Wulfpack

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Fenrir Greyback Harry Potter Severus Snape
06.12.2008
10.01.2009
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Hi!

So, hier bin ich wieder, wie versprochen, dieses Mal mit einer Geschichte, di ein selteneres Pairing hat und ich hoffe, sie kommt trotzdem gut an. Sie wird auch etwas kürzer sein, als die Letzte *gg*

Bleibt nur ncoh eines - fröhlichen Nickolaus. Ich hoffe, die Geschichte füllt den Stiefel gut



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Erklärungen: Damit die Zeitangaben der Geschichte passen, musste ich einige Kleinigkeiten ändern: bei mir war das trimagische Turnier etwa im Januar beendet, sowie Harrys darauffolgender Prozess. Dann kommt auch meine Zeitlinie wieder hin *g*
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„Harry... bitte,“ flüsterte Remus. Er biss die Zähne heftig zusammen, als eine weitere Welle Schmerz ihn überrollte. Blut floss aus seinem Mund, als er zu dem Fünfzehnjährigen sah, der selbst in einem schrecklichen Zustand war. Er wusste nicht, ob sein Kleiner die nächste Zeit überleben würde. Heute Nacht war Vollmond. Über sich selbst – er bezweifelte, dass er auch nur noch einen Sonnenaufgang sehen würde.

„Ich... ich kann dich nicht...!“, begehrte Harry auf. „Bitte, bitte schick mich nicht weg!“ Wieder liefen Tränen über seine Wangen. Remus – der letzte Mensch, den er hatte. Er drückte sich enger an den Werwolf – nicht, dass er der Einzige in dem Raum wäre.

Es war passiert, wann wusste Harry nicht, er hatte schon lange jedes Raumgefühl verloren, seit sie hier eingeschlossen waren, im Stich gelassen, von Allen, an die er je geglaubt hatte, nachdem er vollbracht hatte, was man von ihm, einem Kind, erwartet hatte.

Hogwarts – einst hatte er es geliebt, nun aber war das hier sein Kerker, irgendwo mitten in der Schule. Dumbledore hatte ihn verschwinden lassen, wie auch immer. Um sein Erbe zu bekommen, aber dann war heraus gekommen, dass Harry sterben musste, ohne Gewalteinwirkung von Dumbledores. Erst dann würde das Testament überhaupt auftauchen, dass man ihn anzufertigen gezwungen hatte.

Woraufhin der Alte auf eine ganz gemeine Sache gekommen war. Er hatte Remus zu Harry gesperrt. Kurz vor Vollmond – ohne Wolfsbann. In der ersten Zeit war Snape noch gekommen, mit Büchern und dem Trank.

Aber dann nicht mehr.

Und natürlich hatte Remus ihn gebissen. Zum Glück aber nicht umgebracht. Harry wusste nicht, wie lange es her war, er hatte Angst, panische Angst vor dem nächsten Vollmond. Aber noch viel mehr Angst hatte er davor, ohne Remus zu sein. Der letzten Konstanten. Sirius Geliebtem, wie er in den letzten Tagen erfahren hatte.

Remus lächelte schwach und strich dem Jungen, der sich gegen ihn zusammengerollt hatte, über den Rücken. „Harry, bitte,“ setzte er erneut an, wobei er versuchte, den Hustenreiz zu unterdrücken. Da der Alte Harry nichts tun durfte, hatte er die Flüche eben an dem Werwolf geübt, das hatte sich angeboten. Und das, obwohl er offiziell Gesetze zum Schutz der Lykantrophen ausgerufen hatte!

„Nein!“

„Harry, ich sterbe.“

„Nein! Nein!“, der Jüngere sah Remus bettelnd an. „Bitte! Bitte, nicht! Snape, er...!“

„Wenn er noch im Schloss wäre, hätte er etwas... etwas getan,“ meinte der Werwolf sanft. „Bitte, lass nicht.... Alles umsonst gewesen sein – du musst leben!“

„Ich... ich kann nicht!“

„Harry... Harry, ich bin immer bei dir, zusammen mit Sirius.“ Er strich eine einzelne, verklebte Strähne aus dem Gesicht des Jüngeren. „Bitte... lass unseren Tod nicht umsonst sein... lebe, das ist Alles, was wir je ... wollten...“

Dieses Mal konnte er weder das Husten unterdrücken noch das Blut vor dem Jüngeren verstecken. Traurig sah er in die verzweifelten, grünen Augen, die schon so viel schlechtes gesehen hatten. Eine Kindheit hatte er nie gekannt, dann das Training, um ihn als Waffe einzusetzen, die Verleumdung des einzigen Menschen, der ihn um seiner willen liebte, dann das verdammte Turnier, bei dem Cedric gestorben war und Harry Voldemort besiegt hatte.

Dann war es auf ein Mal ganz schnell gegangen. Dumbledore hatte den Kopf gehabt, Harry des Mordes an Cedric und Voldemort anzuklagen, dann aber gesagt, statt Azkaban würde er sich des Jungen annehmen, in der Zeit hatte man Sirius hingerichtet, aufgrund der Verbrechen, die er nicht begangen hatte und niemand Anders als Albus Dumbledore, jetziger Minister der Magie, hatte das Urteil unterzeichnet.

