Geschichte: Freie Arbeiten / Prosa / Action / Kaltstart

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Kaltstart

von Billy Boy
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
30.11.2008
26.01.2009
7
8.829
 
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30.11.2008 1.332
 
Mein Name ist Mat Barner.Ich war einer der besten Streetracer der Staaten. Aber in meiner Karriere gab es nicht nur Höhen, denn mit 24 kam ich für 3 Jahre in den Knast und konnte von vorn anfangen. Ihr wollt den Grund wissen? Früher lebte ich in Kalifornien und gehörte zu den besten Drivern der Stadt. Auf der Straße konnte mir keiner das Wasser reichen.

Ich kannte jeden Winkel, wusste von jedem Schlagloch und mein Wagen war eine Augenweide. Es war ein ’68 Shelby Mustang GT-500 in rot und in der Mitte hatte er zwei weiße Rennstreifen. Seine verchromten Spiegel glänzten im Sonnenlicht und seine Blicke schreckten schon auf ein paar Meilen meine Gegner. Unter der Haube behaupteten sich noch einmal 512 Pferde. Wenn ich den Motor startete dachten die Leute der König des Jungels erwacht.

Jedes Mal wenn ich dieses Geräusche spürte, lief es mir eiskalt den Rücken runter. Es kam mir vor, als wäre ich in einer anderen Welt, eine Welt, in der es nur mein Wagen, mich und ein Ziel gab: den Sieg.

Mit 17 fing ich an Rennen zu fahren. Damals noch mit alten, klapprigen Karren, die ich mir auf Schrottplätzen erarbeitet hatte. Fast jede zweite Woche hatte ich einen Unfall und brauchte einen neuen Wagen. Zum Glück bin ich zu dieser Zeit nie in den Knast gekommen. Das hab ich auch meinem Vater zu verdanken. Er war ein ziemlich hohes Tier und konnte immer alle Folgen auf ein Minimum reduzieren.

Ich bekam durch solche Rennen immer viel Ärger, aber ich konnte es auch nicht lassen. Es war die einzige Möglichkeit für mich frei zu sein. So ein Rennen dauert zwar immer bloß ein paar Minuten, aber es sind Minuten, in denen man alles um sich herum vergisst, keine Vergangenheit, keine Zukunft, es ist nur der Moment der zählt.

Durch meinen Ergeiz wurde ich immer besser. Ich fing an um Geld zu fahren. Mit unseren Papieren konnten wir damals noch nicht viel anfangen, da unsere Karren oft weniger wert waren als das Preisgeld. Zu meinem zwanzigsten Geburtstag konnte ich mir dann meinen ’68 Shelby leisten. Er stand seit drei Jahren auf dem Schrottplatz auf dem ich immer arbeitete für mich bereit.

Er sah nicht gerade aus wie ein Rennwagen, aber man erkannte, dass es ein Shelby war und was wichtiger war, er hatte einen Motor. Nicht irgendeinen, sondern ein hochleistungs-Siebenliter Motor mit 400 PS. Ich versteh bis heute nicht wie jemand so einen Rohdiamant auf den Schrott bringen konnte, aber das war mir auch egal.

Gut, er hatte paar Kratzer und weniger Karosserie als erlaubt, aber ich hatte einen Traum, und den sah ich in diesem Mustang. Das Geld was ich noch übrig hatte steckte ich sofort in das Auto, damit ich auf die Straße konnte. Zu den ersten Rennen mit meinem „neuen“ Shelby wurde ich ausgelacht, weil ich so eine „Schrottkarre“ hatte, aber als ich den Motor anließ, verging ihnen ihr dämliches Grinsen.

Mag sein dass sie schönere Autos hatten, aber was brachten ihre hochpolierten Golfs und Fords mit glänzenden Chromfelgen, wenn sie nicht mal so schnell schalten wie quatschen konnten. Vier Jahre lang gewann ich ein Rennen nach dem anderen. Ich brauchte keine Rennen mit meinen ehemaligen Klassenkameraden um 20 Dollar mehr fahren, denn ich hatte mir in der Stadt einen Namen gemacht. Ich bekam immer wieder neue Connections, die mich in eine höhere Szene einschleusten.

So hatte ich die Chance, gegen die Besten der Besten antreten zu können. Jedes einzelne Rennen gewann ich, kein anderer Driver konnte mich stoppen. Bei der Polizei sah das nicht anders aus. Ich hatte innerhalb von zwei Jahren das höchste Kopfgeld, das ein Fahrer in Kalifornien je hatte. Aber es gab noch andere Seiten in meinem Leben. Wenn man sich einmal in der Szene einen Namen gemacht hat, konnte man jede Frau der Welt haben.

Aber für mich gab es nur eine Frau die ich wollte. Ihr Name ist Christi. Sie war die heißeste Mechanikerin die ich je kennen gelernt hatte. Sie hatte halblange, gelockte, dunkelblonde Haare und ihre blauen Augen verschafften mir weiche Knie und ich war vieles gewöhnt, mich erschüttert eigentlich nichts so schnell.

Ich lernte sie in der Werkstatt kennen, wo sie arbeitete. Seit ich sie das erste Mal gesehen hatte, war ich mindestens zwei Mal die Woche in der Werkstatt um etwas an meinem Auto zu machen. Wir lernten uns immer besser kennen und ich nahm sie immer öfter mit zu einem Rennen. Jede einzelne Fahrt, jede Kurve haben wir genossen. Es gab niemand außer uns beide.

Bis zum 16. Juni war es mehr als ein perfektes Leben. Ich hatte massig Kohle durch die Rennen verdient, ich besaß das heißeste Auto der Stadt und ich war mit der Frau meines Lebens zusammen. Der 16. Juni war ein ziemlich heißer Sommertag. Es stand ein Rennen zum Sonnenuntergang an, aber nicht irgendein Rennen, nein! Hier ging es um so was wie um Leben und Tod.

Die besten Fahrer der Stadt sollten gegeneinander antreten um herauszufinden, wer die wahre Nummer eins ist. Aber da es hier um die Krone ging, wurden die Bullen alarmiert. Ein Rennen gegen die Besten und die Polizei. Es war das Rennen auf das ich schon seit langem scharf war. In dieser Nacht sollte ich zum Streetking werden. 3 Gegner standen mit mir am Start.

Ich wusste genau dass sie nicht den Hauch einer Chance hatten. Schon nach drei Meilen war ich ein gutes Stück voraus. Die ersten Bullen saßen mir auch schon im Nacken, aber die waren erst recht nur Opfer. Jeden einzelnen von ihnen bin ich wieder losgeworden. Ich fuhr das Rennen meines Lebens, jede Kurve war wie eine Achterbahnfahrt. Als ich nur noch eine Meile vom Ziel entfernt war, hatte ich vielleicht zehn Sekunden Vorsprung.

Es war die letzte Gerade. Ich konzentrierte mich nur auf das Ziel, meine Blicke gingen nirgendwo anders mehr hin, ich umklammertemien Lenkrad immer fester und auf einmal krachte mir seitlich ein Polizeiwagen in die Seite.Er kamaus einer kleinen Seitengasse die ich völlig übersehen hatte. Ich flog von der Straße und es überschlug mich duzende Male und ich blieb auf dem Dach liegen.

Ich war leicht am Kopf verletzt und hatte mir ein paar Rippen gebrochen und ich sah nur noch verschwommen wie meine Gegner das Ziel passierten und vor der Polizei flüchteten. Das ich diesmal nicht davon kommen würde war mir klar. Duzende Polizisten kamen bewaffnet auf mich zugerannt und zerrten mich aus meinem Wagen.

100 Meter entfernt von meinem Auto wurde ich behandelt und festgenommen. Ich musste zusehen wie mein Wagen anfing zu brennen und in die Luft flog. Innerhalb ein paar Sekunden lösten sich meine Arbeit, mein Traum und mein Leben in Luft auf. Nichts mehr konnte ich wahrnehmen, es fühlte sich an als würde ein Teil von meiner Seele sterben.

Auf dem Revier wurde ich dann mehrere Stunden vernommen. Ich hatte keine Ahnung wie viel es insgesamt waren, 8…9…10? Sie wollten Namen wissen, aber sie bekamen keinen einzigen aus mir heraus. Ich hatte zu viel Stolz um andere da mit herein zuziehen. Ich allein war dafür verantwortlich, dass ich da saß.

Drei verdammte Jahre steckten sie mich in den Knast. Drei Jahre ohne jegliche Freiheitsgefühle und drei Jahre ohne Christi.
So ungefähr ist das alles passiert. Nachdem ich wieder frei war hatte ich sofort die Stadt verlassen.

Ich konnte nicht dort bleiben, da ich eine ziemliche Lachnummer nach meiner Festnahme geworden war, aber ich hatte mir geschworen eines Tages wiederzukommen, aber ob ich das einhielt, wusste ich selbst nicht. Selbst meine Freunde, oder besser gesagt von denen ich geglaubt hatte, das sie immer zu mir halten, wendeten sich von mir ab.

Das einzige was mich an noch zu diesem Ort zieht, ist Christi. Drei Jahre hab ich sie nicht gesehen, kein Zeichen von ihr, nichts. Sie ist der einzige Grund für eine Rückkehr.

Nach dem ich meine Strafe abgesessen hatte, setzten die Bullen mich in ein Flugzeug nach Miami. Sie wollten mich einfach nur aus der Stadt haben.
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