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Second Season: Mighty Ducks

GeschichteAbenteuer / P6
16.11.2008
08.07.2012
13
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16.11.2008 2.757
 
Eigentlich hätte man denken müssen, dass Draganus nach seiner Niederlage gegen die Ducks, bei der die Raptor ins Meer gestürzt war, vielleicht eine Weile nichts von sich hören lassen würde, aber dem war nicht so. Schon zwei Wochen später hatten er und seine Handlanger es geschafft, die Raptor aus dem Meer zu holen und in Anaheim zu verstecken. Nun galt es nur mehr, den Gateway-Generator zu reparieren. Und auch das war sehr schnell erledigt. Nein, Draganus würde nicht aufgeben. Es war einfach nicht seine Art.
Doch nun geschah etwas, mit dem nicht einmal Draganus gerechnet hatte.

Der Gateway-Generator war gerade repariert und musste nur mehr getestet werden. Chameleon sollte diese Aufgabe übernehmen.
„Los, Chameleon“, schrie Draganus das kleine grüne Wesen an. „Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit. Stell einfach irgendwelche Koordinaten ein.“
„Zu Befehl, Boss“, erwiderte dieser und trat an die Konsolen. Ohne genauer darüber nachzudenken, gab er irgendwelche Koordinaten ein. Und da öffnete sich auch schon ein dimensionales Tor vor der Raptor in dem dunklen Nachthimmel.
„Gut“, sagte Draganus selbstzufrieden. „Damit wäre das geklärt.“
Er erhob sich von seinem Thron und schritt davon.
„Du kannst aufhören, Chameleon. Ich werde jetzt einen neuen Plan aushecken, die Weltherrschaft zu übernehmen.“
Chameleon tat, wie ihm geheißen. Das dimensionale Tor schloss sich langsam. Draganus und seine Handlanger verließen die Brücke der Raptor, und da sich keiner von ihnen umwandte, merkte auch niemand, wie im letzten Augenblick, bevor das dimensionale Tor sich schloss, ein kleines Raumschiff durchschoss und zwischen den Wolken verschwand.

Am nächsten Morgen betrat Nosedive den Gemeinschaftraum, sichtlich gelangweilt.
„Oh, Mann“, sagte er. „Seit wir die Ekelechsen endgültig abgeschossen haben, ist ja gar nichts mehr los hier.“
„Tja“, erwiderte Duke und schaute von seiner Zeitung auf, „das mag dich vielleicht stören, aber ich hab gar nichts dagegen, es zur Abwechslung mal ruhig zu haben.“
„Duke hat Recht“, erwiderte Wildwing, „und außerdem wissen wir ja nicht, wie lange das so bleiben wird.“ Dann wandte er sich wieder seinem Kreuzworträtsel zu.
Und es blieb wirklich nicht lange ruhig. Nur zwei Sekunden später stürmte Mallory in den Gemeinschaftsraum, offensichtlich sehr wütend.
„Nosedive!“, schrie sie. „Was hast du mit meinen Lieblingsschuhen gemacht?!“
„Ich habe keine Ahnung, wovon du redest“, erwiderte Nosedive ruhig und stellte sich betont lässig hin, die Arme vor der Brust verschränkt. „Ich habe keine Butter in deine Schuhe geschmiert.“
Mallory stutzte kurz und sagte dann in drohendem Ton: „Woher weißt du dann, dass Butter in sie geschmiert wurde?“
„Oh-oh“, machte Nosedive, und dann war es mit der Ruhe vorbei, denn jetzt galt es, um sein Leben zu rennen.
So schnell er konnte, flitzte er davon, dicht gefolgt von Mallory, die ihm lauter nette Sachen zurief wie „Ich werd dir jede Feder einzeln ausreißen! Und dann dreh ich dich durch den Fleischwolf! Und dann...“
Als sie Duke passierten, seufzte dieser hörbar auf. „Soviel zum Thema ,Ruhe genießen’.“

Und es sollte noch weniger Ruhe geben. Denn bereits kurz darauf erschien Siege wie aus dem Nichts am Stadtrand. Er sah sich um, ob auch niemand in der Nähe war, und stellte dann ein kleines Gerät am Boden ab. Dann schaltete er sein Funkgerät ein. „Nummer 16 auf Position“, sagte er. Dann teleportierte er sich wieder zur Raptor.

Währenddessen ging Tanya zu ihrem Labor. Sie war gerade eingetreten, als sie ein leises „Pssst“ hörte. Sie wandte sich um. Und da schon wieder „Psst, Tanya!“
Es war Nosedive, dessen Kopf unter einem der Tische hervorlugte.
„Was ist denn los?“, fragte sie. „Was tust du da?“
„Mich verstecken“, antwortete Nosedive. „Ähm, könntest du mir vielleicht was zu essen besorgen? Ach ja, und falls Mallory fragt, du hast mich nicht gesehen.“
Und er verschwand wieder ganz unter dem Tisch. Tanya ging zu dem Tisch, beugte sich hinunter und sah Nosedive an.
„Was hast du angestellt?“ fragte sie.
Nosedive erwiderte etwas beleidigt: „Wie kommst du darauf, dass ich was angestellt habe?“
„Aus Erfahrung.“
In diesem Augenblick kam eine immer noch sehr wütende Mallory herein.
„Tanya, hast du ...“, doch sie hielt je inne, als sie Nosedive unter dem Tisch entdeckte. Mit einem Aufblitzen in ihren Augen schritt sie auf den Tisch zu. Nosedive rutschte darunter hervor, rappelte sich hoch und wich vor Mallory zurück.
„Na, komm schon, Mal“, sagte er beschwichtigend. „Das war doch nur ein Scherz. Wer wird denn gleich so ausrasten!“
Da stieß er mit dem Rücken gegen die Wand. Er schluckte hörbar, als sich Mallorys Hände langsam seinem Hals näherten.
Doch da ging plötzlich der Alarm los. Nosedive atmete erleichtert auf und wischte sich den Schweiß von der Stirn, als Mallory von ihm abließ. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Computerraum.
Wildwing, Grin und Duke erwarteten sie bereits.
„Was ist los?“ fragte Tanya.
Wildwing wies auf den großen Bildschirm. „Drake One hat eine Menge sonderbarer Energien wahrgenommen.“
Auf dem Bildschirm waren viele rot blinkende Lichter zu erkennen, die sich im Kreis um die ganze Stadt zogen.
„Na dann los!“ rief Nosedive und rannte Richtung Migrator davon, sichtlich froh darüber, Mallorys Rachefeldzug noch etwas länger zu entgehen.

Der Migrator hielt am Stadtrand.
„Hier muss es irgendwo sein“, erklärte Tanya, als die sechs Enten den Wagen verließen. „Aber irgendetwas gefällt mir daran nicht. Diese Energiequellen sind so eigenartig angeordnet.“
Sie blickte auf ihr Funkgerät, auf dem ebenfalls die Stadt und die verschiedenen Lichter zu sehen waren.
„Ach, ist schon gut, Tanya“, sagte Nosedive und klopfte der Technikerin auf die Schulter. „Wir vernichten einfach eines nach dem anderen.“
Er blickte sich um und erkannte ein Stück vor ihm ein komisches Gerät.
„He, ich glaub, ich hab eins!“ rief er und lief darauf zu. Plötzlich war ein lautes Klong! zu hören, und Nosedive landete rücklings auf dem Boden.
„He, Dive, alles okay?“ fragte sein Bruder und half ihm auf die Beine.
„Jaja, alles klar“, erwiderte dieser. „Ich bin nur irgendwo gegengeknallt.“
„Und wogegen bitteschön?“ fragte Mallory. „Mir scheint, deine Streiche haben sich negativ auf deinen Bewegungsapparat ausgewirkt. Hier ist doch nichts.“
Und sie machte eine weitausladende Bewegung mit ihren Armen. Aber da stieß auch ihre Hand gegen etwas. Erschrocken wandte sie sich um.
Duke näherte sich vorsichtig dem Gerät, doch noch bevor er es erreichen konnte, berührten seine Hände so etwas wie eine unsichtbare Wand.
„Was soll das sein?“ fragte er. „Ein Kraftfeld?“
„Manche Dinge sind für die Augen unsichtbar“, war da Grins ruhige Stimme zu vernehmen. „Was auch immer es ist, versuchen wir, es zu zerstören“, sagte Wildwing und schoss einen Puck in die Richtung, wo diese unsichtbare Mauer sein musste, doch dieser prallte prompt ab und schoss zurück auf den Teamcaptain, so dass dieser sich ducken musste. Duke versuchte es mit seinem Schwert, aber ohne Erfolg.
„Für mich sieht es aus wie ein extrem starkes Kraftfeld“, schaltete sich Tanya ein. „Und ich nehme an, dass es etwas mit diesen eigenartigen Geräten zu tun hat. Ich denke, dass die das Kraftfeld aufbauen.“
„Na, wunderbar“, sagte Nosedive und klopfte gegen das Kraftfeld. „Und wie sollen wir die Dinger zerstören, wenn wir nicht rankommen?“
Plötzlich erschien Siege auf der anderen Seite des Kraftfeldes. Mallory eröffnete reflexartig das Feuer, mit dem Effekt, dass die Pucks auf ihre Kameraden zurückprallten.
„Mallory! Hör auf zu schießen!“ rief Wildwing.
„Auf die Idee bin ich auch schon gekommen“, antwortete Mallory, während sie mit einem Sprung zur Seite ein paar Pucks auswich.
„Arme, kleine Entchen!“ sagte da Siege. „Seid ihr etwa eingesperrt?“
„Was soll das hier, Siege?“ fragte Wildwing wütend.
„Oh, aber das ist doch ganz einfach“, antwortete dieser. „Die Stadt ist komplett abgeschnitten. Und wenn sie nicht Draganus übergeben wird, wird er alle Menschen hier aushungern, bis sie aufgeben. Ach ja, und bevor ich’s vergesse“, er machte eine kurze Pause, in der er sich von seinem Standort genau zwischen die Ducks und den Migrator teleportierte und massenweise Hunterdrones neben ihm auftauchten „ihr seid erledigt.“
Die Ducks standen im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Rücken gegen die Wand. Sie versuchten, so gut wie möglich den Laserschüssen auszuweichen und das Feuer zu erwidern, aber es war klar, dass sie nicht lange durchhalten würden. Doch plötzlich, wie aus dem Nichts, landete etwas vor Siege im Gras. Und auf einmal schoss eine Rauchwolke in die Höhe und hüllte Siege und die Hunterdrones ein. Siege hustete und versuchte, weiterhin die Ducks zu erkennen, aber er konnte nichts sehen. Auch die Hunterdrones blickten sich verwirrt um. Siege wurde von etwas Großem gerammt und fiel zu Boden. Er konnte neben sich metallisches Klirren hören, was bedeutete, dass ein paar Hunterdrones in ihre Einzelteile zerlegt worden waren. Dann stürzte sich jemand auf ihn, und er erkannte Wildwing. Die Enten hatten ihre Chance genutzt und waren zum Angriff übergangen. Siege stieß Wildwing weg und schaffte es gerade noch, sich zur Raptor zu teleportieren. Als der Rauch sich verzog, hieb Duke gerade den letzten Hunterdrone mit einem Schwerthieb entzwei.
„Da haben wir ja noch mal Glück gehabt, Leute“, sagte er.
„Ja“, antwortete Wildwing. „Ich frage mich nur, wer uns geholfen hat.“
„Ja, ich mich auch“, meldete sich Mallory zu Wort. „Gesehen habe ich niemanden.“
Alle blickten sich um. Außer ihnen war niemand da.
„Wer immer es war, ist verschwunden wie ein Schatten“, stellte Wildwing fest.

Die Enten kamen ohne größere Zwischenfälle zurück in ihr Hauptquartier. Tanya setzte sich sofort hinter den Computer und versuchte, mehr über das Kraftfeld rauszufinden.
„Okay“, sagte sie nach einer Weile. „Das Kraftfeld zieht sich wie eine Kuppel über die ganze Stadt. Nur oben ist sie offen. Aber damit da niemand durch kann, ist die Öffnung durch ein elektrisches Netz geschützt. Das Kraftfeld wird durch diese Generatoren erzeugt. Aber die einzige Chance, da ranzukommen, ist eben die Öffnung in der Kuppel.“
„Und wie sollen wir da durchkommen?“ fragte Duke.
„Das Netz wird von einem Gebäude aus erzeugt. Ich nehme an, sie verwenden einen großen Generator. Hier ist es“, sagte Tanya, und auf dem Bildschirm leuchtete ein großes rotes Licht auf.
„Das ist ja innerhalb des Kraftfelds“, sagte Mallory etwas ungläubig.
„Ja“, erwiderte Tanya. „Sonst würde sie das Netz wohl kaum richtig in Position bringen können.“
„Und außerdem wäre es eine sehr trostlose Folge, wenn wir nicht wenigstens die Chance kriegen würden, die Ekelechsen alle zu machen“, sagte Nosedive.
Wildwing ergriff das Wort: „Gut, dann machen wir uns dorthin auf den Weg. Wir zerstören diesen Generator und schalten dann mithilfe der Aerowing das Kraftfeld aus.“

Die Mighty Ducks erreichten das große, verlassene Gebäude bei Nacht. Obwohl, so verlassen war es gar nicht. Vor dem Haupteingang patrouillierten Hunterdrones. Die Ducks waren den letzten Teil zu Fuß gegangen. Der Migrator parkte in einiger Entfernung. Das war unauffälliger. Der Migrator wäre wahrscheinlich sofort entdeckt worden. Es gab noch eine kurze Lagebesprechung.
„Mallory, Duke, ihr geht um das Gebäude herum und steigt von oben ein. Tanya, Grin, ihr versucht es von der Seite. Und Nosedive und ich übernehmen den Haupteingang und sorgen für ein bisschen Wirbel. Los geht’s!“
Daraufhin trennten sie sich.
Mallory und Duke schlichen zur Rückseite des Gebäudes. Mit Hilfe von Dukes Kletterhaken erreichten sie ein kleines Fenster knapp unter dem Dach und kletterten durch. Grin und Tanya erreichten ohne Mühen eine Tür, die aber leider verschlossen war. Tanya bearbeitete sie kurz mit ihrem Multiwerkzeug, und schon war sie auf. Schnell schlüpften sie hinein. Sie erreichten das Innere des Gebäudes. Hinter ein paar Kisten verborgen lugten sie in den großen Hauptraum, und das war nun wirklich ein seltsamer Anblick.
In der Mitte befand sich ein riesiger Generator. Um für ihn Platz zu schaffen, waren die Stockwerke zu einem Großteil zerstört worden. Das Gebäude machte dadurch einen noch baufälligeren Eindruck. Man konnte sogar bis zum Dach sehen. Tanya blickte hoch und nahm für den Bruchteil einer Sekunde eine Bewegung wahr. Das bedeutete, dass Mallory und Duke auch bereits auf Position waren.
„Okay, Bruderherz“, sagte Wildwing. „Lass uns loslegen.“
Und er ging auf den Haupteingang zu, Nosedive an seiner Seite.
„Let’s get it started in here“, sang Nosedive die erste Zeile eines Songs der Blackeyed Peas.
Sie feuerten auf die Hunterdrones und verarbeiteten gleich ein paar zu Schrotthaufen, doch es stürmten immer neue aus dem Gebäude, genau wie geplant.
Mallory und Duke bemerkten, wie es draußen lauter wurde. Das war das Signal. Auch Grin und Tanya hörten den aufkommenden Lärm. Alle vier setzten sich in Bewegung.
Duke ließ sich an einem Seil zum oberen Teil des Generators hinab und befestigte zwei kleine Bomben. Als er aber weiterklettern wollte, sauste ein Laserstrahl knapp an ihm vorbei. Einer der Drones, die noch im Gebäude waren,  hatte sie entdeckt. Mallory zerschoss ihn in tausend Stücke. Duke kletterte weiter nach unten und befestigte noch ein paar Bomben. Unten machte sich Tanya daran, den Sockel des Generators mit Sprengstoff zu versehen. Alle Drones, die zu nahe an sie herankamen, wurden von Grin zermalmt. Duke hatte mittlerweile den Boden erreicht und stürzte sich auf die Drones, damit nun Mallory ihrerseits sicher herunterklettern konnte.
Niemand bemerkte die schattenhafte Figur, die nun durch das Fenster hereinkletterte.
Als Tanya mit ihrer Arbeit fertig war, kamen Nosedive und Wildwing hereingelaufen.
„He, sind hier drin noch so ein paar Blechhaufen übrig?“ fragte Nosedive. „Draußen haben wir alle erledigt.“
„Wie wär’s mit mir?“ ertönte eine Stimme, und Siege erschien vor ihnen, gefolgt von Chameleon und Wraith, und ein paar Drones durften natürlich auch nicht fehlen.
„Lasst uns abhauen!“ rief Tanya. „Hier fliegt gleich alles in die Luft!“
„Versucht’s doch!“ rief Wraith und warf ein paar Feuerbälle nach Tanya.
Plötzlich war ein Knall zu hören. Die erste Bombe war explodiert. Kurz darauf folgten die nächsten. Teile des Generators flogen durch die Luft und prallten gegen die Wände. Das Gebäude begann bedrohlich zu knarren.
„Es wird einstürzen! Weg hier!“ rief Wildwing.
„Mit dem größten Vergnügen“, sagte Wraith, aber bevor er seinen Teleporter betätigte und wie die anderen Saurier verschwand, zerschoss er mit einem Feuerball die Tür des Haupteingangs, so dass dieser durch die Trümmer der Tür versperrt wurde.
„Verdammt!“ rief Wildwing. „Zum Seiteneingang!“
Die Ducks liefen los. Herabstürzenden Balken ausweichend erreichten sie den Seiteneingang. Mallory, Grin, Nosedive, Tanya und Wildwing rannten hinaus. Draußen wandte sich Wildwing um und konnte durch die offene Tür gerade noch sehen, wie Duke von einem Balken getroffen wurde.
„Duke!“ rief er und wollte zurücklaufen, aber in dem Augenblick wurde der Eingang von massenweise Schutt versperrt.
„Oh mein Gott! Duke!“ rief Wildwing, aber es war zu spät.
Grin schaffte es, Wildwing weit genug von dem einstürzenden Gebäude wegzuzerren, so dass ihm nichts passierte. Alle blickten bestürzt und traurig drein, denn sie dachten, sie hätten Duke verloren.

Was sie aber nicht wussten, war, dass im Inneren des Gebäudes eine schattenhafte Gestalt neben Duke auf dem Boden landete, der ohnmächtig unter dem Balken lag. Sie hievte den Balken beiseite und schaffte es, Duke zu einer Lücke in der Mauer zu ziehen, die durch einen großen Generatorteil hineingeschlagen worden war. Draußen lehnte sie Duke in einiger Entfernung gegen einen Baum. Eine Hand überprüfte seinen Puls. Er war noch am Leben. Genau in diesem Augenblick rührte er sich. Die dunkle Gestalt wich zurück und lief davon. Duke kam langsam zu Bewusstsein und konnte gerade noch erkennen, wie die Gestalt zwischen zwei Häusern verschwand.

Als das Gebäude endgültig eingestürzt war, lief Wildwing sofort wieder hin.
„Kommt!“ sagte er zu den anderen. „Wir müssen ihn suchen. Vielleicht ist er ja noch am Leben.“
Er wollte sich gerade in Bewegung setzen, als er etwas entdeckte. Dort drüben an dem Baum lehnte eine Gestalt, eine Gestalt, die er kannte. Es war Duke. Wildwing rief seinen Namen und lief hin. Auch die Anderen folgten ihm. Sie versammelten sich um Duke, der immer noch ziemlich benommen war. Wildwing kniete sich hin und packte ihn an den Schultern. Das hatte aber zur Folge, dass Duke vor Schmerz zusammenzuckte.
„Vorsicht, Wing“, sagte er leise. „Ich glaub, die eine Schulter ist in nächster Zeit nicht zu gebrauchen.“
„Unwichtig“, erwiderte Wildwing. „Hauptsache, du bist am Leben.“
Nach einer Pause fügte er hinzu: „Wie bist du da eigentlich rausgekommen?“ und nickte in Richtung des Trümmerhaufens.
„Tja“, sagte Duke, „da muss mich wohl ein Engel rausgeholt haben.“

Kurz darauf starteten Nosedive und Wildwing die Aerowing, flogen durch die Öffnung des Kraftfelds. Sie schossen die Generatoren einen nach dem anderen in Stücke, und schließlich löste sich das Kraftfeld auf.

In der Zwischenzeit ruhte sich Duke in seinem Zimmer aus. Tanya hatte seine Wunden versorgt. Seine rechte Schulter war ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden, und er musste den rechten Arm in einer Schlinge tragen, um die Schulter zu entlasten. Duke lag auf seinem Bett und starrte an die Decke. Vor seinem geistigen Augen sah er wieder die dunkle Gestalt zwischen den Häusern verschwinden.
„Wer bist du, mein Engel?“ fragte er leise.
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