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'Dirrty Food' und was man dabei alles missverstehen kann...

GeschichteHumor / P16 / MaleSlash
Mit´gai Ronald Sandoval Zo´or
01.11.2008
01.11.2008
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"Wie bitte?"
Da'an warf seinem Kind einen fassungslosen Blick zu.
"Das kann doch nicht dein Ernst sein, Zo'or!"
"Doch, Da'an! Mit sofortiger Wirkung ist es allen menschlichen Untergebenen verboten, während ihrer Arbeitszeiten und generell in unseren Einrichtungen Nahrung zu sich zu nehmen! Jeweilige Verstöße werden nicht toleriert und führen umgehend zu einer disziplinarischen Maßnahme!"
Mit einer entschiedenen Geste winkte er den Bildschirm aus und beendete so die Verbindung zu der nordamerikanischen Botschaft.
Es war unumgänglich gewesen, ein solches Machtwort musste gesprochen werden.
Erst neulich hatte er Mit'gai dabei erwischt, wie dieser seinen Assistenten fütterte...
Er wusste nicht wieder der Tealonarzt es geschafft hatte, seinen Menschen zu so etwas zu bekommen, aber er war froh, dass der Widerstand nicht davon spitz gekriegt hatte.
Wie ein Tier hatte der Mensch eine braune zähflüssige Substanz von den Zehen des Tealon geleckt.
Zo'or lief ein kalter Schauer über den Rücken.
Es war ja nichts dagegen zu sagen, wenn Mit'gai Andrews als Haustier halten wollte, wenn sie diese minderwertige Rasse endlich unterworfen hatten, schließlich hatte Zo'or bei Sandoval schon mit dem selben Gedanken gespielt, aber den Menschen dieses Vorhaben so klar zu verdeutlichen war einfach noch zu früh.
Dennoch konnte er dem anderen Tealon dieses Verhalten nicht so einfach durchgehen lassen und deswegen hatte er bei ihm eine neue Rezeptur für die Substanz, die laut Mit'gai Schokocremé hieß, in Auftrag gegeben.
Zum einem, um den Arzt noch etwas mehr Arbeit auf zu halsen, zum anderen konnte es nicht schaden, etwas von diesem Menschen unterwerfenden Zeug auf Lager zu haben.
Er musste nur noch verhindern, dass der Widerstand diese Lunte roch, das Allerletzte was er jetzt gebrauchen konnte war eine Schlagzeile ala 'Tealons führen illegale Experimente mit Schokocremé durch, gehen sie dieses Mal entschieden zu weit?'
Daneben ein Foto von Mit'gai und seinem menschlichen Haustier, er konnte es schon bildlich vor sich sehen.
Langsam schlenderte er in Richtung Brücke.
Sein eigenes 'Haustier' müsste inzwischen längst zum Dienst erschienen sein...

Special Agent Ronald Sandoval hatte einen wirklich miesen Morgen hinter sich.
Grauenhaft traf es eigentlich noch besser.
Er hatte verschlafen, sein Frühstück war angebrannt und das Einzige, was ihn davon abgehalten hatte nicht zum Dienst zu erscheinen, war die Aussicht auf seinen geliebten Starbucks Schoki - Cappuccino, den er sich, immer zur selben Zeit, sieben Tage die Woche, vier Wochen im Monat, zwölf Monate im Jahr, Morgen für Morgen auf dem Weg zum Mutterschiff in der Starbucksfiliale seines Vertrauens besorgte.
Und jetzt hatte diese verdammte Freiwillige, die ihm seit einer geschlagenen viertel Stunde den Weg vom Shuttlehanger auf die Brücke versperrte, den Nerv, ihm, Special Agent Ronald Sandoval, persönlicher Leibwächter von Zo'or, seinen Schoki - Cappuccino abnehmen zu wollen und was noch viel schlimmer war, ihn weg zu werfen.
Der Asiate war bereit auf vieles zu verzichten, aber er würde ganz bestimmt NICHT auf seinen Schoki - Cappuccino verzichten!
"Aber verstehen Sie doch, Agent Sandoval! Es ist ein persönlicher Befehl des Synodenführers!"
DAS reichte!
Er hatte auf seine Familie verzichtet, er hatte auf eine Beziehung verzichtet und er hatte auf seine Freunde verzichtet, aber er würde ganz bestimmt NICHT auf seinen Starbucks Schoki - Cappuccino verzichten!
"Richten Sie Zo'or aus, dass ich kündige!", sprach's und machte auf dem Absatz kehrt, um nach Hause zu gehen.

"Was?"
Die junge Freiwillige schluckte schwer.
"Ich soll Ihnen von Agent Sandoval ausrichten, dass er kündigt?!"
Zo'or sprang aus seinem 'Thron' und lief auf die ID-Portale zu, während er sämtliche Termine für den weiteren Tag absagte.
Niemand kündigte Zo'or!
Wo würden sie denn hinkommen, wenn ihm sein persönlicher 'Leibwächter' einfach so kündigte?
Auf halbem Wege machte er kehrt und schlug den Weg zu Mit'gais Labor ein.

Sandoval stand mit einer weiten Trainingshose und freiem Oberkörper in seiner Küche und kam seiner geheimen Leidenschaft nach: dem Kochen.
Er hatte von Da'an Näheres erfahren und beschlossen einfach abzuwarten.
Der Synodenführer hatte schon wesentlich verrücktere Pläne und war dennoch immer wieder zur Vernunft gekommen, so würde es dieses Mal auch sein.
Und falls nicht...
Nun ja, dann würde er einfach früher in Rente gehen, als ursprünglich geplant.
Diesen Rat hatte er auch Liam gegeben, der fast den Tränen nahe berichtet hatte, dass man ihm Da'ans Hello Kitty Crispdose abgenommen und ins Weltall geschossen hatte, weil ihm niemand glaubte, dass es nicht seine Lunchbox war.
Silver Pussy Limited Edition...
Ein Unikat...
Tja, Pech gehabt.
Das vertraute Geräusch eines aktivierten ID-Portals riss ihn aus seinen schadenfrohen Gedanken.
Irritiert huschte sein Blick zur Küchentüre, in der auch wenige Augenblicke später Zo'or erschien.
"Wie sind Sie hier rein gekommen?"
Der Synodenführer ließ sich Zeit mit der Antwort, seelenruhig nahm er in einem der bequemen Loungesessel platz, die um den Küchentisch standen und stellte eine kleine violette Dose, die er bei sich hatte, umsichtig auf ihm ab, bevor er zum sprechen ansetzte.
"Durch das mobile ID-Portal in ihrem Wohnzimmer."
"Ich habe kein mobiles ID-Portal in meinem Wohnzimmer!"
Zo'or verdrehte genervt die Augen.
"Jetzt schon!"

Zo'or seufzte leise.
Das Haustiere auch immer so schwer von Begriff sein mussten...
Nun ja, wenigstens war seins trotz allem hübsch an zu schauen.
Er warf einen prüfenden Blick in Richtung Kochstelle.
Ja, dass war es wirklich.
Der Synodenführer hatte sich schnell vor seinem Aufbruch von Mit'gai etwas dieser Schokoladencremé geben lassen, damit er wirklich sicher sein konnte, seinen Menschen davon überzeugen zu können, dass eine Rückkehr auf das Mutterschiff am Besten wäre.
"Ich glaube nicht, dass Sie unser Arbeitsverhältnis wirklich auflösen wollen, Sandoval! Denken Sie doch nur mal an Ihre Gesundheit, dass ist diese Nahrung doch nicht wert!"
Er hatte beschlossen, es erstmal auf dem diplomatischem Wege zu versuchen, aber wenn das nicht zog, hatte er immer noch die Schokoladencremé und der Tealonarzt hatte ihm zugesichert, dass diese jeden Mensch willenlos werden ließ.
Der Asiate schnaufte wütend.
"Es war ein Starbucks Schoki - Cappuccino!"

Sandoval kochte vor Wut.
Mit einem leichten Schubs schob er den Wok vom Herd und schaltete diesen anschließend aus, ehe er auf den Synodenführer zu stapfte.
Er konnte später weiter kochen, jetzt würde er Zo'or erstmal den Kopf waschen.
Grade als er zu einer seiner gefürchtete Schimpftiraden an setzen wollte, wurde ihm ein feuchter, kühler Finger auf die Lippen gedrückt.
Mhmmmmm, Schokolade!
Er kannte diese Rezeptur...
Er hatte sie mit Mit'gai zusammen entwickelt, um diesem einen Gefallen zutun, denn es war nun mal schwer ohne Geschmacksnerven etwas richtig abzuschmecken.
Sandoval liebte Schokolade, auch ein wohl gehütetes Geheimnis und so grummelte er leise, als ihm der 'Schokoladenfinger' wieder entzogen wurde.
Der Synodenführer nickte zufrieden.
"Sie werden jetzt mit mir aufs Mutterschiff zurückkehren Verstanden, Agent?"
Der Asiate stockte.
Glaubte Zo'or etwas immer noch, dass Schokoladencremé der Schlüssel zur Unterwerfung der Menschen war?
Ein Grinsen schlich sich auf seine Lippen.
'Na warte!'
Beherzt griff er mit zwei Fingern in die Dose, die der Synodenführer nach wie vor in den Händen hielt und verteilte die heraus gefischte zähe Masse auf den Lippen des Tealons.
"Nicht ohne meinen Starbucks Schoki-Cappuccino!"
Schnell zog er Zo'or zu sich hinab und küsste die Schokolade fort.
Der Tealon riss sich von ihm los und brachte schnell etwas mehr Abstand zwischen sich und den Menschen.
"Nein! Sehen Sie doch, was bereits so eine geringe Menge für Auswirkungen auf Sie hat!"

Der Synodenführer war entsetzt!
Was für eine teuflische Droge.
Die Lippen des Asiaten hatten sich zwar gut angefühlt, wenn nicht sogar fantastisch, aber sogar er hatte irgendwo noch ein Gewissen!
Wie konnten die Menschen so etwas nur legalisieren und sogar ihren Kindern zugänglich machen?
Entschlossen ging er abermals einen Schritt zurück und ließ sich wieder auf den Sessel, auf dem er eben schon einmal Platz genommen hatte, sinken.
Die Rechnung hatte er allerdings ohne Sandoval gemacht.
Wie war sein zukünftiges Haustier denn jetzt auf seinen Schoss gekommen?

Special Agent Ronald Sandoval hatte einen grauenhaften Morgen gehabt:
Er hatte verschlafen, sein Frühstück war angebrannt UND man hatte versucht ihm seinen heiß geliebten Starbucks Schoki-Cappuccino weg zu nehmen, ABER er hatte das sichere Gefühl dafür gleich ausreichend entschädigt zu werden.
Der Asiate hatte schon immer eine Schwäche für 'Dirrty Food' und die würde er jetzt nach langer Zeit mal wieder richtig ausleben.
Blind griff er hinter sich und tastete nach der Dose mit Schokocremé.
Als er sie gefunden hatte tauchte er zwei Finger hinein und strich Zo'or einmal quer über die Wange, nur um sie kurz darauf mit seiner Zunge wieder zu 'reinigen'.
Ein wohliges Schnurren entkam ihm und er räkelte sich noch etwas mehr auf Zo'ors Schoss, presste ihre Leiber noch dichter aneinander.
Ein erschrockenes Keuchen entkam seiner Kehle, als er mit einem kräftigen Ruck an seinen Haaren nach hinten gezerrt wurde.
Geschockt blickte er in das ausdruckslose Gesicht des Synodenführers.
War er vollkommen verrückt geworden?
Zo'or würde ihn für dieses Verhalten eigenhändig umbringen!
Erschrocken Quiekte er auf, als ihm abermals ein  'Schokofinger' zwischen die Lippen gedrückt wurde.
Das selbstgefällige Grinsen war wieder auf das Gesicht des Tealon zurückgekehrt.
Himmel, diese Selbstsicherheit und der Hauch, gut der Orkan von Dominanz machten ihn unglaublich sexy...
Genüsslich ließ Sandoval seine Zunge um den Finger tanzen und befreite diesen so von der Schokolade.
Vorsichtig entließ er ihn wieder aus seinem Mund und hauchte zu Abschied einen sanften Kuss auf die Fingerkuppe.

Zo'ors Blick hing immer noch an den vollen Lippen des Asiaten, die sich inzwischen zu einem hinreißenden Lächeln verzogen hatten, als er von der dazu gehörenden verführerischen Stimmer aus seiner bewundernden Musterung gerissen wurde.
"BETT!", forderte Sandoval und brachte den Synodenführer dazu irritiert seinen Blick zu suchen.
"Sie wollen jetzt in eine Ruhephase gehen?"
Fassungslosigkeit machte sich in seinem Geist breit, direkt neben leiser Enttäuschung.
Er hätte dieses Spiel gerne noch weiter gespielt...
Ein begeistertes Nicken war die erste Antwort, die er erhielt, dicht gefolgt von einem verheißungsvoll gehauchtem "Exakt und du wirst mich begleiten!"
Widerstandslos ließ Zo'or sich aus dem Sessel auf die Beine ziehen und in Richtung Küchentüre zerren.
Noch einmal warf er einen traurigen Blick in Richtung der Schokocremé Dose.
Der Asiate folgte seinem Blick und kicherte leise.
"Die hätten wir fast vergessen..."
Der Synodenführer verstand nicht und das zeigte er deutlich.
"Und warum?", schnappte er trotzig.
Er wollte weiter spielen!
Ein überraschtes Aufkeuchen entkam ihm, als Sandoval seine Lippen abermals auf seine drückte.
"Das werde ich dir gleich zeigen!"

Am nächsten Morgen betrat ein äußerst gut gelaunter Special Agent Ronald Sandoval das Mutterschiff.
Sein Morgen war großartig gewesen!
Er hatte verschlafen, was nach der gemeinsamen Nacht mit Zo'or kein Wunder war, sein Frühstück war angebrannt, was kein Wunder war, wenn man bedachte, dass er damit beschäftigt war, sich mit Schokolade füttern zu lassen und er hatte seinen heiß geliebten Starbucks Schoki-Cappuccino, welcher ihm samt der Starbucksfiliale seines Vertrauen von dem Synodenführer geschenkt worden war.
Zo'or hatte sich nach langem hin und her dazu bereit erklärt, das Essenverbot aufzuheben.
Schüchtern kam ihm die Freiwillige, die ihm gestern seinen Capuccino abnehmen wollte, entgegen, in der einen Hand hielt sie einen Schokoriegel, in der Anderen eine Flasche Cola.
"Guten Morgen, Agent Sandoval. Es tut mir Leid Sie stören zu müssen, aber ich muss Sie bitten, alle Lebensmittel, in denen Schokolade enthalten ist, bei mir abzugeben!"
Empörung machte sich in dem Asiaten breit und vor lauter Wut ließ er seinen heiß geliebten Starbucks Schoki-Cappuccino fallen.
"Aber Sie essen doch auch Schokolade!"
"Diese Regelung ist nur für Sie vorgesehen und die persönliche Aufforderung des Synodenführers!"

Zo'or plauderte grade mit Mit'gai über die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten von Schokolade, als Sandoval wütend die Brücke stürmte.
"Wieso dürfen alle außer mir Schokolade essen?"
Der Tealon grinste anzüglich.
"Du darfst auch Schokolade zu dir nehmen, aber nur, wenn wir zwei alleine sind!"

-Ende-
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