. Wenn er an die jahrelange Geschenkejagd vor Weihnachten dachte...

Blake wurde rot. Er hatte nicht bemerkt, dass er laut gesprochen hatte. Im Grunde war es ihm egal, heute zu arbeiten. Weihnachten bedeutete ihm seit Marys Tod nichts mehr. Aber dieses lächerliche Kostüm war eine echte Zumutung! Wie ein Sechsjähriger in ein Weihnachtselfkostüm gesteckt zu werden, war eine Demütigung sondergleichen. Aber mit ihm konnte man es ja machen. Er war eh das Gespött der Kollegen, seit Frank ihn zu einem Undercoverauftrag im Transvestiten-Milieu eingeteilt hatte. Er war ja nur der unscheinbare Typ, der immer mit Wanzen und Mikrophonen zu tun hatte und den man in der Regel übersah. Keiner würde auf die Idee kommen, jemand wie Peter Caine in so ein dämliches Kostüm zu stecken – dabei hatte er gehört, beim Einsatz in dieser Drag-Bar hätte Peter sich mit Make-up und BH unterm Hemd gar nicht schlecht gemacht. Zu schade, dass es davon kein Foto gab!

„Ich wusste schon immer, das Weihnachten das Schlimmste im Menschen zum Vorschein bringt“, ließ sich Frank vernehmen. „Aber diese Ansammlung von Taschenräubern und Kaufhausdieben an nur einem Tag hätte ich nicht für möglich gehalten. Wir könnten hier glatt eine Filiale eröffnen.“

„Warum bewerben Sie sich nicht als Kaufhausdetektiv, Chief?“, meinte Blake. „Höre ich Sie nicht immer über den Stress im Revier jammern?“

Strenlich sah ihn spöttisch an. „Schnürt Ihnen Ihr Kostüm vielleicht die Blutzufuhr zum Hirn ab, Blake?“, grollte er. Er warf einen Blick auf seine Armbanduhr. „Machen wir Feierabend. Ich bin noch mit Kelly verabredet.“

Blake seufzte erleichtert. Himmlisch. Das bedeutete, er konnte endlich diese viel zu engen Stiefel loswerden... Allerdings fühlte er auch einen Anflug Bedauern. Er war sich mal wieder so richtig nützlich vorgekommen. Und so übel war es auch nicht gewesen, den Tag mit Frank zu verbringen. Wenn nur das Kostüm und die kreischenden Bälger nicht gewesen wären, hätte es richtig Spaß gemacht.

Frank Strenlich schulterte den Sack, der zum Kostüm gehörte. Er hatte sich breitschlagen lassen, morgen den Weihnachtsmann für die Kinderabteilung des Hospitals zu spielen. Nachdem Dr. Sabourin sie bei dem Bankraub ohne zu Zögern unterstützt hatte, blieb ihm auch nichts anderes übrig, als ja zu sagen. Zumindest würde das einmal ein ruhiger Einsatz werden. Welche Gefahren konnten schließlich schon bei kranken Kindern lauern? „Kommen Sie morgen Abend zu Jordans Party?“

„Mal sehen“, brummte Blake ausweichend.

Frank klopfte ihm im Vorbeigehen auf die Schulter. „Na kommen Sie, Sie haben doch bestimmt keine andere Verabredung. Wann hatten Sie das letzte Date? Auf der Highschool?“ Er lachte und verließ den Raum.

„Ha! Ha! Ha!“, machte Blake höhnisch. „Ich habe schon mehr gelacht.“ Seufzend streifte er die Stiefel ab und bewegte seine so grausam gequetschten Zehen. Er würde auf keinem Fall in diesem Aufzug die Shopping Mall verlassen! Am Ende quatschten ihn noch mehr von diesen unmöglichen Bälgern an und fragten, ob sie mal an seinen Ohren zupfen und sich was wünschen dürften. Die Elfenohren waren nämlich die Krönung der Demütigung! Sie waren riesig und von einem scheußlichen Pink, das sich grell gegen sein grünes Kostüm abhob. Er streckte sich in dem durchgesessenen, aber leidlich bequemen Sessel aus und schloss seufzend die Augen. Nach dem süßlichen Geruch überall in der Mall, der wohl in besondere Weihnachtsstimmung versetzen sollte, war ihm sogar der abgestandene Zigarettenrauch in diesem Raum lieber. Er schloss die Augen. Nur ein paar Minuten ausruhen...

* * *

„Henry? Hey, Henry! Aufwachen!”

“Wie? Was?” Blake fuhr auf. „Chief, was machen Sie denn hier? Wollten Sie nicht nach Hause gehen?“ Er blinzelte. „Und warum haben Sie dieses... dieses... dieses... Kostüm an?“, stotterte er, als er realisierte, dass Strenlich ein Engelskostüm samt Flügel trug.

Frank ignorierte ihn. „Ich bin hier, um dir einen Wunsch zu erfüllen.“

„Einen Wunsch?“, wiederholte Blake ungläubig. „Mir?“

„Nun, es ist Weihnachten, oder nicht?“, brummte der Strenlich-Engel. „Na los, ich habe nicht die ganze Nacht Zeit.“

Inzwischen war Blake sich sicher, dass er halluzinierte. Vermutlich der Sauerstoffmangel. „Ich wünsche mir, mehr beachtet zu werden“, platzte es aus ihm heraus. „Auf dem Revier behandeln mich die meisten wie ein Möbelstück!“

Der Engel legte einen Arm um seine Schulter und lächelte ihn an. „So, du wünschst dir also mehr Beachtung? Von einer ganz bestimmten Person?“

„Was...?“ Blake war sprachlos.

„Ich bin ein Weihnachtsengel. Ich weißt alles“, erklärte die Halluzination mit einem breiten Grinsen. „Das lässt sich machen.“

Und Blake starrte schreckenstarr auf zwei rosa, feuchte, zum Kuss gespitzte Lippen, die sich seinen näherten...

* * *

„Hey, hey Sie da!“

Blake fuhr auf und sah sich um. „Was? Wie?“ Vor ihm stand kein Engel, auch kein Strenlich, sondern ein Reinigungsmann.

„Sie können hier nicht schlafen“, erklärte der Mann streng.

Blake sprang auf, schnappte sich die Tasche mit seinen Klamotten und verschwand hastig aus dem Büro. Erst als er nach draußen trat und der Schneematsch seine Socken durchnässte, wurde ihm bewusst, dass er vergessen hatte, die Stiefel wieder anzuziehen...


Ende
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