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Second Season: Mighty Ducks

GeschichteAbenteuer / P6 / Gen
16.11.2008
08.07.2012
13
46.638
 
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16.11.2008 3.370
 
Es war ein ganz normaler Tag im Hauptquartier der Mighty Ducks. Wildwing, Andrea und Duke waren gerade in der Küche, als eine offensichtlich sehr wütende Mallory hereingestürmt kam.
„Dein Bruder“, rief sie und deutete auf Wildwing, „hat mich aus meinem eigenen Zimmer gesperrt.“
„Und wie hat er das geschafft? Hattest du nicht abgeschlossen?“ fragte Wildwing.
„Doch“, erwiderte Mallory, „aber er hat den Code geknackt.“
Und die Hände in die Hüften gestemmt wandte sie sich an Duke: „Hast du ihm da vielleicht irgendwas beigebracht?“
Duke schüttelte den Kopf. „Er richtet so schon genug Schaden an. Warum sollte ich ihm da auch noch helfen?“
„Ganz ruhig, Mallory“, beteiligte sich nun auch Andrea an der Unterhaltung. „Vielleicht hat er den Code auch nicht geknackt, sondern nur erraten. Was war es denn? Dein Schlüpfdatum?“
Ein geschockter Gesichtsausdruck von Seiten Mallorys deutete Andrea an, dass sie mit ihrer Frage, die eigentlich als Scherz gedacht war, vollkommen richtig lag. Sie schlug sich mit der Hand an die Stirn und verließ dann kopfschüttelnd die Küche.
„Also, das war wirklich dumm“, sagte nun Duke. „Das musste er ja irgendwann rausfinden.“
„Jaja, schon gut“, erwiderte Mallory ärgerlich. „Auf alle Fälle hat er jetzt den Zugangscode geändert, und ich kann nicht rein.“
„Schon in Ordnung, Schätzchen“, sagte Duke und legte seine Hand auf Mallorys Schulter. „Ich helf’ dir.“
„Danke“, antwortete diese, und sie machten sich gemeinsam auf den Weg zu Mallorys Zimmer.
Doch als sie dort ankamen, stand schon Andrea bei der Tastatur für die Code-Eingabe, und im selben Augenblick schwang die Tür auf.
„Bitteschön, Mallory“, wandte sich Andrea an diese, „Jetzt kannst du einen neuen Code eingeben. Und bitte mach’s Nosedive diesmal ein bisschen schwerer.“
„Danke, Andrea“, sagte diese erleichtert, machte sich daran, einen neuen Code einzugeben und stürmte dann in ihr Zimmer, um zu sehen, ob Nosedive nicht irgendwelchen anderen Schaden angerichtet hatte.
Währenddessen machte sich Andrea auf den Weg in ihr Zimmer, aber als sie an Duke vorbeikam, sagte dieser zu ihr: „Ich wollte Mallory helfen.“
„Tja“, erwiderte Andrea, „Dann ist das ein typischer Fall von ,Zu spät gekommen’. Das nächste Mal bist du schneller. Vielleicht.“
Und sie setzte ihren Weg fort und ließ Duke zurück, der nicht wusste, ob er überrascht oder sauer sein sollte.

Kurz darauf ging der Alarm los. Alle sieben Enten versammelten im Computerraum. Nosedive kam allerdings etwas später. Mallory hatte ihm unterwegs ein Bein gestellt.
„Mallory!“ rief der blonde Erpel, als er zu den Anderen humpelte. „Das war echt unfair!“
„Ungefähr so unfair, wie den Zugangscode zu meinem Zimmer zu ändern?“ gab diese gereizt zurück.
Wildwing wandte sich, die beiden Streithähne ignorierend, an Tanya: „Was ist los?“
„Drake One hat Teleporterenergie in der Stadt ausgemacht“, erwiderte diese.
„Gut“, sagte Wildwing. „Das sehen wir uns besser an.“

Wenig später brauste der Migrator durch Anaheim. Doch Nosedive und Mallory setzten hier ihre Streiterei fort.
„Ich frage mich, was du dir dabei gedacht hast“, sagte Mallory zu Nosedive. „Echt unmöglich!“
„Aber das war doch nur ein kleiner Scherz!“, gab dieser zurück. „Verstehst du keinen Spaß?“
„Nicht, wenn man mich aus meinem eigenen Zimmer aussperrt“, war die Antwort.
„Ach, komm schon“, sagte Nosedive. „Das wird mir ohnehin nicht mehr gelingen. Du hast doch den Code geändert.“
Und mit einem Grinsen fügte er hinzu: „Trotzdem werde ich es weiterhin versuchen. Das nächste Mal gebe ich mal das Datum des Nationalfeiertages von Puckworld ein.“
„Ach, Nosedive“, mischte sich nun Andrea ein. „Mallorys Schlüpfdatum war schon zu leicht zu erraten. Glaubst du wirklich, dass sie dann noch einmal so etwas Leichtes aussucht?“
Doch ein Blick auf Mallory, die sichtlich um Fassung bemüht war, gab Andrea zu erkennen, dass diese tatsächlich wieder so etwas Leichtes ausgesucht hatte.
Schon zum zweiten Mal an diesem Tag schlug Andrea sich mit der Hand gegen die Stirn.
„Mallory!“ sagte sie kopfschüttelnd.

In der Zwischenzeit hatte der Migrator sein Ziel erreicht. Es handelte sich um ein Gebäude, das von einem Zaun umgeben war.
„Na, dann wollen wir mal“, sagte Wildwing, und die sieben Enten verließen den Migrator.
Als Wildwing das Tor jedoch öffnen wollte, musste er feststellen, dass es verschlossen war. Er warf Duke einen Blick zu, und dieser wollte eben das Schloss genauer unter die Lupe nehmen, als Andrea an ihm vorbeihuschte und in Nullkommanichts das Tor geöffnet hatte.
Mit einer Handbewegung deutete sie an, dass sie den Anderen den Vortritt lassen wollte, und diese betraten nun auch das Gelände.
Als jedoch Duke an ihr vorbeiging, flüsterte sie ihm zu: „Vielleicht beim nächsten Mal, L’Orange.“
Dieser blickte sie zur Antwort jedoch nur böse an.
Die sieben Enten schritten auf das Gebäude zu.
„Laut Drake One kam die Teleporterenergie aus dem Inneren des Gebäudes“, erklärte Tanya.
„Okay!“ rief Nosedive. „Dann nichts wie rein!“
Er wollte bereits losstürmen, doch sein Bruder hielt ihn zurück.
„Wir teilen uns besser auf“, sagte der Teamcaptain. „Mallory, Tanya, ihr übernehmt mit mir den Vordereingang. Der Rest betritt das Gebäude von hinten.“
„Was dagegen, wenn ich mir auf andere Art und Weise Zugang verschaffe?“ fragte da Andrea. „Die Kameras rund um das Gebäude beunruhigen mich ein bisschen.“
Wildwing sah sie kurz an. „Würde es etwas ändern, wenn ich etwas dagegen hätte?“
„Nicht wirklich“, gab die braunhaarige Ente zurück.
„Na schön“, erwiderte der weiße Erpel. „Duke, du begleitest sie.“
Den geschockten Blick der beiden bemerkte er nicht mehr.

