Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Snow

von lealoni13
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sasuke Uchiha
21.12.2008
21.10.2009
10
63.644
6
Alle Kapitel
91 Reviews
Dieses Kapitel
17 Reviews
 
 
21.12.2008 4.985
 
Also dann geht’s mal los mit meiner nächsten FF^^

Anime/Manga: Naruto
Genre: Romanze (vielleicht auch Humor, falls ihr mich auslachen wollt)
Pairing: Ihr dürft raten... ehrlich, das ist wirklich nicht schwer...
Achtung: AU (Alternative Universe, ergo keine Ninjas) und eventuell auch ooc. Ich bin wirklich bemüht, das in Grenzen zu halten, aber ich bin nun mal nicht Kishimoto himself...
Disclaimer: Nichts mir, alles Kishimoto, kein Schotta etc. etc.
Claimer: Ich würde hier gerne wieder mein krankes Gehirn vermerken, aber ich glaub, irgendwann wird das langweilig. Also, um's kurz zu machen: Meine Idee *stolz sei*

Kurzbeschreibung: Sasuke und Sakura sind schon lange beste Freunde, doch er empfindet mehr für sie, als er wahr haben will. Gerade als sie diese vagen Gefühle zu erwidern scheint, taucht Naruto auf und mischt alle Karten neu. Mit 'alle' sind auch wirklich ALLE Karten gemeint. Die beiden besten Freunde sind in ihren Gefühlen mehr als verwirrt und Naruto scheint von alledem keine Ahnung zu haben.

Ja, das wäre dann ungefähr das, was ich euch mitteilen wollte. Aber vielleicht nochmal das Thema Lemons: Ich denke diesmal wirklich nicht, dass das angebracht ist. Meine Vorsätze halte ich zwar nicht immer ein, aber diesmal versuche ich es wirklich ohne Lemon zu schreiben. Muss auch nicht immer sein, irgendwann wird das abgedroschen... Sorry =P

So, dann mal viel Spaß beim ersten Kapitel (diesmal spare ich mir den Prolog und steig einfach mal so ein)
Eure lealoni13



Snow


1.Kapitel – Schuld und Unschuld




Wie konnte man es am besten beschreiben? Es war ihm peinlich? Nein, was war daran schon peinlich, für einen Jungen in seinem Alter war das doch normal. Vielleicht doch eher deplatziert? Aber wie konnte man sich bei so einer Sache deplatziert fühlen, es war doch eigentlich vollkommen natürlich. Dann waren es vermutlich Schuldgefühle.

Ja, das war es definitiv. Er, Sasuke Uchiha, fühlte sich so richtig schuldig. Sich im Badezimmerspiegel betrachtend überlegte er, ob er sich selbst und vielleicht noch so einigen anderen Personen einen Gefallen tun und heute zu Hause bleiben sollte. Oder gleich für den Rest seines Lebens.

Vor sich hingrummelnd steckte er sich seine Zahnbürste in den Mund und ging im Bad auf und ab, wobei er sich fragte, was für eine Ausrede er erfinden könnte, um nicht zur Schule gehen zu müssen. Welche Krankheit war möglichst wenig nachzuweisen, fesselte ihn aber doch ans Bett?

Nachdem er sich angezogen und seine Tasche genommen hatte, betrachtete er sich nochmal im Spiegel. Er sah vollkommen gesund aus, Itachi würde ihm nie im Leben abnehmen, dass er irgendetwas hatte, was ihn davon abhalten würde, seinem schlimmsten Alptraum zu begegnen.

Naja... eigentlich war sie ja nicht wirklich so etwas in der Art. Genau genommen fand er sie, je mehr er an sie dachte, immer traumfrauenhafter und nicht im entferntesten alptraumhaft. Trotzdem waren da diese verdammten Schuldgefühle.

Beim Frühstück achtete Sasuke nicht sonderlich auf seine Umgebung, was aber auch ziemlich egal war, denn sein Bruder hatte sich sowieso hinter der Morgenzeitung versteckt. Sonst war die Küche leer und niemand störte ihn dabei, seinen schwarzen Tee zu trinken und sich Gedanken zu machen.

Seit geraumer Zeit machte er sich diese besagten Gedanken. Es war doch wirklich zum Verrücktwerden. Vor etwas mehr als drei Jahren hatte sich ein schüchternes, rosahaariges Mädchen dazu überwunden, ihm seine Liebe zu gestehen und er hatte ihr einfach einen Korb gegeben. Wie hatte er nur so blöd sein können? Naja, wer ahnte auch schon, dass er und Sakura kurze Zeit später die besten Freunde sein würden und er erst jetzt herausfinden sollte, dass er in sie verliebt war?

