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Arbeiten auf einer E-Lok (Starlight Express)

von Durah
GeschichteAbenteuer, Drama / P16 / Gen
Electra Greaseball
02.12.2008
03.02.2014
45
84.708
2
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02.12.2008 1.339
 
Kapitel 38

Ich wollte meinen Ohren nicht trauen.
„Was soll das heißen ihr seit für den Krieg?!“ Fragte ich die Waggons.
„Wir sind Militärwaggons!“ sagte die erste der drei, kam auf mich zu und tätschelte mir übers Haar.
„Wir sind für den Kampf gebaut worden und sind für Palea bestellt worden.“
„Aber wir sind nicht im Krieg!“ bemerkte Electra.
Die drei Waggons grinsten.
„Noch nicht.“

Ich entschied mich nicht weiter nachzufragen und wir schafften die drei nach Palea.
Dort war in der Zwischenzeit ein Chaos ausgebrochen.

„Wasn hier los?!“ Fragte ich, nachdem wir anhielten und ich ausgestiegen war, Dinah die an mir vorbeiwuselte.
„Mr. Sanders hat einen an der Waffel! Er lässt alle auf Diesel laufenden Züge aus dem Verkehr holen und will sie umbauen auf Elektro!“ jammerte sie.
„Was?!“ Electra trat neben mich und sah sie fassungslos an.
„Nur noch E-Loks?!“
„Greaseball!“ Jammerte ich und machte mich natürlich sofort auf die Suche nach ihm.
Klar, er war kein Zug aus Palea aber dieser irre Mr. Sanders hatte extrem viel Einfluss und wenn er durchsetzen konnte dass es nur noch E-Loks gab würden andere Städte bald mitziehen.
Bei meiner Suche traf ich auf Phoenix.
„Phoenix! Hast du Greaseball gesehen?!“ fragte ich ihn etwas ausser Atem.
„Psst, nicht so laut. Die Mechaniker suchen den wie bekloppt. Er hat sich bei euch zuhause versteckt. Purse und die anderen verstecken ihn dort aber das weißt du nicht von mir.“
„Danke.“ Murmelte ich und pfiff einmal durch die Zähne.
Das reichte aus und Electra kam zu mir.
„Wir gehen nach hause.“ Sagte ich zu ihm und er war verwirrt.
„Wasn mit dem Doof-Diesel?!“ fragte er und ich sah mich kurz um.
„Erklär ich dir später.“ Dann wieder in normalem Tonfall: “Wiedersehen Phoenix.“
Die Lok winkte kurz und ich machte das ich Heim kam. Electra, völlig verwirrt folgte mir.
Als ich das Tor öffnete wurde es augenblicklich totenstill und ganz langsam und versucht lässig kam Krupp nach vorne. Er atmete erleichtert auf als er und sah.
„Es sind Maddy und Electra.“ Sagte er und Purse steckte ebenfalls den Kopf raus.
Electra schloss das Tor und verriegelte es.
„Wo ist Greaseball?“ fragte ich und gesuchter Diesel kam nach vorn.
Selten hatte Greaseball so schlecht ausgesehen. Er sah abgehetzt, verängstigt und müde aus.
Ich ging zu ihm rüber und er umarmte mich.
„Schön das ihr zurück seit.“ Murmelte er.
„Dann seh ich dich wenigstens noch mal bevor die mich hier auseinander nehmen...“
„Ich lass das nicht zu!“ erklärte ich ihm.
„Ich lass nicht zu dass die eine E-Lok aus dir machen! Selbst wenn ich dich über Jahre verstecken müsste.“
„Ach Maddy, wenn das mal so einfach wäre...“ murmelte Purse mit besorgtem Blick.
„Wieso?“ fragte ich und sah den Geldtransporter an.
„Naja...Mr. Sanders hat spitz gekriegt wer und vor allem WAS du bist...“
„Und?“
„Du stehst auch auf seiner Gesuchtenliste.“ Fuhr Volta fort die mit Joule und Wrench nach vorn kam.
„Sowie wir das mitbekommen haben will er dich an so ein komisches Forschungslabor nach Komoran verfrachten lassen.“
„Ich bin aber keine Laborratte!“ meinte ich laut zu ihr.
„Wissen wir aber was sollen wir tun?“
„Sieht ja alles mächtig scheiße aus...“ murmelte Electra und fuhr sich durchs Haar.
„Ja...“ bestätigte ich leise und setzte mich erst mal.
Meine Laune war im Keller.
Jemand klopfte gegen das Tor und alle erstarrten wir.
„Hallo? Electra, bist du da?“ Es war Phoenix, der vor dem Tor stand.
„Kannste mal aufmachen, ich muss mit dir reden?“
„Einen Moment!“ rief meine Lok und die Waggons und Greaseball versteckten sich im Hinterzimmer ehe Electra das Tor öffnete.
„Was gibt’s denn?“ fragte Electra.
„Mr. Sanders will dich und Maddy in fünf Minuten am Hauptbahnhofsdepot sehen.“
„Warum?“ wollte ich wissen.
„Ich weiß nicht, ich hab die Aufgabe euch zu holen so grade bekommen, ich hab also keine Ahnung was er will.“
Ich biss mir auf die Unterlippe.
Klare Sache dass dies nichts gutes verhieß.
„Er kann natürlich auch hierhin kommen.“ Fuhr Phoenix fort und ich sprang auf.
„Nein, wir kommen ja schon!“ Hastig eilte ich zum Tor, packte im gehen Electras Arm und zerrte ihn mit mir.
Wenn der Typ zu uns kommen würde, würde er sofort bemerken dass wir Greaseball verstecken, der gesamte Schuppen roch nach Diesel.

Am Hauptbahnhofsdepot wurden wir schon erwartet. Nicht nur von Mr. Sanders sondern auch von mehreren Mechanikern und Leuten, die ich wirklich noch nie gesehen hatte.
„Kommen Sie bitte zu mir.“ Mr. Sanders winkte mich zu sich. Die Mechaniker nahmen sich Electra an.
„Wir machen nur einen Rund um check.“ Erklärte einer der etwas verängstigten Lok.
Ich ahnte übles, ging aber trotzdem zu Mr. Sanders rüber.
Etwas grob packte er meinen linken Arm, zog mich zu sich und riss mir den Handschuh von der rechten Hand.
„Habe ich es doch gewusst.“ Murmelte er und die übrigen Männer starrten meine Hand interessiert an.
„Da haben Sie den beweiß meine Herren. Dieses Mädchen ist nur zur Hälfte ein Mensch.“
„Woher wollen Sie das wissen?!“ Fauchte ich und riss mich los.
„Kann doch sein dass ich eine Prothese trage!“
Das schien auch den übrigen Männern zu denken zu geben.
„Sie lügt.“ Erklang eine Stimme, die ich niemehr hören wollte.
Arrogant und übermächtig aufgebretzelt kam Vortex auf uns zu.
„Tagchen Maddy.“
„Huh...schön dich auch mal wiederzusehen Vortex.“ Meinte ich wenig begeistert.
„Ich sage euch, dieses kleine Miststück ist das Kind eines Menschen und eines Diesels.“ Erklärte Vortex den Männern, die nun mehr beeindruckt wirkten.
„Dann nehmen wie sie gerne mit.“ Sagte ein älterer Herr mit Ziegenbart.
„WAS?!“ Rief ich und wandte mich ihm zu.
„Kommt nicht in die Tüte!“
Beim Versuch zu Electra zu gelangen und dann zu verschwinden, hinderte Vortex mich, indem sie meinen linken Arm packte und ihre Hand so fest zudrückte dass es weh tat.
„Du rennst mir nicht weg. Du gehst nach Komoran und dort werden sie dich nach Herzenslust auseinandernehmen.“ Kicherte die weibliche Lok und zerrte mich hinter sich her.

Schnell zeigte sich dass es völlig egal war wie doll ich versuchte mich zu wehren, ich hatte keine Chance.
Wenig später hockte ich in einem Waggon, einem Frachtwaggon für Tiere.
Ich kam da einfach nicht raus.
/Wo ist Electra nur?/ dachte ich und sah durch ein kleiner vergittertes Fenster hinaus.
/Wieso hilft er mir denn nicht?/
Ich stolperte und stürzte als der Zug sich in bewegung setzte.
„Sei vorsichtig.“ Hörte ich eine Stimme, zweifellos die des Waggons.
Ich setzte mich in eine Ecke und überlegte, wie ich hier trotz alledem rauskommen könnte, doch fiel mir nichts ein.
Zumindest verstand ich nun wieso Mum und Greaseball das so lange geheim gehalten hatten. Genau diese Situation hatten die beiden vermeiden wollen.
„Ob die anderen zurechtkommen werden...“ murmelte ich und zog die Knie an.

Diese gottverdammte Fahrt dauerte ewig lange. Einen ganzen Monat hatte ich nun in diesem grausigen Waggon verbracht. Zwar hatte ich gelegentlich diesen verlassen dürfen und in Reisewaggons sitzen können, nur toll war es trotz allem nicht.
Es hatte sich Herausgestellt das mich Mr. Sanders für fast eine Millionen an Komoran verkauft hatte, wo ich nun für Forschungszwecke eingesetzt oder besser untersucht wurde.

Komoran war der fortschrittlichste Kontinent, war aber relativ klein dafür. Es staute sich viel Technik auf kleinstem Raum. Menschen und Züge schienen hier in anderen Verhältnissen zu leben.
Ich sah aus dem Fenster als wir auf den Bahnhof rollten.
Die Züge sahen sich alle sehr ähnlich, zumindest hatten alle etwas gemeinsam. Alle hatten sie weißes Haar und ausdruckslose und tote Augen. Es sah aus als wären sie seelenlose Hüllen.
Das Waggontor ging auf, zwei seltsam aussehende Waggons packten mich an den Armen und zerrten mich raus. Ich hatte längst aufgegeben mich zu wehren, es brachte mir eh nichts.

Das Forschungslabor war ein wirklich riesiges Gebäude, komplett in weiß und obwohl ich verängstigt war, war ich auch sehr beeindruckt.
Man führte mich in einen Raum.
Dieser raum hatte eine Art OP-Tisch und daneben stand ein großes Tablett mit Spritzen, Skalpellen, Sägen und anderen scharfen Gegenständen.
Ich hoffte inständig dass diese Geräte nicht zum Einsatz kommen würden.
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