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Arbeiten auf einer E-Lok (Starlight Express)

von Durah
GeschichteAbenteuer, Drama / P16 / Gen
Electra Greaseball
02.12.2008
03.02.2014
45
84.708
3
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02.12.2008 1.619
 
Kapitel 12
Nach zwei weiteren, zum Glück oder Pech wie man es betrachten wollte, ereignislosen Wochen kamen wir endlich wieder in Palea an. Herr Banner schien über die Tage alt geworden zu sein. Er war am Ende mit seinen Nerven, weil er uns nie erreichen konnte und meine Mutter ihm anscheinend das Leben schwer gemacht hatte. „Ist denn wenigstens alles gut verlaufen?“ Fragte er. „Joa alles soweit in Ordnung.“ „Keine Komplikationen?“ „Nein Sir.“ Von den Dieben und dem Absturz wollte ich mal nichts erzählen, sonst würde das zu meiner Mutter durchsickern und dann wäre eine Predigt nicht mehr zu vermeiden. „Ach ja Herr Banner, der Bahnhofsvorsteher aus Polaria ist verschwunden.“ Herr Banner ließ den Kopf hängen. „Ja ich weiß, seine Leiche ist gestern gefunden worden.“ „WAS?!“ Platze es aus mir und Electra, der hinter mir stand gleichzeitig heraus. “Ja leider. Man hat ihn in der Schlucht unterhalb der Brücke gefunden.“ Electra und ich sahen uns an. Das war doch die Brücke, die wir runtergesegelt sind. Warum haben wir nichts bemerkt? „Naja aber es ist schön das es euch gut geht. Am besten ihr geht mal zu den Anderen, bevor Purse hier gleich wieder auftaucht und einen Lagebericht will.“
Also begaben wir uns zum Schuppen. Wir hatten ihn noch nicht mal ganz erreicht, da flog die Türe auf und Purse kam in einem Affenzahn auf uns zu. Er bremste geschickt ab, packte mich und presste mich an sich, dass mein Rücken krachte. „Ich hab dich so vermisst, Maddy.“ Sagte er freudig. „Purse, du brichst mir den Rücken!“ Heulte ich nur. Er ließ los, ich taumelte zurück und wurde von Electra gehalten. „Sorry, aber es war so höllisch langweilig in der Zeit wo ihr nicht da wart.“ Entschuldigte sich Purse. Die Anderen kamen raus. Joule verzichtete mal auf ihren Ansturm, sondern wuschelte mir nur ordentlich durch die Haare. „Und?“ Fragte Electra. „Was haben wir so verpasst?“ Wrench grinste breit. „Volta hat nen neuen Freund.“ „Ach sei doch still.“ Kicherte Volta mit einem Hauch Rosa im Gesicht. „Wenn du mir jetzt sagst das es der Tank Trottel ist geh ich an die Decke.“ Meinte Electra. „Tja.“ Meinte Joule und klopfte ihm auf die Schulter. „Dann geh mal an die Decke.“ „Nee echt? Du und Greaseball?“ Fragte ich freudig. „Ja, er ist so unheimlich charmant.“ „Und er hat nichts dagegen dass du ein E-lok Waggon bist?“ „Nö absolut nicht.“ „Ist ja wunderbar.“ „Oh ja ich spring vor Freude gleich in die Luft.“ Warf Electra sarkastisch ein. „Ach sei du doch ruhig. Sonst noch etwas?“ Bei dieser Frage wurden die Waggons ganz ruhig. „Ähm naja,“ begann Joule. „Was denn?“ fragte ich. „Herr Banner will in Ruhestand gehen.“ Beendete Purse den Satz. „Ach echt?“ Fragte Electra. „Was ist daran so schlimm?“ „Der Neue Vorsteher will hier eine Komplett neue Ordnung reinbringen und Lokführer neu zuordnen. Ausnahmslos.“ „Das ist jetzt ein Scherz oder?“ fragte ich doch die Waggons schüttelten den Kopf. „Und wann soll dieser neue Vorsteher seinen Dienst antreten?“ Wollte Electra wissen. „Morgen.“ Sagte Krupp trocken. Electra und ich sahen uns an. Ab morgen würde ich einen anderen Zug fahren müssen. Wie unfair war das denn? „Naja vielleicht lässt der dich ja auch weiterhin Electra fahren.“ Versuchte Volta uns aufzumuntern. „Das werden wir morgen ja sehen.“ Sagte ich bitter.
An diesem Abend saßen wir alle zusammen bei Electra und wir erzählten von unserer langen Reise. Electra konnte unheimlich gut erklären. Purse klebt förmlich an seinen Lippen und lauschte aufmerksam. Auch ich lauschte ihm obwohl ich die Ganze Geschichte schon kannte.
Die Nacht verbrachte ich nicht drüben bei den Waggons sondern ich blieb bei meiner Lok. „Also werden wir ab morgen keine Partner mehr sein?“ fragte er. „Es scheint fast so. aber wir bleiben Freunde.“ „Na logisch. Du kannst auch ruhig weiter hier wohnen.“ „Das geht leider nicht. Der Lokführer muss immer in der Näher seiner Lok sein, für Notfälle und so.“ „Scheiße.“ „Hey ganz ruhig. Es wird schon alles gut.“
Am nächsten Morgen mussten alle Lokführer und Züge im Hauptbahnhof erscheinen. Herr Banner hatte das Wort. „Also Lieben, bitte Ruhe. Also die Gerüchte meiner Abdankung machen hier ja schon seit einer Woche die Runde und ich muss Ihnen mitteilen, dass diese der Wahrheit entsprechen un nun möchte ich Ihnen den neuen Bahnhofsvorsteher Vorstellen. Mike Sanders.“ Der Neue Vorsteher trat vor. Er war noch recht jung, vielleicht ende 20. Er war unheimlich Kräftig, sein Schwarzes haar hatte er zu einem Zopf zusammengebunden und ansich machte er einen Anständigen Eindruck. „Danke Sir.“ Sagte er zu Herr Banner. Er hatte eine weiche stimme, doch klang sie etwas gekünstelt. Herr Banner lächelte. „Meine Lieben, viel Glück, wenn Sie meine Hilfe Brauchen ich bin in Komoran.“ Ich seufzte nur. Wenn wir ihn wirklich mal brauchen sollten mussten wir echt nen Monat vorher bescheid geben. Komoran war ein ganz anderer Kontinent.
Herr Banner hatte den Bahnhof gerade mit einem Eilexpress verlassen, da verdüsterte dich Herrn Sanders Miene. „Ich möchte, dass jeder Lokführer gleich einzeln zu mir kommt um einen Neuen Partner zugeschrieben zu bekommen.“ Er ging zu seinem Büro davon. Electra und ich sahen uns an. „Tja dann geh ich mal besser hoch.“ Meinte ich leise. Er nickte. „Ja. Kommste gleich noch mal?“ „Klar, ich muss doch meine Sachen holen.“ Ich wandte mich von ihm ab und ging zum Büro, wo die anderen Lokführer sich schon reindrängelten. Ich merkte schnell, dass ich die Jüngste hier war.
Am Büro selber musste ich etwas warten. Die Lokführer die rauskamen sahen alle wenig zufrieden aus und so hatte ich ein unangenehmes Gefühl im Magen, als ich reinging. Herr Sander saß hinterm Schreibtisch. „Setz dich.“ Sagte er. Ich kam dieser Aufforderung nach. Er sah kurz auf und grinste. „Ah du musst Madlene sein, Herr Banner hat eine Menge über dich erzählt. Du bist also diejenige die Electra gezähmt hat. Interessant, ich hatte dich Älter eingeschätzt.“ Ich schwieg. „Nun also, hast du einen Konkreten Wunsch mit wem du zusammen arbeiten möchtest?“ „Mit Electra.“ Sagte ich ohne groß zu überlegen. „Zu dumm, es geht nicht. Du kannst nicht zweimal den selben fahren, aber ich denke dieser Hier.“ Er hielt mir einen Zettel hin. „Wird noch besser zu dir passen.“ Ich sah auf den Zettel. „Oh nein!“ Meinte ich laut. „Nein das kommt nicht in Frage! Ich will nicht Phoenix fahren!“ „Und wieso nicht?!“ „Ich kann ihn nicht wirklich gut leiden.“ „Dann wird sich das nun ändern müssen. Du bist jetzt sein Lokführer, also beklag dich nicht es sei denn du willst kündigen.“ Ich sah ihn wütend an. „Nun meine Süße, was machst du nun?!“ Ich stand auf und ging. Das konnte nicht wahr sein, warum ausgerechnet Phoenix?