Nein, das hatte wirklich niemand kommen sehen, Sasuke am allerwenigsten. Damals, im zarten Alter von 14, hatte er sich für ziemlich wenige Dinge interessiert und Mädchen hatten nun mal überhaupt nicht dazugehört. Doch nun, wo er 17 Jahre alt war, konnte er nicht umhin zu bemerken, dass er auch nur ein gewöhnlicher, hormonengesteuerter Teenager war. Und auch noch einer, der sich in seine beste Freundin verliebt hatte.

Sakura hatte, soweit Sasuke wusste – und er wusste eine Menge über sie –, seit seinem damaligen, nicht allzu freundlichen Ich finde Mädchen uninteressant kein ernsthaftes Interesse an irgendeinem Typen gezeigt und es wäre mehr als ironisch, wenn ihr erster richtiger Freund der Kerl war, der eines fernen Tages ihr noch so junges Herz gebrochen hatte und danach auch noch so dreist gewesen war, ihr bester Freund zu werden.

„Hör auf zu jammern“, kam es plötzlich von Itachi, der offenbar durch Zeitungen hindurchsehen konnte und Sasukes niedergeschlagene Miene erfasst hatte.

„Lass mich in Ruhe“, sagte der Jüngere der beiden Brüder. „Ich leide.“ Damit drehte er sich auf seinem Stuhl um, sodass der Andere – falls er wirklich einen Röntgenblick hatte – nur seinen Rücken würde sehen können.

Er hörte die Zeitung rascheln und glaubte, Itachi würde sie zur Seite legen, um mal wieder ein Männergespräch, wie er es nannte, zu führen. Doch zwei Sekunden später traf Sasuke die zusammengerollte Zeitung auf den Kopf.

„AU!“, rief er empört (aber übertriebenerweise) und drehte sich wieder zum Tisch um. „Wofür war das?“

„Dafür, dass du so mit deinem Vormund sprichst“, meinte Itachi schlicht, wirkte jedoch nicht sehr ernstzunehmend, da er etwas grinste. „Und außerdem...“ Wieder verschwand er hinter der Zeitung. „Hör endlich auf zu jammern.“

Sasuke stand auf und ging wortlos aus der Küche. Er hasste es, wenn sein Bruder mal wieder Autoritätsperson spielte, weswegen er sich lieber verzog, um keinen Streit anzufangen. Doch irgendwie hatte er jetzt auch ein bisschen bessere Laune. Sonst wechselten Itachi und er eigentlich nie Worte beim Frühstück und auch generell waren sie nicht die Sorte Familie, die sich ihre Liebe gegenüber einander übermäßig zeigte.

Er nahm seine Schultasche, die er am Fuße der Treppe abgestellt hatte und zog seine Schuhe an. Mit einem Blick auf die Uhr stellte er fest, dass er sich nicht zu beeilen brauchte. „Bis nachher“, sagte er in Richtung Küchentür und bekam als Antwort ein undefinierbares Brummen, was aber eigentlich schon reichte. Dann verließ er das Haus. Zwei Sekunden später kam er wieder rein und zog sich seine Jacke und einen Schal über.

Dass es Ende November war, hatte er völlig vergessen. Aber das war ja auch relativ normal, angesichts der Tatsache, dass er mit viel wichtigeren Dingen beschäftigt war. Sakura. Dieser Frau konnte nichts und niemand die Nummer Eins in seinem Kopf streitig machen. Eigentlich war sie auch die Nummer Eins in seinem Herzen, doch erstens war es irgendwie bescheuert, so etwas zu denken und zweitens versuchte er sich gerade einzureden, dass er sich irgendwie von ihre... entlieben musste.

Wie sie reagieren würde, wenn sie erführe, dass Sasuke sich Jahre zu spät doch noch für sie interessierte, wollte er sich gar nicht ausmalen. Seine beste Freundin war nämlich im Wrestling-Team der Schule. Nein, sie sollte es wirklich nicht erfahren.

„Hallo!“, sprach ihn eine allzu bekannte Stimme von hinten an und Sasuke hatte Mühe damit, vor Schreck nicht zusammenzuzucken. So war er nun mal, niemand konnte ihn aus der Fassung bringen. Die meisten seiner Klassenkameraden hielten ihn für den Eisberg, der die Titanic zu Fall brachte und er hatte rein gar nichts gegen diesen Eindruck, solange sie ihm nur nicht auf die Nerven gingen. Auch Sakura gegenüber war er meistens so und sie störte seine Fassade nicht sonderlich, doch wusste sie, dass er durchaus anders sein konnte, wenn er es zuließ.

„Hey, Zwerg“, begrüßte er sie, wofür er sich einen kleinen Rippenstoß einfing, bevor sie ihn kurz umarmte. Sie sah so wunderschön aus wie immer, hatte einen roten Wintermantel an und trug eine dazu passende Mütze auf ihrem Kopf. Ihre langen, rosa Haare schauten in einem geflochtenen Zopf darunter hervor und ihre grünen Augen strahlten ihn an.

„Ich hab dich schon von der Ecke aus gerufen, aber du bist nicht stehen geblieben“, sagte sie ein wenig verwundert und ging neben ihm her die Straße entlang. „Hast du mich wirklich nicht gehört oder wolltest du mich mal wieder einfach nur ärgern?“ Sasuke machte das Gesicht eines Unschuldslamms. „Oder warst du wieder in Gedanken?“ Sie schenkte ihm einen amüsierten Blick.

„Vielleicht“, murmelte der Dunkelhaarige und wandte seinen Blick von ihr ab. In letzter Zeit war er so oft in genau diesen Gedanken gewesen, dass Sakura irgendwann angefangen hatte zu fragen, was mit ihm los war. Er hatte daraufhin aber einfach nur gesagt, dass er über etwas wichtiges nachdenken müsste und seitdem versuchte sie zu erraten, was das war.

„Heute morgen hatte ich einen Geistesblitz“, teilte sie ihm grinsend mit und klang dabei als hätte sie ein Mittel erfunden, um die Schule abzuschaffen. „Es geht dir um mein Weihnachtsgeschenk, hab ich recht?“ Sie sah ihn strahlend an.

„Nein“, antwortete Sasuke tonlos und ihre Mundwinkel wanderte zwei Zentimeter nach unten. „Das hab ich schon“, erklärte er deshalb und Sakuras Sonne schien sofort wieder aufzugehen. Ein paar Minuten versuchte sie herauszubekommen, was er ihr schenken würde, doch er schwieg zu jedem Vorschlag, obwohl sie nicht mal nah dran war.

Als die Schule langsam in Sicht kam, rieb sie sich auf einmal das Kinn als wäre sie ein alter Mann. „Okay, ich geb's auf. Aber immerhin gibt's da ja noch andere Rätsel zu lösen.“ Sie murmelte etwas in ihren nicht vorhandenen Bart und Sasuke meinte die Worte 'Hilf, Sherlock' zu verstehen. Krampfhaft versuchte er ein Lachen zu unterdrücken.

Ach ja, die kleine Sakura Haruno... Sie war wirklich viel zu süß, hübsch, humorvoll, aufgeweckt und intelligent für diese Welt. Wäre es doch nur das gewesen... Hinzu kam, dass ihr auffallend viele Jungs Blicke zuwarfen, die sie zwar alle gekonnt ignorierte, Sasuke jedoch fuchsteufelswild machten. Und natürlich gab es auch regelmäßig Gerüchte darüber, dass sie beide insgeheim ein Paar waren, was eine Menge Leute dazu brachte, sie anzustarren oder ihnen vorlaute Fragen zu stellen. Naja... eher Sakura. Sasuke hatte glücklicherweise genug Talent zum Einschüchtern, dass ihm solche Dinge selten passierten.

Ein paar weitere Vorschläge folgten, doch der Uchiha verneinte alles, was seiner besten Freundin jedoch nicht den Spaß am Raten nahm. Ganz im Gegenteil, sie schien es sogar immer lustiger zu finden und als sie schließlich anfing, solche Sachen wie Denkst du darüber nach, dir die Haare grün zu färben? zu fragen, hörte er auf, irgendwas auf ihren Blödsinn zu erwidern. Merkwürdigerweise war sie auch durch einfaches Schweigen glücklich zu machen und riet fröhlich weiter.

Gerade gingen sie durch die Vordertür der Schule, da fielen Sasuke zwei Mädchen auf, die aussahen, als wären sie eine Stufe unter ihnen. Normalerweise schenkte er weiblichen Geschöpfen, die nicht Sakura hießen, nicht mal einen Blick, doch diese Beiden ergatterten augenblicklich seine Aufmerksamkeit, denn sie starrten ihn und seine beste Freundin unverhohlen neugierig an und tuschelten hinter vorgehaltenen Händen miteinander. Das Ganze war so offensichtlich, dass es fast wehtat.

„Sakura?“, fragte Sasuke und blieb stehen, immer noch im Blickfeld der beiden Mädchen. Sie sah auf, offenbar verwirrt, ob er jetzt zugeben würde, dass er wirklich darüber nachdachte, sich das Peace-Zeichen auf die Stirn tätowieren zu lassen (ihr letzter Vorschlag). „Könntest du mir einen Gefallen tun?“ Das war zwar eine blöde Idee, aber... er konnte einfach nicht anders.