Und dann... dann nach über einem halben Jahr hatte Remus den Jungen wieder gesehen, in einem schrecklichen Zustand und Harry hatte ihm nie erzählt, was alles geschehen war. Aber das Schlimmste war, dass er nun nicht mehr da sein würde, um Harry zu schützen.

Snape schien versucht zu haben, zu helfen, aber er wusste nicht, wo der Tränkemeister nun war. Vielleicht hatte auch der keinen Wert mehr für diesen Wahnsinnigen, dem auch er mal vertraut hatte.

„Du... du wirst wieder...!“

„Nein, Harry. Ich sterbe, dafür hat der Alte gesorgt,“ gab er sanft und leise zurück. „Es... es ist in Ordnung,“ fügte er hinzu. „Ich... habe nichts gegen den Tod, auch... wenn ich es bereue, dir nicht helfen zu können. Aber... du... du musst... gehen !“

„Wohin? Ich...!“

„Harry, heut Nacht ist Vollmond, Niemand wird vor Morgen runter kommen, wenn... du jetzt gehst, schaffst du...!“

„Aber ich...!“

„Harry, wenn es Jemand kann, dann du,“ versuchte er den Jungen zu überzeugen. „Du... du musst gehen!“

„Aber… !“

„Harry, wenn…,“ der Andere röchelte kurz, bevor er sich zusammenriss. Dann spielte er den letzten Joker aus. „Harry, wenn du... stirbst... wer... wer wird Sirius rächen?“

Der Grünäugige sah Remus an, er wusste, der Andere hatte Recht und sie redeten schon von diesem Versuch, seit Harry herausgefunden hatte, dass es einen schmalen Durchgang gab, der sich mit Parsel öffnen ließ, durch den Remus aber nicht passte. Weswegen er sich geweigert hatte, zu verschwinden, wohl wissend, dass es der Tod des Anderen sein würde.

Aber jetzt...

Harry konnte sich nichts mehr vormachen. Seine Brille mochte ja weg sein, aber Farben sah er und die von Blut kannte er inzwischen entschieden zu gut. Auch ihm war klar, dass Remus diese Nacht nicht überleben würde. Himmel! Er wusste doch nicht mal, ob er selbst überleben würde!

Er machte sich keine sonderlichen Illusionen, er  wusste, er sah schlimmer aus, als er es bei den Dursleys getan hatte, er bestand nur noch aus Haut und Knochen, er war, wenn heute Vollmond war, was auch seine innere Unruhe erklärte, seit einem Monat Werwolf und sein gesamter Körper war voller Blessuren, die er sich holte, ohne zu wissen, wie.

„Harry... bitte!“

Der Jüngere konnte nur mit Entsetzen zusehen, wie weiteres Blut aus Remus’ Mund floss und der Andere wieder rasselnd hustete. Damit war sein Entschluss gefasst. Nicht für sich. Aber für die Anderen. Für seine Eltern, für Siri, für Remmy. Und um sich zu rächen! An Dumbledore! Er würde dem Alten Alles nehmen, was dem nahe ging!

„Ich... ich gehe...,“ flüsterte Harry. „Aber..!“

Sanft drückte Remus den Jüngeren an sich. „Du wartest nicht,“ gab er leise zurück. „Das kostet dich... Zeit... die... Wandlung... wird dich genug kosten!“

„Sie werden mich...erwischen!“

„Als Wolf... Kannst du die Kammer nicht... öffnen... bitte, Harry. Ich liebe dich... und .. Sirius und deine Eltern... sie haben dich auch... geliebt.“ Er küsste den Kleinen sanft auf die Stirn. „Und jetzt... geh...“

Harry weinte heftiger, doch er gab nach.

„Ich... werde nicht leiden,“ meinte Remus sanft, als Harry aufstand. „Mach... dir keine Sorgen.“
Weinend und halb blind kroch er durch einen schmalen Spalt, bevor er etwas zischte, dann sah er sich noch mal zu Remus um, der sich auf die Ellenbogen aufgerichtet hatte und ihn anlächelte, traurig und sanft, wie er es immer getan hatte.

„Geh...“

Erst dann wandte Harry sich um und quetschte sich durch die geheime Passage, wobei er sich die Haut an den Armen und Beinen aufschürfte, denn egal, wie schmal er war, der Gang war es ebenfalls. Remmy hätte nicht die Spur einer Chance gehabt.

Hätte der Werwolf ihn doch nur nie kennen gelernt! Dann wäre der nie in die Situation geraten!
Gut, dass er schon lange nicht mehr auf seine Augen angewiesen war, um zu sehen, sonst wäre er keinen Schritt mehr vorwärts gekommen. Denn er sah vor Tränen nichts mehr, außerdem war eines seiner Augen ohnehin entzündet. Natürlich hatte er auch keinen Zauberstab mehr, der war bei diesem lächerlichen Prozess zerbrochen worden.

Aber seine wilde Magie hatte sich nicht einsperren oder binden lassen, sie war es, die wie der Stock eines Blinden fungierte und ihn zu warnen schien. Denn er hatte keine Ahnung, wo er herauskommen würde, er wusste ja noch nicht mal, wo genau im Schloss er sich befand. Orientierung hatte er keine mehr, das einzige Licht, was er noch kannte, war das von Fackeln, die er sah, wenn der Alte kam, um ihnen weh zu tun.

Würde er ‚lumos’ nutzen und dem Wahnsinnigen zeigen, was er konnte, würde man seinen magischen Kern irgendwie zerstören und das würde er nicht überleben, das hatte Snape ihm am Tag seiner Verurteilung zugeflüstert. Ja, sein ehemaliger Tränkemeister hatte versucht, ihm zu helfen.

Ob er ihm danken konnte? Oder würde er ihn ebenfalls rächen müssen?

Remmy!

Alles in ihm schrie danach, zurückzukriechen, aber er konnte nicht, er hatte es versprochen und egal, was geschah, er wollte sich nicht so tief sinken lassen! Er wollte nicht werden, wie Voldemort oder noch Schlimmer, wie Dumbledore!

Nicht zurückgehen!

Seinen blick starr nach vorn gerichtet zwang er sich, dem Weg zu folgen. Immer weiter. Irgendwann wurde der Gang breiter, doch das nahm Harry kaum noch wahr, Schmerzen waren sein Alltag geworden, ein paar mehr oder weniger... er würde Alles ertragen, wenn Remmy dann leben dürfte, aber das ging nicht, das war ihm klar.

Die Luft veränderte sich, das war das Erste, was er merkte. Sie war nicht mehr abgestanden und feucht, nun war sie eisig kalt, aber frisch. Angenehm. Allerdings blendete das Licht ihn sofort, dabei war es schon dämmrig. Vielleicht lag es an der Entzündung...

Es war so kalt...

Harry schniefte, dann versuchte er, etwas zu erkennen. Schatten, viele Schatten und Weiß. Schnee. Es war also Winter. Er hätte nicht gedacht, dass er das noch mal sehen würde, er hatte mit Remus sterben wollen, aber wer würde die Anderen dann rächen? „Ich... muss durchhalten,“ flüsterte er, während er weiter kroch. Er hatte nicht die Kraft, ohne Hilfe aufzustehen.

Dann hatte er es geschafft, er hatte einen der Bäume erreicht. Mühsam richtete er sich auf, biss sich auf die Lippen und torkelte weiter. Er musste tiefer in die Schatten, den Wald. Der würde ihn verstecken, bis... er sich der Umwandlung stellen musste. Dann wollte er weiter weg. Wenn er sich aufraffen können würde. Er hatte gesehen, wie Remus gelitten hatte, mit und ohne den Trank. Wie sollte er das schaffen?!

Aber er musste! Für die Andren! Ein Schritt nach dem Anderen....

Immer weiter torkelte Harry in das Unterholz, er merkte nicht, wie er die Schilde durchquerte, seine Magie ihm einen Durchschlupf gewährte, er war nur dankbar, weiter tapsen zu können, immer weiter...





Aufgeregt schnüffelte der silberfarbene Wolf. Etwas war anders, vollkommen anders als sonst, ein regelrecht betörender Duft lag in der Luft und er musste sich beeilen, ihn zu finden, er wurde schwächer, war dabei vom Neuschnee verdeckt zu werden und das war inakzeptabel! Er musste es finden! Im Licht des Vollmonds, der sein Fell noch mehr erstrahlen ließ, lief er los.

Immer wieder hielt er an, schnupperte an Luft und Boden. Er wusste, er musste sich beeilen. Eigentlich war so etwas ihm meist zu anstrengend, doch dieser betörende Geruch treib ihn an. Er wollte nicht, dass der verschwand! Er wollte ihn immer in der Nase haben können!

Nur ein Mal hielt er verwirrt an. Er kam einem Grundstück immer näher, das jeder mit klarem Verstand mied, der etwas anders war, Gesetze hin oder her. Dann aber lief er weiter, immer der Spur nach. ‚Komm schon!’, dachte er nervös. ‚Wo bist du?’

Da! Vorsichtig scharrte er etwas Schnee von der Oberfläche. Blut! Er musste ganz nah sein! Der Geruch wurde wieder stärker! Da! Eine ungewöhnliche Erhebung im Schnee! Schnell schaufelte er diesen mit den Vorderfüßen zur Seite – und erstarrte. Da unten lag ein Wolf, Jemand wie er selbst, in einem Zustand, der jeglicher Beschreibung spottete.

Der Wolf war auch nicht ausgewachsen, er war noch fast ein Welpe, klein, schmal und nur die Haut schien die Knochen noch zusammenzuhalten. Zumindest an den Stellen, wo sie heil zu sein schien.

Sanft stieß er das kleine Bündel an, leckte über die heiße Nase, bis ein leises Wimmern ertönte. Gut, es war noch Leben da. Vorsichtig packte er das Kleine am Nackenfell und stürmte los, ohne sich umzusehen oder weiter irgendwelchen Gerüchen zu folgen, nur zurück, und zwar bevor er bemerkt werden würde!

