Der Fluch des Templerblutes (pausiert)

GeschichteAllgemein / P16
20.12.2008
29.12.2008
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Bevor ich mit der Geschichte beginne, möchte ich feststellen, dass ich leider das Buch „Das Blut der Templer“ noch nicht gelesen habe. Der zweite Teil und der Film ist mir bekannt. Ich möchte um Verständnis bitten, falsch Unstimmigkeiten auftauchen sollten. Na dann, wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen.
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Es war wieder ein Tag, von der Sorte „großes Familientreffen“, die es im Jahr höchstens fünfmal gab. Diesmal kein Weihnachtsfest, nein, auch keine Hochzeit und nein, auch kein Geburtstag. Es war ein trauriges Fest. Nach fünfzig Jahren gab es wieder einmal ein Sterbefall in der Familie. Nun stand also die gesamte Verwandtschaft am offenen Grab. Der Wind wehte sachte über das Grab hinweg. Der Priester sprach noch ein paar letzte Worte und lies dann schließlich die Trauernden alleine zurück. Die Freunde, Nachbarn und Bekannten des Verstorbenen hielten sich auch nicht mehr lange am Grab. Das kühle Wetter und der Wind sorgten dafür, dass jeder schnell das Warme suchte. Die letzten Rosen wurden ins Grab geworfen und auch dann suchte die gesamte Verwandtschaft ein ruhiges, warmes Plätzchen.
Nun saßen sie gemeinsam an einem langen Tisch. Alle Gesichter waren bekannt, doch die anderen richtig kennen, tat keiner. Alle möglichen Haarfarben waren vertreten. Vor allem die jüngste Generation konnte unterschiedlicher gar nicht sein. Da war zum einen Leila, eine kleine, zierliche, 20-jährige Brünette. Etwas schüchtern, aber trotzdem total nett und hilfsbereit. Gleich neben ihr saß ihre zwei Jahre jüngere Schwester Jennifer, deren nussbraunen Augen jeden in ihren Bann zog. Sie war großgewachsen und ihre langen, welligen, pechschwarzen haare ließen sie noch größer wirken. Das Nesthäkchen der Familie war Christian. Mit seinen blonden kurzen Haaren und den strahlend blauen Augen übermittelte er jedem ein warmes Gefühl. Setzte er dann noch sein charmantestes Lächeln auf, so brachte er jedes Mädchen zum schmelzen, obwohl er gerade einmal 15 Jahre alt war. Richtig aufgefallen ist vor allem Christians Cousine Elda. Ihre rotblonden Haare und ihre hellbraunen Augen leuchteten geradezu um die Wette. Doch was bei ihr richtig auffiel, war die Angewohnheit, immer ihre Meinung laut zu äußern, egal wie beleidigend sie ist. Mit ihren knapp 16 Jahren war sie darin noch nicht so gekonnt, wie ihr 21-jähriger Bruder Kamillo. Sein makelloser Körper, seine braunen Haare und Augen ließen ihn schüchtern wirken, doch sobald man mehr als fünf Minuten mit ihm in einem Raum war, begriff man, dass das Gegenteil der Fall war. Keine halbe Minute Schweigen hielt er aus und immerzu musste er alles besser wissen. Im Gegensatz zu Elda und Kamillo war deren Bruder Aran der reinste Engel. Mit seinen 25 Jahren hatte er schon ein wenig mehr Lebenserfahrung. Sein muskulöser Körper stellte jeden in den Schatten. Mit seiner extremen Kurzhaarfrisur und seinen stets wachsamen grünen Augen wirkte er noch bedrohlicher. Was man von außen nicht sehen konnte, war der weiche Kern innen drin. Schüchtern und doch auch liebevoll waren die Eigenschaften, die Aran zu dem machten, was er war.
Aber so unterschiedlich sie alle auch waren, sie hatten alle etwas gemeinsames. Das rote Gold in ihren Adern war etwas besonderes. Das sogenannte Templerblut. Sie alle waren Nachfahren von Jesus Christus und Maria Magdalena. Nachkommen Davids, der den Krieg der Templer und der Prieure de Sion beendet hatte. Nur sie besaßen das wertvolle Blut, das einen fast unsterblich machte. Die Wunden heilten schnell nur mithilfe von eben diesem Blut. Doch das kostbare Blut machte sie auch zu Außenseitern. Es lies sich nicht verhindern, dass andere die Heilung sahen, Abschürfungen plötzlich nicht mehr da waren und auch bei einer Prellung keine Folgen zu sehen und zu spüren waren. Jeder ging mit dem Schicksal unterschiedlich um. Die einen sahen es als Fluch, auf ewig ein Außenseiter zu sein, nie richtig gute Freunde zu haben, eben wegen dem anders sein. Genau diese Einstellung hatte Leila und auch ihre Schwester Jennifer war in der Schule immer eine Außenseiterin. Doch es gab auch die Art von Menschen in der Familie, die mit dieser Eigenschaft angaben. Kamillo zum Beispiel gab in der Schule immer damit an und war der brutalste Schläger in der ganzen Kleinstadt. Jeder fürchtete ihn und er galt als „Schreck von jedem“. Es hieß, dass keiner sicher vor ihm sei und genau dies, wollte er auch auf dieser Beerdigung wiedereinmal zeigen.
Die Familie war noch nicht lange in dem nahen Gasthaus, als Kamillo seine Klappe nicht weit genug öffnen konnte. Erst fing er an, seine Schwester Elda zu beleidigen, dann lästerte er groß über den Verstorbenen. Ein Streit entbrannte und das Familientreffen endete wie jedes Mal. Nur wenige Minuten zuvor setzten sich alle aus der Familie an den Tisch, da fing auch schon der Streit an. Alles war ganz harmlos, nur eine kleine Auseinandersetzung zwischen Geschwistern, doch als sich dann auch noch Christian einmischte, war das zu viel des Guten. Dieses Familientreffen war das letzte, was sie als gesamte Familie gefeiert hatten. Ab dem Zeitpunkt waren sie immer getrennt, war der eine Teil der Verwandtschaft anwesend, so fehlte der andere Teil. Doch dies war noch nicht einmal das schlimmste. Es entwickelte sich im Laufe der Zeit ein richtiger Zorn zwischen den Familienmitgliedern. Ein Zorn, der immer mehr wuchs. Ein Zorn, der den Weltuntergang herbeirufen könnte.
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