„Sicher“, meinte sie, nach wie vor etwas verwundert. „Was denn für einen?“

„Sieh bitte nicht allzu überrascht aus“, sagte er schlicht. Sakura zog nachdenklich die Augenbrauen zusammen, doch als Sasuke die Arme um sie legte und an sich zog, bekam sie es tatsächlich hin, relativ neutral aus der Wäsche zu gucken. Kurz sah sie sich um, grinste, dann erwiderte sie die Umarmung.

„Findest du diese Gerüchte wirklich so lustig, dass du ihnen auch noch Beweismaterial geben musst?“, kicherte sie und beobachtete offenbar aus den Augenwinkeln, genau wie Sasuke, wie die Mädchen große Augen bekamen und noch wilder anfingen zu diskutieren.

„Überhaupt nicht“, widersprach er, denn in Wahrheit nervte ihn das Gerede. „Aber vielleicht würden die endlich aufhören über uns zu reden, wenn wir wirklich mal miteinander ausgehen. Ich finde, das ist ein Versuch wert.“ Beinahe bis er sich auf die Zunge. Seine Gedanken gingen echt mit ihm durch, jetzt bat er Sakura doch tatsächlich um ein Date.

„Ist das dein Ernst?“, fragte sie und sah zu ihm hoch. Sasuke konnte ihren Gesichtsausdruck nicht recht deuten. Es war nicht direkt misstrauisch, belustigt aber auch nicht.

„Natürlich“, antwortete er sofort. Er war nun mal Sasuke Uchiha und der nahm nichts zurück, egal wie unangenehm es werden konnte. Wie üblich hatte er auch seine desinteressierte Miene aufgesetzt und sah in eine andere Richtung, als wäre ihm das hier wirklich ziemlich egal. Doch innerlich hoffte er, dass Sakura sein rasendes Herz nicht durch seine und ihre Jacke spüren konnte, denn sie umarmten sich immer noch.

„Hmm“, machte sie eine Weile nachdenklich, als wollte sie ihn foltern, doch schließlich sagte sie: „Ich denke auch, dass das ein Versuch wert ist. Über andere Paare reden diese Klatschtanten auch nicht mehr, wenn sie dann mal richtig zusammen sind und miteinander ausgehen.“ Sasuke atmete kaum merklich aus und lächelte ein wenig. „Du weißt aber schon, was du dir damit eingehandelt hast, oder?“, fragte Sakura, ließ ihn los und ging mit ihm in Richtung ihres Klassenzimmers. „Jetzt musst du so tun als wärst du doch ein Mensch, der in der Lage ist, sich zu verlieben. Meinst du, du bekommst das hin?“ Sie lachte.

„Doch...“, fing Sasuke zaghaft an, dann er sah auf den Fußboden. Das war dazu da, um nicht Sakura ansehen zu müssen, denn er wusste ganz genau, er war drauf und dran, noch etwas anderes zu sagen. Immer wenn er seine beste Freundin in letzter Zeit sah, rutschten ihm Dinge heraus, die er eigentlich für sich behalten sollte. Also durfte er sie jetzt auf keinen Fall ansehen.

„Ist irgendwas?“, fragte Sakura plötzlich, als hätte sie gespürt, dass da noch etwas anderes wäre. Und dann machte sie den Fehler, Sasuke bei den Schultern zu packen und ihn zu sich herumzudrehen. Nun sahen sie sich geradewegs ins Gesicht, sie etwas fragend, er ziemlich irritiert.

„Ähm“, machte der Uchiha und versuchte sich zurückzuhalten, aber diese wunderbaren hellgrünen Augen durchschauten ihn doch sowieso in diesem Moment. Wieso sollte er es dann nicht sofort sagen? „Eigentlich bin ich doch eh schon in dich verliebt.“ Es gab Augenblicke, da wollte man sich irgendwie den eigenen Kiefer brechen. „Ich meine“, versuchte er es zu retten. „Du bist die Einzige, mit der ich hier überhaupt rede, also kann man schlussfolgern, dass ich ohnehin mehr für dich empfinde, als für irgendwen sonst.“ Er sollte lieber seinen Mund halten, so machte er das Ganze nur schlimmer.

Sakura hatte eine Augenbraue hochgezogen und sah gerade ganz danach aus, als würde sich nicht vorhaben, ihn ernst zu nehmen. Sasuke hoffte inständig auf diesen Umstand und versuchte ein Grinsen, was es noch glaubhafter als Scherz dargestellt hätte, doch er hatte das Gefühl, dass sein Gesicht eher einer von sich selbst entsetzten Maske glich.

„Das wusste ich doch schon“, sagte Sakura dann plötzlich lächelnd, stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn auf die Wange. Es ist unmännlich, mitten in der Schule in Ohnmacht zu fallen, sagte er sich eindringlich und machte lieber eine überraschte Miene. Diesmal hörte sein Gesicht glücklicherweise auf die Instruktionen seines Gehirns. „Das ist wahrscheinlich auch der Grund für die Meisten, uns für ein Paar zu halten.“ Sie ließ ihn wieder los und öffnete die Tür zu ihrem Klassenzimmer.

Er folgte ihr hinein, hoffend, dass man ihm nicht ansah, wie nahe er an einem Ohnmachtsanfall vorbeigeschlittert war. „Was meinst du denn nun schon wieder damit?“, wollte er wissen.

„Ich meine, dass wir so aussehen wie ein Paar, weil du dich mit keiner anderen Person so sehr beschäftigst, wie mit mir“, führte Sakura ihren Gedanken aus und legte ihre Schultasche auf ihren Tisch. „Naja... vielleicht bin ich auch ein bisschen daran schuld, wenn ich immer jeden Kerl abblitzen lasse.“

Wie aufs Stichwort stand auf einmal Lee, einer ihrer Klassenkameraden, neben ihr. Wie jeden Morgen.

„Hallo, Sakura“, begrüßte er sie mit einem strahlenden Lächeln, wollte aber offenbar nicht darauf warten, dass sie ihm ebenfalls Hallo sagte, da er erneut zum Sprechen ansetzte.

„Gute Morgen, Lee“, unterbrach sie ihn jedoch schon im Voraus. „Am Wochenende habe ich eine Verabredung.“ Er machte wieder den Mund auf, doch- „Und nächstes Wochenende auch und überhaupt habe ich ziemlich viel zu tun, du entschuldigst?“ Und schon ging sie an ihm vorbei zu ihrer Freundin Ino.

Wahrscheinlich wusste nur Sasuke, dass sie eigentlich nichts mit der Blondine zu besprechen hatte, sondern das nur machte, um Lee abzuschütteln. Das war aber auch ihre höflichste Abservierung, der Uchiha hatte schon Kerle gesehen, die zu hartnäckig gewesen waren. Ja, da kam die Wrestlerin in ihr zum Vorschein. Aber das Gute daran war, dass besagte Typen es daraufhin niemals wieder bei ihr versuchten.

Lee sah ihr kurz hinterher, dann wandte er sich Sasuke zu, der an dem Tisch neben dem Sakuras Platz genommen hatte. Dummerweise gab es gewisse Leute, die von seiner Aura – oder was auch immer es war – nicht so sehr eingeschüchtert waren, wie sie eigentlich sollten. Lee war einer davon.

„Das war jetzt ein Korb, oder?“, wollte er sich versichern und deutete mit dem Daumen hinter sich. Sasuke zuckte mit den Schultern. Wozu brauchte dieser Kerl auch seine Bestätigung? „Naja, aber wenigstens hat sie keinen Freund, ich kann es also weiterhin versuchen.“ Er grinste, als würde er sich auf diese sinnlose Schlacht freuen, doch dem Dunkelhaarigen war überhaupt nicht nach Grinsen.

„Sie hat einen Freund“, sagte er toternst. Trotz dieser Stimmlage schaffte Lee es einige Sekunden, sein gut gelauntes Gesicht beizubehalten, da er das offenbar als Witz abtat, dann schaute er Sasuke ins Gesicht und runzelte leicht die Stirn.

„Ach ja?“, fragte er in unsicherem Ton. „Seit wann denn? Davon hab ich noch gar nichts gehört.“

„Ich nehme an, dass sie es nicht an die große Glocke hängen wollte“, meinte Sasuke leichthin und schaute auf seine Uhr. „Sie ist seit.... ungefähr fünf Minuten mit ihm zusammen.“ Nun war Lee offenbar misstrauisch, da es jetzt auch wirklich den Eindruck machte, als würde der Uchiha ihn verarschen. „Frag sie doch“, forderte Sasuke ihn auf und nickte in ihre Richtung. „Sie sagt es dir bestimmt, wenn sie dich zu Wort kommen und fragen lässt.“

Der Andere schaute ihn noch ein paar Sekunden verwirrt an, was ja irgendwie klar war, denn wann hörte man bei Sasuke Uchiha schon mal einen annähernd ironischen Ton? Dann drehte er sich jedoch um und ging tatsächlich auf Sakura zu, die mit Ino zusammen offensichtlich doch ein Gesprächsthema gefunden hatte und lachte.

