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Arbeiten auf einer E-Lok (Starlight Express)

von Durah
GeschichteAbenteuer, Drama / P16 / Gen
Electra Greaseball
02.12.2008
03.02.2014
45
84.708
2
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02.12.2008 925
 
Kapitel 40

Die Fahrt war lang. Wirklich sehr lang. Nicht mal meine und Electras Fahrt nach Polaris hatte so lange gedauert, aber ich konnte mich beherrschen, immerhin hatte ich nette Gesellschaft. Joule hat stetig ihr Bestes um mich bei einigermaßen guter Laune zu halten und ich dankte es ihr sehr, weil mich sonst wahrscheinlich meine Sorge um die Anderen zuhause aufgefressen hätte.
Phoenix redete wenig und wenn er was sagte dann nur schöne und liebe Sachen, im Gegensatz zu früher wo nur Dünnschiss aus seinem Mund kam, aber ich nahm es ihm auch nicht mehr übel. Er hatte ja unter bösem Einfluss gestanden.

„Wie weit ist es noch?“ fragte ich am zehnten Tag unserer Rückreise und lehnte mich aus dem Fenster und ließ mir den Wind ums Gesicht wehen.
„Wir haben bald die Grenze erreicht, dann sind wir wieder auf unserem Kontinent.“ Teilte nicht Phoenix sondern Wrench mir mit, die drinnen die Karten am lesen war.
„Dann sind wir zumindest wieder in vertrautem Gebiet und kommen schneller heim nach Palea.“
„Gut, ich halts langsam nicht mehr aus. Ich will zu Electra…“
„Wissen wir doch Schätzchen.“ Wrench strich mir über den Arm.
„Lass noch mal die Wunden sehen die du hast.“
Ich nickte und setzte mich, damit Wrench die Wunden untersuchen konnte, die ich während meines Aufenthaltes in diesem Labor bekommen hatte durch mehrere OPs.
Die Ärzte vor Ort hatten sich wenig Mühe gegeben zu nähen und hatten auf die Kraft von Medikamenten gebaut und nun hatte ich keine Medikamente mehr und spürte die volle Breitseite einer schlecht genähten Wunde.
Doch Wrench hatte das gut hinbekommen, sie war wirklich zu vielem zu gebrauchen.
„Verheilt gut.“ Ließ sie mich wissen und machte den Verband wieder fest.
„Tut auch nicht mehr so sehr weh und ist wieder belastbar.“ Teilte ich ihr mit und sie grinste ein breites Grinsen.
„Sehr gut. Du bist zäh, das ist gut.“
„Du kennst mich, ich hab schon einiges mehr aushalten müssen als das. Lokführer ist ein gefährlicherer Job als man denkt.“
„Scheint wohl so.“ kicherte Joule.
„Besonders wenn du bei so einer Bahn wie uns beschäftigt bist, da ist Stress und Ärger mit im Programm.“
„Ja, ich sollte mal nach einer Gehaltserhöhung fragen.“ Murmelte ich mit einem Grinsen.
„Ladies, gleich haben wir die Grenze passiert, dann sind wir wieder in unserem Land.“ Meinte Phoenix und ich merkte wie er langsamer wurde und dann anhielt.
„Was ist denn?“ fragte ich und Joule und Wrench stiegen aus.
„Ach ja, das haben wir dir ja noch gar nicht gesagt.“ Fiel es Joule ein und half mir raus.
„Die Grenzen an sich sind gesperrt, keiner kann rein, keiner kann raus, das heißt wir müssen uns etwas unterhalb der Schienen durch einen kleinen Wald schleichen um rein zu kommen und dann in einiger Entfernung können wir die Schienen wieder benutzen.“
Zu unserer Linken befand sich eine riesige steile Felswand. Da kamen wir definitiv nicht hoch, die Steine waren zu glatt und zu groß als das wir daran hätten hochklettern können.
Zur Rechten dagegen ging es abwärts ins Meer.
Ich war verwirrt. Wollten die Drei wirklich das Risiko eingehen ins Meer zu stürzen?
Es schien als wollten Joule, Wrench und Phoenix es riskieren denn langsam und Vorsichtig begannen die Drei den Abhang runterzuklettern.
„Maddy, nun komm schon.“ Wies Phoenix mich an.
„Das ist wirklich nicht sehr schwer.“
Mit etwas flauem Gefühl im Magen folgte ich ihnen den steilen steinigen Abhang runter.
„Einfach nicht Runtergucken.“ Wies mich Wrench an. Die hatte gut reden, sie litt wohl nicht an Höhenangst so wie ich.
Der Fels bröckelte unter unseren Füßen und ich hatte Probleme nicht sofort in eine panische Starre zu verfallen, als ich plötzlich Phoenix Hände an meinen Hüften spürte.
Er zog mich vorsichtig zu sich.
„Halt dich an mir fest, dann geht’s schneller, du wirst fallen wenn du so weiterkletterst.“
„Is gut…“ murmelte ich und schlang meine Arme um seinen Hals.
„Wir habens ja schon fast geschafft.“ Meinte Joule, die schon wieder mit dem Aufstieg begann.
„Es ist wirklich eine Zumutung so was von Waggons und Zügen zu erwarten, aber na ja, besser als an der Grenze gestoppt zu werden.“

Als die drei wieder nach oben kletterten erkannte ich dass wir uns nun in einem kleinen Waldstück befanden und wenn wir weiter nach Westen gehen würden, wären wir in Nostal.
„Endlich hab ich wieder eine Ahnung wo wir eigentlich sind.“ Kicherte ich und wir suchten schnellstens die nächsten Schienen.
Schnell waren diese gefunden und wir waren wieder auf den Gleisen unterwegs.
„Wenn du das Tempo halten kannst Phoenix sind wir heute Nacht zuhause.“ Stellte Joule mit einem Blick auf die Monitore und einer Karte fest.
„Dann festhalten Ladies, ich fahr nun mal gegen alle Regeln und das heißt ich gebe Vollgas.“ Meinte Phoenix und beschleunigte Augenblicklich was mich, Wrench und Joule nach hinten drückte.
Ich sah nach vorne raus und war verwirrt.
„Seit wann ist denn in dieser Richtung eine Industriestadt?“ fragte ich und deutete auf dunkle Rauchschwaden, die eindeutig aus Fabrikschornsteinen stieg.
„Das ist Palea…“ murmelte Joule traurig und ich sah sie an.
„Was??“
„Das ist der Rauch aus der neuen Fabrik. Unter der Stadt ist besonders hochwertiges Eisenerz gefunden worden, das wird nun abgebaut und verarbeitet…“ erklärte mir Joule weiter und Wrench sah wütend zu Boden.
„Ja nur machen sie aus dem Erz das Falsche! Keine Ersatzteile, keine neuen Waggons oder Züge, nur Waffen und son Kram den ein friedlicher Kontinent wie der unsere eigentlich nicht braucht.“
„Oh na super…“ murmelte ich und sah zu wie die riesigen Rauchschwaden größer wurden je näher wir ran kamen.
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