Draußen lief ich direkt los zu Electras Schuppen. Der war auch nicht sonderlich begeistert. Sein Neuer Lokführer war ein totaler Schussel. Der Verlegte einfach alles. „Und wie ist es ausgegangen?“ fragte Electra genervt. „Ich muss zu Phoenix.“ Sagte ich mehr als nur genervt. „Nee oder?“ „Oh doch.“ Ich schnappte mir meinen Rucksack. „Tja das wars dann wohl.“ Ich ließ den Kopf hängen. „Hey kannst mich ja öfters mal besuchen kommen. Die anderen werden sich da auch sicher drüber freuen.“ „Klar komm ich vorbei. Ich kann nicht lange von dir fern bleiben.“ Ich gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Er holte ein seltsames Päckchen hervor. „Hier, ich denke du darfst es erfahren.“ Ich verstand nicht ganz, doch steckte ich es dankend in meinen Rucksack. „Bis bald, danke für die gute Zusammenarbeit.“ Ich lief aus dem Schuppen um nicht auch noch anzufangen zu heulen.
Beim Schuppen von Phoenix wartete dieser schon auf mich. Er hatte wohl schon mitbekommen wer ihm zugeteilt wurde. „Hey Baby!“ Rief er als ich näher kam und ich unterdrückte das Gefühl mich einfach umzudrehen und zurückzurennen. „Hey was ziehst du denn für ein langes Gesicht?“ „Ach ich bin damit nicht ganz zufrieden, ist nichts gegen dich aber ich wollte bei Electra bleiben.“ „Keine Sorge, er läuft dir schon nicht weg und du siehst ihn ja an Freien Tagen und nach Feierabend noch.“ Versuchte Phoenix mich aufzumuntern. „Komm doch erst mal rein.“ Also folgte ich ihm in seinen Schuppen, der ähnlich wie Electras aufgebaut war nur mit dem Unterschied, dass Phoenix keine eigene Bahn hatte und somit war das zweite separate Zimmer alleine für die Lokführer. Es war wirklich malerisch eingerichtet. Trotz der Tatsache das Phoenix so neumodisch war liebte er Altmodische Möbel. Alles war in Naturfarben gehalten und erinnerte mich ein wenig an das Wohnzimmer meiner Großmutter, nur das die Teller mit den Katzen darauf an der Wand fehlten. „Und wie gefällt es dir?“ „Es sieht alles hier sehr gemütlich aus.“ Musste ich gestehen. „Das Zimmer hier gehört dir ganz alleine. Mach es dir ruhig gemütlich, ich muss mal eben rüber zu Fee. Ist doch ok oder?“ „Klar wir müssen eh erst morgen los.“ Er verschwand hinter der Türe und ich ließ meinen Rucksack auf dem Sessel fallen der da stand. Es war zwar schön hier drin, dass konnte man nicht leugnen, aber trotzdem fühlte ich mich unwohl. Der Raum war so groß und so leer. Mir fehlten Purse und die anderen, die mit ihrer Liebenswerten Art den raum fast zum platzen brachten und hier herrschte gähnende Leere. Ich wandte mich meinem Rucksack wieder zu und holte das seltsame Päckchen heraus, dass Electra mir gegeben hatte. Neugierig machte ich es auf und heraus fiel ein Buch. Ein Kleines schon etwas angeschlagenes Buch mit blauem Einband. Ich war etwas verwirrt aber nur bis ich es aufschlug und jemand auf die Erste Seite: „Tagebuch“ Geschrieben hatte. Meine Augen weiteten sich und ich blätterte erst mal wahllos dadurch. Electra hatte Tagebuch geführt, jeden Abend einen Eintrag gemacht bis auf unsere Reise nach Polaria stand echt alles drin. Damit wollte ich mich näher befassen und fing an zu Lesen.
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