Sasuke beobachtete das Ganze und fragte sich, was passieren würde. Vielleicht war er zu weit gegangen, wenn er behauptete, dass seine beste Freundin mit ihm zusammen wäre. Aber eigentlich hatte er das so gar nicht gesagt. Sakura hatte immer noch die Möglichkeit, die Frage zu bejahen, jedoch nicht zu verraten, wer ihr so genannter Freund nun sein sollte. Oder sie könnte auch gleich verraten, dass Sasuke sich diesen Blödsinn ausgedacht hatte. Doch irgendwie fragte er sich... war das, was er gesagt hatte, nach ihrem Gespräch von vor ein paar Minuten wirklich einfach nur Blödsinn?

Sakura redete ganz normal mit Lee, schaute aber kein einzigen Mal zu Sasuke. Der wiederum musterte sie und die Leute um sie herum und bekam ganz genau mit, wie Ino große Augen bekam und Lee die Kinnlade herunterfiel. Okay, das hieß wohl, dass sie ebenfalls behauptet hatte, dass sie einen Freund hätte. Und jetzt?

Gerade, als er sich das fragte, drehten Lee und Ino sich gleichzeitig zu ihm um und starrten ihn an. Ganz Uchiha-like verzog er keine Miene. Zumindest die ersten paar Sekunden nicht, dann musste er jedoch einfach grinsen und winkte ihnen zu, als wollte er sagen 'Tja, das hättet ihr nicht gedacht'.

Noch bevor es klingelte, war diese Sensation an die Ohren jeden Schülers gelangt, der sie beide oder einen von ihnen kannte. Und von mehreren Seiten hatte Sasuke schon einige ungläubige und auch unverhohlen feindselige Blicke abbekommen, doch das störte ihn nicht im Geringsten. Stattdessen unterhielt er sich mit Sakura, die sich auf ihren Platz, also neben ihn gesetzt hatte. Größtenteils ging es um ihre Belustigung über seine Behauptung und ob man vor dem ersten Date wirklich schon sagen durfte, dass man zusammen war.

„Eigentlich hatten wir ja schon so einige Dates“, wandte Sasuke ein und ignorierte gekonnt, dass selbst draußen vom Gang her böse Blick zu ihm blitzten. „Aber wir haben das immer einfache Verabredungen oder Treffen genannt, um vor anderen zu verbergen, dass wir uns lieben.“ Er grinste und für einen Augenblick staunten die Leute, die ihn anstarrten, Bauklötze.

„Stimmt, das habe ich völlig vergessen“, antwortete Sakura lachend. „Okay, dann ist es aber schon irgendwie merkwürdig, dass wir schon so viele Dates hatten, du aber Lee gesagt hast, dass wir erst seit ein paar Minuten zusammen sind, findest du nicht?“

„Nö, wir haben unsere Zuneigung ja auch vor uns selbst versteckt und erst als ich vorhin den Einfall hatte, diese neugierigen Hühner mal ein bisschen zu schockieren, ist uns klar geworden, dass wir... ähm... in Wahrheit Seelenverwandte sind oder so ähnlich.“ Er grinste immer noch und hielt das für einen genialen Plan. Naja... innerlich wusste er ja, dass es ein genialer Plan war. Auf jeden Fall bis zu dem Zeitpunkt hin, an dem Sakura sagen würde, dass sie dieses Spiel zu blöd fand.

Die Haruno fand noch so einige Kritikpunkte, die der Öffentlichkeit – wie sie es verschwörerisch nannte – möglicherweise verraten könnten, dass das Ganze nur vorgetäuscht war. Doch Sasuke konnte erfolgreich alles wegerklären, auch während der ersten Stunde, in der sie einen ziemlich unaufmerksamen Lehrer hatten. Am Ende sah es dann jedoch irgendwie so aus, als müssten sie beide ab sofort immer aneinander kleben und sich auch vor aller Augen küssen.

„Oder ist das zu viel?“, sinnierte Sasuke, während er äußerlich gelangweilt das Tafelbild in sein Heft übernahm. Innerlich saß er allerdings auf glühenden Kohlen und hatte das Gefühl, als würde er die ganze Zeit an einem Abgrund stehen, der wegbrechen würde, sobald er etwas falsches sagte.

„Also ich würde es schon schaffen, dich zu umarmen und zu küssen und alles“, meinte Sakura und klickte nachdenklich mit ihrem Kugelschreiber. Sasuke hätte am liebsten Hula getanzt. „Aber bekommst du das hin?“

„Sicher, ich liebe dich doch, schon vergessen?“, sagte er scherzhaft, doch etwas zu laut. An die Ohren des Lehrers gelangte es zwar nicht, doch alle im Umkreis von drei Tischen wandten sich ihnen zu.

Sakura fing an zu lachen, was nun doch die Aufmerksamkeit des Lehrers erregte, der daraufhin Ruhe anordnete. Von da an waren sie äußerst still, auch wenn Sasuke meinte, dass unterdrückte Lachen seiner besten Freundin würde demnächst dafür sorgen, dass sie nicht mehr genug Sauerstoff bekam. Und auch wenn um ihn herum kein Wort mehr gesprochen wurde, nur der Lehrer hin und wieder etwas vor sich hinbrabbelte, herrschte in seinem Kopf ziemliches Chaos.

Heute morgen war er mit dem Gedanken aufgewacht, dass er sich dringend von Sakura fernhalten oder zumindest die Gefühle zu ihr unterdrücken müsste. Doch nur wegen so einer kleinen Sache, wie einem Wort, an der falschen Stelle, hatte er nun die Chance, ehrlich zu ihr zu sein. Auch wenn sie das jetzt noch nicht ernst nehmen würde, wenn er ihr sagen würde, dass er sie liebte – was man ja eben gesehen hatte –, in ein paar Wochen musste ihr einfach klar werden, dass er es ernst meinte. Und dann würde sie nicht mehr sagen können, dass es sie störte.

Es sah so aus, als würde sich diese Bredouille doch noch zum Guten wenden. War das nicht zu einfach? Sasuke war irgendwie unsicher. Klar, es würde bestimmt einige Wochen dauern, Sakura zu überzeugen und wenn sie erstmal realisierte, dass sein Verhalten nicht gespielt war, würde sie wahrscheinlich ein wenig Zeit für sich brauchen. Doch es sprach eigentlich nichts dafür, dass sie auch ihn ablehnen würde, denn in der kommenden Zeit würden sie ein Paar spielen und er wusste, dass sie Gefallen daran finden würde. Er kannte sie eben.

Doch seine Unsicherheit wollte selbst bei diesem Gedanken nicht verschwinden. Im Großen und Ganzen war das doch wirklich zu einfach. Oder machte er sich gerade zu verrückt deswegen? Sollte er es einfach nehmen wie es kam und sich nicht viel damit beschäftigen? Bei diesen – in Ermangelung eines passenderen Wortes – dunklen Vorahnungen könnte er das nicht.

Als es klingelte und der Lehrer den Raum verlassen hatte, ließ Sakura ihrem Lachanfall freien Lauf. Sie lachte so heftig, dass Tränen ihre Wangen hinunterkullerten, doch nach wie vor sah sie wunderschön aus. Sasuke betrachtete sie immer noch, als der nächste Lehrer hereinkam, es ging einfach nicht anders.

Diesmal war es ihr Klassenlehrer Mr. Hatake, dem solche Dinge wie Unaufmerksamkeit völlig egal waren. Oder vielleicht bemerkte er sie auch nicht. Auf jeden Fall hinderte niemand Sasuke daran, Sakura dabei zu beobachteten, wie sie die Tränen mit einem Taschentuch wegwischte. Ihnen beiden fiel nicht auf, dass um sie herum neugieriges Gemurmel herrschte, zumindest nicht, bis ihr Lehrer zu reden anfing.

„Wie ihr schon bemerkt habt, haben wir hier einen neuen Schüler“, sagte er nicht halb so aufgeregt, wie die restliche Klasse. „Ich habe es erst eben erfahren, also konnte ihn niemand gleich in die erste Stunde schicken. Möchtest du dich selbst vorstellen?“

In diesem Moment drehte Sasuke sich nach vorne, da nun auch Sakura ihr Augenmerk auf den Neuen richtete.

„Klar. Ich heiße Naruto Uzumaki und komme aus Kawasaki in der Präfektur Kanagawa, aber da das nicht so weit von Tokio entfernt ist, denke ich, dass ihr alle wisst, wo das liegt. Meine Familie ist wegen eines Jobangebots hierher gezogen und jetzt...“ Der Junge kratze sich etwas verlegen am Hinterkopf und grinste. „... habt ihr mich wohl am Hals.“

Ein paar Schüler kicherten, zwei, drei Mädchen schienen sogar auf Anhieb Gefallen an dem Blonden zu finden. Oh ja, das war er. Hellblond. Zudem sahen seine Haare aus, als wäre er gerade aus dem Bett gekommen. Doch zusammen mit seinen auffallend blauen Augen sah eher wie die Unschuld in Person aus.

Sasuke wusste allerdings nicht, ob er ihn nicht doch falsch einschätzte, denn Narutos Blick blieb sofort an den Mädchen hängen, die am lautesten über seine Bemerkung lachten. Sein Grinsen wurde noch eine Spur fröhlicher, bevor er sich wieder mit einem relativ neutralen Gesichtsausdruck zu Mr. Hatake umwandte.

Während dieser überlegte, wo man Naruto am besten hinsetzen konnte, lehnte Sakura sich über den Gang zu Sasuke, jedoch immer noch ihren Blick auf den Neuen gerichtet. Der Dunkelhaarige lehnte sich ebenfalls etwas zu ihr, um sie besser zu verstehen. Und natürlich weil er ihr sowieso so nah wie möglich sein wollte.

„Der ist komisch, oder?“, flüsterte Sakura in einem verwunderten Ton, wartete jedoch nicht auf eine Antwort. „Hast du gemerkt? Er hat eine Pause gemacht, bevor er seinen so genannten Witz gemacht hat, als wollte er es irgendwie spannend machen. Und wie er Hinata und so angeguckt hat...“

„Sei froh, dass er dich offensichtlich noch nicht gesehen hat“, meinte Sasuke ebenso leise. „Wenn ich Glück hab, dann hat er sich schon in eine von den Anderen verguckt.“

Daraufhin schaute Sakura ihn verwirrt an. „Wenn du Glück hast? Was meinst du damit?“

„Ähm“, machte er und sah zur Seite. Wieso musste ihm immer sofort alles, was er lieber nicht sagen sollte, aus dem Mund kullern?

Doch etwas hielt ihn davon ab, ihr auf diese Frage etwas vorzulügen. Dieses etwas war der Blick von Naruto, der plötzlich an ihm haftete. Sasuke starrte fragend zurück, dann fühlte er jedoch einen heftigen Stich in seiner Brust, als der Blonde sich fast sofort wieder von ihm abwandte und Sakura anschaute. Und das mit einem wirklich eindeutigen Ausdruck in den Augen.

Sasuke biss die Zähne zusammen. Der Schmerz des wütenden Stichs hallte noch Minuten später in ihm nach und er hatte das Bedürfnis, aufzustehen und für alle Beteiligten nochmal zu verdeutlichen, wer hier der Einzige war, der Sakura Haruno auf diese Weise ansehen durfte.

Vielleicht war es Gott, der Mr. Hatake dazu veranlasste, Naruto genau vor Sasuke zu setzen. So hatte er den lieben langen Tag die Möglichkeit, sich auszumalen, wie er aufstehen und seinem Vordermann seinen Stuhl um die Ohren hauen würde. Aber vielleicht war es auch der Teufel, denn natürlich starrte der Uchiha die ganze Zeit auf den blonden Hinterkopf vor ihm, als ob er ihm allein auf diesem Weg einbläuen könnte, dass er Sakura nicht anfassen durfte. Doch sein Starren wurde von einigen Lehrern bemerkt und des öfteren wurde er gefragt, ob auf Narutos Kopf ein spannender Film lief.

Immer wenn das passierte, drehte der Neue sich zu ihm um, schaute ihn mit demselben, fixierenden Blick an wie zu Beginn der zweiten Stunde, dann warf er Sakura ein Lächeln zu, welches sie entweder nicht bemerkte oder mit einem Stirnrunzeln kommentierte. Sasuke war mehr als einmal kurz davor, Naruto zu verbieten, sie anzusehen.

Hatte er deswegen diese dunklen Vorahnungen gehabt? War ihm klar gewesen, dass auf jeden Fall noch ein Konkurrent auftauchen und ihm Steine in den Weg legen würde? Naja, eigentlich hätte er sich dessen bewusst sein sollen, im Grunde genommen war fast jeder Kerl um ihn herum in Sakura verknallt oder fand sie zumindest netter als andere Mädchen.

Doch Naruto... Mit seinem unschuldigen Engelsgesicht – dieser Begriff kam nicht von Sasuke, sondern von ein paar Mädchen, die er in der Pause über ihn hatte reden hören – schien er verbergen zu wollen, dass er nicht so leicht locker ließ. Wenn er wirklich versuchen würde, an Sakura heranzukommen, dann ließ er sich bestimmt nicht mit einem 'Nein' oder einem 'Ich hab einen Freund' abschütteln.

Merkwürdig. Obwohl er Naruto noch fast überhaupt nicht kannte, war er sich bereits sicher, dass er einer von der hartnäckigen Sorte war. Nicht, weil er Sakura auffallend oft Blicke zuwarf, sondern eher wegen der Blicke, die er Sasuke schenkte. Sie schienen jedes Mal verächtlich zu sagen 'Ich weiß, dass du auf sie stehst, aber was kümmert mich das schon?'.








Anmerkung: Tjaja... jetzt kommt erstmal Weihnachten und weil ich über die Feiertage wegfahre, wird das zweite Kapitel ein bisschen Zeit brauchen. Ich hoffe aber doch, dass ihr mir eure Meinung hierzu sagt =) haut rein und fröhliche Geschenke (und Weihnachten...)
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast