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Rest in Peace

von Gayagrod
GeschichteDrama / P12
Gabriel "Sylar" Gray
12.12.2008
12.12.2008
1
872
2
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7 Reviews
Dieses Kapitel
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12.12.2008 872
 
Achtung, diese Fanfiction enthält große SPOILER für die dritte Heroes-Staffel!
Besonders für die Folgen 3x08 bis 3x12! Major Character Death!


A/N: Das Ende von Episode 3x11 ... Einer meiner Lieblingscharaktere ist gestorben und mein Lieblingspairing in Heroes mit ihm. Diese Fanfiction ist meine persönliche Hommage an Elle und Kristen Bell. Seit Veronica Mars bin ich ein großer Fan von Kristen und ich war überglücklich, als ich erfuhr, dass sie auch bei Heroes mitspielen würde. Ich hätte sie gerne noch länger bei Heroes gesehen und die Romanze zwischen ihr und Gabriel weiter verfolgt. Little Noah wird jetzt wohl nie geboren werden, was ich sehr schade finde, auf diese Storyline hatte ich mich schon sehr gefreut.  

Rest in Peace, Elle Bishop. Rest in Peace, Syelle.



Rest in Peace

Bevor man stirbt, sieht man das eigene Leben in Sekundenbruchteilen vor dem inneren Auge vorbeiziehen. Jedenfalls hatte Elle gehört, dass es so sein sollte, und immer gedacht, dass es auch bei ihr so sein würde.

Doch wie so Vieles in ihrem Leben verlief auch ihr Todesmoment anders als erwartet. Es war die reine Ironie des Schicksals, dass selbst die letzten Momente ihre Daseins so anders sein sollten wie bei anderen Menschen. Ein Freak blieb eben ein Freak, selbst im Tod.

Elle hatte gedacht, dass sie auf eine von zwei Arten sterben würde: Entweder als toughe Kämpferin bei einem Auftrag der Firma, so dass ihr Daddy stolz auf sie sein könnte, oder – was sie für sehr unwahrscheinlich gehalten hatte – nach einem langen Leben an langweiliger Altersschwäche.

Dass der einzige Mensch, den sie in so kurzer Zeit lieben gelernt und der sie wiedergeliebt hatte sie töten würde – nein, das hatte sie nicht für möglich gehalten.

Die letzten vierundzwanzig Stunden waren ein einziger Rausch aus neuen Gefühlen und altbekannten Adrenalinstößen gewesen, als sie und Gabriel etwas entdeckten, von dem sie beide gedacht hatten, es verloren zu haben. Liebe war nie etwas gewesen, was in ihren beiden Leben eine große Rolle gespielt hatte.

Elle hatte nach dem frühen Tod ihrer Mutter nie wirkliche Liebe von ihrem Vater erfahren und nach dem zu urteilen, was sie aus Gabriels Akte gelesen hatte, war es ihm ähnlich ergangen. Beide waren von einem Elternteil dazu getrieben worden, etwas besonderes sein zu müssen, bis sie es sich schließlich zum Lebensinhalt gemacht hatten, ihren Eltern ihre Einzigartigkeit beweisen zu wollen. Beide hatten für ihre Ziele getötet und waren als Psychopathen abgestempelt worden.

Kein Wunder, dass die beiden sich von Anfang an zueinander hingezogen fühlten.

Und jetzt war das, was sie verbunden hatte, zerbrochen.

Dabei war das Leben, das sie die ganze Zeit hatte führen wollen, zum Greifen nah gewesen. Eine kleine, heile Welt nur für sie und Gabriel. Zuneigung, Liebe, Verständnis. Vielleicht sogar eine Familie und Kinder, denen sie ein besseres Leben ermöglicht hätten.

Sie hatte gewusst, hatte gespürt, dass Gabriel dieses Leben ebenso wollte wie sie.

Aber anscheinend waren der Wunsch dazu und die Zuneigung zu ihr nicht genug gewesen, um seinen Hunger zu stillen.

Sie verfluchte Noah Bennet dafür, dass er Gabriel überzeugt hatte, dass Leute wie sie nie in der Lage sein würden, ein normales Leben zu führen. Was totaler Blödsinn war, immerhin hatte Bennet ebenso viele Menschen getötet wie sie oder Gabriel und hatte trotzdem eine Familie, die ihn liebte.

Sie hatte daran geglaubt, dass sie beide sich ändern könnten. Aber Gabriel war zu der Überzeugung gelangt, dass niemand, der so kaputt wie sie beide war, sich ändern könne.

Zuerst war sie überrascht über seine Feststellung gewesen, dann geschockt. Und als sie dann begriffen hatte, was seine Worte bedeuteten ...

Sie hatte sie wehren wollen, ihn anschreien mögen, dass es nicht stimmte, dass ihnen immer noch ein glückliches Leben möglich war. Doch statt dessen fügte sie sich in ihr Schicksal, als er die Hand hob und begann, ihren Kopf aufzuschlitzen.

Elle hatte ihren Gabriel an das Monster verloren, das sie selbst erschaffen hatte. Sie liebte Gabriel und er liebte sie, da war sie sich sicher, doch gegen Sylar waren sie beide machtlos. Er tötete sie, weil sie eine Last und eine Schwäche für Sylar darstellte. Er klammerte sich an die dunkle Seite seiner Seele und zerstörte so selbst die Hoffnungen, die sie beide gehabt hatten.

Elle wehrte sich nicht. Sie nahm den Schmerz an und hielt ihre Elektrizität unter Kontrolle. Ihre Vergangenheit holte sie ein. Gabriel hatte ihr zwar vergeben, aber nun tat Sylar das, wozu er erschaffen worden war: Er tötete sie.

Sie wartete auf die Erlösung des Todes, denn Eines wusste sie genau: Wenn Gabriel keine Hoffnung hatte, macht das Hoffen auch für sie keinen Sinn mehr. Ohne ihn hatte sie keine Kraft mehr dazu. Und das Letzte, was sie erleben wollte, war ihn wieder zu Sylar werden zu sehen.

Ob Gabriel wusste, dass er ihr einen Gefallen damit tat, sie zu töten? Vielleicht ...

Noch einmal dachte sie an ihre gemeinsame Zeit zurück. Die wenigen, glücklichen Tage und Stunden, die sie miteinander gehabt hatten. Sie war glücklich gewesen und dieses Gefühl würde sie mit ins Nachleben nehmen.

Dann holte der Tod sie ein, doch sie empfand keinen Groll oder Zorn sondern Freiheit.

Sie war frei. Und eines Tages würde Gabriel es auch sein.

Das war das letzte, was sie sich wünschte, bevor ihr Bewusstsein endgültig erlosch.

-- Ende.
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