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Vampire

von Deira
GeschichteAbenteuer / P18 / Gen
Vampire
27.10.2008
19.08.2020
200
280.546
6
Alle Kapitel
451 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
27.10.2008 1.035
 
Hier folgt nun das zweite Kapitel dieser Geschichte. In diesem und den folgenden Kapitel erfährt man ein wenig über die familiären Hintergründe der beiden jüngeren Vampirjäger.
Aber keine Sorge, es wird keine reine Familiengeschichte, die Vampire werden auf Dauer garantiert nicht zu kurz kommen.

Vielen Dank auch an Virgenie, Trauemer und Cyra für die Reviews, die mich immer wieder vor Freude hüpfen lassen und das Schreiben versüßen.
Zu deiner Frage, Virgenie, ich werde versuchen, mehrmals die Woche ein Kapitel hoch zu laden.

Also viel Spaß beim Weiterlesen.

Elkes Familie



Tobias begleitete Elke, die in ihrer Jackentasche nach ihrem Hausschlüssel kramte, bis zu ihrer Haustür.
Sie lebte in einem hübschen, weiß verklinkerten Einfamilienhaus und der Vorgarten war ordentlich mit Stiefmütterchen bepflanzt worden.

„Wir sehen uns dann in den nächsten Tagen wieder. Dann besprechen wir, wie es weiter geht!“, sagte Tobias zum Abschied.

Elke nickte. „Ja, bestimmt hat Klaus bis dahin wieder irgendwo ein Vampirnest ausgegraben. Oder aber er glaubt, dass er eins ausgegraben hat. Manchmal irrt er sich ja auch. Erinnere dich mal an diese armen alten Leute, die wir auf dem Friedhof fast zu Tode erschreckt haben, als wir sie mit unseren Holzpflöcken an griffen!“
„Was mussten die da auch noch um die Zeit herum laufen? Und immerhin waren da in der Gruft ja wirklich Vampire!“, antwortete Tobias mit einem schiefen Lächeln. „Wir haben uns halt nur in den Personen geirrt! Zum Glück haben wir es ja noch bemerkt, bevor Klaus der alten Frau einen Pflock in die Brust rammen konnte.....“

Elke hatte ihren Schlüssel nun gefunden, doch in dem Moment ging das Licht im Hausflur an und die Haustür wurde aufgerissen.

Rudolf Gruber, Elkes Vater, stand in einem grünen Frotteebademantel da und sah seine Tochter, vor allem aber ihren Begleiter, wütend an.
„Gehört sich so was denn? Es ist zwei Uhr Nachts und Elke ist immer noch nicht zu Hause! Ich dachte, Sie wären ein anständiger junger Mann, Herr Seller!“

„Papa, ich bin dreinundzwanzig,“ sagte Elke und verdrehte die Augen, aber davon wollte ihr Vater nichts wissen. „So lange du deine Füße...“
„Ja, ich weiß! Jetzt kommt dieser schreckliche Spruch wieder. Es tut mir leid, es ist ein wenig später geworden. Aber wir haben einfach die Zeit vergessen,“ entschuldigte sich Elke und Tobias nickte artig.
„Es war meine Schuld, Herr Gruber. „Ich hätte Ihre Tochter schon früher nach Hause begleitet, aber es kam was dazwischen. Das wird nicht mehr vorkommen!“

„Ich will nicht wissen, was dazwischen gekommen ist!“, sagte Rudolf wütend und schloss die Tür lauter als nötig, als Elke an ihm vorbei ins Haus huschte.

„Arme Elke! Sie sollte wirklich überlegen, ob sie nicht alle Bedenken über einen Haufen wirft und sich irgendwo endlich eine Wohnung mietet. Auch wenn sie glaubt, dass sich so was nicht gehört. Viele machen das doch mittlerweile so. Aber ihre Eltern sind eben noch vom alten Schlag,“ dachte Tobias und machte sich ebenfalls auf den Heimweg.

Er beneidete Elke nicht um die Auseinandersetzung, die ihr nun wieder einmal mit ihren Eltern, vor allem ihrem Vater, bevor stehen würde.

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Elke betrat unterdessen das Wohnzimmer des elterlichen Einfamilienhauses. Ihre Mutter saß, mit einem Glas Wein vor sich, auf dem Sofa, und sah ihre Tochter vorwurfsvoll an.
„Elke, so geht das wirklich nicht mehr weiter! Ich habe die ganze Nacht über auf dich gewartet! Ich bin vor Angst fast verrückt geworden! Sag mir jetzt nicht, du warst im Kino!“

„Ich war aber im Kino. Mit Tobias. Du hast doch neulich noch gesagt, du würdest ihn für einen netten jungen Mann halten,“ verteidigte sich Elke.

Ihr Vater sah die Mutter fragend an. „Das hast du gesagt? Dass dieser Taugenichts ein netter junger Mann sei?“
„Er ist aber kein Taugenichts, Papa,“ protestierte Elke, doch ihr Vater achtete nicht auf sie. Statt dessen musterte er ihre Mutter mit einem vorwurfsvollen Blick.

Elisabeth Gruber senkte den Kopf. „Ich habe das gesagt. Aber natürlich hast du eine bessere Menschenkenntnis als ich, Rudi!“

„Das will ich meinen! Trink deinen Wein aus und dann sollten wir alle ins Bett gehen! Wir sprechen morgen früh noch einmal in Ruhe über alles!“, antwortete Rudolf und reichte seiner Frau das Weinglas.
„Mama sollte nicht so viel davon trinken, fast jedes Mal wenn ich sie antreffe, steht ein Glas irgendwo. Das ist doch nicht gesund,“ dachte Elke besorgt und wütend zugleich.

Es missfiel ihr, dass ihr Vater ihre Mutter manchmal geradezu herablassend behandelte. Vor ein paar Jahren, Elke hatte damals die 7. Klasse besucht, hatte ihre Mutter darum gebeten, eine Arbeit in einem Kiosk annehmen zu dürfen.
Doch ihr Vater hatte sie ausgelacht und gemeint, dass dies doch nichts für sie sei. Einem Beruf sei sie doch gar nicht gewachsen.

„Elke, wir machen uns große Sorgen um dich! Um dich und deinen guten Ruf! Du wirst keinen netten jungen Mann mehr abbekommen, sollte dieser Tobias dich nicht irgendwann einmal heiraten! Du solltest mal hören, wie sich die Mühlenbergs nebenan schon das Maul über dich zerreißen! Frau Mühlenberg sagte neulich, beim Frisör, dass sie es ihrem Dietmar nicht erlauben würde, mit dir auszugehen!“, sagte Rudolf und hielt sich die Hand vor den Mund, als er ein Gähnen nicht mehr unterdrücken konnte.

„Ja, der Dietmar! Der ist schon zweiunddreißig und ohne Mamas Genehmigung darf er gar nichts,“ antwortete Elke spöttisch, aber ihr Vater sah sie streng an.
„So was will ich nicht hören! Die Mühlenbergs sind anständige Leute, und zumindest zerreißt man sich über sie nicht das Maul beim Frisör! Deine Mutter hat ganz genau gehört, wie man dort über dich sprach!“

„Ja, wenn man schon beim Frisör über mich spricht....“, murmelte Elke, schwieg aber, als ihr Vater sie mahnend ansah.

Kurz darauf lag Elke in ihrem Bett und versuchte, ein wenig zur Ruhe zu kommen. Die Kämpfe mit den Vampiren wühlten sie immer sehr auf und sie hatte schon mehr als einmal daran gedacht, damit aufzuhören.
War es denn ihre Aufgabe, ihr Leben zu riskieren? Doch sie wusste auch, dass ihr die Gewissheit, dass es diese Wesen gab, keine Ruhe lassen würde.

„Jemand muss etwas gegen sie unternehmen! Da hat Klaus ganz recht,“ dachte die junge Frau und seufzte. „Also ob das noch nicht genug wäre habe ich auch noch andauernd Ärger mit meinen Eltern. Es ist wirklich nicht einfach.....“
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