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Snow

von lealoni13
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sasuke Uchiha
21.12.2008
21.10.2009
10
63.644
7
Alle Kapitel
91 Reviews
Dieses Kapitel
9 Reviews
 
21.12.2008 5.630
 
So, wieder da, jetzt gibt’s auch das zweite Kapitel. Das war echt ein Beinbruch, weil ich über die Feiertage nur eine amerikanische Tastatur zur Hand hatte und ich mir jetzt angewöhnt habe, aus einem ö immer ein oe zu machen usw. -.- Naja, kann man nicht ändern :P

Und ihr habt mir ganz viele Reviews geschrieben *sich einen abfreu*
@Enniga-san: Also: Gut, gut, gut, sehr gut, gut, ich versuche es^^, ja Weihnachten >__<,  hau rein :D
@Mizura: Danke :) Ja, das mit Sakura ist für die meisten etwas problematisch, aber im Grunde ist sie doch eigentlich ganz in Ordnung^^
@Seli-chan: ... O.o nichts ist einfacher als schnell zu essen. Loser :D... nee, Scherz xD und Datteln sind toll, sag mal nichts xD Danke, ich finde deine Wortwahl sehr passend :) und du bist echt durchgeknallt, dass du dir so einen Blödsinn wie Niedrig uns Kuhnt reinziehst :D
@Rukia-san: Richtig geraten :) *Keks geb*
@jambydsy: Kein Shonen-Ai? Wie kommst du darauf? O.O ja, Sakura ist sehr sympathisch, ich finde sie auch im richtigen Manga eigentlich ganz in Ordnung. Und ja, Sasuke ist die Hauptperson, und auch wenn ich nicht weiß, was du daran lustig findest, ICH finde das auch lustig xD
@Kahiko: Auch richtig geraten^^ *Kekse nehm* ICH HAB SIE GENOMMEN, OKAY?! xD
@SasuNaru suchti x3: Jaah, endlich^^ ich sollte aber auch mal die anderen Storys anfangen, die da rumgammeln, die sind da ja schon eine Weile länger... die Ideen finde ich so toll, dass ich sie einfach nicht fallen lassen will, aber ich hab einfach keine Zeit >__<
@schwarzePerle: Quatsch mit Soße, das war eine gute Metapher :P du musst wohl noch ein bisschen mit SasuSaku leben, denn das macht ja den eigentlichen Konflikt dieser FF aus :) aber dein Wink mit dem Zaunpfahl wird natürlich zur Kenntnis genommen und... naja, du weiß ja, worüber ich immer schreibe. Ich enttäusche doch nicht meine Leser :D

Hab zwar nicht allen geantwortet, aber ich muss euch wohl nicht dauernd sagen, dass ich euch für eure Reviews ganz doll lieb hab :3 Ihr seid echt süß *-*
Dann viel Spaß beim nächsten Kapitel!
Eure lealoni13



2.Kapitel – Fortschritt und Rückschritt




Der Tag verging vorerst träge, nicht ohne seine Spuren bei Sasuke zu hinterlassen. Mit jeder Minute, oder eher mit jedem Blick, den Naruto Sakura zuwarf, wurde er gereizter. Am Ende der vierten Stunde spielte er ernsthaft mit dem Gedanken, den Neuen in ihrer Klasse mal mit seiner Faust die Meinung zu sagen.

Das war äußerst ungewöhnlich für ihn, denn eigentlich löste er Konflikte, wenn er welche hatte, sonst immer mit Worten, und seine Gewaltbereitschaft erschreckte ihn ein wenig. Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem Naruto die Grenze eindeutig überschritt.

Sie hatten eine kleine Pause. Die fünfte Stunde war gerade um und Sasuke hatte ein kurzes Gespräch mit einer Lehrerin hinter sich, weil sie ihn viermal hatte ansprechen müssen, als sie eine Antwort auf eine ihrer Fragen haben wollte. Das hatte er nicht mitbekommen, weil er natürlich wieder damit beschäftigt gewesen war, Naruto in Gedanken die Pest an den Hals zu wünschen.

Als er sich nun wieder zu seinem Platz begab und gerade einen fragenden Blick von Sakura einfing, die ja keine Ahnung hatte, was mit ihm los war, erhob sich der Blonde. In dem Moment, in dem Sasuke sich wieder auf seinen Platz setzte, lehnte Naruto sich seitlich an den Tisch von Sakura. Sein Oberkörper war jedoch dem Uchiha zugewandt, was diesen eindeutig provozieren sollte.

„Hey“, begrüßte Naruto die Rosahaarige und lächelte sie an. „Du hast sicher schon gehört, wie ich heiße, deswegen muss ich mich ja nicht mehr vorstellen. Deine Name war Sakura, oder?“

Sasuke hatte absichtlich den Kopf abgewandt und blickte mit starrem Blick aus dem Fenster, während er seine Hände so sehr zu Fäusten ballte, dass seine Knöchel weiß hervortraten. Das konnte jedoch niemand außer er selbst sehen. Glücklicherweise, denn vielleicht würde Naruto sich so gewarnt fühlen und hätte eine Gelegenheit, auszuweichen, wenn Sasuke aufspringen und ihm eine verpassen würde.

„Ja, Sakura Haruno“, sagte seine beste Freundin und klang dabei etwas unsicher. Bestimmt fragte sie sich, warum der Dunkelhaarige so unbeteiligt tat und sich weggedreht hatte.

„Ich wollte dich um einen Gefallen bitten“, redete Naruto sogleich drauf los. Sasuke bemühte sich, ruhig zu atmen. Alles okay, sie unterhalten sich einfach nur, das heißt noch gar nichts, versuchte er sich zu beruhigen. „Vorausgesetzt, dass du dieses Wochenende noch nichts vorhast.“ Unbeabsichtigt knackten Sasukes Fingerknöchel laut, doch er war sich nicht sicher, ob einer der beiden Anderen das wahrnahm.

„Oh, tut mir Leid, aber ich hab schon etwas vor“, meinte Sakura in entschuldigendem Ton. Ihre übliche Antwort, wenn sie nichts von einer Anmache hielt. Jetzt würde sich zeigen, ob Naruto wirklich – so wie Sasuke vermutet hatte – einer von der hartnäckigen Sorte war.

„Was denn?“, fragte der Uzumaki auch sofort. Dreist war der Kerl also auch.

„Weiß nicht“, sagte Sakura leichthin. Nanu? Was war das denn für eine Antwort? Fiel ihr gerade nichts ein? Schnell drehte Sasuke sich um, damit er ihr aus der Patsche helfen konnte, doch überrascht registrierte er, dass sie aufgestanden war und sich – er dachte, er hätte Wahnvorstellungen – seitlich auf seinen Schoß setze. Zu allem Überfluss legte sie auch noch die Arme um seinen Nacken und lächelte ihn verführerisch an. „Was machen wir dieses Wochenende, Schatz?“

Für drei Sekunden füllte ein Rauschen Sasukes Ohren und er konnte keinen Muskel rühren. Dann verstand er, dass das ihre Ausrede war, um Naruto abzuwimmeln und sofort spielte er mit. Er legte seine Hände auf ihre Taille, ignorierte wieder alle Blicke um sie herum und sagte: „Ich dachte, wir könnten mal wieder einen DVD-Abend bei mir machen.“ So, dachte er voller Genugtuung. Jetzt lass mal deine Fantasie spielen, Blondi. Was kann man alles an so einem einsamen Abend miteinander machen?

„Super Idee“, freute sich Sakura und – seine Atmung setzte aus – küsste ihn flüchtig auf den Mund. Von weit, weit entfernt glaubte er seine beste Freundin noch zu Naruto sagen zu hören, dass er wohl jemand anderen um den Gefallen bitten musste, doch er konnte sich nicht auf ihre genauen Worte konzentrieren. Zu sehr war er damit beschäftigt, normal aus der Wäsche zu gucken, damit die Fassade für die Umstehenden auch ihre Glaubwürdigkeit behielt.

Er schaffte es, nicht knallrot zu werden, aber sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Sie hatte ihn geküsst. Wenn auch nur kurz, war es wirklich ein Kuss gewesen. Seine Lippen brannten vor Hitze und es war ein Glück, dass seine Hände keine Gelegenheit zum Zittern bekamen, da sie immer noch an Sakuras Taille lagen.

„Oh, ach so“, drang es zu ihm durch und er sah auf. Narutos Gesicht sah nicht direkt enttäuscht aus, eher etwas ratlos. „Ihr beiden seid zusammen?“ Auch wenn er verunsichert aussah, seine Dreistigkeit hatte er offenbar nicht verloren.

„Ja“, strahlte Sakura und klang dabei, als wäre Sasuke die Liebe ihres Lebens. Das versetzte ihm einen kleinen Stich, denn er wünschte sich automatisch, dass dies wirklich so wäre.

„Sasuke Uchiha“, stellte er sich in nicht gerade begeistertem Ton vor und streckte dem Anderen die Hand hin. Besser war, wenn dieser Neue sofort merkte, dass Sasuke nicht der Kumpel-Typ war und ihn dann auch gleich in Ruhe ließ, also zeigte er ihm sein kühles Äußeres.

„Naruto Uzumaki, aber das weißt du ja“, meinte Naruto wieder grinsend und nahm seine Hand.

„Klar, du bist doch der Typ, der gerade meine Freundin anmachen wollte“, sagte Sasuke in höflicher Stimmlage, schenkte seinem Gegenüber aber einen vielsagenden Blick. Obwohl sie sich schon die Hände geschüttelt hatten, ließ er ihn nicht los.

„Äh“, machte Naruto, sein Grinsen geriet etwas ins Wanken und er startete einen schwachen Versuch, seine Hand zurückzubekommen. „Wie kommst du denn darauf?“, fragte er unschuldig. „Ich wollte sie nur bitten, mir mal die Umgebung hier zu zeigen, weil ich mich hier ja nicht auskenne. Das war doch keine Anmache.“

„Sicher“, erwiderte Sasuke in sarkastischem Ton, drückte Narutos Hand nochmal fester als nötig und ließ ihn dann los. „Wie gesagt, du muss wohl jemand anderen fragen, ich verleihe sie ungern.“ Er lächelte Sakura an und strich ihr dabei durchs Haar, wobei sie kicherte. Es war doch erstaunlich, wie einfach es Mädchen fiel, von einer Gesprächspartnerin zu einer einfachen Dekoration zu werden. Das konnte kein Kerl so einfach nachmachen.

„Schon verstanden“, versicherte Naruto ihm mit seinem alten Grinsen und setzte sich wieder auf seinen Platz, da ihr nächster Lehrer gerade zur Tür hereinkam.

Bevor er sie gehen ließ, drückte Sasuke Sakura nochmal kurz an sich, sodass er ihr ins Ohr flüstern konnte. „Vielleicht solltest du mich das nächste Mal warnen, wenn du mich als Ausrede verwendest. Ich war für einen Moment ein bisschen verwirrt.“

„Ich finde, du hast deine Sache eigentlich ganz gut gemacht“, flüsterte sie zurück. „Außerdem müsstest du für so etwas eigentlich vorbereitet sein, schließlich sind wir doch zusammen, oder?“ Sie schenkte ihm ein verschmitztes Lächeln und küsste ihn erneut.

Das war zwar genauso überraschend wie das Mal davor, doch diesmal bekam er es hin, sie festzuhalten, sodass sie es nicht bei einem Zwei-Sekunden-Kuss belassen konnte. Es war zwar immer noch ein kurzer und harmloser Kuss, doch er dauerte zumindest so lange, dass ein-zwei Schüler um sie herum angingen zu pfeifen.

Als Sakura wieder auf ihrem Platz saß, konnte Sasuke sehen, dass Naruto sich gerade nach vorne drehte. Offenbar hatte er sie beobachtet, was wiederum einer der Gründe war, warum der Uchiha den Rest des Schultages unglaublich gute Laune hatte. Das Blondchen war also eifersüchtig, soso. Und Sakura hatte ihn geküsst, zweimal sogar.

Diese positive Wendung in seinem Tag förderte jedoch nicht seine Konzentration. Obwohl er nun nicht mehr Narutos Hinterkopf anstarrte, war er mehr als abgelenkt, doch das hatte auch etwas gutes, denn immer wenn Sakura oder ein Lehrer merkte, dass er sie mal wieder anstarrte, passierte etwas ganz wunderbares.

Also er glaubte auf jeden Fall, dass es wunderbar war, denn es konnte nur etwas gutes sein, wenn die Wangen seiner Sitznachbarin einen rosanen Hauch bekamen. Erstmal wurde die dadurch – falls das überhaupt möglich war – noch hübscher. Und... er wurde die Vermutung nicht los, dass sie dieser zweite Kuss etwas wachgerüttelt hatte. Dass sie für eine Sekunde erahnt hatte, was er fühlte. Und dass sie im Moment in ihrem Kopf die Möglichkeit durchspielte, dass er wirklich in sie verliebt war. Wenn sie dabei rot wurde, konnte es nur das Eine heißen. Das Eine, das Sasuke von ihr hören wollte.

Wie jeden Tag gingen sie beide gemeinsam nach Hause, doch etwas war anders als sonst. Oder eher gesagt war so einiges anders.

Erstmal waren da die Blicke, die ihnen zugeworfen wurden. Sonst schauten die Schüler sie nur leicht interessiert an, manchmal auch etwas eifersüchtig, weil der Beobachter entweder Sasuke oder Sakura anziehend fand und es nicht haben konnte, dass sie die ganze Zeit zusammen waren. Heute allerdings bekamen beide eindeutig feindselige Blicke zu spüren, nur ein ganz paar Leute schienen sich über die Nachricht, dass sie miteinander ausgingen, zu freuen.

Nicht zu vergessen war da auch noch ihr Umgang miteinander. Seit sie sich geküsst hatten, waren sie wortkarger als sonst, denn normalerweise unterhielten sie sich über alles mögliche, wenn sie endlich die Tür der Schule hinter sich hatten. Sakura war nun auch noch ununterbrochen rot im Gesicht und sah in eine andere Richtung. Sasuke schaute die meiste Zeit auf den Boden und fragte sich, ob er nicht vielleicht zu überstürzt gehandelt hatte.

Doch da war noch eine dritte Sache, die den Heimgang ganz anders machte als üblicherweise. Diese Sache war – man konnte es fast nicht glauben – Naruto Uzumaki, der ihnen mit einem entschuldigenden Grinsen und den Worten „Ich muss in dieselbe Richtung“ hinterherlief.

Das brachte Sasuke dann dazu, seine inneren Zweifel über seine Vorgehensweise für den Moment fallen zu lassen, denn die Frage, wo genau ihr neuer, ausgesprochen nerviger Klassenkamerad wohnte, drängte sich in seinem Kopf nach ganz vorne. Sakura musste zwei Straßen vor seinem Haus in eine andere Straße einbiegen und falls Naruto auch dorthin musste, würde Sasuke darauf bestehen, seine Freundin bis vor ihre Tür zu begleiten.

Seine Befürchtungen bewahrheiteten sich jedoch nicht. Als Sakura nämlich Anstalten machte, sich zu verabschieden, sagte er einfach nur „Tschüss“ und wollte offenbar in dieselbe Richtung wie Sasuke weiter. Doch er wartete, als der Uchiha unschlüssig vor der Rosahaarigen stand. Idiot, dachte er grimmig. Wieso muss der auf mich warten, checkt der nicht, dass ich ihn nicht abkann?

„Wir sehen uns dann... morgen?“, fragte Sakura etwas unsicher mit einem Seitenblick auf Naruto. Ihr schien ebenfalls nicht zu gefallen, dass sie einen neugierigen Zuschauer hatten. Außerdem hatte ihr Gesicht einen dunkleren Rotton angenommen.

„Ja“, sagte Sasuke sehr leise, als könnte er so dem Idioten vermitteln, dass er ein wenig Privatsphäre wollte. Doch der Blonde schien die Nachricht nicht zu verstehen und beobachtete sie weiterhin. „Bis dann“, flüsterte er deswegen beinahe, dann nahm er ihr Gesicht zärtlich in die Hände und küsste sie.

Für ein paar Sekunden war Naruto verschwunden. Naja, 'ausgeblendet' würde eher passen. Es gab ihn einfach nicht mehr, genauso wenig wie irgendetwas sonst. Das einzig reale war Sakura, die mit ihren Händen Sasuke Handgelenke umschloss und seinen Kuss tatsächlich erwiderte. Nicht so, als wollte sie irgendwem etwas vorspielen, sondern als hätte sie wirklich das Bedürfnis, ihn zu küssen.

Als sie sich wieder voneinander gelöst hatten, lächelte sie ihm nochmal mit dem bezauberndsten Lächeln an, was es überhaupt geben konnte, winkte Naruto zu und ging. Sasuke schaute ihr noch eine Weile hinterher und wartete darauf, dass sein Herzschlag sich wieder beruhigte.

„Wie lange seid ihr schon zusammen?“, schubste ihn plötzlich eine Stimme von Wolke Sieben. Sofort hatte die Realität ihn wieder und somit war er auch erneut Sasuke Uchiha, kein verliebter Teenie. Also bekam Naruto nur einen verächtlichen Blick von ihm zu spüren, als er an ihm vorbeiging. Doch sogleich war der Neue wieder neben ihm. „Komm schon, das ist 'ne normale Frage.“ Er schien zu wissen, dass Sasuke ihn von Sakura fernhalten und deswegen nicht über sie reden wollte.

„Dann mal für die ganz Langsamen: Ich kann dich nicht leiden“, sagte der Dunkelhaarige, ohne den Anderen anzusehen. Er würde sich doch mit niemandem beschäftigen, der es offensichtlich auf Sakura abgesehen hatte und zudem noch so nervig war, wie ein Käfig voller Affen.

„Weiß ich doch“, meinte Naruto, grinste jedoch, was Sasuke ganz eindeutig klar machte, dass er keine Ahnung hatte, wie wenig er ihn mochte. „Wenn ich sie dir aber ausspannen will, dann spielt der Zeitraum, den ihr schon zusammen seid, eine Rolle.“

Sasuke blieb wie angewurzelt stehen und starrte Naruto an. Selbst nachdem er das gesagt hatte, sah dieser Typ immer noch so aus, als wäre er ein unschuldiger kleiner Junge, der gerade den Verkäufer ganz lieb gefragt hatte, ob er ein Eis haben dürfe. Wenigstens war er auch stehen geblieben und schien auf eine Reaktion zu warten, was schon mal bewies, dass Sasuke sich das eben nicht eingebildet hatte.

„Du weiß aber auch, dass ich gerade vor dir stehe, oder?“, wollte er sich versichern und bekam ein gut gelauntes Nicken von seinem Gegenüber. Das konnte doch nicht wahr sein. Diesem Kerl fehlten eindeutig ein paar Tassen in seinem Schrank. „Erwartest du jetzt von mir, dass ich dich verprügle?“

„Nein, wie kommst du darauf?“, fragte Naruto. „Das hieße dann ja, dass du keine Konkurrenz verträgst und durchaus glaubst, dass ich eine Chance bei Sakura hätte. Oder?“

„Nicht unbedingt“, widersprach Sasuke, der Mühe damit hatte, seine Hände ruhig zu halten. „Das könnte auch einfach heißen, dass ich dich für ein dreistes Arschloch halte und dir eine Lektion erteilen will, damit du dir in Zukunft besser überlegst, was du zu mir sagst.“

„Möglich“, sagte der Uzumaki leichthin und zuckte mit den Schultern. „Aber weil ich nicht denke, dass du mir nonverbal eine verpassen wirst, frage ich einfach nochmal: Wie lange seid ihr schon zusammen?“

Er konnte im ersten Augenblick nicht antworten. Was war das für ein sturer, engstirniger Idiot? Schloss er ernsthaft die Möglichkeit aus, dass Sasuke Gewalt anwenden würde? Wenn ja, dann war er ziemlich dumm, denn der Uchiha war in der Tat kurz davor, Naruto eine blutige Nase zu bescheren.

In diesem Moment fing es an zu schneien. Schnee im November? Obwohl das etwas merkwürdig war, konnte Sasuke sich nur kurz damit beschäftigen, denn er versuchte sich gerade dazu zu bringen, sich einfach umzudrehen und wegzugehen. Aber würde das Naruto nicht vermitteln, dass er wirklich Angst vor einem Konkurrenten hatte?

„Seit heute morgen, kurz vor der ersten Stunde“, sagte Sasuke aus zusammengebissen Zähnen und funkelte den Anderen zornig an. „Da könntest du vielleicht Glück haben, denn das heißt immerhin, dass unsere Beziehung noch nicht sehr fest ist, aber wenn du das denkst, dann irrst du dich. Ach und selbst wenn wir nicht zusammen wären, hättest du keine Chance bei ihr. Vor dem heutigen Tag hat sie jedem einzelnen Kerl einen Korb gegeben, du wärst keine Ausnahme gewesen.“

Naruto schien überrascht zu sein, dass Sasuke so viel erzählt hatte, dann fing er sich jedoch wieder und dachte offenbar nach. „Und wie kommt es, dass du eine Ausnahme bist? Ich meine, du siehst zwar...“ Er musterte ihn von oben bis unten. „.. ganz gut aus, aber du kommst mir wirklich wie ein eiskalter Ignorant vor. Was findet Sakura an dir?“

Na gut, jetzt hatten sie sich wenigstens jeder einmal beleidigt. Sasuke spürte, wie sein Puls sich wieder normalisierte, was wahrscheinlich daran lag, dass Naruto genau das in ihm sah, was er sehen sollte. Der einzige Unterschied zu anderen Leuten war, dass er ziemlich ehrlich zu ihm war, aber im Grunde genommen hatte er deswegen irgendwie etwas von Lee. Der Uchiha schmunzelte bei diesem Gedanken.

„Ich hab gemogelt“, sagte er schlicht und wandte sich wieder zum Gehen. Erneut war Naruto sofort neben ihm und sah ihn jetzt an, als würde er auf mehr warten. Überhaupt, also im Gesamtbild, wirkte er nicht wie jemand, der nicht gut auf Sasuke zu sprechen war. Eher sah es so aus, als würde er sie beide als Kumpels ansehen. „Du schaltest wohl auf Durchzug, wenn jemand sagt, dass er dich nicht leiden kann.“

„Das hab ich schon verstanden, aber das muss ja nicht unbedingt heißen, dass sich das nicht ändern lässt.“ Dieser schlichte Satz brandmarkte Naruto Uzumaki als einen wirklich naiven Optimisten. Er war also nicht nur dreist, idiotisch und dumm, sondern auch noch optimistisch.

„Ich hab gerade gemerkt, dass du ein Mensch bist, mit dem ich nicht mal reden würde, wenn mein Leben davon abhängen würde“, sagte Sasuke genervt und blieb wieder stehen, da sie nun an seiner Haustür angekommen waren. „Also schönes Leben noch.“

„Bevor du mich für immer ignorierst“, rief Naruto ihm noch hinterher. „Wenn du mir nicht sagst, was du mit 'gemogelt' meinst, dann frag ich Sakura und das wäre doch nicht in deinem Sinne, oder?“

Sasuke tat, als hätte er ihn nicht gehört und schloss seelenruhig die Tür auf. Er drehte sich nicht mal mehr zu ihm um und überging auch das, was er meinte als „Ich weiß, wo du wohnst“ zu verstehen. Nachdem er Naruto endlich nicht mehr hören musste, hielt er einen Augenblick inne und atmete ruhig ein und aus. Es war wirklich eine ziemliche Anstrengung gewesen, ihm keine reinzuhauen.

„Auch mal wieder da?“, hörte er aus Richtung Küchentür und drehte sich daraufhin seinem Bruder zu, welcher doch tatsächlich mal wieder eine Küchenschürze trug und ihn aufmerksam musterte.

„Offensichtlich“, brummte Sasuke, streifte seine Schuhe ab und ging zur Treppe. „Was gibt's zu essen?“

„Nudelauflauf.“

Der Jüngere nickte unbestimmt und ging die Treppe hinauf. Sein Bruder hatte aus irgendeinem Grund einen Fimmel für westliches Essen und solche Sachen wie Sashimi oder Tofu fanden wirklich nur selten Platz auf dem Küchentisch oder sonst irgendwo im Haus.

Aber das konnte man wohl auch nicht mehr ändern, denn seit es Itachi möglich war, von zu Hause aus zu arbeiten, probierte er alle möglichen Dinge aus, die sich normalerweise nicht mal handfeste Hausfrauen trauen würden. Er hatte eben zu viel Zeit. Autor sollte man werden...

Nachdem er seine Tasche abgestellt hatte, zog Sasuke sich um, da er keiner von den Verrückten war, die ihre Schuluniform selbst bei sich im Haus trugen. Auch wenn sie fast wie seine Alltagskleidung aussah – schwarze Hose, weißes Hemd, darüber eine schwarze Jacke –, wollte er nicht den ganzen Tag damit rumlaufen.

Kurze Zeit später saß er in der Küche und beäugte die knusprige Käseoberfläche der Nudeln auf seinem Teller. Seine Gabel hatte da kein Durchkommen gehabt, aber wenn man bei stinknormalen Nudeln ein Messer benutzen musste, dann stimmte doch irgendetwas nicht.

„Bevor du irgendwas sagst“, fing Itachi an. „Vergiss nicht, dass ich hier der Geldgeber bin, ja?“ Brav hielt Sasuke den Mund und nahm nun doch sein Messer zur Hand, denn irgendetwas musste er schließlich essen. „War heute in der Schule irgendwas besonderes?“

Nun sahen sie sich in die Augen, sich beide bewusst, worauf diese Frage abzielte, und sich auch darüber im Klaren, dass Sasuke freiwillig nichts erzählen würde, Itachi aber irgendwann gewinnen würde.

„Ja, wir haben jetzt einen Neuen in der Klasse“, fing der Jüngere an und sah wieder auf sein Essen. „Er heißt Naruto, ein paar Mädchen stehen offensichtlich total auf ihn und er ist der größte Idiot, der mir jemals untergekommen ist.“

„Klingt ja nett“, meinte Itachi zuckersüß, was nur allzu deutlich zeigte, dass er nicht das gehört hatte, was er hatte wissen wollen. „Bring ihn doch mal mit nach Hause, dann kannst du ihn mit meinem Essen foltern. Immerhin würdest du dann mal einen richtigen Kumpel haben und nicht dauernd mit Mädchen rumhängen.“

Da kam aber einer schnell zum Punkt. „Ich hab doch eben gesagt, dass ich ihn nicht leiden kann“, wich Sasuke aus, nahm schnell einen Bissen von diesem viel zu zähen Zeugs und kaute eine Weile darauf herum, um sich Zeit zu verschaffen. „Da fallen mir ein Haufen anderer Leute ein, mit denen ich mich lieber beschäftigen würde.“

„Dann tu das doch mal“, forderte Itachi ihn auf. „Wenn Sakura merkt, dass du auch nur ein normaler Kerl mit normalen, männlichen Freunden bist, dann erkennt sie vielleicht, dass du möglicherweise auch-“

„Wieso erzähl ich dir überhaupt noch irgendwas, wenn du dich eh nur unnötig einmischst?“, fragte Sasuke angesäuert. Schön und gut, manchmal musste er seine Gedanken nun mal loswerden und wenn er schon einen Bruder hatte, dann konnte er ihn auch für solche Gelegenheiten 'verwenden', aber dass Itachi nicht wusste, wann es am besten war, den Mund zu halten, war wirklich nervig.

„Ich mische mich nicht ein“, widersprach der Andere stur. „Das nennt man 'jemandem einen nützlichen Rat geben', aber du hast von so was offensichtlich keine Ahnung. Genauso wenig wie von Mädchen.“

Das saß. Beinahe wäre Sasuke aus der Haut gefahren und hätte seinen Bruder angebrüllt, ihm vorgehalten, dass er selbst auch nichts auf die Reihe bekam, wenn es um Frauen ging, aber er riss sich gerade noch zusammen. Tief durchatmen und die Schuld auf Naruto schieben, sagte er sich. Ja, das war wirklich alles die Schuld von diesem Idioten, nur wegen ihm war er jetzt so leicht reizbar.

„Na gut“, sagte er betont ruhig. „Du hörst auf, mir irgendwelche Ratschläge zu geben und ich erzähl dir, wie ahnungslos ich heute auf dem Gebiet 'Mädchen' war, okay?“ Itachi nickte und grinste, als erwartete er, etwas vorgelogen zu bekommen. „Hör auf, so blöd zu grinsen, du Geldgeber“, leitete Sasuke seine Erzählung ein, doch sein Bruder zog nur eine Augenbraue hoch.

Ja, sie waren wirklich keine 0-8-15-Familie. Keine Eltern, keine Ich-hab-dich-lieb-Bekundungen, dafür ein großer Bruder, der des öfteren so tat, als wäre er eine Mutter, und ein jugendlicher, meist verschlossener, kleiner Bruder, wobei das wohl noch das Normalste war. Aber wenigstens verstanden sie sich halbwegs, wenn keiner von ihnen mal wieder auf einem Egotrip war.

Während Sasuke erzählte, was heute alles passiert war, und dabei ab und zu wegen der Gesichtsausdrücke seines Bruders grinste, fragte er sich, ob es besser ging. Eigentlich war seine Familie vollkommen perfekt, daran zweifelte er nur manchmal, wenn er sich mit Itachi gestritten hatte. Aber Eltern fehlten ihm nie. Fast nie...

„Hm...“, machte der Ältere nachdenklich, als Sasuke geendet hatte. Das nutzte dieser als Gelegenheit, um endlich was zu essen, auch wenn er immer noch nicht sehr begeistert davon war. „Das ist... eigentlich ein ganz guter Plan“, meinte Itachi dann überraschenderweise. „Frauen muss man immer erst zeigen, dass sie etwas wollen, bevor sie es wirklich wollen. Aber dieser Naruto-“

„Ist ein Idiot“, sagte Sasuke mit vollem Mund.

„Glaub ich nicht“, erwiderte Itachi nachdenklich. „Dass er dir so offen sagt, dass er dir Sakura ausspannen will, ist schon mal ziemlich selbstsicher von ihm, weswegen ich denke, dass er es ernst meint. Und eigentlich bist du ja nicht wirklich mit ihr zusammen, also hat er doch schon eine reale Chance...“

Sasuke zog die Augenbrauen hoch und schluckte seinen letzten Bissen Auflauf runter. „Soll ich vielleicht ein Foto von Sakuras Gesicht machen, wenn ich sie küsse? Glaub mir, ich bin im Moment der Einzige, der sie interessiert.“ Bei diesem Gedanken musste er automatisch grinsen.

„Im Moment“, wiederholte Itachi, stand auf und räumte die Teller ab. „Du tätest gut daran, sie ein bisschen von Naruto fernzuhalten, Frauen sind flatterhaft und-“

„Sagte ich nicht, dass du aufhören sollst, mir Moralpredigten und Vorträge zu halten?“, wollte Sasuke wissen, war aber nicht wirklich wütend, auch wenn er ein wenig so klang. „Außerdem ist Sakura sowieso anders als jede Frau, die du kennst. Sie lässt sich nicht einfach so auf jemanden ein.“

„Jaja“, murmelte Itachi zerstreut und ließ Wasser ins Spülbecken. Es war klar, dass er sein Versprechen innerhalb der nächsten zehn Minuten wieder vergessen haben würde. „Aber wo ich gerade von Frauen spreche: Ich hab heute Abend eine Verabredung.“

Zuerst hielt Sasuke das für einen Witz und starrte seinen Bruder ungläubig an, doch dann dämmerte ihm, dass er es ernst meinen musste, denn über so etwas machte Itachi selten Witze. Generell vermied er es, unernst zu sein, doch Sasuke konnte nun nicht anders, als breit zu grinsen.

„Ach ja? Mit deiner Steuerberaterin, oder was?“

„Nein, eine richtige Verabredung, du Witzbold“, antwortete Itachi leicht genervt. „Ich würde ja sagen, dass du sie sogar kennst, aber da du dich ja keinen Deut für die Klassenkameraden interessierst, die nicht Sakura heißen, würde ich wohl falsch liegen.“

„Äh“, machte Sasuke perplex. „Du... gehst mit einer aus meiner Klasse aus? Du musst echt verzweifelt sein.“ Prompt bekam er das Küchentuch in Gesicht.

„Sehr lustig, wirklich“, giftete Itachi. „Ist ja auch nicht so, dass die Mädchen aus deiner Klasse alle noch minderjährig sind oder so. Neiiiin, überhaupt nicht.“ Ein paar Sekunden schrubbte er das Geschirr ziemlich brutal, doch da Sasuke still auf eine richtige Antwort wartete, beruhigte er sich bald wieder. „Es ist die ältere Schwester von einem Jungen aus deiner Klasse. Ich glaube, er heißt Kibi... oder Kiba oder so ähnlich.“

„Woher kennst du denn seine Schwester?“, wollte der Andere wissen, stellte sich neben ihn und trocknete das saubere Geschirr ab.

„Elternabend“, meinte Itachi schulterzuckend. „Seine Mutter scheint da nicht so hinterher zu sein, deswegen geht Hana immer für ihn hin.“

Eine Weile unterhielt sie sich noch über dieses Thema, Sasuke vermied es jedoch, seine weniger guten Vorahnungen bezüglich des Treffens auszusprechen. Itachi und Dates... das war noch nie gut gegangen. Wenn Hana Glück hatte, machte er nur sich selbst lächerlich und nicht sie.

Später am Abend saß er an seinem Schreibtisch und surfte gelangweilt im Internet. Seine Hausaufgaben hatte er erledigt und heute hatte er nichts weiter vor. In etwa einer Stunde würde sein Bruder in sein Zimmer kommen und ihn fragen, ob er 'so gehen konnte'. Und Sasuke würde sagen, dass er gut aussähe, was ja auch stimmte. Itachi sah selbst dann gut aus, wenn er in Lumpen herumlaufen würde, da war er sich sicher. Dummerweise war sein großer Bruder sich seinen guten Aussehens nicht bewusst, weswegen er Sasuke oft um Rat fragte.

Kurzerhand stand er auf, suchte seine Laufsachen zusammen und schrieb seinem Bruder einen Zettel. Darauf stand:

Bin eine Stunde joggen, viel Spaß bei deiner Verabredung.
Sasuke
P.S.: Ach ja, du siehst übrigens super aus.

Nachdem er sich wieder umgezogen hatte, schnappte er sich seinen Ipod und klebte den Zettel an seine Tür, sodass Itachi ihn sofort sehen würde, wenn er kam, um ihn nach seiner Meinung zu fragen. Schnell war er durch die Haustür veschwunden, damit er seinem Bruder nicht nochmal über den Weg lief und mit solchen Sachen wie 'Es ist doch aber so kalt' aufgehalten werden konnte.

Naja... kalt war es wirklich, aber nur die ersten fünf Minuten, dann hatte er sich warmgelaufen. Glücklicherweise schneite es nicht mehr und nur ein ganz dünner Film Schnee lag auf den Straßen und Dächern, an manchen Stellen war er sogar schon wieder geschmolzen. Dafür wurde es ziemlich rasch dunkel.

Während er den Gehweg entlanglief und Laternen passierte, die sich langsam einschalteten, machte er sich einen Plan für die Woche, damit er am nächsten Abend nicht wieder in seinem Zimmer saß und sich fragte, was er machen sollte.

Also, heute war Montag. Wenn er wieder nach Hause kam, würde er wahrscheinlich nur noch duschen und ein bisschen Fernsehen. Morgen und Donnerstag hätte er Fußballtraining – der einzige Sport, der ihm halbwegs zusagte – und am Samstag war ein Spiel. Freitagabend würde er voraussichtlich mit Sakura DVDs gucken, blieben also noch Mittwoch und Sonntag.

In Gedanken dabei, dass er vielleicht ein bisschen für die Geschichtsklausur lernen sollte, die nächste Woche anstand, schweifte sein Blick vom Weg ab. Die meisten Fenster der Häuser um ihn herum waren bereits hell erleuchtet und ohne es richtig zu merken, begann er, die sichtbaren Leute zu beobachten.

Ein paar Kinder tobten gerade übermütig auf einem Esstisch, ein offensichtlich alleinstehender Mann starrte lustlos auf seine Singleportion, eine übereifrige Frau schmückte ihr Wohnzimmerfenster schon mit weihnachtlichen Teelichtern, ein blonder Junge starrte ins Leere...

Unabsichtlich blieb Sasuke stehen und beobachtete eines der oberen Fenster eines schönen, zweistöckigen Hauses. Es sah dem, in dem er selbst wohnte, gar nicht so unähnlich. Was ihn allerdings mehr interessierte, war das Gesicht des Jungen, der am Fenster stand, offenbar in keine bestimmte Richtung schaute und nicht sehr glücklich aussah.

Wie merkwürdig. Heute hatte er eigentlich den Eindruck gewonnen, dass Naruto einer jenen Personen war, die nie aufhören konnten, zu grinsen. Doch da stand er, seine Mundwinkel zeigten auf keinen Fall nach oben und er machte eines der betrübtesten Gesichter, die Sasuke je gesehen hatte.

Schnell erregte jedoch ein Fenster im Erdgeschoss seine Aufmerksamkeit. Dass sein neuer, nerviger Klassenkamerad hier wohnte, war für ihn ziemlich klar, aber es fiel ihm ziemlich schwer, zu glauben, dass das seine Eltern waren.

Sie sahen beide relativ jung aus, fast so jung wie Itachi. Sie hatte tiefblaue, er hellorange Haare. Beide waren im Gesicht gepierct, auch wenn es bei dem Mann eindeutig extremer war. Dafür trug die Frau eine merkwürdige Papierblume im Haar und hatte sehr dunkel geschminkte Augen. Auch wenn Sasuke es nicht hören konnte, zu sehen war es überdeutlich: Die Beiden stritten, dass die Wände wackelten.

Sofort schaute er wieder hoch. Hatte Naruto eben nicht...? Ja, er hatte sich nicht geirrt. Der Blonde hielt sich tatsächlich die Ohren zu. Wenn man nicht wusste, dass sich seine vermeintlichen Eltern – Sasuke konnte sich nicht vorstellen, wer die Beiden sonst sein sollten – sich gerade ankeiften, hätte man das nicht unbedingt als Ohren zuhalten deuten müssen, doch in Anbetracht der Lage, war der Uchiha sich sicher, dass er den Streit ausblenden wollte.

Das Bedürfnis, sich umzudrehen und weiterzulaufen, ergriff Sasuke mit einem heftigen, plötzlichen Schlag. Er wollte unbedingt weg. Sich in anderer Leute Angelegenheiten einzumischen, war noch nie etwas für ihn gewesen und allein schon, davon zu hören, von ihnen zu wissen, war ihm nicht sehr geheuer. Außerdem mochte er Naruto ja nicht mal.

Gerade wollte er sich davonmachen, da sah der Uzumaki ihm direkt ins Gesicht. Dieser Blick hatte mehr Wirkung als ein Tacker, der Sasukes Füße in den kalten Boden tackerte. Er war wie festgewurzelt. Es wirkte wie eine Ewigkeit, doch eigentlich war es nur eine Sekunde, die er eindeutige Trauer in Narutos Augen sah, dann lächelte er plötzlich und winkte ihm zu.

Ehe er wusste, was er tat, winkte Sasuke zurück. Zaghaft und auch ohne ein Lächeln, wodurch der Andere verstehen musste, dass er das mit dem Streit mitbekommen hatte, doch er behielt seinen fröhlichen Gesichtsausdruck hartnäckig bei. Er grinste sogar richtig, als der Dunkelhaarige winkte.

Hastig drehte Sasuke sich um und lief weiter. Jetzt joggte er nicht mehr, sondern rannte, sodass er fast den erneut einsetzenden Schneefall nicht bemerkte und ziemlich bald wieder bei sich zu Hause war. Trotzdem war Itachi schon weg. Zum Glück. Er wollte jetzt mit niemandem reden, denn er war viel zu wütend, um ein ordentliches Gespräch führen zu können.

Am naheliegendstens wäre ja, dass er auf Narutos Eltern wütend war, denn immerhin sorgten sie mit ihrem Streiten dafür, dass ihr Sohn traurig war. Vielleicht hätte er auch auf seinen Klassenkameraden selbst sauer sein können, da er sich mit seinem Grinsen und Winken wieder so verhalten hatte, als wären sie befreundet. Und auch so, als würde er die Situation so einfach überspielen, beschönigen können.

Doch beides traf nicht zu. Oder zumindest nicht hauptsächlich. Sasuke war am allermeisten auf sich selbst wütend, denn er hatte doch tatsächlich Mitleid mit diesem Idioten. Das wäre eigentlich nicht besonders schlimm, doch so wie er sich jetzt fühlte, war er sich nicht sicher, ob er in der Lage wäre, Naruto eine reinzuhauen. Vielleicht konnte er es selbst dann nicht, wenn er Sakura wieder anbaggerte...

Oh ja, er war wirklich sehr wütend.








Anmerkung: Tja... so ist das eben. Frohes Neues euch allen, hoffentlich habt ihr schön gefeiert und habt jetzt alle einen Kater >:3 ähm... ich meine... alle unter 16: Wehe ihr habt einen Kater! xD ach und wenn ihr unter 16 seid, dann solltet ihr ja eigentlich das hier auch nicht lesen... hm... Bredouille :D
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