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Arbeiten auf einer E-Lok (Starlight Express)

von Durah
GeschichteAbenteuer, Drama / P16 / Gen
Electra Greaseball
02.12.2008
03.02.2014
45
84.708
2
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02.12.2008 1.024
 
Kapitel 39

„Wie geht es ihnen heute Miss Duffin?“
„Gut.“
„Tut Ihnen etwas weh?“
„Nein.“
„Irgendwelche Beschwerden?“
„Nein.“
„Ihre Tabletten haben Sie heute schon genommen?“
„Ja Doktor.“
„Gut, dann sind Sie fürs erste Befreit. Sie können gehen.“
Ohne aufzublicken drehte ich mich auf dem Absatz um und schlurfte aus dem Zimmer.
Diese scheiß Medikamente benebelten mich so übelst, ich konnte nicht klar denken oder mich schneller bewegen.
Ich saß nun seit einer Woche in dieser Forschungsanstalt fest. Tests und Operationen waren hier Alltag und ich merkte trotz dieser starken Medikamente wie diese Forscher und Doktoren langsam aber sicher versuchten mich auseinander zu nehmen. Das ging ziemlich langsam da ich ja zur Hälfte organisch war. Ich fragte mich wie lange das wohl noch so weitergehen sollte und auch wie es den anderen ging. Ich hatte keinerlei Kontakt nach Hause. Das Schlimmste aber war, dass diese Medikamente meine Erinnerungen verschwimmen ließen. Dauerte wohl nicht mehr lange und ich würde mich an niemanden mehr erinnern können.
Ich betrat mein Zimmer, das so steril und weiß war das ich auch in einer Schachtel hätte sitzen können und hockte mich aufs Bett.
Ich legte mich schlafen, ich hatte ja sonst nichts Besseres zu tun, als ich wenige Stunden plötzlich von einer hohen mir gut vertrauten Stimme geweckt wurde.
„Maddy? Maddy, bist du das?“
Ich rollte auf den Rücken und blickte direkt in ein großes Naiv guckendes Paar Augen und erschrak.
„Was zum….Joule?“ Ich rieb mir die Augen um sicher zu sein nicht zu träumen. Ich träumte nicht, sie stand wirklich vor mir und hinter ihr waren Wrench und Phoenix.
„Was macht ihr denn hier?“ fragte ich und bekam drei komische Blicke zurück.
„Was wir hier machen? Na wir wollen dich hier rausholen.“ Meinte Phoenix und kam näher.
„Du siehst aber nicht gut aus Mädchen…“ murmelte er und strich mir durch mein nun ratzkurzes Haar.
Ja man hatte mir hier die Haare komplett abgeschnitten, aber es störte mich nicht wirklich. Ich hatte hier andere Gedanken gehabt als meine Scheiß Haare.
Phoenix hob mich vom Bett.
„So, wir hauen hier besser ab bevor uns irgendwer bemerkt.“ Meinte er und die Drei rollten so leise es ging raus aus dem Zimmer und die Gänge entlang. Ich sagte und tat nichts. Die Medikamente wirkten einfach noch zu doll als dass ich mich dazu durchringen konnte irgendwas zu machen.
Wir kamen wirklich unbemerkt nach draußen und vom Gelände runter.
„Wie kommts dass kein Alarm los ging?“ fragte ich müde und Wrench grinste.
„Ich kann nicht nur reparieren, sondern auch Systeme lahm legen.“
„Wow, gut zu wissen…“ murmelte ich und wurde in Joules Arme übergeben und Phoenix änderte seine Gestalt.
Die zwei Waggons sprangen mit mir in die Führerkabine und Phoenix jagte die Schienen entlang.
„Die Fahrt wird ein paar Tage dauern Maddy, also schlaf dich ruhig noch aus.“ Erklärte Wrench mir und mir kam es nur recht.
Joule setzte sich auf den Boden und ich kuschelte mich an sie. Auch wenn sie kalt und aus Metal war fühlte es sich unglaublich gut an. Es war so ein vertrautes Gefühl.

Am Nächsten Morgen fühlte ich mich wesentlich besser. Ohne es bemerkt zu haben hatte ich in der Nacht die Position von Joule zu Wrench gewechselt. Beide schliefen sie noch und Phoenix war deutlich langsamer unterwegs. Ich erhob mich, streckte mich und sah aus dem Fenster. Der kühle Fahrtwind war angenehm in meinem Gesicht.
„Guten Morgen Phoenix.“ Sagte ich und sah auf eine digitale Karte.
„Wolln wir in der nächsten Stadt halt machen um dir etwas neuen Saft zukommen zu lassen?“
„Dir auch einen guten Morgen Maddy. Wäre eine Idee und wir könnten nach was schönerem zum Anziehen für dich suchen und vielleicht auch ne Perücke oder so was finden, damit wir überhaupt eine Chance haben dass Electra dich wieder erkennt.“
„Wie geht es ihm?“ fragte ich, doch er antwortete nicht sofort, als Wrench und Joule aufwachten.
„Ich…ich weiß nicht wie ich es dir am besten sage wie es deiner E-Lok geht…“
„Warum?“ fragte ich etwas besorgt.
„Erstens weil ich seit drei Wochen mit den beiden Waggonladys unterwegs bin und weil keiner mehr mit Electra gesprochen hat seit du weg bist.“ Erklärte Phoenix und hielt an einem kleinen Bahnhof an.
„Wieso redet keiner mit ihm?“ wollte ich wissen also Wrench und Joule ausstiegen.
„Wir erledigen die Einkäufe, ihr wartet hier.“ Meinte Joule und die zwei begaben sich in die kleine Stadt.
„Electra ist immer im Auftrag von Herrn Sanders unterwegs. Keiner sieht ihn noch. Selbst seine Bahn hat null Ahnung wo er sich immer herumtreibt.“  
Mir kam das reichlich seltsam vor.
Ich sah mich auf dem Bahnhof um und stieg dann aus um Phoenix mit neuem Saft zu versorgen.
„Ich bin sicher mit dir wird er wieder reden wenn er erfährt dass du zurück bist. Zuhause herrschen furchtbare Zustände. Du wirst Palea aber auch Amena nicht wieder erkennen…“ Phoenix klang traurig. Ich strich über seinen schönen roten Lack.
„Es wird alles wieder gut. Ist das alles Vortex’ werk?“
„Ach, du erinnerst dich noch an sie?“
„Wie könnte ich dieses Biest vergessen…“ mein Blick verfinsterte sich, bis Joule und Wrench auftauchten und Joule mit Schokoladegefüllten Teigtaschen winkte. Sofort fing mein Magen an zu grummeln und mir lief das Wasser im Mund zusammen. Schokolade.
Die beiden Waggons stiegen wieder ein und ich folgte ihnen.
Während der Weiterfahrt die aus Anziehen, eine schwarze Langhaarperücke fest machen, essen, trinken und noch mehr essen von Schokolade bestand fühlte ich mich immer besser und Joule erzählte von den neuen Umständen zuhause.
„Wo ist Greaseball?“ fragte ich sie und sie Blickte zu Wrench rüber, die traurig den Kopf hängen ließ.
„Wir wissen es nicht…“ sagte sie.
„Laut Herrn Sanders existieren keine Dieselzüge mehr in seinem Zuständigkeitsbereich, alle wurden sie geschnappt, umgebaut oder eingeschmolzen…“
„Und was haben sie mit Rusty und Papa gemacht?!“
„Den beiden geht’s gut, die haben…irgendwie historischen Wert oder so, keine Ahnung.“
Nun machte ich mir richtig sorgen. Ich lehnte mich aus dem Fenster und sah in die Ferne.
Irgendwo dahinten war mein Zuhause und meine Familie. Ich musste zu ihnen.
„Phoenix, ich bitte dich beeil dich.“
„Keine Sorge Maddy, wir sind bald da.“
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