Wenig später hatten Nosedive, Grin, Mallory, Tanya und Wildwing bereits das Gebäude betreten.
Andrea und Duke hatten sich erst einen toten Winkel der Kameras zunutze machen müssen und waren soeben erst auf das Dach geklettert. Durch ein riesiges Dachfenster blickten sie ins Innere und sahen, wie Siege, begleitet von Wraith und Chameleon, eine Kiste davontrug.
Auch die Anderen hatten nun die beiden Echsen entdeckt.
„Ich würde vorschlagen, ihr bringt das besser wieder zurück!“ rief Wildwing und schoss mit einem Puck nach Siege.
Dieser duckte sich jedoch gerade noch rechtzeitig.
„Ich denk gar nicht dran!“ erwiderte dieser, stellte die Kiste zu Boden und eröffnete das Feuer.
Auch Wraith und Chameleon mischten sich nun in das Feuergefecht ein.
Bald flogen Pucks und Laserstrahlen nur so durch den Raum. Die drei Saurier wichen etwas zurück, so dass die Kiste in der Mitte des Raumes stehen blieb.
„Wir müssen ihnen helfen!“ rief Andrea und wollte das Dachfenster einschlagen, doch Duke hielt sie zurück.
„Warte!“ sagte er. „Irgendwie geht das heute etwas zu leicht.“
Und Duke sollte Recht behalten, denn genau in diesem Augenblick teleportierten sich die drei Echsen aus dem Gebäude. Nosedive rannte sofort zu der Kiste und öffnete sie, um zu sehen, was darin war, aber er hatte sie noch kaum berührt, als der Alarm losging. Sämtliche Türen verriegelten sich automatisch, und das Dachfenster wurde mit einem Gitter versperrt.
„Nein!“ Andrea wollte sofort ihren Freunden zu Hilfe eilen, doch Duke zerrte sie von dem Dachfenster weg. Er konnte schon die Polizeisirenen hören. Das sah nicht gut für die Anderen aus.
„Wir müssen hier weg“, sagte er trocken zu Andrea.
Diese versuchte immer noch, sich von ihm loszureißen, hielt dann aber inne.
„Meinetwegen“, erwiderte sie, und die beiden verließen das Dach auf die Weise, auf die sie es betreten hatten. Sie konnten gerade noch von dem Gelände flüchten, als die Polizei eintraf.

Währenddessen standen die anderen fünf Enten mehr oder weniger verdutzt im Inneren des Gebäudes.
„Was geht denn hier ab?“ fragte Nosedive, der immer noch neben der Kiste kniete.
„Nur so auf Verdacht, ich denke, wir sind in eine Falle geraten“, gab Mallory schnippisch zur Antwort.
Fast in demselben Augenblick öffnete sich die Vordertür, und Captain Klegghorn trat mitsamt einen Kollegen ein.
„Klegghorn!“ rief Wildwing erfreut. „Schön, Sie zu sehen. Irgendetwas hier stimmt nicht.“
Und während er dies sagte, ging er auf den kleinen Polizisten zu. Doch dessen Gesichtsausdruck blieb wie versteinert. Als der weiße Erpel näher auf ihn zutrat, griff er nach seiner Pistole und nahm ihn ins Visier.
Kurz seufzte er auf, und Bedauern zeigte sich auf seinem Gesicht, ehe er sagte: „Es tut mir Leid, Wildwing, aber ich muss euch festnehmen.“
Die fünf Enten starrten ihn fassungslos an.

Von einer Seitengasse aus blickten Duke und Andrea auf das Gebäude. Duke beobachtete genau, was dort vorging, Andrea jedoch lehnte lässig an einer Hausmauer.
„Komm’ schon, Duke“, sagte sie ruhig. „Findest du nicht, dass du etwas überreagierst? Das muss so etwas wie ein Reflex bei dir sein. Du hörst eine Polizeisirene und rennst los. Den fünf passiert sicher nichts. In dem einen Wagen habe ich diesen Klegghorn erkannt. Wildwing wird ihm die Situation erklären, und das war’s.“
Doch sie verstummte jäh, als sie sah, wie ihre fünf Freunde in Handschellen abgeführt wurden.
„Ich könnte mich natürlich auch irren“, ergänzte sie kleinlaut.

Andrea und Duke waren ins Stadion zurückgekehrt. Schweigend saßen sie im Computerraum.
„Und was jetzt?“ fragte Andrea schließlich und offensichtlich ein wenig gereizt. „Wir können hier doch nicht einfach so rumsitzen.“
„Irgendwelche Vorschläge?“ fragte Duke, und er klang auch nicht gerade freundlich.
„Ja, stell dir vor!“ gab Andrea zurück. „Wir fragen nach, wessen sie nun eigentlich beschuldigt werden.“
„Und wir spazieren dafür einfach ins Polizeirevier und fragen höflich?“ fragte der Erpel spöttisch. „Vergiss es, die nehmen uns auch fest.“
„Aber bei uns haben sie keine Beweise!“ erwiderte die braunhaarige Ente wütend.
„Wenn sie einen Beweis wollen, werden sie einen finden“, erwiderte Duke.
„Ach ja?“ entgegnete Andrea. „Wir sind auf den Kameras nicht zu sehen! Ich wusste ja, dass mir die irgendwie komisch vorkamen!“
„Und warum hast du dann nicht darauf bestanden, dass wir alle ihnen ausweichen?“ Duke war nun sichtlich wütend.
„Und wieso hast du die Anderen nicht informiert, als dir die Sache eigenartig vorkam?“ gab Andrea deutlich lauter zurück.
„Und warum...?“ Doch weiter kam Duke nicht, denn Phil betrat gerade den Computerraum.
„Das ist eine Katastrophe!“ rief er haareraufend. „Wie konnte das nur passieren?“
„Frag’ das doch Duke!“ sagte Andrea schnippisch. „Der hat doch immer den Durchblick!“
Und mit diesen Worten baute sie sich vor dem grauen Erpel auf. Dieser stand nun auch auf. Die beiden Enten warfen sich wütende Blicke zu.
Phil blickte überrascht von Duke zu Andrea und von Andrea zu Duke. Er hatte den Eindruck, die beiden würden jeden Augenblick aufeinander losgehen, und mit für seine Verhältnisse außergewöhnlichem Mut ging er dazwischen.
„Hehehe!“ sagte er beschwichtigend. „Was soll das hier eigentlich?“
Andrea und Duke starrten ihn an, und dann war es, als würden sie die Situation überhaupt erst richtig realisieren. Andrea ließ sich auf ihren Stuhl zurückfallen.
„Er hat Recht, Duke“, sagte sie.
„Ja“, pflichtete der graue Erpel ihr bei. „So, wie’s aussieht, sind wir die Einzigen, die sie da rausholen können.“
Andrea nickte. „Okay, also, wir wissen, dass wir das Draganus zu verdanken haben“, sagte sie. „Wir müssen also rausfinden, wem das Gebäude gehört, was unsere Freunde angeblich stehlen wollten und wie die ganze Sache unserem Lieblingsfeind helfen kann. Deswegen bleibe ich dabei. Wir sollten Klegghorn einen Besuch abstatten.“
„Und was, wenn er uns auch festnimmt?“ warf Duke ein.
„Also, wirklich, Duke“, gab Andrea zurück. „Als ob das bei uns beiden so leicht gehen würde.“

Captain Klegghorn saß in seinem Büro. Die Nacht war bereits hereingebrochen, aber er konnte immer noch nicht fassen, was heute geschehen war. Gerade als er zum wohl hundersten Mal alle Details durchging, hörte eine Stimme, die ihm zuflüsterte: „Wenn sie auf unserer Seite sind, Captain, schließen Sie jetzt die Tür ab.“
Schnell blickte der Polizist zum Fenster und erkannte Duke. Er nickte unmerklich, trat zu seiner Bürotür und rief seinen Kollegen zu: „Ich habe ziemlich viel zu tun und will daher die nächsten Stunden nicht gestört werden!“ Dann schloss er die Tür und sperrte ab.
Er nahm wieder an seinem Schreibtisch Platz, und diesem Augenblick kletterten Duke und Andrea durch das geöffnete Fenster herein.
„Okay, Captain“, sagte Andrea. „Was können Sie uns über den heutigen Vorfall sagen?“
„Nur, dass die Beweise gegen eure Freunde sprechen“, erwiderte Klegghorn.
Und zum Beweis dafür deutete er auf einen kleinen Fernseher und spielte das Überwachungsvideo ab. Es war nur zu erkennen, wie die fünf Enten das Gebäude betraten und sich Nosedive kurz darauf über die Kiste beugte.
„Da fehlt aber ein ganzes Stück“, stellte Andrea fest.
„Das glaube ich dir sogar“, gab Klegghorn zurück. „Aber das Videoband ist echt, und die Saurier, die laut Wildwing und den Anderen auch dort waren, sind leider nirgends zu erkennen.“
„Dann deckt sie irgendjemand“, erklärte Duke.
„Das ist durchaus möglich, aber ich kann nichts machen“, sagte Klegghorn. „Ich muss mich an die Beweise halten.“
Andrea warf Duke einen kurzen Blick zu, ehe sie sagte: „Wir aber nicht. Wem gehört dieses Gebäude, Captain?“
„Einem gewissen Mr. Johnson“, antwortete dieser. „Sehr hohes Tier. Er hat sofort Anzeige gegen eure Freunde erstattet. Angeblich wollten sie einige seiner Gemälde stehlen, die er in diesem Gebäude zwischenlagert.“
„Nun denn“, sagte Duke. „Dann werden wir diesen Mr. Johnson mal genauer unter die Lupe nehmen.“

Noch in derselben Nacht erreichten Duke und Andrea die Villa von Mr. Johnson, die durch ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem geschützt war.
Ehe die beiden Enten sich daran machten, in die Villa vorzudringen, wandte sich Duke an Andrea: „Andrea, diesmal wäre es gut, wenn wir nicht in einem Wettstreit hängen bleiben.“
„Da gebe ich dir Recht“, erwiderte diese. „Wir müssen unseren Freunden helfen.“
Und mit den Worten „Auf gute Zusammenarbeit!“ streckte sie Duke ihre Hand hin, die dieser zufrieden lächelnd ergriff.
Als die Sache so besiegelt war, konnte es losgehen. Wie gesagt war das Sicherheitssystem ziemlich gut, aber für zwei Profis, wie Duke und Andrea es waren, war das natürlich kein Problem. Bald konnten sie über den Lüftungsschacht ins Wohnzimmer von Mr. Johnson blicken, wo sich dieser auch tatsächlich befand. Er war aber nicht alleine. Draganus und seine Spießgesellen befanden sich ebenfalls in dem Raum.
Andrea griff in die Tasche an ihrem Oberschenkel und zog ein kleines Gerät heraus. Sie drückte auf einen Knopf und befestigte es dann an ihrem Gürtel.
Draganus hatte sich vor Mr. Johnson aufgebaut.
„Wir hatten eine Abmachung, Johnson!“, brüllte er. „Sie hatten dafür zu sorgen, dass alle sieben Enten ins Gefängnis wandern!“
„Aber ich konnte doch nicht ahnen, dass nur fünf von ihnen auf den Videobändern zu sehen sein würden!“ verteidigte dieser sich.
„Aber die Kameras wurden doch manipuliert!“, entgegnete Draganus wütend.
„Natürlich wurden die Kameras manipuliert, aber ich kann trotzdem niemanden darauf zaubern, der nicht von den Kameras aufgenommen wurde!“ fuhr Johnson in seiner Verteidigung fort. „Es war schon schwer genug, die drei Saurier verschwinden zu lassen!“
Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu: „Wenn ich nun um meine Belohnung bitten dürfte. Angesichts der Tatsache, dass nur fünf Enten gefasst wurden, gebe ich mich mit nur einer Million zufrieden.“
Draganus funkelte ihn böse an. „Alles oder gar nichts, Johnson. Nicht alle Enten bedeutet keine Belohnung.“
„Ich glaube, ich habe mich verhört!“ rief Johnson. „Was ich auf mich genommen habe! Ich könnte alles verlieren! Ich will meine Belohnung!“
„Nun gut“, erwiderte der Saurian Overlord grinsend. „Siege, gib ihm seine Belohnung!“
Und er trat ein paar Schritte zurück, ehe er hinzufügte: „Eine Million Laserschüsse!“
Siege zog sofort seine Waffe und wollte auf Johnson feuern, doch irgendetwas knallte gegen seinen Arm, und der Schuss ging daneben. Irritiert blickte er sich um und erkannte Andrea, die mit ihrem Bumerang-Puck in der Hand aus dem Lüftungsschacht sprang. Kurz darauf folgte Duke ihr.
„Oh, sieh mal, Boss!“ rief Chameleon erfreut. „Wir können die zwei restlichen Enten gleich hier erledigen!“ Und damit zog auch er seine Laserkanone.
„Träum weiter, Grünling!“ rief Andrea, rannte auf Johnson zu und riss ihn mit sich hinter das Sofa in Deckung.
Duke wehrte in der Zwischenzeit einige Laserschüsse mit seinem Schwert ab, ehe auch er hinter dem Sofa Deckung suchte.
„Und was jetzt?“ fragte er die braunhaarige Ente.
Diese sah ihn lächelnd an. Dann zog sie eine kleine Rauchbombe aus ihrer Tasche. „Du erlaubst?“
Duke nickte. Andrea warf die Bombe in die Richtung der Saurier. Als sie den Boden berührte hüllte sie die vier sofort in eine schwarze Rauchwolke. Zeitgleich packte Duke Johnson am Arm und rannte mit ihm davon, dicht gefolgt von Andrea.
Der Raum war immer noch in schwarzen Rauch. Chameleon irrte ziemlich orientierungslos herum.
„Oh, Entschuldigung“, sagte er. „Wessen Fuß ist das?“
Aber in diesem Augenblick verzog der Rauch sich, und das kleine grüne Wesen musste erkennen, dass er mit vollem Gewicht auf Draganus’ Fuß stand. Chameleon schluckte. Der große Saurier knurrte ihn an, packte ihn dann am Kragen und hob ihn hoch.
„Zurück zur Raptor“, sagte er, als er erkannte, dass den beiden Enten und dem Menschen die Flucht gelungen war. Und die Saurier betätigten ihre Teleporter, alle, bis auf Chameleon, der immer noch von Draganus festgehalten wurde und gemeinsam mit diesem verschwand.

Andrea und Duke hatten gemeinsam mit Johnson mittlerweile die Straße erreicht. Der Mann sank keuchend zu Boden. Duke warf ihm einen abschätzigen Blick zu.
„Stehen Sie auf, Johnson“, sagte der Erpel. „Sie werden uns zur Polizei begleiten. Ich denke, Sie haben da einigen Erklärungsbedarf.“
Johnson sah ihn unbeeindruckt an. Er rappelte sich auf und klopfte den Staub von seiner Kleidung.
„Ich habe keine Ahnung, wovon Sie reden“, erwiderte er hochnäsig.
Duke war fassungslos. Er packte Johnson an dessen Krawatte und sagte drohend: „Darf ich Sie daran erinnern, dass wir Ihnen gerade das Leben gerettet haben?!“
„Ach ja?“ entgegnete dieser arrogant. „Daran kann ich mich nicht erinnern. Können Sie das beweisen?“
Dukes Griff um Johnsons Krawatte wurde stärker, aber da legte Andrea beruhigend eine Hand auf seine Schulter.
„Ja, können wir“, sagte sie ruhig und holte das kleine Gerät von ihrem Gürtel.
Sie drückte ein paar Knöpfe, und dann war Johnson Stimme zu hören: „Natürlich wurden die Kameras manipuliert, aber ich kann trotzdem niemanden darauf zaubern, der nicht von den Kameras aufgenommen wurde! Es war schon schwer genug, die drei Saurier verschwinden zu lassen!“

Ein paar Stunden später traten Wildwing und die Anderen aus dem Polizeirevier. Vor dem Gebäude wurden sie bereits von Duke und Andrea erwartet.
„Na, ihr Knastvögel“, sagte Andrea. „Wie war’s hinter Gittern?“
„Ging so“, antwortete Mallory. „Danke für’s Rausholen, ihr beiden.“
„Immer wieder gern“, entgegnete die braunhaarige Ente. „Wir sind da ja ein unschlagbares Team, nicht wahr, Duke?“
„Und ob!“ entgegnete der graue Erpel.
Die Anderen sahen die beiden ein wenig überrascht an. Immerhin hatten sie alle den Wettkampf, der zwischen ihnen ausgebrochen waren, live miterlebt.
„Schön, zu sehen, dass ihr beide euch nun doch vertragt“, sagte da Wildwing. „Ich hatte schon Bedenken.“
„Hast du eine Ahnung, was er meint?“ fragte Andrea Duke.
„Nicht die geringste“, erwiderte dieser, und schon spazierten beide in Richtung Migrator davon.

Wieder im Stadion angelangt, suchte Andrea Duke. Sie fand ihn in der Küche.
Ein wenig zerknirscht näherte sie sich ihm.
„Ähm, Duke“, sagte sie. „Ich wollte mich für mein Verhalten entschuldigen. Offensichtlich konnte ich nicht widerstehen, meine Fähigkeiten mit den deinen zu messen. Es tut mir Leid.“
„Schon gut“, erwiderte Duke lächelnd. „Ich hätte mich auch nicht unbedingt darauf einlassen müssen. Freunde?“
Und er streckte Andrea seine Hand hin. Diese ergriff sie, umarmte Duke aber nach einem Augenblick.
„Ich finde, wir sollten das machen, wie es sich für Freunde gehört“, erklärte sie.
„In Ordnung, mein Engel“, erwiderte Duke und erwiderte die Umarmung.
„Engel?“ Andrea löste sich aus der Umarmung und sah ihn fragend an. Da fiel Duke erst auf, was er gesagt hatte.
„Ach so, das“, sagte er. „Ich habe immer gesagt, dass mich ein Engel damals aus dem einstürzenden Gebäude geholt hat. Nun ja, und da das du warst, dachte ich, ich könnte dich so nennen. Natürlich nur, wenn du nichts dagegen hast.“
Andrea lächelte. „Natürlich nicht.“
Und nach einer Weile räusperte sie sich und fügte hinzu: „Tja, vermisst hier zufällig jemand ein Schwert?“ Und sie hielt triumphierend Dukes Schwert hoch, das sie ihm bei der Umarmung abgenommen hatte.
„Und ich frage mich, wem dieser Bumerang-Puck gehören könnte“, erwiderte Duke grinsend und hielt besagten Gegenstand hoch.
Dann lachten beide los und tauschten ihre Waffen wieder aus.
Fast im selben Augenblick hörten sie Mallory brüllen: „Nosedive! Hast du schon wieder meinen Zugangscode geändert?!“
„Ach, komm’ schon, Mal“, gab Nosedive zurück. „Der Tag, an dem wir auf der Erde gelandet sind. Das war echt zu leicht!“
Ein Aufschrei Mallorys war die Antwort.
„Ich glaube, wir haben jetzt etwas zu erledigen“, sagte Andrea und machte sich gemeinsam mit Duke auf den Weg, um erstens Mallory davon abzuhalten, Nosedive umzubringen und zweitens den Zugangscode abermals zu ändern.

Ende der vierte Episode
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