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Arbeiten auf einer E-Lok (Starlight Express)

von Durah
GeschichteAbenteuer, Drama / P16 / Gen
Electra Greaseball
02.12.2008
03.02.2014
45
84.708
3
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02.12.2008 2.166
 
Kapitel 11
Wir erreichten Polaria bei Anbruch des 12 Tages. Es war wirklich ein Winterland. Alles war weiß, die Temperatur betrug hier minus drei grad und die Gleise waren eingefroren, wodurch Electra unheimlich vorsichtig sein musste. Dann endlich erreichten wir die Stadt selber. Die Züge hier waren alle Weiß oder Eisblau und hatten keine Rollen unter den Füßen sondern Kufen wie ein Schlitten oder Schlittschuhe. „Also das habe ich etwas anders in Erinnerung.“ Meinte Electra und kratzte sich am Hinterkopf. „ach ja? Wann warste denn das letzte mal hier?“ fragte ich ihn und zog den Schal eine Spur fester. Es war schrecklich kalt hier und der Wind, der die Schneeflocken wild umhertrieb machte alles noch schlimmer. „lass mal überlegen.“ Electra verfiel ins Grübeln. „Das dürfte vor einem Jahr bei meinen Ersten Reisen gewesen sein. Das war die Zeit wo Phoenix und ich noch Freunde waren.“ „Ihr wart mal Freunde?!“ Ich sah meinen Partner ungläubig an. „Und nun wollte ihr euch immer gegenseitig auseinandernehmen.“ „Naja.“ Meinte Electra im Plauderton. „Irgendein Hobby braucht doch jeder.“ Hobby nannte er das. „Also ich nenne sowas eher Eiskalte Rivalität.“ „Mag sein, aber lass uns das Thema wechseln, diesen Bahnhofsvorsteher finden und nen Abgang machen, bevor ich hier festfriere und du dir ne Grippe holst.“ „Gute Idee.“ Wir begaben uns zum Büro des Vorstehers. „Hallo.“ Meinte ich zu Der Sekretärin, die vor dem Büro an einem Schreibtisch saß und einen Kaffee schlürfte. „Ich möchte gerne zum Vorsteher.“ „Der ist nicht im Haus.“ Bekam ich als Antwort. „Und wo ist er?“ „Keine ahnung.“ „Wissen Sie denn wann er wiederkommt?“ „Nö.“ Electra hinter mir knirschte mit den Zähnen. „Ruhig mein Großer.“ Sagte ich leise zu ihm und wandte mich wieder an die Dame, die sich gerade Zucker in den Kaffee rührte. „Wir wurden aus Palea hierher geschickt um dem Vorsteher das hier zu geben.“ Ich zog das Paket aus der Jackentasche. Sie sah es kurz an. „Nein ich habe keine Informationen erhalten, dass sowas ansteht, also gehen Sie nun bitte und nehmen sie ihren Diesel mit.“ „Ich bin kein Diesel!!“ Fauchte Electra und haute auf den Tisch. „Ganz ruhig.“ Ich packte ihn am Arm. „gehen wir mein Süßer.“
Ich konnte meine Schlechte Laune wegen dieser drittklassigen Sekretärin bis wir draußen waren zurückhalten doch kaum traten wir auf die Straße konnte ich nicht mehr. „Argh! Oh diese  Blöde...wie kann die nur....Ich könnte sie...Argh Scheiße!“ Viele Umstehende sahen mich an und Electra wich vor schreck etwas zurück. „Ey bleib mal auf dem Teppich.“ Meinte er und legte eine Hand auf meine Schulter. „Wir werden unseren Job schon erledigen.“ „Hast recht. Komm gehen wir uns irgendwo unterstellen, dieses Schneetreiben ist ja nicht zum aushalten.“ Mehr schlecht als Recht gingen wir runter in die Stadt und fanden eine Überdachung wo wir uns Hinstellen konnten. Electra schüttelte kräftig den Kopf. Seine blauen und roten Haare waren vom Schnee ganz weiß und er war zweimal auf die Nase gefallen, weil rollen hier extrem schwierig war. „Ich versteh das nicht.“ Meinte ich und lehnte mich gegen die Mauer. „Wieso will man uns nicht zum Vorsteher lassen?“ „Keine Ahnung. Versuch doch mal Herr Banner anzurufen. Vielleicht kann der den Typen erreichen und uns ankündigen.“ „Keine üble Idee.“ Ich zog mein Handy aus der Tasche. „oh Wow ich habe 50 SMS in meinem Eingang. Lass mal sehen von wem die sind. Na klar alle von meiner Mutter.“ „Was schreibt die denn so?“ „Wie es mir geht, wo ich wäre, warum ich nicht antworte, ob was passiert sei, ob du mich getötet hättest, sie schickt uns Greaseball hinterher.“ „Wie sie schickt Greaseball hinterher?“ „Steht hier. Ich schick dir Greaseball zur Hilfe.“ „Der findet uns nie.“ Meinte Electra trocken. „Stimmt. Naja was soll’s.“ Ich wählte die Nummer unseres Bahnhofes und wartete. Doch der Anruf kam, wegen des Schneetreibens nicht durch. „Und was jetzt?“ Wollte Electra wissen. „Wenn wir wüssten wo der Vorsteher wohnt, könnten wir ihm das Paket auch sofort nach Hause bringen.“ Meinte ich. „Gute Idee. Warte hier.“ Electra trat raus ins Schneetreiben und ich sah nur wie er sich mit einer Straßenbahn unterhielt. Diese Zeigte in verschiedene Richtungen und redete scheinbar lauthals auf Electra ein. Nach 10 Minuten war er wieder bei mir. „Und da sagt man, Männer hätten Probleme damit nach dem Weg zu fragen.“ Kicherte ich. „Also der Vorsteher, Herr Pay, Wohnt am anderen Ende der Stadt, allerdings ist er laut der Straßenbahn schon seit letzter Woche verschwunden.“ „Wie verschwunden?“ „Naja verschwunden eben. Weg.“ „Und was jetzt?“ „Naja wir könnten das Paket auch bei seiner Frau abgeben, die sei Zuhause.“ „Na ok, auf geht’s. Du geht vor.“
Das Haus von Herr Pay, war ein großes Schönes Einfamilienhaus mit Garten, in dem Eisskulpturen Standen. Ich klingelte und eine schlanke, etwas ältere Dame öffnete. Sie erschrak ein wenig. „Ja was wünschen Sie?“ Fragte sie. „Miss Pay?“ „Ja.“ “Mein Name Ist Madlene, ich komme aus Palea um ihrem Mann dieses Paket zu überbringen.“ Die Miene der Frau hellte sich auf. „ach so natürlich, danke. Mein Mann ist nicht da aber kommen Sie doch ruhig kurz rein und Ihr Diesel kann natürlich auch rein.“ „Ich bin kein Diesel! Ich bin eine E-Lok. Eine E-Lok verdammt!“ „Ganz ruhig.“ Meinte ich und wir traten ein. Eine angenehme Wärme kam uns entgegen. „Entschuldigen Sie meine Seltsame Art aber seit mein Mann verschwunden ist bin ich sehr Misstrauisch wenn jemand hier Klingelt.“ Meinte Miss Pay, legte das Pakte auf den Kaminsims und setzte sich auf ein Weinrotes Sofa. „Gar kein Problem Miss.“ Sagte ich ruhig und sah mich in dem Schlichten aber schönen Wohnzimmer um. „Setz dich doch mein Kind.“ Wies Miss Pay mich auf. „Tut mir leid mein Lieber aber für dich habe ich leider keinen Stuhl der Stabil genug wäre.“ „Kein Problem. Ich kann auch auf dem Boden sitzen.“ Electra setzte sich mit dem Rücken zum Kamin und trocknete so ein wenig seine tropfnassen Haare. „Aber sagen Sie mal. Wieso ist ihr Mann verschwunden?“ fragte ich. „Tja keine Ahnung. Er ging eines Morgens ganz normal aus dem Haus und kam seitdem nicht wieder.“ „Das ist Tragisch.“ Sagte Electra und musterte seine Haare. „Kannst du Laut sagen, Kleiner. Sag Madlene, was ist das für ein seltsamer Zug? Ist das ein Diesel?“ „Nein das ist eine E-Lok.“ „E-Lok?“ „Ein Zug der auf Strom läuft, ein Elektrozug.” Aha. Ihr seit verrückt. Wir hier kämen nie auf die Idee Züge mit Strom laufen zu lassen. Die Kabel würden immer einfrieren und wir brauchen den Strom hier selber. Wir hatten in der gesamten Zeit nur einen einzigen Elektrozug.“ „Und was ist aus dem geworden?“ fragte Electra. Sie Frau klopfte auf den Metalltisch. „Hier ist er.“ Electra wurde bleich als hätte er eine Leiche gesehen. „Hätten Sie denn eine Vermutung, wer ihren Mann hätte entführen können?“ Fragte ich und fühlte mich ein Wenig wie eine Detektivin aus einem dieser Nachmittags Krimis. „Keine ahnung, aber ich gebe euch trotzdem einen Guten Rat: Fahrt schleunigst nach Hause. Dieses Schneetreiben draußen ist nur der Vorgeschmack auf die Wirklich kalten Tage die jetzt auf uns zukommen. Fahrt am besten sofort wieder heim. Bleibt in eurem Warmen Gebieten im Süden.“ Ich hörte an ihrem Tonfall das dieses Gespräch beendet war und ich erhob mich. „Na gut. Komm Electra gehen wir. Danke für Ihre Gastfreundschaft.“ „Seit vorsichtig ihr zwei.“
Also fuhren wir wieder zurück. So gut das eben ging. Der Wind war unheimlich stark, die Schneeflocken verhinderten, dass Electra und ich was sehen konnten. Wir wussten nicht mal wo wir genau waren. Dann änderte der Wind schlagartig die Richtung und wehte nun von rechts. Electra der sich nicht rechtzeitig darauf umstellen könnte rutschte auf den Glatten Schienen zur seite und dummerweise, bemerkte ich erst jetzt dass wir uns auf einer Brücke befanden. Ich zog die Bremse, doch zu spät. Electra undich stürzten seitlich von der Brücke.
„Aua, oh mann, langsam reicht es mir mit diesen blöden Unfällen.“ Murmelte ich leise. Wie durch ein Wunder war ich unverletzt geblieben. „Ich kann allmählich eine Strichliste anfangen zum Thema Unfälle, Verletzungen und anderer Pannen.“ Ich sah mich um. „Electra?! Electra wo bist du?!“ „Hier.“ Erklang seine Stimme ganz schwach, etwas weiter vor mir. Ich lief Los. Ich hatte Glück gehabt und war auf vollgeschneiten Ästen und Moos gelandet, doch Electra war auf hartem Stein aufgeschlagen, hatte es aber geschafft wieder in den Menschlichen Modus zu wechseln. „Oh Gott Electra!“ Ich eilte zu ihm rüber. “Wie geht es dir?” „Nicht so toll. Ich kann mich nicht mehr bewegen. Aber das ist egal. Du bist unverletzt also los. Verschwinde!“ „Wie bitte?!“ „Los lauf. Du kannst nicht hier bleiben, du wirst erfrieren.“ „Ich lass dich doch nicht hier!“ protestierte ich sofort. „Entweder gehen wir zusammen nach Hause oder es geht keiner!“ „Ach nun stell dich nicht so dumm an. Ich bin ein Zug, mich kann man neu bauen aber dich nicht.“ „Nie wird es einen zweiten Zug wie dich geben. Ich lass dich nicht im Stich!“ Er sah mich etwas verwundert an. „Du müsstest mich inzwischen gut genug kennen um zu wissen wie stur ich sein kann.“ Grinste ich. „Ich hol hilfe. Ich geh zurück in die Stadt und komm dann mit Hilfskräften wieder. Ich bin gleich zurück.“ „Gut aber beeil dich.“ Ich rannte los. Irgendwie musste ich wieder hoch kommen. Das einzige was ich konnte war durch den Schnee zu kraxeln und so nach oben zu kommen. Dort oben musste ich nur den Schienen zurück zur Stadt folgen. Ich fiel zwar mehrmals hin, doch ließ ich mich nicht beirren und lief weiter. Ich dachte nur noch an Electra und daran dass er meine Hilfe brauchte. Mein Ziel war die Bahnhofswerkstatt. Ein Junger wirklich niedlicher Mechaniker kam auf mich zu. „Wie kann ich dir helfen?“ Fragte er. „Hinten bei der Brücke ist meine Lok entgleist, ich brauche Hilfe ihn wieder zu reparieren.“ Sagte ich etwas ausser Atem. „Bei der Brücke?“ „Ja dort sind wir runtergekracht. Er liegt noch da unten und braucht schnell hilfe!“ „Wie konntest du denn so einen Sturz überleben?“ „Keine ahnung, irgendwie eben, Bitte ich brauche ganz dringend Hilfe!“ „Naja ich weiß nicht so recht.“ Begann der Junge und mir stiegen Tränen in die Augen. „Bitte! Er ist nicht nur meine Lok, er ist auch mein bester Freund.“ Der Junge seufzte. „Alles klar. Ich kann einfach keine Mädels weinen sehen. Meister, wir haben eine Entgleiste Lok an der Brücke!“ Ein Älterer Mann trat aus dem Nebenzimmer. „Alles klar, dann mal los.“
Mir einer art Kran begab sich eine ganz Kompanie zur Brücke obwohl ich ihnen gesagt hatte, dass Electra im Menschen Modus da unten Wäre. „Sicher ist sicher.“ Hatte der Meister nur dazu gesagt. Der Junge Mechaniker setzte sich auf der Fahrt zur Brücke neben mich. „Und hast du auch einen Namen, Kleine?“ „Madlene.“ „Süß, ich bin Derek.“ “Freut mich.“ Ich merkte dass der Typ versuchte zu flirten, doch ich war zu besorgt um Electra um darauf einzugehen.
An der Brücke angekommen, eilten Zwei Arbeiter erst mal nach unten um Electra zu suchen. Sie gaben per Funk bescheid, als sie ihn gefunden hatte und der Kran erledigte den Rest. „Electra, ein Glück!“ Rief ich als dieser wieder sicher auf den Gleisen war. „Ein Glück dir geht es gut.“ „Ab zur Werkstatt!“ Rief der meister Mit tiefer Stimme.
Dort musste Electras Fahrgestell ausgetauscht werden und das Kniegelenk des Rechten Beines war im Eimer, aber es zu erneuern war nicht schwer und zum Glück schmerzfrei. „So und damit sowas nicht noch mal passiert.“ Sagte der Meister und schraubte Electra anstelle von Rollen Kufen unter die Füße. „Die lassen sich auf festem Boden leicht abmontieren.“ Sagte er und zeigte mir wie ich das am besten machen sollte. Dann konnten wir die Werkstatt wieder verlassen. Ich dankte jedem der Arbeiter tausendmal für ihre Hilfe. „Oh Gott ich dachte echt das wäre unser Ende, als wir da runtergerauscht sind.“ Meinte Electra und schlitterte etwas umher. „Diese Kufen sind echt cool. Hätte nie gedacht, dass ich Schlittschuh fahren könnte.“ „Ich dachte echt ich verliere dich.“ Sagte ich leise. „Was?“ Electra kam zu mir rüber. “Wir gehören doch zusammen. Das weißt du doch. So schnell verlierst du mich nicht.“ „Aber als ich sah, wie du dort lagst, da hatte ich schon ziemliche Panik um dich.“ Electra nahm mich in den Arm. „Hey es ist doch noch mal alles gut gegangen, keiner ist tot und wir sind noch zusammen. Also lach wieder, ja?“ „Na ok.“ Ich lächelte kurz. „Electra?“ „Ja?“ Ich winkte ihn zu mir runter. „Was denn?“ Fragte er und neigte den Kopf zu mir runter. „Ich hab dich lieb.“ Sagte ich und küsste ihn. Das es verboten war, war mir im Moment sowas von Egal, ich wollte ihn einfach, da ließ sich nichts dran ändern. Er schlang seine Arme um mich und erwiderte den Kuss. Als wir uns lösten, spürte ich wie ich rot wurde, doch ich sah ihn an. Er lächelte. „Ich liebe dich auch Maddy. Mehr als alles andere auf der Welt.“ Ich grinste. „Aber trotzdem, wir sollten schleunigst zurück.“ „Hast recht, ab ins warme.“
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