Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Arbeiten auf einer E-Lok (Starlight Express)

von Durah
GeschichteAbenteuer, Drama / P16 / Gen
Electra Greaseball
02.12.2008
03.02.2014
45
84.708
2
Alle Kapitel
83 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
 
02.12.2008 3.571
 
Kapitel 1
Der Bahnhofsvorsteher las meine Akte nun schon zum fünften mal und sah mich dann ernst an. „Tja nun.“ Begann er und legte die Dokumente auf den Tisch. „Deine Erfahrungen scheinen recht gut zu sein, Mädchen. Doch ich weiß nicht so recht ob du die neue Lokführerin für unsere Beste E-Lok Electra sein kannst. Deine Erfahrungen beschränken sich auf Dieselzüge. Hast du schon mal auf einer E-Lok gearbeitet?“ „Nein Sir.“ Sagte ich und schüttelte dabei den Kopf. „Aber ich weiß wie es geht eine E-Lok zu bedienen. So sehr unterscheiden die sich nämlich nicht von den Dieselzügen.“ „Schon klar aber ob du mit Electra klar kommen wirst, ich weiß ja nicht.“ Er betrachtete mich von Oben bis unten. „Er ist sehr eigensinnig und in letzter Zeit oft mies gelaunt.“ „Damit kenne ich mich aus.“ Sagte ich rasch. „Mein früherer Lokpartner war auch etwas...naja sagen wir schwierig.“ „Wer war dein Lehrpartner?“ „Ähm die Diesellok Greaseball, Sir.“ Bei dem Namen stockte der Vorstehe und sah mich ungläubig an. „Du hast auf Greaseball gelernt?“ „Ja und er hat es mir weiß Gott nicht leicht gemacht.“ Er verfiel ins Grübeln. „Nun Gut, wir versuchen es einmal.“ Sagte er schließlich. „Es traut sich ja sonst keiner Mehr in Electras Nähe. Selbst die Waggons machen einen Bogen um ihn wenn sie keinen Dienst haben.“ „Darf ich fragen, was Mit Electra passiert ist, dass er nun immer miese Laune hat?“ fragte ich und der Vorsteher wurde peinlich verlegen. „Ach weißt du...“ Begann er und kratzte sich am Hinterkopf. „Das...das findest du am besten selber heraus.“ Sagte er schließlich und erhob sich aus seinem Bürostuhl und ging zur Türe. „Komm Mädchen, ich stelle ihn dir besser selber vor, sonst wischt er dir noch eine. Ich hoffe nur du trägst Gummisohlen.“ Ich erhob mich und folgte ihm. „Also wie war das noch? Wie Heißt du Mädchen?“ „Madlene Duffin. Doch alle nennen mich Maddy.“  „Du bist 16 Jahre alt oder?“ „Nein 18.“ Sagte ich und war etwas beleidigt. Sah ich noch so jung aus? „Und du arbeitest schon seit du 14 bist mit Zügen zusammen?“ „Ja, meine Lehre machte ich auf dem Diesel Greaseball. Als ich dann mit 16 fertig war, bekam er aber einen neuen Lehrling und ich hatte keinen Partner mehr. Da habe ich dann in der Werkstatt und beim Reinigen der Züge und Waggons geholfen. Dabei habe ich eine Menge über jede Art von Zug gelernt, sowohl im Menschlichen als auch im Mechanischen Modus.“ Erklärte ich. „Ah sehr gut. Da wären wir.“
Wir blieben vor einem riesigen Lokschuppen, aus glänzendem Chrom stehen. Der Vorsteher ging zur türe, drückte einen kleinen Knopf an der rechten seite und das Tor schwang lautlos auf. Drinnen war es groß und geräumig und sah am ehesten wie eine Luxussuite in einem 5 Sterne Hotel aus. Niemand war hier. Doch aus einem Nebenraum waren leise Schritte zu hören. „Los Joule du siehst nach.“ Erklang eine Frauenstimme. „Vergiss es Wrench!“ Sagte eine etwas kindlichere Frauenstimme. „Der schlägt mir die Rübe ein.“ „Kein großer Verlust.“ Vernahm man eine etwas kältere Frauenstimme. „Oh mann stellt ihr euch an.“ Das war nun ein Mann. Der Vorsteher seufzte. „Joule, Volta, Wrench, Krupp, Purse, Ihr könnt ruhig rauskommen!“
Im nächsten moment steckte ein Waggonmädchen den Kopf aus dem Nebenzimmer rein. Sie grinste und kam ganz raus, gefolgt von vier weiteren Waggons. „Ah guten Tag Herr Banner.“ Sagte die erste von den Fünfen und verneigte sich leicht. „Wir dachten schon es sei Electra, der ist heute wieder bester Laune.“ Sie sah auf mich. „Wer bist denn du?“ Fragte sie. „Das ist Maddy. Electras neuer Lokführer.“ Erklärte der Vorsteher. „Oh du Arme.“ Sagte der Männliche Waggon. „Maddy, das ist Joule.“ Der Vorsteher deutete auf das Waggonmädchen das mir am nächsten Stand. Joule hatte kurzes weißblondes Haar, das wild hoch stand. Mehrere rote Linien liefen aus ihrem haar über ihre Wangen. Sie lächelte freundlich. „Sie ist ein Sprengstoffwagen. Das ist Krupp.“ Krupp war der Größte der Truppe. Er trug eine rote Mütze, sein Gesicht war weiß, seine Augenlider rot und seine Rüstung, wie ich es gerne nannte, war rot silber und auf seiner Brust stand DANGER. „Das ist Purse, der Geldtransporter. Er ist noch nicht lange hier.“ Purse war etwas Kleiner als Krupp, war fast genauso bemalt im Gesicht wie er, auf seinem Kopf trug er einen seltsamen Helm und seine Rüstung war schwarz. Purse lächelte sacht und winkte mir zu. „Hier haben wir Volta, unseren Hochspannungswagen.“ Volta war ein Waggonmädchen mit strenger Miene aber gutmütigen blauen Augen. Sie war ganz in Blau gekleidet, ihr weißes Gesicht war kunstvoll mit blauen Linien verziert und ihr Haar stand wie ein Fächer von ihrem Kopf ab. Sie nickte mir zu. „Und zu guter letzt wäre da noch Wrench unser Reparaturwagen. Ohne Sie fahren wir nirgendwo hin. Sie ist unheimlich wichtig.“ Wrench, ein noch recht neuaussehendes Waggonmädchen lächelte verlegen und auf ihren Weißen Wangen erschien ein seichter Rosaton. Sie trug eine Art Legionärshelm auf dem ein rotes Kreuz draufgemalt war. Ihre Augenlider waren seicht blau ihre Wangen zierte ein roter Strich auf jeder Seite. Ihre Rüstung war schwarz weiß, ihre Schulterpolster waren rot. Sie sah Klinisch sauber aus und trug eine Art Schürze aus glänzendem Chrom. Alle fünf Wagen machten einen freundlichen Eindruck, für allem Joule die eine leicht überschwängliche Art hatte. Sie packte mich und presste mich an ihre Metallene Brust und brach mir fast meinen Rücken. „Willkommen bei uns Maddy.“ Sagte sie glücklich. „Ja vielen Dank Joule.“ Ächzte ich. „Joule, lass sie runter oder du brichst ihr den Rücken.“ Sagte Volta ernst. „Oh das will ich aber nicht.“ Sagte Joule und ließ mich los. Der Vorsteher sah sich um. „Wo ist Electra wieder?“ „Er sagte er brauche etwas frischen Fahrtwind.“ Sagte Volta und knabberte an der Ecke eines ihrer Fingernägel rum. Der Vorsteher seufzte. Da ging auch schon das Tor auf und jemand kam rein. Die fünf Waggons sahen mit schreckgeweiteten Augen auf die Gestalt hinter mir. Ich wandte mich um.
Electra war gut 2.20 groß. Er war ganz in rot und schillerndem Blau. Er trug einen Helm durch den ich nur seine grünen Augen sah, die mich ernst anblickten. Er packte den Helm, der wie eine Nachbildung einer E-Lok aussah, nahm ihn ab und lange Weiß-rot-blaue Haare fielen über seinen Rücken. Er trug immernoch einen Helm der eher wie ein Stirnband aus roten Metall aussah. Sein Gesicht war mit Roten blauen und weißen Streifen wirklich hübsch verziert, nur gefiel mir sein Kalter Blick absolut nicht. „Wer ist das?“ Fauchte der den Vorsteher an. „Was macht die hier?“ „Das ist...“ Begann der Vorsteher, doch ich trat einen Schritt vor. „Ich bin Madlene Duffin, deine Neue Lokführerin, Electra!“ Sagte ich so sicher, wie man vor so einem Riesen eben Sprechen konnte. Electra sah erst mich, dann den Vorsteher finster an. „Ich sagte doch ich will keinen neuen Lokführer und schon gar kein Kind! Besonders dann nicht wenn dieses Kind eine dumme Göre ist!“ Die Waggons wichen etwas zurück. Oh man war der Kerl ätzend. Greaseball war eine Schmusekatze gegen ihn gewesen. Das konnte ja lustig mit ihm werden. „Electra, falls es dir entgangen sein sollte bin ich der Bahnhofsvorsteher hier und nicht du. Ausserdem ist Madlene die Einzige die es versuchen will und du bist selber schuld das sie es machen muss, weil du in den letzten drei Wochen sage und schreibe 20 Lokführer Vergrault hast mit deiner Miesen Laune!“ „20 Lokführer?!“ Wiederholte ich baff. „Ja 20 und morgen werden es 21.“ Grinste Electra fies und sah mich hochnäsig an. „Glaub ja nicht, ich mache es dir einfach und pennen kannst du drüben bei den Waggons.“ „Ich hatte auch nicht vor mehr Kontakt zu dir zu haben als Nötig du Riesen Batterie auf Rollen!“ Wir sahen uns beide finster an, bis Joule schüchtern dazwischen trat. „Ähm komm Maddy, ich zeig dir mal wo du jetzt wohnen wirst und wie alles funktioniert.“ Sagte sie, packte mich an den Schultern und zog mich weg. Der Vorsteher ging zur Türe. „Also gut Madlene, du kennst jetzt jeden und morgen geht es dann los für dich.“ „Keine Sorge, ich pack das schon.“ Sagte ich mit zusammengebissenen Zähnen und sah immernoch finster auf Electra. „Und du Electra, Lass die Kleine bloß am Leben.“ Mahnte der Vorsteher noch bevor er rausging. Von der E-Lok erwartete er schon seit langem keine Antworten mehr.

Joule zog mich ins Nebenzimmer. Dort trat ich einen Silbernen Eimer gegen die Wand. „Mann ist das ein ekelhafter Kerl!“ Fluchte ich. Die anderen Waggons kamen auch rein und Volta schloss die Türe. „Ich habe ja schon gehört das E-Loks anders sind als Diesel aber das die So ätzend sind hätte ich nicht gedacht.“ Ich lies mich auf einem Fass nieder. Das Zimmer der Waggons erinnerte nicht so sehr einer Luxussuite wie das von Electra aber es war auch schön hier drin. Der Raum strahlte etwas mehr Wärme aus und an der Wand waren fünf Stellboxen. „Hier wohnen wir. Es ist zwar nicht so groß und schick wie drüben bei Electra aber es ist trotz allem, sehr schön hier.“ Sagte Purse und setzte sich in eines der seltsamen Sitzkissen die Auf dem Boden lagen. Insgesamt gab es davon 10 im ganzen Raum verteilt. In eine der Wände war sogar ein Fernseher eingebaut worden. „Funktioniert der?“ fragte ich und sah mir die Riesen Mattscheibe mal genauer an. „Klar, wir müssen nur Volta daran anschließen und schon geht es.“ Sagte Wrench, zog ihren Helm ab und offenbarte kurze orange Haare. Sie legte den Helm in eine der Boxen. „setzt dich ruhig in eines der Kissen, die werden dich schon aushalten.“ Sagte Joule, die inzwischen ebenfalls saß. Ich setzte mich auf eines der Kissen. „Womit sind die denn gefüllt?“ fragte ich. Es fühlte sich seltsam wabbelig an. „Da ist Silikon drin.“ Sagte Krupp. „Das hält jedem Gewicht stand.“ „Praktisch.“ Meinte ich nur und lehnte mich zurück. „Oh mann, du hast dir da aber eine wirklich schwere Aufgabe ausgesucht.“ Sagte Joule und ein Hauch von Mitleid lag in ihrer Stimme. „Warum ist der Eigentlich so Ekelig?“ Wollte ich wissen, doch alle Waggons zuckten mit den Achseln. „Wissen wir auch nicht. Bis vor ein paar Monaten war noch alles Wunderbar, doch auf einmal von heute auf Morgen kam diese Totalwandlung vom Netten und freundlichen Zug zum totalen Ekelpaket.“ Sagte Purse leise, aus Angst Electra könnte ihn hören. „Hier auf dem Bahnhof kann ihn keiner mehr leiden.“ „Wundert mich nicht. Ich mag ihn ja jetzt schon nicht mehr.“ „Mit wem hast du denn vorher gearbeitet?“ Wollte Volta wissen und schnupperte dann an meinem Pulli. „Oh so wie du riechst warst du wohl mit einem Diesel unterwegs oder?“ „Ja vorher hatte ich einen Diesel als Partner.“ „Sind die gut?“ Fragte Purse und zog auch den Helm ab. Er hatte einen schulterlangen schwarzen Haarschopf mit einer Grünen Ponysträhne. „Joa, Dieselzüge sind nicht schlecht. Sie sind sehr stark und können super beschleunigen, nur sind sie sehr laut, Stoßen üblen Benzingestank aus und müssen alle vier Stunden neu mit Dieselsprit gefüllt werden.“ „Naja solange wir Volta haben erledigt sich das mit dem Aufladen.“ Sagte Krupp. „Es wäre für mich aber auch um einiges leichter wenn Electra seine ganze Energie nicht immer für Sinnloses umherfahren verschwenden würde.“ Knurrte Volta und ballte die Hände zu Fäusten. „Irgendwann. Irgendwann hau ich ihm eine Rein, dass er nicht mehr weiß wo Oben und unten ist!“ „Nicht so laut.“ Mahnte Joule sie. „Sonst hört er dich und dann gibt es richtigen Ärger, er ist jetzt wirklich nicht zu ertragen.“ „Ach ja hier.“ Sagte Wrench und warf mir ein Handbuch rüber. „Da steht dein Zeitplan drin.“ Ich schlug das Buch auf und musste stöhnen. „Oh nein, Morgen muss ich Electra waschen und einen rundum Check machen.“ Sagte ich. „Euch muss ich auch checken.“ „Keine Sorge, wir werden dir dabei etwas zur Hand gehen, aber bei Electra kann ich dir nur eins Empfehlen.“ Sagte Joule. „Und was wäre das?“ „Dreh ihm bloß nicht den Rücken zu, oder sei unachtsam. Das nutzt er sofort aus und dann haste vielleicht einen bis zwei Finger weniger.“ „Ach herrje. Ich werde aufpassen.“ Sagte ich. Dann hämmerte jemand mit voller Wucht gegen die Türe. Die Waggons verkrümelten sich in Ihre Boxen. „Schnauze da Drüben!!“ Brüllte Electra. „Ich will Schlafen!!“ „Jaja schon ok.“ Rief ich zurück. Das Gehämmer hörte auf. „Meine Fresse ne.“ seufzte ich und erhob mich. „Wenn du willst kannst du bei mir mitschlafen.“ Sagte Purse fröhlich. „Gerne.“ Ich legte mich zu Purse auf die Matratze. „Pass aber auf das du dich nicht auf mich rollst.“ Sagte ich noch bevor das Licht ausging und ich nach wenigen Minuten einschlief.

Am nächsten Morgen wurde ich früh wach. Draußen war ein nerviges Motorengeräusch zu hören. Ich stand vorsichtig auf um Purse nicht zu wecken und ging zu einem der großen Fenster. Draußen stand Electra und machte, wie es schien, Morgengymnastik. Ich gähnte herzhaft, zog mir meine Schuhe an und kämmte meine Haare einmal ordentlich durch. Ich musste erst um 12 Uhr los und es war erst 8 Uhr. Also ließ ich die Waggons noch ein wenig schlafen und ging nach draußen. In der Nacht musste es geregnet haben. Überall waren dicke schlammige Pfützen. Ich schlendert an einem Bahngleis entlang als sich plötzlich eine Welle von Matsch über mich ergoss. Ich rieb mir den Dreck aus den Augen und sah Electra gerade um die Ecke biegen. „Oh na warte du.“ Knurrte ich und lief ihm nach. Er stand wieder an der wand wie eben und machte seine komischen Übungen. Ich beugte mich runter, grub eine große Hand Schlick aus und warf sie Electra voll gegen den Kopf. Weil er heute keinen Helm trug blieb alles in seinen langen Haaren hängen. Er wandte sich mit wütendem Blick zu mir um, als ich eine Zweite Ladung warf und diesmal seine Brust traf. Das ich ihn gleich wieder saubermachen musste wusste ich. Electra zuckte auf einmal komisch. Er hatte durch den Nassen Matsch von seinem eigenen Strom eine gewischt gekriegt. „autsch! Na warte du.“ Er kam auf mich zu. Ich wollte ihm ausweichen doch zu spät. Er packte mich am Hals und hob mich hoch. Ich röchelte und rang nach Luft, doch er drückte meine Kehle etwas weiter zu. „Hör mir gut zu Maddy.“ Sagte er knurrend. „Für dich Madlene.“ Sagte ich mit schwacher Stimme. „Nun Gut Madlene. Ich arbeite nur mit dir weil ich das muss, also mach dir selber das Leben hier nicht zu schwer. Das erledige ich schon für dich.“ „Madlene?!“ Erklang eine Herrenstimme und im nächsten Moment kam ein Mechaniker um die Ecke. „Die Check-in Halle ist früher frei als erwartet, du kannst Electra und die Waggons jetzt schon...“ Er stoppte als er die Szene vor sich sah. „Electra was tust du denn da?!“ Rief er und Electra ließ mich schnell fallen. „Wenn ich Herr Banner erzähle das du dich jetzt schon gewalttätig auf deine Lokführer Stürzt bist du ein Fall für den Schrottplatz.“ Sagte der Mechaniker, der den Namen Joe auf einem Schild am Kragen trug. Ich blickte auf und sah die Angst in Electras Augen. „Er hat mir nichts getan.“ Sagte ich und stand auf. Beide sahen mich an. „Ich bin im Schlamm stecken geblieben. Er hat mich nur rausgezogen.“ Ich zog meinen Pullikragen etwas höher um die Druckstellen am Hals zu verbergen. Joe sah mich erst an, dann sah er hoch zu Electra. „Gut. Dank Madlene, dass ich jetzt nichts sagen werde und es so hinnehme wie sie es sagte, doch vergreifst du dich erneut an ihr, bist du Altmetall.“ Electra verschränkte beleidigt die Arme und sah zur Seite. „Sture E-Lok.“ knurrte Joe. „also Madlene, du kannst nun mit dieser Trotzlok und den fünf Waggons in die Werkstatt, dort hinten, fahren.“ „Alles klar, danke.“ Er ging davon. „Du bleibst jetzt bitte mal für fünf Minuten still hier stehen ok!“ Sagte ich ernst zu Electra, bekamm aber keine Antwort.

Seufzend lief ich rein und machte die Waggons wach. Purse war sofort wach und griff im Halbschlaf nach seiner Mütze. „Ok, ok ich bin wach.“ Sagte Joule, nachdem ich sie 5 Minuten lang wachrütteln musste. Als sie alle endlich wach waren ging es zur Werkstatt. Das sah etwas seltsam aus, weil keiner sich direkt an Electras Halteringen, hinten am Gürtel, festhalten wollte. Als es uns dann Letzten Endes doch gelang zur Werkstatt zu kommen war es bereits 10 Uhr. „So ok. Purse du zuerst.“ Der junge Geldtransporter wechselte in den Maschinenmodus und lies sich einmal von mir durchchecken. Danach machte ich ihn im Menschenmodus sauber. Das war leichter und zeitsparender aber mit der selben Wirkung wie wenn ich ihn als richtigen Waggon geputzt hätte. Nach gut einer Stunde hatte ich die Waggons alle fertig, die sich nach draußen gesellten um ihre Haare zu trocknen. Nun waren Electra und ich alleine in der Werkstatt.  „also gut.“ Seufzte ich. „Bringen wir es hinter uns. Ich muss deine Schaltkreise checken, also Verwandel dich bitte und lass mich mal unter die Haube gucken.“ Er sah mich hochnäsig an, tat aber was ich wollte und zeigte mir seine Maschinengestalt.
Er war wirklich etwas komplizierter als Greaseball, aber immerhin spritze mir hier kein Diesel oder Öl ins Gesicht. Aber dafür wischte er mir dreimal eine. „So du dreckige E-Lok, fertig.“ Sagte ich. „Na endlich. Ich dachte schon du pennst mir ein.“ Vernahm ich seine nervige Stimme. „So Verwandel dich zurück, damit ich dich saubermachen kann.“ Ich ging zum Wasserschlauch der in der Ecke lag und stellte den Regler auf Eiskalt. Hoffe er hasst Kalte Duschen.
Ja er hasste kaltes Wasser. Er war noch nicht mal ganz nass, da kam er zu mir rüber und schlug mir den Schlauch aus der Hand. „was soll das?!“ Brüllte ich ihn an und hob ihn wieder auf. „Mach das wärmer!“ Fauchte er. „Als lasse ich mich von einem Zug rumschubsen. Aber ok, wenn du dann aufhörst zu meckern.“ Ich stellte das Wasser auf Mittel warm und brauste ihn so ab. Das gefiel ihm schon eher. Dann musste ich ihn mit einem Schwamm vom gröbsten Schlamm reinigen und dann alles noch einmal ordentlich abspülen. Trocknen musste ich ihn mit einer Art riesigem Föhn. Als auch das geschafft war, war ich schon etwas kaputt. Früher hatte ich zwar auch immer Züge und Waggons geputzt, aber das mit mindestens zwei Kollegen. Hier musste ich mich um fünf Waggons und eine Lok alleine kümmern, weil mir bei Electra ja auch keiner helfen wollte. Ich ging raus zu den Anderen die sich am zurechtmachen waren, als auf einmal ein lautes Pfeifen die Luft durchschnitt. Ich sah die Gleise entlang und sah einen Dieselzug näher kommen. Aber nicht irgendeinen Diesel, nein. „Hey Greaseball!“ Rief ich und der Diesel hielt an und wechselte in den Menschenmodus. „Hey kleine Puppe, na wie geht’s dir?“ Fragte er und knuffte mir sanft gegen die Schulter. „Mir geht’s ganz gut und was ist mit dir?!“ Ich sah an ihm vorbei und sah einen Jungen von etwa 15 Jahren hinter ihm stehen. „Ach dein neuer Lehrling?“ Fragte ich. „Jep. Stell dich doch mal vor.“ Greaseball schob den Jungen nach vorne. „Hallo, mein Name ist Tess.“ „Freut mich. Ich bin Maddy, eine alte Partnerin von Greaseball.“ „Ja ich weiß. Er hat dich erwähnt.“ „Ach hat er das?“ Ich sah hoch zum Diesel. „Was sind denn das für Gestalten?“ Wollte Greaseball wissen und sah zu Joule und den anderen Rüber. „Oh das sind meine neuen Waggons. Das sind Joule, Wrench, Krupp, Volta und Purse. Die grimmig Dreinblickende E-Lok dahinten ist Electra mein neuer Partner.“ „Electra?“ Wiederholte Greaseball. “Von dem habe ich schon gehört. Hat selbst bei uns keinen guten Ruf mehr.“ „Ähm Greaseball wir müssen weiter.“ Warf Tess ein. „Oh hast recht.“ Greaseball wechselte wieder in den Maschinenmodus. „Also man sieht sich.“ Rief Tess und sie fuhren weiter. „Das war also ein Diesel?“ fragte Purse und sah Greaseball hinterher. „Ziemlich protzig sah der aus.“ „Ja ich weiß aber er ist eigentlich ganz ok, nur hin und wieder etwas schwierig.“ Sagte ich und sah dem Diesel ebenfalls nach. „Oh du meine Fresse. Jetzt heul doch weil du diesen Stinkenden Idioten nicht mehr als Partner hast.“ Sagte Electra und drückte sich den letzten Rest wasser aus den Haaren. „Ach halt dein Maul!“ Brüllte ich ihm entgegen. „Er ist Millionen mal Besser als du!“  „Denkst du.“ „Ist so!“ „Ach red keinen Dreck. In mindestens Fünf Jahren gibt es keine Dieselzüge mehr.“ „Mag sein Electra.“ Gab ich zu. „Nur zu schade das du bis dahin, verschrottet, eingeschweißt und neu verarbeitet sein wirst und in irgendeinem Haushalt stehst und Als Toaster gebraucht wirst.“ Electra wollte gerade einen Drauflegen als es laut aus den Lautsprechern dröhnte. „Madlene? Bitte melde dich mit Electra auf Gleis 7 für den Mittagsexpress.“ Ok das ruft nach arbeit. Ihr Fünf kommt klar?“ fragte ich und wandte mich an die Waggons. „Logisch.“ Sagte Purse und lächelte. „Aber beeil dich.“ „Ja gut. Komm Electra wir müssen los.“ Die E-Lok seufzte. „Es geht ja nicht anders.“ Er verwandelte sich. „Spring rein.“ Ich stieg ich in die Führerkabine ein. „Aber fass nichts an.“ Mahnte Electra mich. „Jaja gib Gas.“ Electra tat mal was ich wollte und rauschte fast lautlos zu Gleis 7. Dort warteten schon ein Paar Passagierwaggons. Sie waren alle sehr ungehalten über unsere Verspätung. „Sorry!“ Rief ich. “Wir hatten in der Werkstatt ein kleines Problem.” „Schon gut aber nun Beeilung.“ Rief der Schaffner und die Waggons kuppelten sich an. Als alle dran hingen ging es los.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast