Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Arbeiten auf einer E-Lok (Starlight Express)

von Durah
GeschichteAbenteuer, Drama / P16 / Gen
Electra Greaseball
02.12.2008
03.02.2014
45
84.708
2
Alle Kapitel
83 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
02.12.2008 1.174
 
Kapitel 41

Entsetzt und schockiert stieg ich aus und betrachtete aus einiger Entfernung die Stadt, die ich mal als Palea gekannt hatte. Häuser und Schuppen waren verschwunden, überall stapelten sich Metal- und Trümmerteile. Die Luft war dreckig und heiß. Die Züge die ich aus der Entfernung sah, waren alles Farblose und unglücklich aussehende E-Loks, die Schrott von A nach B brachten.
„Das ist Palea…?“ murmelte ich leise und total fassungslos.
Joule strich mir über den Rücken und nickte traurig.
„Ich war doch nur knapp 2 Monate weg…“ Ich schüttelte den Kopf. Ich musste mich zusammenreißen.
„Das wichtigste zuerst, wir müssen nach Hause zu den anderen.“
„Wir gehen am besten über den Schrottplatz.“ Schlug Phoenix vor.
„Da geht selten bis nie einer drüber, da sind wir relativ unentdeckt.“
„Gute Idee, gehen wir.“

Der „kleine“ Schrottplatz den ich von früher her kannte hatte sich in Rekordzeit verdreifacht.
Noch nie hatte ich so viel Schrott auf einem Haufen gesehen, hier lag alles herum, aber immerhin kam man ungesehen durch.
Electras Schuppen hatte sich wenig verändert, er war nur extrem dreckig, wie eigentlich alles in dieser Stadt. Als ich die Türe öffnen wollte war diese verschlossen.
„Is zu…“
„Lass mich mal.“ Joule trat vor und haute viermal mit ihren Fingerknöcheln gegen die Türe. Erst war gar nichts zu hören, dann öffnete sich die Türe einen Spalt breit zwei große runde Augen starrten uns an.
„Purse, lass uns rein.“ Flüsterte Phoenix und der kleine Geldtransporter öffnete die Türe und verriegelte sie wieder als wir alle drin waren.
Es war kühl und spärlich beleuchtet. Im großen Hauptraum saßen Krupp und Volta auf dem Fußboden, doch erhoben sie sich als sie uns sahen und fielen jedem von uns um den Hals, vor allem mir.
„Oh wie schön dich wieder bei uns zu haben.“ Volta hielt mich eng an sich gedrückt und küsste meine Wange, ehe mir auch Purse um den Hals fiel.
„Ja, ich hab euch auch sehr vermisst.“ Sagte ich und wurde dann wieder losgelassen.
„Was ist hier in unserer Abwesenheit passiert?“ wollte Phoenix wissen und die drei daheim gebliebenen Waggons sahen sich an.
„Nicht sehr viel. Der inzwischen übliche Lärm aus den Fabriken.“ Sagte Krupp ruhig.
„Wo ist Electra?“ fragte ich die Drei.
„Und wo ist Greaseball und meine Mutter?“
„Susan hat Amena vor knapp vier Wochen verlassen und ist nach Polaris gegangen, dort ist es noch sicher.“ Erklärte Purse mir. Eine Antwort mit der ich zufrieden sein konnte, Mum ging es demnach gut.
„Und Greaseball?“
„Geflohen.“ Sagte Volta nur.
„Zusammen mit ein paar anderen Dieseln. Palea und Amena verschrotten Dieselzüge. Wir vermuten er ist in Even.“
„Und was ist mit Electra?“
„Er ist Herr Sanders Lieblingsspielzeug.“ Purse klang angewidert.
„Herr Sanders und Vortex haben das sagen hier und Electra tanzt nach deren Pfeife.“
„WAS?!? WIESO?!?!“ ich war mehr als nur geschockt. Das ließ sich nicht in Worte fassen.
„Die haben Electra umprogrammiert.“ Erklärte Volta.
„Vieles von früher wurde gelöscht. Er erkennt uns nicht mehr, aber wir haben die Hoffnung dass er dich erkennen wird.“
„Wie soll das gehen?“ fragte ich den Tränen nahe.
„Er liebt dich und Liebe ist nichts was man von einer Festplatte löschen kann. Es ist ein Gefühl, keine Datei.“
„Und ihr meint das kann klappen?“
„Man müsste es versuchen.“ Meinte Krupp und seufzte.
„Das einzige Problem ist, dass wir nicht wissen wo Electra im moment ist oder wie wir an ihn rankommen.“
„Dann müssen wir ihn wohl finden.“ Meinte ich und ging nach hinten. Ich brauchte ein paar meiner eigenen alten Klamotten, in denen hier wollte ich nicht rumrennen, die waren zwar schön aber nicht für Drecksarbeit geeignet.

Umgezogen in eine meiner Arbeitshosen und einem Schwarzen T-Shirt kam ich wieder nach vorne, ein Grinsen im Gesicht.
„Ist wohl zeit für mich an die arbeit zu gehen.“ Lässig setzte ich eine alte Kappe von mir auf und die Waggons ließen sich von meinem Grinsen anstecken.
„Ich denke Electra zu suchen würde zu lange dauern, wir müssen ihn zu uns locken.“  
„Und wie willst du das machen?“ fragte Krupp und ich sah zu ihm hoch, ein schiefes Grinsen im Gesicht.
„Ich provoziere es. Ich mach radau oder was anderes. Herr Sanders wird ihn mir sicher auf den Hals hetzen.“
„Lass in der Eisenerzfabrik anfangen.“ Schlug Purse vor.
„Lasst uns die Züge dort rausholen.“
„Hmmmm, eine Rebellion also?“ Volta rieb sich die Hände.
„Das gefällt mir.“
„Wer geht rein?“ fragte ich.
„Oder eher: wer begleitet mich?“
„Ich komme mit.“ Grinste Joule mich an.
„Gute Idee. Phoenix, kann ich dich mit einer besonderen Aufgabe betreuen?“ Ich sah zur E-Lok hoch.
„Ja klar, schieß los.“
„Ich will dass du mit Volta und Wrench nach Even fährst.“ Sagte ich und sah die Waggons an.
„Repariert die Züge dort, macht sie Startklar, wir brauchen viel Hilfe wenn wir dafür sorgen wollen dass Palea und Amena wieder etwas ihres alten Glanzes zurück bekommen.“
„Du hast hier echt eine richtige Rebellion vor, kann das sein?“ Murmelte Krupp und ich schenkte ihm ein fieses Grinsen.
„Niemand klaut mir meine Lok und macht meine Heimat so einem Alptraum gleich. Niemand legt sich ungestraft mit Madlene Annamaria Duffin an.“
„Annamaria?“ wiederholte Purse verwirrt.
„Ja das ist mein Zweitname.“ Mumelte ich nur.
„Aber das tut nun nichts zur Sache. Also Phoenix, fährst du dahin?“
„Klar mach ich. Der Plan gefällt mir.“
„Dann muss ich eben meine Werkzeuge holen.“ Wrench eilte nach hinten um sich zu beladen.
„Ein Problem gibt es aber, die Züge in Even sind Diesel und wir haben keinen Sprit mehr hier, die Quellen wurden abgedreht.“
„Was ne Rohstoffverschwendung…“ murmelte ich als Wrench zurück kam.
„Macht nichts, ich kann einen Notfall Akku auch an einem Diesel anschließen oder Phoenix zieht sie alle nacheinander die Anhöhe rauf.“
„Nimm die Akkus mit, soviel Kraft habe ich nicht und ich glaube die Zeit haben wir auch nicht.“
„Mal ne andere Frage, was wenn die überhaupt nicht wollen?“ fragte Purse und sah in die Runde.
„Wir geben ihnen die Chance repariert und wieder einsatzfähig zu werden und vor allem die kommen da weg.“ Meinte ich zu ihm und Joule nickte während sie darüber nachgrübelte.
„Ja…Even is ein Scheißort, die wird’s sicher freuen da weg zu kommen.“
„Macht ihnen ein Angebot. Wir brauchen deren Hilfe, diese Diesel könnten uns wirklich sehr gut helfen.“
„Vor allem weil Diesel stabiler sind als E-loks…“ murmelte Krupp.
„Vor allem das.“ Stimmte ich zu.
„Und wenn wir wieder Dieseltreibstoff haben und ich werde dafür sorgen dass wir welchen kriegen sind sie einsatzfähig.“ Ernst sah ich die anderen an, die alle zustimmend nickten.
„Okay, also Phoenix, schnapp dir Volta und Wrench. Joule, wir gehen zur Fabrik.”
“Und was ist mit mir und Krupp?” fragte Purse.
„Ihr Zwei zapft die Dieselpipeline an. Nehmt soviel ihr könnt.“
„Wir lassen uns da was Gutes einfallen.“ Versprach mir Krupp und wandte sich an Wrench.
„Wir leihen uns dafür ein paar deiner Werkzeuge.“
„Is gut, nur legt sie zurück. Wir sind dann weg.“
Wrench und Volta folgten Phoenix aus dem Raum.
„Okay Joule, dann lass uns mal ein wenig in der Fabrik randalieren.“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast