Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Second Season: Mighty Ducks

GeschichteAbenteuer / P6 / Gen
16.11.2008
08.07.2012
13
46.638
 
Alle Kapitel
14 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
16.11.2008 2.871
 
Es war wieder mal Zeit für ein nervenaufreibendes Spiel der Mighty Ducks. Trotz vollen Einsatzes stand es immer noch unentschieden.
„Das sieht nicht gut aus für die Ducks“, meinte da auch der Kommentator des Spiels. „Wenn sie es nicht schaffen, innerhalb der nächsten zwei Minuten ein Tor zu schießen, bleibt es bei einem Unentschieden.“
„Verdammt noch mal!“, schimpfte Nosedive, der abermals bei einem Versuch, auf das gegnerische Tor zuzustürmen, von den Verteidigern gestoppt worden war. „Heute läuft’s irgendwie nicht rund!“
„Ja“, pflichtete Mallory ihm bei. „Die machen einfach hinten dicht. Aber denen reicht eben auch ein Unentschieden.“
„Aber uns nicht“, erklärte Duke und nahm dem gegnerischen Spieler behände den Puck ab, den er dann Nosedive zuspielte.
„Genau!“, rief Nosedive. „Volle Kraft voraus!“
Und so startete er einen neuen Versuch.
Doch die gegnerische Verteidigung war nicht zu unterschätzen. Nosedive stellte sich schon darauf ein, eine Begegnung der unsanften Art mit der Bande zu haben, und es krachte auf einmal tatsächlich laut, aber Nosedive steuerte immer noch auf das gegnerische Tor zu.
„Danke, Grin!“, rief er dem großen Erpel zu, der alle Verteidiger des Gegners auf einmal außer Gefecht gesetzt hatte.
„Ja, ist denn das zu fassen?“, rief der Kommentator. „Grin hat tatsächlich die gesamte gegnerische Verteidigung gegen die Bande geschickt. Nosedive hat nun freie Bahn. Er schießt, und Tor! Die Ducks gewinnen!“

An einem ganz anderen Ort tigerte ein Mann in seinem riesigen Wohnzimmer auf und ab. Er war elegant gekleidet, hatte langes, schwarzes Haar, das zu einem Zopf gebunden war, und war sehr muskulös. Die Einrichtung seines Wohnzimmers ließ darauf schließen, dass er nicht gerade wenig Geld hatte. Im Zimmer stand ein riesiger Flachbildfernseher. Es lief gerade der Sportkanal, doch der Mann schien das gar nicht zu bemerken. Er lief einfach weiter hin und her und schien keine Ruhe zu finden.
So war es ihm auch egal, als sein Butler das Zimmer betrat.
„Sir, ich bringe Ihnen Ihren Tee“, sagte der Butler und stellte das Tablett, auf dem sich eine Tasse und eine Teekanne befanden, auf den Wohnzimmertisch.
Doch der Mann lief weiter auf und ab.
„Wir hatten einfach schon alles!“, rief er aufgebracht. „Löwen gegen Tiger, Tiger gegen Bären, Bären gegen Wölfe. Ich brauche etwas Neues, etwas noch nie Dagewesenes!“ Er hielt inne und raufte sich die Haare. „Aber wo soll ich so etwas finden?“
Der Butler räusperte sich und nahm die Fernbedienung zur Hand. „Sir, wie wäre es damit?“
Der Mann drehte sich um und sah auf den Fernseher. Dann lachte er erleichtert auf.
„Sehr gut, Albert“, sagte er anerkennend. „Genau das ist es!“
Und mit diesen Worten verließ er das Zimmer. Albert folgte ihm ruhigen Schrittes.
Auf dem Fernseher war ein Bild von Grin während eines Eishockeymatches zu sehen.

„Oh Mann, das war vielleicht ein Spiel“, sagte Nosedive und ließ sich auf die Couch plumpsen.
„Da geb’ ich dir Recht“, pflichtete Tanya ihm bei und setzte sich ebenfalls.
„Und dank Grin haben wir es gewonnen“, erklärte Wildwing und klopfte dem großen Erpel anerkennend auf die Schulter.
„Wie wahr, wie wahr“, sagte Andrea und schubste Nosedive ein Stück zur Seite, damit sie sich auch hinsetzen konnte, und streckte sich genüsslich. „Aber ganz ehrlich, ich möchte mich auch nicht zwischen Grin und dem gegnerischen Tor befinden.“
„Ich glaube, das möchte niemand“, erklärte Mallory.
Bald hatten alle ihre Plätze eingenommen.
Nosedive hatte sich die Fernbedienung erkämpft und auf eine Cartoonserie geschaltet, in der es um ein paar Neandertaler ging, die offensichtlich nichts Besseres zu tun hatten, als sich gegenseitig eins mit ihren Keulen überzuziehen. Da es aber wirklich ein anstrengendes Spiel gewesen war, hatte auch der Rest der Truppe nichts gegen seichte Unterhaltung einzuwenden.
Doch mit der seichten Unterhaltung war es bald vorbei, denn auf einmal ging der Alarm los.
Sofort stürmten alle in Richtung des Computerraums davon. Aber Nosedive war offensichtlich noch so in dem Cartoon gefangen, dass er auf einmal Mallory packte, sie hochhob, über seine Schulter warf und mit den Worten „Uga, uga! Nosedive sich Frau gefangen!“ mit seiner Beute davon lief.
Mallory fand das natürlich weniger lustig.
„Nosedive, was soll der Blödsinn? Lass mich runter! Sofort!“, protestierte die rothaarige Ente, doch Nosedive tat so, als würde er sie nicht hören. Und überhaupt sorgte die ganze Szene für einiges Gelächter bei den restlichen Ducks.

Als der Migrator wenig später vor einem großen Juwelengeschäft hielt, stiegen die sieben Enten sofort aus dem Wagen. Nosedive jedoch war sehr darauf bedacht, einen Sicherheitsabstand zu Mallory einzuhalten, denn diese war immer noch sehr sauer auf ihn.
Die Enten besahen sich das Geschäft genauer. Die Frontscheibe war eingeschlagen worden.
„Anfänger!“, schnaubte Duke verächtlich, als er das sah.
Dann bemerkte er, wie sich eine dunkel gekleidete Gestalt über die Dächer davon machte. Fast im selben Augenblick konnte man sehen, wie eine andere Gestalt in eine Seitengasse flüchtete und eine dritte in der entgegen gesetzten Richtung das Weite suchte.
„Andrea, Duke, ihr übernehmt den auf dem Dach, Mallory, Grin, ihr folgt dem Kerl, der da rüber gelaufen ist, der Rest kommt mit mir“, befahl Wildwing, und schon nahmen die sieben Enten die Verfolgung auf.
Mit Hilfe ihrer Kletterhaken hatten Duke und Andrea das Dach schnell erreicht und folgten dem Dieb, indem sie zum nächsten Dach sprangen.
Doch der Dieb schien tatsächlich nicht sehr geübt zu sein, denn als er seine Verfolger bemerkte, wurde er furchtbar hektisch und stolperte fast über seine eigenen Füße.
Das machte die beiden Enten kurz stutzig, doch sie ließen sich davon nicht beirren. Als sie den Dieb fast erreicht hatten, ließ dieser einen Stoffbeutel fallen und rannte noch schneller.
Andrea hob vorsichtig den Beutel auf und öffnete ihn dann. Er enthielt Diamantencolliers und anderen wertvollen Schmuck.
„Welcher Dieb lässt seine Beute zurück?“, fragte sie.
„Einer, dem es nicht um die Beute geht“, antwortete Duke und ließ seinen Blick über die Dächer streifen. Der Dieb war verschwunden.

„Halt ein, Schurke!“, rief Nosedive gerade dem Dieb hinterher, den er, sein Bruder und Tanya verfolgten.
Den Blick, den ihm daraufhin der Teamcaptain zuwarf, kommentierte er mit „Entschuldigung, ich konnte einfach nicht widerstehen.“
Auch dieser Einbrecher schien ziemlich kopflos zu flüchten, denn nach wenigen Minuten, hatte auch er seine Beute fallen gelassen.
Tanya nahm diese an sich, während Nosedive und Wildwing sich den Dieb schnappen wollten, doch bald kehrten diese unverrichteter Dinge zurück.
„Der Typ ist wie vom Erdboden verschluckt!“, erklärte Nosedive.
„Das Ganze ist irgendwie eigenartig“, sagte Wildwing. Dann wandte er sich an seine Begleiter: „Lasst uns zurückgehen. Vielleicht hatten die Anderen mehr Glück.“

Grin und Mallory liefen hinter Dieb Nummer drei her. Sie erreichten gerade eine größere Straße, als dieser aus heiterem Himmel einfach stehen blieb und sich rasch zu ihnen umwandte. Mit voller Wucht schleuderte er den Stoffbeutel mit der Beute gegen Mallory, doch diese fing ihn einfach auf.
„Was soll denn das?“, fragte die Rothaarige verdutzt. „Gibt der etwa auf?“
Langsam näherten sie sich ihrem Gegner, doch auf einmal war alles voller Rauch.
Mallory konnte nichts mehr sehen, sie bemerkte nur eine Bewegung neben sich, und als der Rauch sich verzog, war Grin weg.
Die rothaarige Ente sah sich um, dann entdeckte sie in einiger Entfernung einen kleinen Lieferwagen, in den ein paar Männer etwas Großes luden – etwas Großes, Graues mit muskulösen Armen, etwas, das aussah wie... Grin!
Mallory rannte sofort los, doch in diesem Augenblick wurde auch schon die Tür des Lieferwagens zugeschlagen, und er brauste davon.
Mallory beschleunigte ihren Schritt, doch sie konnte den Lieferwagen unmöglich erreichen.
Das Einzige, was sie noch erkennen konnte, war das Zeichen auf der Rückseite. Es war ein roter Löwenkopf.

Als die sechs Enten wenig später ihr Hauptquartier erreichten, machte sich Tanya sofort daran, mit Hilfe von Drake One Informationen über das Zeichen, das Mallory gesehen hatte, einzuholen.
Mallory jedoch machte sich Vorwürfe.
„Ich versteh das nicht“, sagte sie. „Er war direkt neben mir. Wieso habe ich nicht besser aufgepasst? Ich bin Mitglied der Puckworld Special Forces. So ein einfacher Trick sollte bei mir doch nicht funktionieren!“
„Du hast getan, was du konntest“, sagte Wildwing.
„Aber es war nicht genug!“, erwiderte Mallory.
Da legte der weiße Erpel beruhigend eine Hand auf ihre Schulter. „Keine Angst. Wir werden Grin finden.“
„Ich verstehe nur nicht, warum wir ihn nicht über sein Funkgerät orten können“, warf da Nosedive ein.
„Na ja“, erklärte Tanya. „Entweder haben sie es ihm abgenommen und zerstört oder er befindet sich außer Reichweite oder er ist in einem schalldichten Raum. Es gibt mehrere Möglichkeiten.“
„Und ich mag keine davon“, sagte Andrea.

Als Grin erwachte, wusste er zuerst nicht, wo er war. Er hörte seltsame Geräusche um sich herum. Langsam setzte er sich auf und sah sich um. Er befand sich in einem Käfig. Neben diesem standen weitere Käfige, und die seltsamen Geräusche kamen aus den Käfigen. In dem Käfig gegenüber dem seinen befanden sich mehrere Wölfe, im Käfig links neben ihm schlich ein Tiger an den Gitterstäben entlang. Dann konnte er noch Braunbären ausmachen, Löwen, Panther. Es befanden sich Unmengen an Raubtieren hier.
„Ah, mein neuester Fang ist soeben aufgewacht“, hörte der graue Erpel da eine Männerstimme sagen, und ein muskulöser, junger Mann mit langen, schwarzen Haaren trat an seinen Käfig.
„Was soll das hier?“, fragte Grin ruhig.
„Was das hier soll?“ Der Mann lachte auf. „Du bist Teil meiner Sammlung wilder Tiere, mein Freund. Und morgen wirst du in der Arena kämpfen.“
„Kämpfen?“, fragte Grin weiter.
„Ja, gegen einen Löwen oder Tiger – da bin ich noch etwas unschlüssig“, erklärte der Mann. „Und wie ich hoffe, wird es ein außergewöhnlicher Kampf werden.“ Der Mann grinste, drehte sich dann um und ging davon. „Ich wünsche eine gesegnete Nachtruhe!“, rief er Grin noch zu.
Der Tiger im Käfig neben Grin fuhr mit einem Satz gegen die Gitterstäbe, als der Mann vorbeikam, konnte diesen mit seinen Pranken jedoch nicht erreichen. Der Mann zuckte nicht einmal mit der Wimper.
Er richtete den Stock, den er bis dahin nur in der Hand getragen hatte, auf den Tiger, und ein kleiner Blitz zuckte aus der Spitze des Stockes, verpasste dem Tiger einen elektrischen Schlag und ließ diesen so in den hintersten Teil seines Käfigs flüchten.
Grin beobachtete nachdenklich diese Szene.

Am nächsten Morgen betraten Mallory, Duke, Andrea, Nosedive und Wildwing wieder den Computerraum.
Tanya saß immer noch vor dem Bildschirm, und die Unmengen an Kaffeetassen, die sich neben ihrem Stuhl stapelten, ließen darauf schließen, dass sie die ganze Nacht durchgearbeitet hatte. Nichtsdestotrotz wirkte die blonde Ente frisch wie nach einem 10-Stunden-Schönheitsschlaf.
„Und, Tanya?“, fragte Mallory sofort. „Hast du was rausgefunden?“
„Ich denke, ja, Mallory“, antwortete die Technikerin. Sogleich erschien ein rotes Löwenkopf-Logo auf dem Bildschirm. „Es gibt nur eine Firma, deren Besitzer reich und mächtig genug ist, um so eine Entführung, wie wir sie gestern erlebt haben, zu planen. Hierbei handelt sich um Lion Industries, eine Technologiefirma, die sich auf Autozubehör – vor allem für Rennwagen – spezialisiert hat. Ihr Inhaber ist Gabriel Masters.“ Das Bild eines jungen, muskulösen Mannes mit langen, schwarzen Haaren erschien auf dem Bildschirm. „Seine Skrupellosigkeit und Vorliebe für wilde Tiere haben ihm den Beinamen ‚der Löwe’ eingebracht. Daher auch der Name seiner Firma. Er wurde mehrmals wegen illegaler Tierkämpfe angezeigt. Vor ein paar Monaten wurde er deswegen sogar zu einer höheren Geldstrafe verurteilt.“
„Also, der Teil mit den Tierkämpfen gefällt mir schon mal nicht“, warf Duke ein.
„Und wo finden wir Mr. Masters?“, fragte Wildwing.
„Es ist nicht bekannt, wo er sich zur Zeit aufhält“, antwortete Tanya. „Doch er besitzt eine kleine Insel, die auf’s Strengste bewacht wird.“
„Und die wäre geradezu ideal, um dort illegale Tierkämpfe abzuhalten“, sagte Mallory.
„Genau“, pflichtete Wildwing ihr bei. „Das sehen wir uns besser an.“

In der Zwischenzeit wurde der Käfig, in dem Grin sich befand, mit Hilfe eines Gabelstaplers zu einem Tor befördert. Dort wurde dann die Tür des Käfigs geöffnet.
Als aber einer der Arbeiter Grin mit Hilfe eines Elektrostockes, wie ihn Gabriel Masters gestern verwendet hatte, ins Freie treiben wollte, wurde es dem großen Erpel zu bunt. Mit einer schnellen Handbewegung riss er dem Mann den Stock aus der Hand und brach ihn in zwei Hälften.
„Das will ich dir nicht geraten haben“, sagte er grimmig und trat ins Freie.
Wie er feststellte, befand er sich in einer Arena. Das Tor hinter ihm wurde sofort geschlossen.
Auf der Tribüne befand sich Gabriel Masters, vollkommen in Safari-Klamotten gekleidet. Lässig saß er da und schien sich offensichtlich schon auf das Schauspiel zu freuen, das sich ihm bald bieten würde.
„Ah, mein großer Freund“, sagte er fröhlich. „Bist du gut ausgeruht? Dann kann’s ja losgehen!“
Und als er das gesagt hatte, wurde ein Tor neben Grin geöffnet. Man konnte nicht erkennen, was für ein Tier sich dort verbarg, aber das laute Brüllen ließ nichts Gutes erahnen.
Instinktiv ballte Grin die Fäuste. Wie sollte er da nur wieder rauskommen?

Die Aerowing steuerte auf eine kleine Insel zu.
„Wenn wir uns der Insel von Osten nähern, umgehen wir ihr Radar. Wir können uns dann zu Fuß bis zu Masters’ Herrensitz durchschlagen“, erklärte Mallory.
„Das dauert zu lange“, gab Wildwing zurück. „Wir nehmen den direkten Weg.“
„Leute!“, rief da Tanya. „Ich kriege jetzt auch endlich wieder ein Signal von Grins Funkgerät!“
„Okay“, sagte der Teamcaptain der Ducks. „Dann wollen wir mal!“
Auf einmal wurde die Aerowing schwer durchgerüttelt.
„Ich sag’s euch ja nur ungern, Leute“, sagte da Duke. „Aber ich glaube, wir stehen unter Beschuss.“
„Was du nicht sagst!“, erwiderte Andrea. „Da wär ich jetzt aber nicht drauf gekommen!“
„Ausweichmanöver einleiten!“, befahl Wildwing und steuerte die Aerowing, so gut es ging, durch den Raketenhagel, mit dem Masters’ Sicherheitsleute sie begrüßten.
Wenig später landete die Aerowing im Innenhof von Masters’ Villa.
„Bleibt zusammen!“, befahl Wildwing. „Grins Signal kommt aus dieser Richtung.“
Gemeinsam kämpften sie sich durch die Reihen von Masters’ Leuten.
Einer von Masters’ Männer landete mit einem Karateschrei direkt vor Andreas Füßen und verdrehte sich in allerlei kämpferischen Posen. Die braunhaarige Ente verdrehte bloß die Augen, holte zum Schlag aus, und schon taumelte der Mann rückwärts gegen die nächste Wand, wo er zusammensank.
Ein anderen Kämpfer ging mit einem Stock auf Duke los, bekam diesen aber einfach in zwei Hälften geschlagen und wurde dann mit einem Fußkick ebenfalls außer Gefecht gesetzt.
„Hört mit den Spielereien auf, Leute!“, rief da Nosedive. „Unsere Sendezeit ist bald um!“
„Dive hat Recht!“, stimmte Tanya ihm zu. „Wir sollten sehen, dass wir weiterkommen.“
Und schon setzten die Enten ihren Weg fort und erreichten bald unbeschadet die Arena.
Schnell befanden sie sich auf der Tribüne, doch dann blieben alle sechs wie angewurzelt stehen, denn das Bild, das sich ihnen bot, war einfach zu komisch.
Masters war von seinem Sitz aufgesprungen und brüllte aufgebracht in sein Funkgerät, während er wie ein kleines Kind aufstampfte: „Albert, schick den nächsten Tiger rein!“
„Es tut mir Leid, Sir“, erwiderte Albert über Funk. „Das war unser letzter Tiger.“
Die Blicke der sechs Enten wanderten auf den Kampfplatz, wo Grin im Sand saß. Neben ihm lag ein Tiger und ließ sich von dem Erpel hinter dem Ohr kraulen. Das Schnurren der Großkatze war bis auf die Tribüne zu hören.
Nosedive lachte kurz auf und landete dann mit einem Satz in der Arena.
„Gut gemacht, Großer“, sagte er fröhlich. „Und da machen wir uns Sorgen um dich!“
„Ach, du weißt doch“, gab Grin zurück, „Tiere mögen mich.“
„Tatsache“, erwiderte der blonde Erpel und trat näher zu Grin und dem Tiger hin, was aber von der Raubkatze mit einem markerschütternden Brüllen quittiert wurde.
„Vorsicht, mein Freund“, sagte Grin. „Suzie mag keine Fremden.“
Nosedive lachte nur verlegen und verzog sich im Rückwärtsgang an den Rand der Arena.
Im selben Augenblick schoss Wildwing einen Puck mit Seilen nach Masters ab, so dass dieser gefesselt zu Boden sank.
„Ich denke, Sie haben Einiges zu erklären, Mr. Masters“, sagte der weiße Erpel kühl.

Grin strich Suzie noch einmal beruhigend über den Kopf, ehe sich die Tigerdame mit einem geschmeidigen Sprung in ihren Käfig begab und der Erpel die Tür schloss.
„Keine Sorge, Grin“, sagte Tanya. „Wir finden bestimmt Zoos, die die Tiere aufnehmen.“
Der Erpel nickte bloß.
„Und jetzt ab nach Hause, würde ich vorschlagen“, meinte da Duke. „Ich denke, das war genug Aufregung für einen Tag.“
Doch kaum hatte er den Satz beendet, als auf einmal ein Gabelstapler, der sonst zum Verladen der Käfige eingesetzt wurde, auf Nosedive zusteuerte, sich dessen Ladevorrichtung hinten in Nosedives Brustpanzer einhakte und ihn nach oben hob.
„He, was soll denn das?“, protestierte der junge Erpel. „Lasst mich wieder runter!“
Da steckte Mallory grinsend den Kopf aus der Fahrerkabine. Sie sprang heraus, klimperte fröhlich mit den Schlüsseln und ging davon.
„Hach, das wird ein ruhiger Heimflug“, sagte sie noch.
Tanya folgte ihr kichernd.
„Leute, das könnt ihr doch nicht machen!“, rief Nosedive. „Duke, hilf mir!“
„Wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe, dann, dass man sich einer rachsüchtigen Frau besser nicht in den Weg stellt“, antwortete der graue Erpel bloß und ging ebenfalls davon. Andrea folgte ihm.
„Andie, hilf du mir wenigstens!“, versuchte Nosedive es erneut.
„Nach dem, was sie mit dir gemacht hat?“, gab die braunhaarige Ente zurück. „Lieber nicht!“
Auch Wildwing schien der Ansicht zu sein, dass sein kleiner Bruder einen Denkzettel verdient hatte und folgte dem restlichen Team, dem sich auch Grin anschloss.
„Leute, das ist nicht mehr witzig!“, rief Nosedive ihnen hinterher. „Jetzt kommt schon! Lasst mich runter! Leute? Leute!!!!!!“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast