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Arbeiten auf einer E-Lok (Starlight Express)

von Durah
GeschichteAbenteuer, Drama / P16 / Gen
Electra Greaseball
02.12.2008
03.02.2014
45
84.708
3
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02.12.2008 1.662
 
Kapitel 10
„Sind wir endlich da?“ „Nein. Zum zehnten male.“ „Ich habe aber keinen Bock mehr.“ „Reg dich nicht so auf, wir haben ja schon die Hälfte des Weges geschafft.“ „Ach ja? Woher willst du das wissen, Maddy?“ „Weil du ein Navi hast.“ „Ach echt? Wo kommt das denn her?“ „Sehr witzig.“ Ich seufzte und trommelte etwas auf der Amature herum. Wir waren nun schon eine ganze Woche unterwegs und es passierte absolut gar nichts. Das Gebiet durch das wir fuhren war vollkommen zivilisationsfrei, nur Bäume und anderes Grünzeug. Ich schaltete die Heizung an. Es wurde nun doch etwas kühl hier. „Wir müssten gleich zu einer Stadt kommen.“ Sagte ich, mit einem Blick auf die Karte. „Gut, ich kann nicht mehr.“ „Wieso? Dein Tank ist doch noch fast voll!“ „Trotzdem, ich hab echt keinen Bock mir die Räder platt zu fahren.“ „Gut wir werden dort erst mal rasten, können ja morgen weiterfahren.“ Sagte ich etwas genervt. Electra meckerte seit zwei Tagen wie ein kleines Kind.
Die Nächste Stadt war ziemlich groß. Die Industriestadt Despa war eine reine Elektrostadt. Alles lief hier Elektrisch. Demnach gab es hier auch Nur E-Loks. Electra fühlte sich sofort wohl hier. Kaum hatte er wieder Menschliche Gestalt angenommen, rollte eine ziemlich aufgemotzte E-Lok auf uns zu und als sie Näher kam erkannte ich dass es eine Frau war, was ja schon ungewöhnlich war. Freundlich, ja fast schon verführerisch grinste sie Electra an. „Tag auch.“ Ihre Stimme war Glockenhell. „Du bist neu hier stimmts?“ „Meinst du mich?“ Fragte Electra und ich schlug mir mit der flachen Hand gegen die Stirn. Der merkte nicht mal wenn eine versucht mit ihm zu Flirten. „Hast du auch einen Namen, du stramme E-lok?“ Langsam fuhr sie hinter Electra und legte ihre Hände auf seine Schultern. „Ich bin Electra.“ „Oh cooler Name.” Sie fuhr wieder vor ihn und warf ihr Silbernes Haar zurück. „Also ich bin Vortex.“ Dabei glitt ihre Hand über ihre Tailie runter zu ihren Beinen. Electra beobachtete dieses Spiel mit ausgesprochenem Vergnügen, doch mich nervte es. „Hey Electra, ich dachte du wolltest dich ausruhen?“ Machte ich mich bemerkbar. Vortex sah zu mir runter. „Oh wer ist den die Kleine?“ „Ähm das ist Maddy meine Lokführerin.“ Sagte Electra rasch. „Oh Lokführerin? Bist du dafür nicht noch ein bisschen zu jung?“ „Pass auf was du sagst Schwester!“ Knurrte ich und sie Grinste. „Naja, du hast doch nichts dagegen wenn ich deine Lok mal kurz entführe oder?“ Ich wollte gerade was sagen, als sie Electra am Arm mit sich zog. Er machte auch keine Anstalten hier zu bleiben. „Wir sehen uns später Maddy.“ War alles was er sagte. Ich stand an dem Bahngleis, sah den beiden nach und kam mir irgendwie verarscht vor. „Hey Maddy was tust du denn hier?“ Ich wandte mich um. Ein Diesel mit gelben und roten Streifen kam auf mich zu. „Hey Steel, lang nicht mehr gesehen.“ Sagte ich freudig. Steel war einer von Greaseballs Kumpeln und ein guter Bekannter von mir. „Ich bin eigentlich mit meiner Lok Electra hier, doch so ein dämliches Lok-Flittchen hat ihm gerade etwas den Kopf verdreht.“ Knurrte ich. Steel sah die Beiden noch in einiger Entfernung stehen, blickte auf mich und kicherte. „Da ist aber jemand eifersüchtig.“ „Eifersüchtig?“ Widerholte ich. „Ich bin doch nicht eifersüchtig, worauf denn? Auf diese Doofe Tussi? Nur weil sie mit meiner Lok flirtet? Nicht das ich neidisch wäre nein, nein, nein. Nein, nein, nein, Ich hasse sie! Ich hasse sie jetzt schon, dieses Doofe Flittchen! Aber Eifersucht? Keine spur.“ Steel hob eine Augenbraue. „Sicher?“ fragte er. „Hundert %ig . Als würde ich eifersüchtig auf diese Tussi sein nur weil die sich an meiner Lok vergreift.“ Beim reden biss ich immer mehr die Zähne zusammen und ballte die Hände zu Fäusten. „Ich denke ich geh mich mal nach einer Unterkunft umsehen.“ Damit verließ ich den Bahnhof und fragte nach einer Bleibe. Ein Lokschuppen für Reisende war noch frei. Er war geräumig, bestand aber wieder nur aus einem Zimmer. Ich setzte mich in den Sessel, krallte mir eine Zeitschrift und wartete so auf Electra.
Es war fast drei Uhr Früh als ich endlich Stimmen vor dem Schuppen hörte. „Soll ich noch kurz mit rein kommen?“ Erklang Vortex Stimme. „Nein geht nicht. Wir würden nur Maddy wecken.“ Sagte Electra. „Ach komm schon, ist doch nur die Kleine, die kann auch morgen während eurer Fahrt pennen, oder ihr Bleibt einfach einen Tag länger.“ „Ich glaube nicht, dass das gehen wird. Wir müssen noch bis nach Polaria fahren.“ „Ach komm, dann bleibst du eben hier und deine Maddy fährt mit einer anderen Lok weiter.“ „Ich weiß nicht so recht...“ Ich starrte Wütend auf die Türe. Wie konnte man bei so einer Sache noch überlegen? Wollte er mich wirklich für diese Tussi versetzten? Ich musste mich am Riemen reißen um nicht die Türe aufzureisen und Electra vor dieser Tussi eine Standpauke zu halten. „Nein ich kann Maddy nicht alleine nach Polaria schicken. Sie braucht mich und ich brauche sie.“ Sagte Electra schließlich. „Oh Schade.“ Vortex Trauer klang nicht sehr überzeugend. „Aber dann bleibt doch noch für einen Tag.“ „Geht nicht.“ „Dann sagst du der Kleinen, du hättest irgendwas, dann schickt sie dich zur Werkstatt und stattdessen kommst du zu mir und ich verwöhn dich ein bisschen.“ „Ich soll Maddy...Belügen?“ „Also Belügen ist ein So hartes Wort, ich würde es Zeit schinden nennen.“ Ich wartete gebannt. „Na...mal sehen...“ War Electras Antwort. „Dann bis vielleicht morgen mein Süßer.“ Ich hörte Vortex wegfahren. „Jaja vielleicht.“ Sagte Electra und dann schob er die Türe auf. Da ich kein Licht mehr anhatte merkte er nicht das ich ihn ansah, doch dann schaltete er das Licht an. „Hi Electra.“ Sagte ich kalt und er erschrak. “Maddy? Warum bist du denn noch wach?” „Ich warte hier seit geschlagenen 9 Stunden auf dich!“ Fuhr ich ihn an. „Was habt ihr denn so lange Getrieben?“ „Ach nichts.“ Winkte die Lok ab und fuhr zum Bett rüber. „Und wir werden Morgen früh sofort weiterfahren!“ Fauchte ich. „Du hast mitgehört?“ „Jedes Wort was du und diese doofe Tussi gesagt habt!“  „Vortex ist keine Doofe Tussi! Sie ist sehr nett!“ Fauchte Electra zurück. „Ach ja?!“ Ich stand auf. „Glaubst du auch nur für eine Sekunde, sie würde bei dir sein, wenn du keine ultracoole E-Lok wärst?“ „Was spielt das für dich eine Rolle?!“ fragte er laut, doch ich antwortete nicht. „Bist du etwa eifersüchtig auf sie?“ „Quatsch! Red doch keinen Scheiß!“ „Na also! Was regst du dich denn nun so auf? Sie behandelt mich eben anständig!“ „Ach und tu ich das etwa nicht?!“ „Du siehst in mir doch nur einen Zug!“ „Ach und sie Etwa nicht?!“ „Keiner Mag mich so wie ich wirklich bin!“ „Oh Doch ich!!“ Er hielt inne und sah mich verwundert an. „Ich habe dich die ganze Zeit als Freund gemocht, nie als Zug! Ich habe dich in mein Herz geschlossen, vielleicht sogar auch geliebt! Aber das ist dir ja völlig egal!“ „Maddy, ich...“ Er kam näher und streckte die Hand nach mir aus, doch ich schlug sie weg. „Nein vergiss es! Es ist dir doch im Grunde eh egal! Wir dürften das auch gar nicht! Geh! Geh doch zu deiner tollen Freundin, geh doch ruhig zu Vortex! Ich kann auch mit jemand anderen nach Polaria fahren! Lass mich bloß alleine! Jetzt hau endlich ab!“ Er rührte sich nicht und so wollte ich wegrennen, doch er packte meine Hand und zog mich zu sich. „Lass mich los du...“ Ich hämmerte gegen seine Brust, doch er ließ nicht locker. „Bleib bei mir Maddy.“ Sagte er leise. „Ich brauche nur dich. Vortex ist ganz nett, doch ihr fehlt etwas.“ „Ach und was?“ Er hob mein Gesicht mit einer hand an, sodass ich in seine schönen grünen Augen sehen musste. „Sie ist nicht du.“ Er schloss mich nun etwas fester in seine Arme. Mir schossen Tränen in die Augen und ich klammerte mich an ihn. „Ich würde dich nie für eine andere Sitzen lassen, egal wer sie ist. Wir gehören doch zusammen.“ Ich sah zu ihm hoch und nickte. „Na also, aber nun hör auf zu weinen.“ Er wischte mir die Tränen weg. „Sonst muss ich auch noch heulen und dann ist der ganze Abend gegessen.“ Ich musste lachen. Er genauso. „Und? Wie erklären wir das morgen deiner neuen Freundin?“ Fragte ich. „Äh....“
Am nächsten Morgen war alles soweit schon für die Abfahrt fertig. Ich hatte mir in aller Frühe einen Wintermantel, Handschuhe, Stiefel und eine Mütze Besorgt. Electra hatte sich unterdessen von ein Paar Arbeitern eine Abkürzung nach Polaria erklären lassen. Alles war bereit, wir brauchten nur noch das Signal zum verlassen des Bahnhofes und wir wären weg. Da rollte auf einmal Vortex auf uns zu. Ich beugte mich in der Führerkabine gerade runter um etwas zu verstauen als sie vor Electra stand. „Hi mein Süßer.“ Hauchte sie. „Oh Hi Vortex.“ Meinte Electra und wartete immernoch auf das Signal zur Abfahrt. „Hey was stehst du denn hier so rum? Komm gehen wir zu mir ja?“ „Sorry aber wir müssen weiter.“ „Ach komm zier dich nicht so. Bis die kleine Nervensäge kommt kannst du doch noch mitkommen.“ „Sind wir soweit Electra?“ Sagte ich und richtete mich auf. „Oh Hallo Vortex.“ „Oh hallo Maddy. Du hast ihr erzählt was ich dir Vorgeschlagen habe!“ Vortex blickte Electra böse an. „Ach quatsch, er hat kein Wort gesagt. Ich hab Ohren wie ein Luchs musst du wissen.“ Sie knurrte vor sich hin. „Hey Baby mach dir nichts draus.“ Meinte Electra lässig. „aus uns beiden wäre eh nie ein Paar geworden.“ Der von uns erwartete Pfiff ertönte und wir verließen den Bahnhof und eine Zähneknirschende Vortex.
Electra war bester Laune. „Yahoo! Und weiter geht’s!“ „Was bist du denn so gut drauf?“ fragte ich und lehnte mich aus dem Fenster. „Deine Aussagen Gestern.“ Kicherte er. „Ich habe dich in mein Herz geschlossen.“ Er kicherte Erneut. „Du erwiderst meine Gefühle?!“ „Wenn jemand davon erfährt bist du Alteisen und ich bin gefeuert.“ „Wer sollte denn dahinter kommen?“
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