Disco

GeschichteDrama / P16
22.12.2008
22.12.2008
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Wiedermal sitze ich hier. Die Musik ist laut, überall tanzen Leute. Die Frauen sehen toll aus und die Männer selbstbewusst wie das Leben. Ich trinke mein Bier und stehe in der Ecke. So ist es immer wenn ich hier bin. Alle freuen sich und lachen laut. Gitarren schreddern aus den Boxen und die Melodie rumpelt wie ein Jeep auf einem holprigen Holzweg. Niemand stört es, im Gegenteil, alle jubeln. Ich sehe mich um und entdecke keine Person die allein zu sein scheint. Jeder tanzt oder redet mit jemand andrem. Seit ich vor einer Stunde hier hereingekommen bin habe ich nur mit Barkeeper und Türsteher einige Worte gewechselt die mir Eingang und Bier verschafft haben. So läuft jeder Abend ab den, ich hier verbringe. Nichtmal tanzen kann ich sonst wäre ich auf der Tanzfläche. Ich könnte Headbangen aber in den Pausen zwischen den bangbaren stellen würde ich nur dumm herum stehen und das bringt auch nichts. Ich frage mich oft wieso ich noch hierher komme. Ich kippe den Rest meines Bieres runter und gehe an die Bar. Mir lächelt ein Mädchen von etwa 19 Jahren mitleidig zu aber hängt sich dann wieder mit ihren Lippen an die ihres Freundes, wie es scheint. Ich bestelle einen Jägermeister. Während ich warte sehe ich mich immer wieder um, immer mehr Leute kommen und tanzen ausgelassen. Mein Jägermeister ist da. Ich kippe ihn sofort, gebe das Glas zurück und bestelle ein neues Bier. „ja heute geb ich mir die kante!“, flüstere ich leise. Ein Typ sieht wie sich meine Lippen bewegen, doch er versteht mich nicht und schriet gegen die Musik an:“ Hasten Problem du Zwerg?“ Zwerg iss gut gesagt. Ich mit meinen 184 bin nich grad klein und er ist etwa 5 Zentimeter größer als ich. Ich lache:“Ja hab ich aber was geht’s dich an?“
Kaum hab ich das gesagt hab ich seine Faust in meinem Magen. Ich krümme mich, gehe in die knie und ramme meine Faust nach oben diereckt in seine Leiste. Sofort kippt er um und krümmt sich am Boden. Ich lächele, helfe ihm auf und bringe ihn nach draußen, Hab kein Bock auf Stress mit den Türstehern. Ich lasse ihn am Straßenrand liegen und verschwinde nach drinnen. Ich gehe weder an die bar. Mein Bier ist anscheinend noch nich da. Ich frag mal nach. Die Antwort ist: „Wo warsten, hab dich nach draußen verschwinden sehn als ichs gebracht hab. Jetzt musste kurz warten mein freund. Bleib nächstes mal da!“ „Is gut musste dringend einem nach draußen helfen sonst hätt der gereiert“, iss meine Antwort. Er lächelt. Mein Bier kommt schnell und ich bleibe an der Bar gelehnt. Ich trinke schnell und sehe mich grimmig um. Meine Magengrube Schmerz immernoch doch der Alk betäubt es. jetzt spricht mich eh keine mehr an aber egal, solange ich heute Abend voll bin unters Deck mit Alk bin iss alles andere erstmal egal. Ich bestelle schonma ein neues Bier und trinke in der zeit das andere leer. So geht der Abend auch irgendwie rum, saufen und Musik hören. Ich nehme das neue Bier mit und setze mich wieder auf die Kiste in der Ecke wo ich vorher gesessen hab. Meine anfänglich gute Laune verschwindet. Der Alk hat die falsche Wirkung. Ich werde immer trauriger. Ich merke das ich allein bin, wirklich allein, abgeschnitten von allen anderen hier. Sie teilen miteinander was ich so gerne auch hätte: Spaß, gute Laune, Gesellschaft und Liebe. Einige tränen rinnen meine Wangen hinunter. Ich versuche sie aufzuhalten. Es gelingt mir für den Augenblick. Schnell trinke ich den Becher leer und lass ihn stehen. Ich verschwinde nach draußen. Hier sehe ich den Tür den ich vorhin gefaltet hab. Er sieht mich nicht und ich eile an ihm vorbei. Immer schneller renne ich zur Brücke. Sie ist alt und aus Sandstein. Ich setze mich auf die Brüstung mit dem Rücken zu einem Laternenmast. Unter mir rauscht der Fluss dahin, tief, kalt und schwarz. Nur Lichter glänzen auf ihm dich sie dringen nicht tief genug ins Wasser um ihn zu erleuchten. Es muss ein Schöner Tod sein, langsam zu ertrinken und dabei die wunder der Unterwasserwelt zu sehn, die Geister all jener die vor mir ins Wasser gegangen sind, die Nymphen die sie riefen und die Feen die in den Seerosen wohnen. Ohne lange nachzudenken nehme ich mein Messer und ritze in den Sandstein: „Sagt Nicole das ich sie über alles Liebe und es mir Leid tut doch es ging nicht anders!“ Ich finde meine Jacke an den Laternenmast. Drin ist ein Kurzer Abschiedsbrief an sie. Es kommen ein paar Leute vorbei, ich lehne mich an die Brüstung.Auch Sie ist dabei. Ich Lächele ihr zu. Sie sagt ihren Freunden wo sie sich treffen und kommt zu mir und fragt:“Was tust du denn hier?“
„Warten, aber jetzt wo du da bist kann ich dir etwas wichtiges sagen und zwar, dass ich die über alles liebe. Ich liebe schon lange doch erst heute fand ich den Mut es dir zu gestehen“, antworte ich mit samt weicher Stimme und lächele so gut es geht. Sie schaut mich kurz an bevor sie antwortet:“ Das ist jetzt eine Überraschung. Ich weiß nicht wie ich es dir sagen soll, aber ich erwidere deine Gefühle nicht. Es tut mir unendlich Lied doch ich kann es nicht erzwingen, obwohl ich es für dich tun möchte. Ich hoffe du verstehst das!“
Ich blicke Traurig in den Fluss, eine einzelne Träne fällt zu Boden und bleibt auf einem Stein im Kopfsteinpflaster liegen. In ihr Bricht sich das Licht der Laterne wie in einem Diamanten. Schnell blicke ich sie wieder an und entgegne mit einem gezwungenen Lächeln in ihre grünen Augen. Ihr kurzes rot gefärbtes Haar leuchtet im Licht der Laterne. Es ist wie üblich zu einem Iro aufgestellt. Meine Stimme zittert:“Okay, danke das du es mir gesagt hast, nein zwinge dich nicht mich zu lieben, das macht dich nur kaputt. Ich kann es verstehen.“
Ich drehe mich um und blicke auf den Fluss hinaus, wieder steigen in mir die Bilder der Nymphen auf. Ihre Hand liegt auf meiner Schulter und ich höre ihre Stimme, doch verstehe nur Wortfetzen: „... sei nicht Traurig... ...findest eine andere... ...besser nur Freunde... ...möchte dich nicht verlieren... ...helfe dir jemand zu finden... ...wird schon wieder...“
Ich versuche kurz den Wortfetzen einen Sinn zu geben und verscheuche die Wassergeister mit ihrem betörenden Gesang aus meinem Kopf. Es gelingt mir und ich wirbele herum, blicke mit entschlossener Mine in ihr Gesicht und lache bitter:“ Mich nicht verlieren, Nicht verlieren durch eine Beziehung und deswegen nur Freundschaft? Du hast mich soeben verloren!“ Ich nehme meine Jacke vom Laternen Mast, kümmere mich nicht um ihre Entschuldigungen, gebe ihr den Abschiedsbrief. Sie nimmt ihn und stammelt weiter und bittet um Verzeihung. Ich höre nur ein Rauschen. Schnell in ich auf die Brüstung gesprungen und Sehe kurz in ihr Gesicht. Sie sieht mich entsetzt an. Ich lächele kurz und lasse mich nach vorn fallen. Überall um mich herum spüre ich Wasser, nur es ist nicht kalt. Leise höre ich die betörenden Stimmen singen. Eine ruft mir zu:“Nimm  einen Atemzug und du wirst auf immer glücklich sein! Auf immer glücklich!“
Ich Gehorche und atme einmal tief ein, Wasser füllt meine Lungen und ein seliger Ausdruck kehrt nach langer Zeit zurück auf mein Gesicht.
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