Wie bist du wirklich?

GeschichteRomanze / P12 Slash
Cooro Husky Nana Senri
02.11.2008
02.11.2008
1
1.672
1
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
16 Reviews
 
 
 
02.11.2008 1.672
 
Es waren mittlerweile mehrere Jahre ins Land gezogen und unsere Freunde waren älter geworden und zum teil sogar reifer.
Was hier wahrscheinlich am meisten auf Cooro zutraf, denn das früher so naive +Anima, war mittlerweile ernster geworden, auch wenn er immer noch der kindlichste der Gruppe war.
Erst vor einigen Wochen war Cooro 18 geworden, nach Senri war er also der älteste der vier.
Denn Nana würde noch einige Zeit 16 bleiben, während Husky seit vier Monaten schon 17 war.
Senri, der Kimumkuuru, war seit einigen Monaten 22.
Bis auf einige wenige Ausflüge nach Sailand, die dazu dienten Huskys Mutter zu besuchen, waren sie nicht unbedingt viel von ihrem kleinen Stück Land gekommen.
Natürlich hatten sie mehrere Ausflüge gemacht, wie zum Beispiel zu dem Schmied, Harden, der ihnen früher geholfen hatte.
Und eines Tages, war Nana aufgebrochen, sie hatte unbedingt ihre Eltern wieder sehen wollen, was die anderen Vollkommen akzeptierten.
So war sie also losgezogen, mit Senri im Schlepptau, Cooro und Husky bei ihrem Anwesen lassend.
Sie hatte gemeint jemand müsse doch aufpassen, und da sie Senri als Beschützer mitnahm, blieb es an Cooro hängen, da dieser jedoch seine Hände nicht von den Äpfeln, die sie anbauten, lassen konnte, wurde auch Husky dazu verdonnert dort zu bleiben.
Es war nun schon vier Jahre her, seit sie ihre Reise beendet hatten.
Damals waren sie zu dem netten Ehepaar zurück gekehrt, welches eine Apfelplantage besaß.
Gemeinsam wurde für die Jungen Leute ein passendes Landstück gesucht, wie auch gefunden.
Kurz darauf hatten sie sich ein Haus gebaut, es war groß genug für sechs Personen, auch wenn sie nur zu viert waren, denn manchmal, nahmen sie +Anima auf, die an ihrem Haus vorbei zogen.
Das alles war Cooro’s Idee gewesen und Husky begann mittlerweile wirklich daran zu zweifeln, dass dieser so naiv war wie er immer tat.
Er sah die Zeit, die sie alleine verbringen würden, als Chance dem anderen auf die Schliche zu kommen.
Denn, auch wenn sie alle bereits seid fünf Jahren zusammen waren, war Cooro immer noch schwer einschätzbar.
Husky stand gerade mit dem Krähen-anima in der Tür und sah zum Horizont, den die untergehende Sonne rötlich verfärbte.
„Es ist seltsam nicht war?“ auf diese Leisen Worte hin, sah Husky zu Cooro auf, der mit seinen braunen Augen irgendetwas hinter dem Horizont fixierte.
„Was?“ war alles was er darauf erwiderte, es schien so, als hätte der schwarz haarige wieder einen Sturz seiner Selbstkontrolle erlitten.
„Das wir alle so leben, mit unseren Anima. Dass wir sie nicht verloren haben, obwohl uns doch keine Gefahr mehr droht. Immerhin sind wir schon beinahe alle Erwachsen, wir können doch eigentlich auf uns aufpassen.“ Husky konnte den Schwarzgeflügelten nur wie erstarrt ansehen.
Er hatte recht.
Cooro hatte vollkommen recht mit dem was er da sagte.
Mittels einer Studie war vor einigen Jahren nämlich herausgefunden worden, dass die Anima sich, wenn ihre Besitzer alt genug waren und selbst verteidigen konnten, lösten und nach anderen Kindern suchten, die ihre Hilfe benötigten.
Es wunderte den silberhaarigen, dass Cooro so etwas auffiel.
Auch wenn er sehr sensibel war und auch oft eine Lösung wusste, er hatte nur wenn er philosophierte diesen Gesichtsausdruck.
Auf Husky wirkte er dann jedes Mal, als würde er sich die restliche Zeit einfach naiv stellen, als müsste er sein eigentliches Wesen vor den anderen Verstecken.
Jetzt erst fiel ihm etwas auf.
Jedes Mal wenn sie Probleme hatten, schlug Cooro irgendwelche Dinge vor, die perfekt in das Bild des Naivchens passten.
Und dann, mitten in diesem Gewusel von Unsinnigkeiten, versteckte er jedes Mal eine richtige Lösung, eine die irgendjemandem von ihnen erst kurz danach auffiel, wenn sie gerade von Cooro erwähnt worden war.
Er brachte sie jedes Mal unbemerkt auf die richtige Spur, ohne jedoch darauf aufmerksam zu machen, dass all diese Dinge, eigentlich seine Einfälle waren.
Stärker als je zu vor wurde dem silberhaarigen gerade bewusst, dass Cooro eigentlich unglaublich erwachsen und ziemlich klug war.
Was man diesem jedoch nur in solchen Momenten seiner Unachtsamkeit ansah, wenn seine sonst so gute Selbstbeherrschung bröckelte und man den eigentlichen Menschen dahinter erkennen konnte.
„Cooro“, fing Husky an, während er dem anderen beim sprechen unerbittlich mit seinen blauen in dessen braune Augen sah, „warum zeigst du uns eigentlich nie wie du wirklich bist?“
Der junge Mann, dessen geflochtenes, schwarzes Harr ihm bis zwischen die Schulterblätter reichte, sah nun, den einen halben Kopf kleineren, Husky an.
Mit einem undefinierbaren Blick musterte er diesen eine Weile, doch als der silberhaarige bei diesem Blick nicht nach gab, seufzte das Krähen-anima auf.
„Es ist nicht so, dass ich euch nicht vertraue.“ Begann er langsam, „Doch es gibt Dinge die wir nicht beeinflussen können.“ Seine Stimme war etwas leiser geworden und der kleinere kam nicht umhin zu bemerken, wie bedrückt nun die Stimme des älteren klang.
„Sag mir die Wahrheit Cooro, “ flüsterte Husky nun beinahe schon, „es liegt gar nicht daran oder?“
Egal wie oft Husky Cooro auch in der Vergangenheit schon wegen seiner dummen Aussagen geschlagen hatte, er mochte den schwarzhaarigen trotzdem, er mochte ihn sogar sehr.
Nach dieser Frage, kehrte erst einmal ruhe zwischen den beiden ein.
Es dauerte lange, und Husky hatte es schon beinahe aufgegeben, als Cooro doch noch anfing zu erzählen.
„Ihr wisst doch dass ich keine Eltern hatte“ war das erste was er heraus brachte.“, ich wurde im Kloster von den Nonnen aufgezogen. Sie brachten mir bei, dass ich zu allen nett sein müsste, freundlich zuvor kommend. Ich tat es. Ich war so, wie sie es wollten. Doch von den anderen wurde ich meist so behandelt als wäre ich etwas schlimmes.“ Nach diesen Worten verstummte er kurz.
Bevor er sich ein wenig zur Seite, an Husky vorbei, lehnte und die Tür zu zog.
Er ging ans Fenster und lehnte sich gedankenverloren an dieses.
Husky folgte ihm schweigend.
„Natürlich taten sie es nie wenn die Schwestern da waren, aber wenn wir spielten, ließen sie mich meist außen vor. Ich wollte mein Anima nicht mehr, egal wie nah ich dadurch meiner Mutter war.“ Er räusperte sich kurz bevor er weiter sprach.
„Und als ich dann Fly traf, und mit diesem sprach, meinte er es wäre gefährlich, für jemanden wie mich so viel zu wissen und schon so reif zu sein.
Natürlich wusste ich es schon länger. Ich hatte wahrscheinlich nur darauf gewartet, dass es mir jemand bestätigte. Also tat ich als würde ich ihn nicht verstehen, stellte mich ab da naiv, unwissend. Als Fly mir dann einen Apfel anbot und mich versuchte zu überreden mein Anima an ihn abzugeben wenn ich älter wäre, sah ich darin meine Chance es los zu werden.
Eine Zeit lang arbeitete ich also im Institut, bis ich losgeschickt wurde um +Anima zu finden, die ihres vielleicht nicht wollten, so wie ich.
Doch als ich dann euch traf und ihr mir erzähltet was euer Anima für euch getan hatte, da wollte ich es plötzlich behalten, ich wollte bei euch bleiben!“
Nach diesem Redeschwall blieb Cooro erst einmal eine Zeit lang still.
Husky versuchte es zu verdauen, als Cooro sich plötzlich aufrichtete und zu ihm umdrehte.
Er sah ihm fest in die hellblauen Augen, bevor ein leichtes lächeln sich auf seine Züge stahl.
„Ich wollte bei dir bleiben.“
Dass war für Husky wie ein Schlag in den Magen.
„W-.. w-was?“ brachte er nun vollkommen durcheinander heraus.
Warum musste Cooro auch gerade jetzt mit so etwas kommen.
Als er noch den naiven kleinen Fresssack gemimt hatte, hatte er ihn oft umarmt, aber dass dies von dem eigentlichen Cooro ersehnt war hatte er nicht gedacht.
Mit einemmal lief er rot an und schlug dem schwarzhaarigen auf den Hinterkopf.
„Au!!“ gab dieser nur von sich.
„Sag das noch mal!“ er wusste zwar nicht warum, aber Husky war vollkommen außer sich.
Cooro sah ihn leicht überrascht an, bevor er grinsen musste, „Au?“ wobei es ein wenig schadenfreudig wurde.
Ein erneuter Schlag auf den Hinterkopf.
„Das davor du Idiot!“ stellte Husky ein wenig aufbrausend fest.
Jetzt lächelte Cooro und zog den kleineren ein wenig zu sich heran.
Er lehnte sich ein Stück vor uns flüsterte dann in das Ohr Huskys.
„Ich wollte bei dir bleiben.“
Dieser wurde noch ein wenig röter und musterte dann den vor sich stehenden, dessen braune Augen ihn einfach nur ansahen.
„Verfressener Idiot!“ nuschelte er, bevor er sich ein wenig nach oben lehnte um seine Lippen auf die des älteren zu legen.
Der schwarzgeflügelte zog ihn augenblicklich näher, um die Arme um den Jungen mit dem silbernen Schopf zu legen.

So also war der schwarzhaarige wirklich…

Als Nana und Senri einige Wochen später wieder kamen, trafen sie einen vollkommen veränderten Cooro und einen immer wieder rot anlaufenden Husky vor.
Sie freuten sich als sie erfuhren, dass Cooro nun endlich nicht mehr so naiv war, denn hin und wieder hatte es sogar die beiden genervt.
Zwar war es ungewohnt einen SO erwachsenen Cooro zu sehen, doch sie gewöhnten sich langsam daran.
Und es dauerte nicht lange, bis sie mit diesem neuen Cooro gar keine Probleme mehr hatten.
Jedoch machte ihnen das Verhalten Huskys in der Nähe des schwarzhaarigen ein wenig stutzig, wurde dieser doch bei einigen von Cooros scherzen zwischen durch immer wieder ein wenig rosa und gab dem Krähen-anima einen deftigen Schlag auf den Hinterkopf.
Eines Abends als Nana mit Senri allein war, weil die anderen beiden Spazieren gingen, fragte sie ihn gerade heraus.
„Du, Senri, glaubst du dass Cooro und Husky irgendwas miteinander haben?“ sie sah ihn gespannt an, denn sie war, genau wie früher auch, sehr neugierig.
Senri, der mit den Jahren angefangen hatte mehr zu sprechen antwortete in einem, für Nana seltsamen Ton.
„Wer weiß was passiert ist, als wir weg waren.“
Damit schien das Thema beendet zu sein.
Und Nana vergaß es vorerst, doch sie nahm sich vor, Cooro, bzw. Husky danach zu fragen, wenn sie irgendwann mal dazu kommen würde.
Ein leises lächeln schlich sich auf ihr Gesicht.
Dem alten Cooro hätte sie so etwas nicht zu getraut, doch bei dem neuen Cooro konnte man nie wissen.
     
Sein echter Charakter war wirklich sehr interessant…
Review schreiben