Es schien ewig zu dauern, bis er endlich das Haus erreicht hatte. Nun – entgegen der allgemeinen Annahme hatte er durchaus Manieren und er zog Häusern Höhlen ebenfalls vor. Nur in dieser Form war er gern draußen. Aber was redete er, es war nicht so, als würde es die interessieren, die nun einmal ohne ihre Vorurteile nicht leben konnten.

Das Haus schien leer zu sein, als er endlich hinein kam, doch er wusste, zumindest eine Person war da, und die brauchte er. Vorsichtig legte er den Jungwolf auf den Boden, stieß dann ein wildes Heulen aus. Er musste nicht lange warten, bevor ein ziemlich angepisst aussehender Tränkemeister ankam.

„Grayback! Was...?!“, kurz schwieg Severus. Er war immer noch recht mitgenommen, doch er lebte. Trotz dem, was geschehen war. Was hatte er sich auch dabei erwischen lassen, einem ‚Feind’ von Albus Dumbledore zu helfen! „Was ist das?“, fragte er schließlich, als er das halbtote Tier auf dem Boden sah.

Der Andere heulte erneut.

„Ich soll mich um das da kümmern?!“

Ein kurzes Knurren, gefolgt von einem Nicken. Severus seufzte und nutzte stablose Magie, um den Kleinen auf den Tisch zu legen. Sein eigener Stab war ja zerbrochen worden und sein Zweitstab lag gerade, Passenderweise, auf seinem Bett. Fragte sich nur, seit wann Grayback, ausgerechnet Grayback mit seinem Lieblingsspruch, das nur die Starken überleben dürften, ihm das hier anschleppte. Nicht zu vergessen, dass er aus irgendeinem Grund so aufgeregt schien, dass er vergaß, wie er mit ihm kommunizieren konnte.

„Grayback, verschwinde! Gleich geht der Mond unter und auf den Anblick von dir ohne Kleidung kann ich wirklich verzichten! Außerdem muss ich mich konzentrieren! Aber wenn du angezogen bist, kannst du wiederkommen – wenn du dich bis dahin beruhigt hast!“

Fenrir knurrte, aber er wusste, der Andere hatte vermutlich recht. Nur wollte er den Kleinen nicht allein lassen! Ein Blick des Tränkemeisters überzeugte ihn dann aber, dass es besser wäre zu tun, was der verlangte und so erklomm er die Stufen zu dem Geschoss, in dem er sein Zimmer hatte. Er roch, dass außer ihm nur ein Einziger da war, von Snape abgesehen, doch darum kümmerte er sich nicht. Stattdessen machte er es sich auf dem Teppich bequem und wartete. Noch nie schien die Zeit so langsam vorbei gegangen zu sein.





Severus hingegen begann das kleine Ding vorsichtig zu untersuchen. Immer wieder wimmerte es, wenn er gegen eine der offenen Stellen drückte. Aber wenigstens schienen die meisten Knochen noch ganz zu sein, sonst hätte der Junge, ja, es war ein männlicher Werwolf, die Wandlung nicht überlebt. Fragte sich nur noch, warum ein Rudel ein nicht ausgewachsenes Tier ausstieß und schwer verletzt zurückließ. Das taten sie nicht mal mitten in einer Verfolgung. Dann bildeten sie einen Kreis um die Kranken und Schwachen und kämpften. Aber sie ließen nie die Jungen allein.
Erst mal musste er dafür sorgen, dass die Verwandlung durchlief, ohne dass der Bengel vor ihm starb. Er hatte das Gefühl, sollte das geschehen, würde Grayback nicht begeistert sein. Zwar würde man ihm nicht wirklich die Schuld geben können, aber er zog es vor, es gar nicht erst darauf ankommen zu lassen.

Schnell ließ er das Tier allein liegen, es war ja nicht so, als würde die Möglichkeit eines Fluchtversuches bestehen, und lief in die Küche. Da schnappte er sich einige Geschirrtücher und aus einem der Schränke ein paar der Tränke, die zu brauen er die letzten Tage zugebracht hatte, sehr zum Spott der anderen Hauseinwohner, die das als überflüssig gesehen hatten, bedachte man, dass es ja gar keinen Krieg mehr gab und sie nun durch Gesetze geschützt waren.

Wolfsbann wurde hier nicht gebraucht, Fenrir hatte schon früh einen Weg gefunden, sich zu transformieren, ohne seinen Verstand zu verlieren oder gesteigerte Schmerzen zu spüren. Ein Geheimnis seines Rudels, das er nur denen weitergab, denen er vertraute oder die er selbst gewandelt hatte.

Das war der Grund, warum Fenrir seinen Zustand nicht als Krankheit sondern als Geschenk ansah. Kein Wunder, er kannte nur die Vorteile, die bei seiner Art, die Nachteile weit überwog. Immerhin konnte er auch ohne Vollmond zu einem Wolf werden. Der Unterschied war nur, dass Bisse in der Zeit folgenlos blieben.

Mit den Dingen in der Hand trat er wieder zu dem Tisch, wo der junge Werwolf lag. Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass die Umwandlung bald anfangen würde. Schnell flößte er dem Kleinen eine Phiole mit einem Muskelentspanner und eine mit einem Kreislaufmittel ein. Mehr konnte er erst mal nicht tun. Stattdessen begann er, den Kleinen mit den Handtüchern etwas abzutrocknen, nun, wo der Schnee auf dessen Fell zu schmelzen begonnen hatte.

Dann merkte er die Zuckungen, die durch den kleinen Körper fuhren. Ein langgezogenes Wimmern entwich dem Kleinen, bevor er zu versuchen schien, sich weiter in sich selbst zusammen zu rollen. Es ging also los. Mit zusammengekniffenen Augen beobachtete Severus das Ganze, um im Notfall zumindest mit Magie eingreifen zu können. Er würde nicht den Fehler machen, einen unkontrollierten Werwolf anzufassen. Grayback mochte es als Geschenk ansehen, er definitiv nicht. Sein Leben war auch ohne den Virus schon kompliziert genug.

Er sah zu, wie die Form des Tieres sich veränderte, sich streckte. Das Fell bildete sich zurück und gab fast schon schneeweiße Haut frei. Zumindest würde sie es sein, wäre sie nicht so dreckig. Was aber gleich blieb, war die bedenkliche Dürre und auch in der Form hatte der Junge starke Abschürfungen.

Dann bildete sich die Schnauze langsam zurück. Das pechschwarze, für einen Wolf ungewöhnliche Fell verschwand immer weiter, gab Gesichtszüge frei. Und etwas, das Severus kurz zum Schwanken brachte. Er blinzelte. Ein Mal, zwei Mal, doch das Bild blieb Dasselbe. Da, auf der Stirn saß sie, die blitzförmige Narbe.

„Potter?!“, fragte Severus ungläubig und trat wieder zu dem Tisch, strich über die von einem kalten Schweißfilm überzogene Haut, fuhr die Narbe nach. Nein, kein Zweifel. Das hier war Potter! Die Haare sahen grau und verschmiert aus, Schlimmer als seine, wenn er sie mit der Creme bedeckt hatte, die sie vor Zaubertrankunfällen schützen sollte. Aber das würde sich mit etwas Wasser und Seife wohl wieder in Ordnung bringen lassen.

„Dich hätte ich nicht erwartet,“ murmelte er, während er nun begann, den krankhaft mageren Körper zu untersuchen. Spontan fühlte er sich an die Muggelaufnahmen aus dem zweiten Weltkrieg von KZs erinnert.

Es überraschte ihn aber nicht, Harry als Werwolf vor sich zu haben. Im letzten Monat hatte er es nicht geschafft, erneut in die Kerker zu schleichen, bevor der Alte ihn rausgeworfen hatte. Nun gut, in seinen eigenen Augen dachte Dumbledore immer noch, ihn umgebracht zu haben, aber das kam wohl auf Dasselbe hinaus. Zu Irgendetwas mussten Golems ja nützlich sein. Es war schwer genug gewesen, innerhalb von drei Minuten einen zu beschwören und zu verschwinden. Nun, er hatte zum Glück nie gezeigt, über welche magischen Kräfte er wirklich verfügte.

Lupin hatte den Jungen also letzten Monat nicht umgebracht, sondern ‚nur’ gebissen. Und nun hatte der Bengel es geschafft, zu fliehen. Da Lupin nicht bei ihm gewesen zu sein schien, aber da musste er Grayback wohl noch mal fragen, war der noch im Schloss. Und damit tot, da machte Severus sich keine Illusionen.

Lupins Leben war verwirkt, denn Potter nicht mehr da war. Doch genau darin schien für ihn auch der Schlüssel darin zu liegen, an Dumbledores Stuhl zu sägen. Ein eisiges Grinsen schoss ihm kurz über das Gesicht, doch er hatte sich schnell wieder im Griff, als er die Tür hörte.

„Wie geht es ihm?“

„Er ist halb tot, wie üblich.“

„Wie üblich? Was bitte redest du?“, fragte Fenrir aufgebracht, während er zu dem Tisch trat und den Jungen begutachtete. Und unter dem Dreck konnte er diesen betörenden Geruch wieder ausmachen.

Sein Blick glitt über den Körper des Jüngeren: „Er sieht schrecklich aus...“

„Das kommt bei ihm mit schöner Regelmäßigkeit vor,“ konterte Severus.

„Sag mal...?!“

„Sieh doch hin, du Schwachkopf! Oder hat der Vollmond dein Hirn in den Winterschlaf geschickt?!“, baffte er und strich die Haare auf der Stirn zurück.

Fenrir folgte den Bewegungen des Anderen, wobei er wenig begeistert war,  dass der ihn überhaupt anfasste – und stockte. „Potter?!“, fragte er ungläubig. „Das da ist Harry Potter?!“ Er wusste, was nach der Schlacht geschehen war und Snape hatte noch andere vage Dinge erzählt, seit er hier war, aber das war es gewesen.

„Offensichtlich,“ gab Severus ruhig zurück.

„Warum... er ist ein Werwolf!“

„Was? Das wäre mir wirklich nicht aufgefallen, hättest du es nicht erwähnt!“, spöttelte Severus, während er dem Jungen einen weiteren Trank einflößte, der sich um innere Verletzungen kümmern sollte, dicht gefolgt von Einem für Fleischwunden, Schwären und Entzündungen.

„Wie?!“

„Lupin,“ gab er verärgert zurück. „Riechst du das nicht?! Du hast Lupin gebissen! Potter muss riechen, wie ein Teil deines Rudels!“

Das brachte Fenrir dazu, die Augen zu schließen und erneut zu schnüffeln. Ja, da war er, der vertraute Geruch seines Rudels. Aber er war nur sehr, sehr schwach. Denn Lupin war ein Unfall gewesen, er hatte den Jungen damals nicht beißen wollen, es war geschehen, er hatte gedacht, den Anderen getötet zu haben. Damals war er nicht an Rudeln interessiert gewesen. Aber Lupin hatte überlebt und er war selbst ein Alpha gewesen. Und somit war Harry eigentlich nur sehr entfernt Teil seines Rudels, er gehörte zu Lupin.

„Warum ist er dann allein gewesen?“

Severus beschränkte sich darauf, seinen Nasenrücken zu massieren. „Weil er tot ist!“, baffte er.
„Wie das?!“

Oh ja, er hatte Grayback bei Weitem nicht Alles erzählt. „Ich muss den Bengel waschen, hier reichen keine Reinigungszauber,“ erklärte er und hob Potter, der fast Nichts mehr zu wiegen schien, auf seine Arme. „Mach mir die Tür auf, Wolf!“, befahl er knapp. „Wenn der Junge sauber in einem Bett liegt, werde ich dir erzählen, was ich weiß, außer du willst ihn nun auch tot sehen!“ Was er in dem Fall tun sollte, wusste Snape wirklich nicht. Vielleicht mit dem Jungen abhauen. Ihn sterben zu lassen würde bedeuten, dem Alten noch mehr in die Tasche zu spielen und ganz ehrlich – das hatte nicht mal ein Potter verdient.

„Was?!“, Fenrir starrte den Tränkemeister sekundenlang an, der vor der Tür stand, den Jungen auf den Armen, ihn fast schon schützend an sich gedrückt. „Umbringen? Warum sollte ich?! Ich wollte ihn hier haben! Jetzt noch genauso, wie zu dem Zeitpunkt, als ich ihn gefunden habe!“, damit öffnete er die Tür. Das sie nicht aus den Angeln flog war dann auch schon alles. Er war stinksauer, um es harmlos auszudrücken.

Severus hob eine Augenbraue und blickte den Werwolf an. Damit hatte er nicht gerechnet. Was wieder die Frage aufwarf, warum Grayback den Jungen angeschleppt hatte, auch, wenn er offensichtlich nicht gewusst haben konnte, um wen es sich handelte. Dann verschob er das Fragen auf später. „Grayback, nimm ihn,“ befahl er dann und drückte dem verwirrten Mann den Jungen auf den Arm, bevor er Wasser in die Wanne laufen ließ. Sie befanden sich in einem Muggelhaus, was vielleicht nicht mal die schlechteste Tarnung war. Dann lief er zu dem Schrank, holte eine weitere Phiole heraus und schüttete den Inhalt zu dem Wasser. Es war ein Badezusatz den er in der Zeit entwickelt hatte, als er regelmäßig Verletzungen hatte verbergen müssen, seien sie nun von Dumbledore oder dem anderen Irren gekommen.

Fenrir hielt Harry automatisch fest, als der ihm in die Arme gelegt wurde. Er sah in das schmerzverzogene Gesicht des Jungen und fragte sich wieder mal, was genau eigentlich nach diesem lächerlichen Prozess geschehen war. Er hatte nie an das Schicksal des Jungen gedacht, nur sich überlegt, wie dumm die Menschen waren, die den Jungen zum Verbrecher machten, der sie alle gerettet hatte. Es wurde Zeit, dass er sich mit der Geschichte befasste...

„.. he!“

Fenrir sah auf: „Was?!“; baffte er unwillig.

„Er muss ins Wasser!“, knurrte Severus unbeeindruckt zurück.

Der Werwolf nickte und legte Harry in die Wanne, hielt ihn aber fest, wie man es mit Babys tat, damit er nicht unterging. Ein Zauber hätte denselben Effekt gehabt, aber er wollte den Kleinen halten.

Severus sah das, sagte aber nichts und begann stattdessen, die verfilzten Haare so gut es eben ging, zu waschen. Er wollte, dass sie länger blieben, um den Wiedererkennungseffekt des Kleinen so gering wie möglich zu halten, aber er musste wohl trotzdem ein gutes Stück abschneiden. Unten waren sie einfach nur hoffnungslos verfilzt. Na ja, abwarten, was ein Zauber bringen konnte.

Zwei Mal säuberte Severus mit einem Zauber das Wasser in der Wanne, bevor Harry wieder einem Menschen glich. Er hatte Recht gehabt. Der Junge, der früher eine sonnengebräunte Haut gehabt hatte, war tödlich bleich geworden. Kein Wunder, er war zwei Jahre in einem Kerker gewesen.

Die kleineren Kratzer hatten sich auch schon wieder geschlossen, die anderen Wunden würden zum Heilen wohl letztendlich die gesamte Woche brauchen. „Warum hast du ihn hierher gebracht?“, fragte Severus schließlich, nachdem die beiden Männer Harry in eine kleine Kammer gebracht hatten, die direkt neben Fenrirs Zimmer lag. Der Werwolf hatte darauf bestanden. Später wollte er das Zimmer magisch vergrößern und anders einrichten, bis dahin musste es eben so reichen.

Der Werwolf legte Harry überraschend sanft auf das Bett, half Severus dann, dem Jungen ein langes Shirt anzuziehen und bei einem seiner Schützlinge fand er Wäsche, die Harry nur zu weit war, so, dass er auch wieder Unterwäsche trug, die mit einem Zauber ganz passend gemacht worden war. Erst, als Harry so gut wie möglich versorgt war, blickte er zu dem Tränkemeister. Dann deutete er auf die Tür zu seinem Zimmer. „Das wird ein längeres Gespräch,“ gab er ruhig zurück.

Schnell zog er seinen Stab und sprach einen Zauber, der ihm sagen würde, wenn etwas nicht stimmte, dann trat er in sein Zimmer und setzte sich auf den Sessel in seiner Leseecke. Ja, entgegen der allgemeinen Annahmen las er und er tat es gern. Er war sogar zivilisiert! Aber manchmal amüsierten ihn die Geschichten, dass er nichts als ein wilder Irrer war, so sehr, dass er selbst sie weiter verbreitete.

Severus nahm dem Anderen gegenüber Platz: „Nun?“

Fenrir blickte auf den Mann, den er vor einigen Wochen bei sich aufgenommen hatte. Entgegen der allgemeinen Meinung waren sie schon eine Weile ganz gut befreundet, aber das hatten sie wohlweislich lieber verschwiegen. Zu ihrer beider Gesundheit. „Ich... habe diese Nacht etwas gerochen, etwas Faszinierendes. Und ich bin diesem Geruch stundenlang gefolgt,“ gab er leise zurück. „Ein Geruch, der mich nicht mehr losgelassen hat...“

Severus’ Augenbraue schoss nach oben. „Bitte? Willst du etwa...?!“

„Es ist selten so stark,“ gab Fenrir zurück. „Aber ja.“

„Oh bei Merlin! Das macht es noch komplizierter!“

„Nicht unbedingt.“

„Was?“

„Es gibt ihm einen unerwarteten Schutz. Er ist ein Werwolf und zweifellos ist er mein Gefährte, nicht ein potentieller Gefährte, sondern der einzig Richtige,“ fügte er ruhig an. „Das gibt ihm rein gesetzlich ganz neue Schutzmöglichkeiten.“

„Du vergisst nur die Kleinigkeit, dass er schon verurteilt IST!“

„Durchaus nicht, aber nun ist er Werwolf und hat Anspruch auf einen neuen Prozess in meinem Beisein und unter Veritasserum. Und ich denke, was da zutage kommt, wird dafür sorgen, dass viele ihre Meinungen ändern würden, denkst du nicht?“

„Ich denke, der Alte würde das zu verhindern wissen,“ gab Severus nur zurück. „Was, wenn er die Werwolfgesetze wiederruft?“

„Er selbst hat sie verankert,“ gab Fenrir kühl zurück. „Wiederruft er sie, macht er sich im Ausland unzählige Feinde. Das wird er sich sehr gut überlegen müssen.“

„Er wird einen Weg finden,“ gab Severus zu Bedenken.

„Keinen, der ihm nicht auf irgendeine Weise selbst schaden würde,“ gab er nur schulterzuckend zurück und ließ vor sich ein Tablett mit Broten und Tee erscheinen, er goss dem Tränkemeister etwas davon ein, füllte seine Tasse und griff nach dem großzügig belegten Brötchen, in das er beherzt biss. Solche Nächte machten ihn immer hungrig. Dann sah er zu der Tür. Am Liebsten würde er sich zu dem Kleinen setzen, doch erst musste er andere Dinge klären. „Was genau ist nach dem Prozess geschehen und nach der Entscheidung, Harry bei dem Wahnsinnigen zu lassen?“

Severus seufzte. Er hatte vermutet, dass der Wolf darauf kommen würde. Aber es war nur verständlich, das Fenrir diese Dinge wissen wollte. Er wusste nur nicht so genau, wie viel er erzählen konnte, ohne den Anderen dazu zu treiben, auszurasten. Denn wenn es so war, wie Fenrir ihm gesagt hatte und welchen Grund hätte der Andere ihn zu belügen...?

„Der Alte hat ihn zu sich in sein Schloss genommen und ihn da in die Kerker gesperrt, nachdem er ihn gezwungen hat, ein Testament aufzusetzen, das Dumbledore zu seinem einzigen Erben erklärt, wenn er stirbt. Aber Harry war schlau, er hat erkannt, worauf es hinauslaufen würde und er hat eine Klausel dazu geschrieben, die besagt, das er einen natürlichen Tod sterben muss, bevor dieser Fall eintritt. Sollte er vorher von dem Alten umgebracht werden, ging das gesamte Geld an eine Muggelstiftung für Kinder.“ Severus griff nach seiner Tasse und nippte daran.

„Das hat den Alten zum Ausrasten gebracht, er hat Potter weggeschlossen, in der Hoffnung, dass der sich bald selbst umbringt. Darum hat er das Urteil gegen Black nachträglich verschärfen und durchführen lassen, wobei er den Jungen im Glauben gelassen hatte, dass der neue Prozess dazu dienen würde, seinen Paten unter Veritas zu befragen. Nachdem Black tot war, hat er Potter die Zeitung mit dem Bericht gegeben und hat getönt, dass das Jedem geschehen würde, der dem Jungen nahe stünde. Das wäre seine Art der Rache, außer Potter besäße den Anstand, sich selbst umzubringen.“

Severus sah, wie die goldenen Augen des Werwolfes zu glühen begannen und das sicher nicht auf eine freundliche Weise. „Aber Potter hat es nicht getan, offensichtlich. Vor einem halben Jahr kam Lupin dann zurück nach England, er war schockiert über das, was in seiner Abwesenheit geschehen war, die Hinrichtung von Black und das Einsperren von Potter. Er bat Dumbldore um eine Audienz. Das hat der Alte ausgenutzt. Er hat Lupin eingeschlossen, zusammen mit Potter. Da er dem Jungen nichts tun konnte, hat er den Wolf gefoltert. Ich habe die Beiden eine Weile versorgt, mit Tränken und Wolfsbann. Aber ich denke, du erinnerst dich noch schwach an den Tag vor zwei Wochen, als ich hierher gekommen bin?“

Wohlweislich hatte Severus viele Einzelheiten verschwiegen. Zum Einen, weil es nicht seine Geschichte war, die zu erzählen war allein Potters Sache. Und zum Anderen, weil er Wert auf sein Leben legte. Er hatte kein Interesse von einem Werwolf in Blutrage angefallen zu werden, nur, weil der sich nicht mehr im Griff hatte. Immerhin schien Potter so etwas wie Fenrirs Seelengefährte zu sein, sein Freund würde mehr als nur überbeschützend reagieren.

Fenrir knurrte aus tiefster Kehle. Nur der Fakt, dass er nicht auf das Grundstück des Alten kam, hinderte ihn daran, sofort loszustürmen. Außerdem... das war noch so eine Sache. Das Schloss, in dem der sich aufhielt hatte eigentlich mal den Parkers gehört. Aber die waren nicht schlau genug gewesen, rechtzeitig das Land zu verlassen, wie die Malfoys.

Deren Vermögen war gepfändet worden, Pansys Eltern hingerichtet und das Mädchen ihrer Magie beraubt. Sie musste, wie viele, in dem Schloss als billiges Dienstmädchen leben und das Leben eines Hauselfs führen. Etwas, was der Alte vor allem für Draco geplant hatte, aber der sonnte sich vermutlich gerade in Kalifornien am Stand.

„Fenrir!“

Das brachte den Anderen wieder in die Realität. „Und Niemand sieht, wie falsch er ist,“ stellte er verbittert fest.

„Nein, sie ziehen es vor, das nicht zu merken,“ gab er zurück. „Sie sehen auch nicht, wie die Slytherins behandelt wurden, nicht nur von den Lehrern. Jeder Schritt dieser Kinder wird überwacht, jeder Zauber. Sie werden für jede Kleinigkeit bestraft,“ meinte er leise. „Aber wir können Nichts dagegen tun.“

„Noch,“ gab der Werwolf kühl zurück. „Noch...“

Severus kniff seine Augen zusammen. „Tu uns allen einen Gefallen und mach nichts Unüberlegtes.“

„Das hatte ich nicht vor,“ gab der Werwolf kühl zurück, deutete dann auf das Zimmer: „Wie geht es ihm?“

„Er ist gefährlich unterernährt, ich mache mich gleich daran, einige Nährtränke aufzusetzen, er muss bis zum nächsten Vollmond mindestens acht Kilo mehr auf die Rippen bekommen. Sonst wird die Verwandlung gefährlich, Es ist ein halbes Wunder, dass er die hier überlebt hat. Außerdem hat er Verletzungen, ich denke, von der Flucht. Aber die sind nächste Woche wohl weg.“

Fenrir nickte dunkel. „Ich gehe zu ihm.“

Severus nickte. „Aber ich werde bei ihm sein, wenn er aufwacht, nicht du.“

„Was!? Sag mal...!?“

„Noch mal, Wolf,“ gab Severus leise zurück. „Potter war die letzten zwei Jahre eingesperrt, du bist für ihn ein fremdes Gesicht und Derjenige, der Lupins Leben zerstört hat. Ich war da und habe versucht, ihm zu helfen. Nun, was meinst du? Bei wem wird er wohl ruhiger bleiben?“

Das leuchtete ihm sogar ein. „Ja,“ gab er zurück. „Das heißt, du wirst bei ihm bleiben?“

„Das ist wohl das Vernünftigste. Und du solltest die Anderen warnen, vor allem Weasley. Nicht, das Harry nachher mal aus dem Zimmer geht und es Schreikrämpfe geben wird.“

„Gut.“