MAGIC MOMENT

KurzgeschichteRomanze / P12
Ben Evans Meg Cummings
29.10.2008
29.10.2008
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SUNSET BEACH (1997-99)
ist eine amerikanische Serie, die mit 755 Episoden insgesamt drei Jahre in den USA ausgestrahlt wurde und in sich abgeschlossen ist.
Hier ein paar kurze Worte zum besseren Verständnis:

Ort des Geschehens ist die südlich von Los Angeles an der kalifornischen Pazifikküste gelegene verträumte Kleinstadt Sunset Beach. Die einzigartige Magie einer bezaubernden alten Legende verbindet die Menschen, die hier leben, miteinander. Hoffnungen, Träume, Sorgen und Enttäuschungen werden miteinander geteilt und kein noch so sorgsam behütetes Geheimnis bleibt ewig unentdeckt.
Mitten in diese Kleinstadt platzt Meg Cummings, die junge Frau aus Kansas, die an ihrem Hochzeitstag erfahren muss, dass ihr Verlobter Tim sie betrügt.
Kurz entschlossen lässt sie die Hochzeit platzen, steigt ins nächste Flugzeug und macht sich auf die Suche nach ihrem Internetfreund „SB“, dem sie sich durch seine Mails seit langem verbunden fühlt und von dem sie nur weiß, dass er hier in Sunset Beach lebt.
Das „SB“ aus irgendwelchen Gründen an einer persönlichen Bekanntschaft mit ihr überhaupt nicht interessiert ist, erfährt sie erst später, als sie sich schon mitten im Strudel des Geschehens befindet...
Und da wäre noch Ben Evans, jener gutaussehende junge Mann, der vor einigen Jahren nach Sunset Beach kam und sich hier eine beachtliche Existenz aufgebaut hat. Er lebt allein in seinem Strandhaus und hütet ein dunkles Geheimnis, das ihn belastet und es ihm unmöglich macht, eine neue Liebesbeziehung einzugehen.
Nur Bens Internetfreundschaft zu einer bislang unbekannten jungen Frau namens „Dorothy“ scheint ihm viel zu bedeuten...


Die nun folgende Kurzgeschichte beschreibt die erste Begegnung zwischen Ben und Meg.
Viel Spaß beim Lesen!


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BEN

Gedankenverloren starrte er aus dem riesigen Verandafenster seines Strandhauses hinaus auf den Ozean.
Draußen färbte sich der Himmel rot.
Sunset- Zeit…
Er liebte die Sonnenuntergänge in seiner Heimatstadt, hier an der Westküste. Jeder für sich war etwas Besonderes.
Vielleicht würde es gerade heute gut tun, hinauszugehen und ein Stück den Strand entlang zu laufen, um den Kopf wieder freizubekommen.

Dabei hatte dieser Sonntagmorgen so ruhig begonnen…

Kurz nach Tagesanbruch hatte er das Haus verlassen.
Die Sonne war eben soeben aufgegangen und begrüßte den neuen Tag mit ihren ersten Strahlen, die sie über die Dächer der Häuser aufs Meer hinaus sandte, wo sie sich funkelnd brachen und die nimmermüden Wellen in flirrendem Silber aufleuchten ließen. Ein sanfter Wind schickte morgendliche Grüße vom Santa Ana Bay herüber, strich durch die saftig grünen Wedel der Palmen, die die Strandpromende einsäumten, und kühlte sein leicht erhitztes Gesicht. Er hatte den freien Tag mit einem Strandlauf begonnen, fest entschlossen, sich heute von nichts und niemand aus der Ruhe bringen zu lassen.
Nicht einmal von Annie, seiner vollbusigen, rothaarigen Nachbarin, die ihn nach seiner Rückkehr einmal mehr zufällig vor dem Haus erwartete. Dass ihr Aufzug lediglich aus einem viel zu großen Männerhemd bestand und darauf schließen ließ, dass sie einen nächtlichen Besucher bei sich hatte, dessen Anwesenheit dazu beitragen sollte, seine Eifersucht zu wecken, entlockte ihm lediglich ein müdes Lächeln. Sie müsste es eigentlich besser wissen, nach all den Jahren…

Er hatte schließlich geduscht und anschließend erwogen, in aller Ruhe auf der Veranda zu frühstücken, die Zeitung zu lesen, und den freien Tag ansonsten einfach zu vertrödeln, ein Luxus, den er sich nur selten erlaubte.
Doch dann, irgendwann um die Mittagszeit, war diese verdammte Mail gekommen, und seitdem war es mit der inneren Ruhe vorbei…

Seit dem Unfalltod seiner Frau vor drei Jahren hatte er damit begonnen, eine unsichtbare Mauer um sich und sein gebrochenes Herz zu errichten. Natürlich gab es ab und zu Frauen in seinem Leben, sie kamen und gingen, aber keiner von ihnen war es auch nur annähernd gelungen, diese Mauer aus Eis zu durchbrechen. Keiner…
Außer - Dorothy aus Kansas.

Er hatte sie irgendwann in einer seiner zermürbenden, schlaflosen Nächte im Internet kennengelernt.
Sie verstanden einander auf Anhieb und teilten sich in unzähligen Mails nach und nach ihre intimsten Gedanken und Gefühle mit. Sie entdeckten unendlich viele Gemeinsamkeiten und waren auf geheimnisvolle Weise fasziniert voneinander.
Seelenverwandtschaft nannte Dorothy ihre virtuelle Beziehung.
Er hatte zugelassen, dass sie ihm nahe kam, so nahe, wie man sich online sein konnte.
Diese Freundschaft bedeutete für ihn keine Gefahr, solange man trotzdem anonym blieb. Sie hatten nie Bilder ausgetauscht oder ihre wahre Identität preisgegeben. Er war für sie „S.B.“ aus Sunset Beach, und sie nannte sich Dorothy aus Ludlow in Kansas.
Er erzählte ihr in seinen Mails von seiner Heimatstadt an der Pazifikküste, von den Spaziergängen am Meer und den wundervollen Sonnenuntergängen am sagenumwobenen Pier, während sie ihm mit den endlosen Feldern und dichten Wäldern die Einzigartigkeit und Schönheit ihres „Sunflower“- Heimatstates im mittleren Westen der USA pries.
Sie unterhielten sich online über unendlich viele Dinge, aber sie hatten nie davon gesprochen, sich irgendwann persönlich kennenzulernen.

Doch seit dem heutigen Tag war alles anders…

Nachdem Dorothy ihm mitgeteilt hatte, dass heute der Tag ihrer Hochzeit sein würde, war ihnen beiden plötzlich schmerzlich bewusst geworden, dass damit auch ihre Internet-Beziehung ein Ende finden musste. Eine Tatsache, die ihn wider Erwarten schmerzte und ihn innerlich nicht zur Ruhe kommen ließ.
Vor ein paar Stunden aber mailte sie ihm plötzlich, sie habe die Hochzeit abgesagt und sei nun auf dem Weg nach Sunset Beach in Kalifornien – zu ihm.

Damit hatte er nicht gerechnet.
Panisch und ohne auch nur eine einzige Sekunde darüber nachzudenken, dass er sie damit verletzen könnte, sandte er ihr eine Antwort-Mail, in der unmissverständlich erklärte, dass er nach wie vor nicht daran interessiert sei, sie jemals persönlich kennenzulernen.
Seitdem starrte er immer und immer wieder auf seinen Laptop, als könne er das Gerät durch seine Blicke zu einer Antwort zwingen, denn er hatte eine Rückmeldung erwartet, irgendeine Reaktion ihrerseits auf diese mehr als deutliche Abfuhr.
Doch bisher blieb sein Postfach leer.
Das machte ihn unsicher…

Sie wusste, in welcher Stadt er lebte.
Was, wenn sie ihn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen fand?
Was, wenn sie sich plötzlich gegenüberstanden?
Was, wenn sie wirklich so war, wie er sie sich immer vorgestellt hatte?
Dorothy bedeutete Gefahr!

Nein… niemals wieder wollte er sich verlieben. Liebe konnte so grausam sein, er hatte es am eigenen Leib zu spüren bekommen. Nie mehr wollte er diesen furchtbaren Schmerz erdulden, der einen gnadenlos peinigte, wenn man einen geliebten Menschen für immer verlor.
Aber war ihm nicht genau das gerade wieder passiert?
Widerwillig musste er sich eingestehen, dass er diese noch immer wohlbekannte schmerzende Enge in seiner Brust spürte, seitdem er sich gestern online von Dorothy verabschiedet und ihr Glück für ihre Zukunft als verheiratete Frau gewünscht hatte. Und dieses zermürbende Gefühl der inneren Zerrissenheit hatte ihn trotz aller Vorsicht und wohl behüteten Anonymität dazu bewogen, ihr zu schreiben, er wäre immer für sie da, wenn sie einmal Sorgen hätte und nicht wüsste, wohin sie sich wenden sollte.
Anscheinend hatte sie ihm geglaubt, jedes Wort…


Die Sonne stand inzwischen bereits sehr tief und hatte, einem riesigen Feuerball gleich, das Firmament um sich herum in eine einzigartige orange-rot-golden schimmernde Farbpalette verwandelt.  Ein immer wieder aufs Neue faszinierendes Kunstwerk, wie nur die Natur allein es erschaffen konnte.

Kurz entschlossen klappte er den Laptop zu, tauschte das Shirt, das er trug, gegen ein dunkles Hemd an und verließ das Haus.
Mit Nachdruck schloss er die Tür hinter sich.


Alles war wie immer.
Und doch… Sein Gefühl sagte ihm nach wie vor überdeutlich, dass irgendetwas an diesem Abend anders war als sonst.
„Dreh dich um …“ schien ihm eine Stimme tief in seinem Inneren zu sagen, leise, flüsternd und doch unüberhörbar. „Dreh ein klein wenig den Kopf. Gleich hinter dir, unter der Palme…“

Sie saß einfach da, nur ein paar Schritte von ihm entfernt, bewegungslos, so, als hätte sie ausschließlich auf diesen einen, besonderen Augenblick gewartet. Ihre Augen blickten in seine Richtung, aber er war sich zunächst nicht sicher, ob sie ihn anschaute oder nur, genau wie er, den Sonnenuntergang über dem Meer bewunderte.

Das gleißende Licht der Sonne, das Himmel und Meer zu einer rotgoldenen Unendlichkeit märchenhafter Farben vereinte, reflektierte sich auf ihrem jungen, ebenmäßigen Gesicht wie ein Schleier aus bronzefarbener Seide. Auf ihren leicht geöffneten Lippen lag ein verklärtes Lächeln, während der Abendwind zärtlich mit ihrem schulterlangen dunklen Haar spielte und die riesigen Palmenblätter hinter ihr sanft hin und her wiegte, als wolle er dem stillen Betrachter damit beweisen, dass dies hier kein Trugbild seiner Phantasie war. Eines jener Trugbilder, die ihn so oft quälten, und die sich nach nunmehr drei endlosen Jahren noch immer fast ausschließlich um die eine drehten, die er für immer verloren hatte.
Aber die junge Frau dort war nicht sie. Sie sah ganz anders aus, und er selbst war ihr noch nie zuvor begegnet.
Warum zum Teufel hatte er dann trotzdem das Gefühl, sein Herzschlag würde für Sekunden aussetzen?

Und plötzlich war er sich sicher: Sie sah ihn an.

In dem Augenblick, als ihre Blicke sich trafen, schien es ihm, als würde die Zeit stillstehen.
Für einen Bruchteil der Ewigkeit gab es nur sie beide, den rot getönten Himmel über ihnen, das leise rauschende Meer, den warmen Wind und die untergehende Sonne.
„Wer bist du?“ schienen ihre Augen zu fragen, und obwohl sie nicht einmal die Lippen bewegte, vermeinte er ihre Worte leise im Raunen des Windes zu hören.
Diese alte Legende, die sich die Einheimischen seit ewigen Zeiten erzählten, und die er oftmals etwas nachsichtig belächelt hatte, fiel ihm urplötzlich wieder ein:

""Wenn die Sonne im Meer versinkt und die Santa Anna Winde wehen,
wird der erste Mensch, der dir am Ende des Piers begegnet, dein Schicksal sein.""


Die Magie des Augenblickes währte nur Sekunden, dann war sie vorüber.

„Vergiss es...“ befahl ihm eine innere Stimme, die mit der von vorhin nichts gemein hatte. „Du hattest deine Chance, doch sie wurde dir genommen. Es ist zu spät…“

Von einem Moment auf den anderen hatte ihn die Wirklichkeit wieder eingeholt.
Abrupt, fast fluchtartig, drehte er sich um und ging schnellen Schrittes in Richtung Pier, durch dessen hölzerne Streben sich die letzten rötlich-goldenen Strahlen der Sonne verirrten, bevor auch sie Abschied vom Tag nehmen und der Nacht Platz machen würden, die langsam aber unwiderruflich über die kleine Stadt am Meer hereinbrach…



MEG


Dort lag er also, genau vor ihr, der legendäre Pier, von dem er ihr unzählige Male in seinen Mails erzählt hatte. Das beeindruckende Symbol der kleinen Küstenstadt, weit hineinreichend ins endlose Meer, inmitten eines absolut spektakulären Sonnenunterganges…

Sie atmete tief durch und stellte ihren kleinen Reiserucksack am Wegrand neben einer der vielen, saftig grünen Palmen-Einpflanzungen ab, ohne den Blick von dem Schauspiel abzuwenden, dass sich ihr hier bot. Fasziniert betrachtete sie die unbeschreibliche Farbenpracht, die keine Postkarte und kein Gemälde auch nur annähernd so wiederzugeben vermochten, wie es hier zu erleben war.
Die untergehende Sonne verwandelte Himmel und Meer in einen endlosen fantasievoll gewebten Teppich aus gleißendem Gold, das die Augen blendete, vermischt mit hellem Orange, übergehend in sämtliche Rotschattierungen bis hin zu tiefem Violett, eine einzigartige Farbpalette, die der Wunschtraum eines jeden Malers gewesen wäre.
Sie war zum ersten Mal in ihrem Leben am Meer, und sie war begeistert.
Die netten Wirtin, in deren Bistro sie nach ihrer Ankunft fürs Erste ihr Gepäck abgestellt hatte, und die voll des Lobes über ihre romantische „Stadt der Liebe“ war, schien wirklich nicht übertrieben zu haben.
Und er auch nicht.
Sunset Beach – seine Heimatstadt…

Das Geräusch einer laut ins Schloss fallenden Tür holte sie aus ihren Betrachtungen.
Sie drehte den Kopf in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war und hielt erstaunt inne.
In der kurzen Zeit seit ihrer Ankunft heute Nachmittag hatte sie sehr schnell mitbekommen, dass es in Kalifornien nicht nur hübsche Mädchen zu geben schien. Auch die Männerwelt hatte hier einige äußerst attraktive Exemplare zu bieten.
Der Mann, der eben das schmucke Strandhaus, vor dem sie gerade stand, verlassen hatte, war zweifellos ein solches Exemplar: groß und schlank, dunkelhaarig und sonnengebräunt und – unglaublich gutaussehend.
Allerdings schien er weder sie noch sonst irgendwen in seiner Nähe zu bemerken, sondern ging zielstrebig an ihr vorüber zum Strand, während er dabei lässig die Ärmel seines dunklen Hemdes aufkrempelte.
Nach ein paar Schritten blieb er stehen und schaute aufs Meer hinaus. Anscheinend wollte er, genau wie sie, diesen herrlichen Sonnenuntergang genießen.

Sie bedachte den Unbekannten mit einem letzten anerkennenden Blick und ließ sich dann auf den Rand der Palmen-Einpflanzung nieder, während sie ihre Aufmerksamkeit wieder dem Naturschauspiel zuwandte, das die hinter dem Pier im Meer versinkende Sonne ihr bot.

Nun war sie wirklich hier, in S.B.s Heimatstadt. Sie konnte es selbst kaum glauben.
Heute Morgen war sie noch wie jeden Tag in ihrem Elternhaus in Ludlow aufgewacht, der Stadt im Herzen von Kansas, wo sie geboren und aufgewachsen war. Dann hatte sie dieses wunderschöne weiße Hochzeitskleid angezogen, bereit, den Schritt in ein neues Leben zu wagen, einem Leben zu zweit, gemeinsam mit Tim, ihrem Jugendfreund.
Ein bitteres Lächeln umspielte ihre Lippen.
Nur ein dummer Zufall hatte ihr gerade noch rechtzeitig die Augen über ihren zukünftigen Ehemann geöffnet, und der Schritt in ein neues Leben war daraufhin etwas anders ausgefallen als ursprünglich geplant.
Zum ersten Mal in ihrem Leben tat sie etwas, was sie selbst nie für möglich gehalten hätte: Sie brach ganz spontan alle Brücken hinter sich ab und nahm den nächsten Flieger nach Kalifornien, genauer gesagt nach Sunset Beach, der kleinen kalifornischen Stadt am Fuße der Millionen-Metropole Los Angeles an der Pazifikküste. Jenem Ort, an dem der Mann lebte, der ihr durch unzählige Mails, die sie beide in den vergangenen Wochen und Monaten einander geschrieben hatten, so vertraut geworden war, als würde sie ihn bereits seit einer Ewigkeit kennen. Und das, obwohl sie ihn noch nie gesehen hatte. Sie kannte nur seine Initialen, die er im Internet benutzte: S.B.
Aber er hatte ihr erst gestern geschrieben, er sei immer für sie da, wenn sie mal nicht weiter wüsste.
Er war die Zuflucht, die sie jetzt brauchte.

Als sie bereits im Flieger saß, hatte sie ihm gemailt, sie sei auf dem Weg zu ihm, doch dann war die Verbindung abgebrochen, und sie war bis zu ihrer Ankunft nicht sicher, ob er ihre Nachricht überhaupt erhalten hatte.
Aber sie würde ihn finden, dessen war sie sich sicher.

Ein angenehm erfrischender Wind kam auf und kühlte ihre heißen Wangen. Sie atmete tief die einzigartig würzige Luft ein, die er vom Pazifik aufs Land herüberschickte, und verdrängte bewusst alle trüben Gedanken.
Der vergangene Morgen war Lichtjahre weit entfernt…

Aus dem Augenwinkel heraus bemerkte sie, wie der unbekannte Mann plötzlich den Kopf umwandte.
Eine Sekunde später trafen sich ihre Blicke und hielten einander fest.
Es waren die Worte aus einer seiner Mails, die ihr in diesem Augenblick in den Sinn kamen. Er hatte ihr von jener alten Legende berichtet, die man sich hier seit ewigen Zeiten erzählte:

""Wenn die Sonne im Meer versinkt und die Santa Anna Winde wehen,
wird der erste Mensch, der dir am Ende des Piers begegnet, dein Schicksal sein.""


Sie spürte ein elektrisierendes Kribbeln auf der Haut, während ihr Herzschlag eine Sekunde lang auszusetzen drohte.
Diese Augen… Es war wie reine Magie. Alles um sie herum schien still zu stehen, und in der Luft lag ein geheimnisvolles und spannungsgeladenes Knistern, das nur sie allein fühlen konnte. Sie und vielleicht auch… er?

Der Augenblick war vorüber, noch ehe er richtig begonnen hatte. Der Fremde wandte sich abrupt ab und ging in Richtung Pier davon.
Die letzten Sonnenstrahlen blendeten ihre Augen, und sie blinzelte, als sie ihm einen Moment lang hinterher blickte.

Was war das eben gewesen?
War ihre Fantasie mit ihr durchgegangen und hatte ihren überreizten Nerven einfach nur einen Streich gespielt? Gepaart mit ihrem unerschütterlichen Hang zur Romantik und den sich überstürzenden Ereignissen des heutigen Tages war das sicherlich nicht weiter verwunderlich.
Aber dennoch… Es war nur dieser eine, kurze Augenblick gewesen, und doch lag etwas Besonderes, Einzigartiges darin, das spürte sie mit jeder Faser ihres Herzens, denn sie hatte dergleichen noch nie zuvor erlebt…
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