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Vampire

von Deira
GeschichteAbenteuer / P18 / Gen
Vampire
27.10.2008
19.08.2020
200
280.546
6
Alle Kapitel
451 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
07.08.2020 1.020
 
Nach einer kleinen Pause geht es jetzt auch mit dieser Geschichte weiter. Ich wünsche allen viel Spaß beim Lesen des neuen Kapitels.

Suche


Mit Mühe weckte Florian die beiden schlafenden Vampire und beide waren nicht sonderlich erfreut über die Störung. Der Tag war für ihre Art nun einmal zum Schlafen da und es musste schon einen sehr wichtigen Grund werden, um aus eben diesem Schlaf heraus gerissen zu werden.
„Was ist denn los?“, fragte Christian schlaftrunken und setzte sich auf seiner Matratze auf, während Ramon eher zu begreifen schien, worum es gehen könnte. „Hast du Jaime gefunden? Ist etwas geschehen?“
Florian entschloss sich davon, sofort mit der Wahrheit heraus zu rücken„Ja, es ist etwas geschehen. Ich weiß es nicht mit Sicherheit, aber wahrscheinlich hat Jaime letzte Nacht drei Männer umgebracht. Die hat man an der Strandpromenade gefunden und es gehen bereits einige Gerüchte um. Die Polizei hat ihre Präsenz verstärkt und die Touristen und die Einheimischen sind verunsichert.“

„Kein Wunder“, murmelte Christian, der noch nicht vollständig wach zu sein schien.

Ramon hingegen begriff ein wenig schneller, was Florian ihm gerade berichtete. „Es hat Tote gegeben? Das darf doch wohl nicht wahr sein. Warum ist er so ein Idiot? Ich hätte ihm wirklich mehr Verstand zugetraut. Und wer waren die Toten?“
„Das weiß ich nicht“, antwortete Florian. „Vielleicht irre ich mich auch und er hat nichts damit zu tun. Aber wenn ein Vampir in einen Ferienort geht und dann drei Tote an der Strandpromenade in der Nähe von mehreren Bars, in die er gehen wollte, gefunden werden...“

„Gibt es wohl wahrscheinlich einen Zusammenhang“, stellte Ramon resignierend fest und Christian, der mittlerweile den Schlaf abgeschüttelte hatte, sah vor allem traurig aus. „Es ist auch zu lange gut gegangen. Ich wäre gerne hier geblieben...“

Florian wusste, wie wohl sich Christian in diesem kleinen Haus auf Mallorca fühlte und dass es ihm sehr schwer fallen würde, diesen Ort wieder zu verlassen.
„Vielleicht ist es ja gar nicht notwendig, dass wir fortgehen“, versuchte Florian den anderen Vampir ein wenig aufzumuntern.

Aber Christian schien in dieser Hinsicht keine allzu große Hoffnung zu haben. Immerhin war es nicht das erste Mal, dass sie nach einem Vorfall, der mit ihrem Vampirdasein in Verbindung stand, ein gemütliches Zuhause aufgeben mussten.

Dummerweise hatte Christian ausgerechnet diesen Ort wirklich ins Herz geschlossen, obwohl es weder der komfortabelste und modernste war. Dennoch wollte er eigentlich bleiben.


Nach Einbruch der Dunkelheit machten sich die drei Vampire auf die Suche nach Jaime. Sie parkten den Wagen in Cala Millor und teilten sich auf, um die Straßen des Ortes abzusuchen. Natürlich fanden sie von dem vermissten Vampir keine Spur, hatten aber damit gerechnet. Es war unwahrscheinlich, dass Jaime in einer Bar saß, wenn er etwas mit den Toten an der Strandpromenade zu tun hatte.

Außerdem mussten auch Christian, Florian und Ramon vorsichtig sein, wenn sie keinen Verdacht erregen wollten, denn an der Promenade waren mehrere Polizisten unterwegs. Offenbar wollte man auf diese Weise auch die Urlauber beruhigen, die sich wegen der Morde Sorgen machten. Auch die Einheimischen waren sicherlich beunruhigt. Solche Situationen kannte Ramon noch aus seiner Zeit, als er selber als Polizist auf Streife gegangen war.

Es war wichtig, in solchen Situationen Präsenz zu zeigen und selber genügend Ruhe auszustrahlen, um die Menschen zu beruhigen und ihnen die Angst zu nehmen, dass sie selber zum Opfer eines Verbrechens werden konnte. Und es war wichtig, die Gewissheit zu vermitteln, dass die Täter gefunden und bestraft werden würden.

Dabei war es durchaus möglich und sogar sehr wahrscheinlich, dass Ramons ehemaligen Polizeikollegen im Dunkeln tappten. Wer kam denn schon auf die Idee, nach einem Vampir zu suchen?
Auf der anderen Seite konnte es durchaus sein, dass auch Polizisten oder andere Behörden irgendwann misstrauisch wurden. Ihm selber war während seiner Zeit als Polizist zwar niemals ein „Vampirfall“ untergekommen, aber er wollte nicht ausschließen, dass sich doch einige der Kollegen darüber wunderten, dass es in der letzten Zeit häufiger blutleere Körper gegeben hatte, schließlich waren da noch der Tote in der Schiffskabine und ein Paar auf Menorca gewesen, auch wenn letzteres bereits ein wenig zurück lag.

Dafür war höchstwahrscheinlich Elena verantwortlich gewesen. Natürlich dürfte auch dies bereits Aufmerksamkeit erregt haben.

Ramon und seine beiden Artgenossen suchten die Straßen der Stadt und auch die Bars, auch wenn sie nicht damit rechneten, ihn dort anzutreffen, und andere Lokalitäten bis eine Stunde vor Sonnenaufgang ab. Die Suche blieb ohne Ergebnis. Dann machten sie sich auf die Heimfahrt. Dies taten sie mit dem festen Vorsatz, in der nächsten Nacht zurück zu kehren und erneut nach Jaime zu suchen.

Trotz allem wollten sie zumindest mit ihm sprechen und vor allem erfahren, was überhaupt geschehen war. Irgendwie waren sie doch trotz allem beinahe so etwas wie eine Familie…

Die Vampire beeilten sich schließlich, ins Haus zu gelangen. Zwar war noch eine halbe Stunde Zeit bis die Sonne aufging, aber Ramon wollte vorher noch duschen. Aber vor der Haustür erwartete sie eine Überraschung.
Jaime saß dort, an die Wand gelehnt und er machte keinen wirklich guten Eindruck auf die anderen. Sein rechts Hosenbein war blutig und es war offensichtlich, dass er sich verletzt hatte.

Florian ging auf ihn zu und zog ihn ein wenig unsanft in die Höhe während Christian und Ramon herbei eilten, um den Verletzten zu stützten.
„Was hat du angerichtet? Hast du diese drei Männer getötet? Es wimmelt dort nur so vor Polizisten“, fragte Florian, bemühte sich aber, nicht zu vorwurfsvoll zu klingen. Im Grunde war er froh, dass Jaime in mehr oder weniger einem Stück zu ihnen zurück gekehrt war.

„Ja. Das waren Vampirjäger. Die haben mich gesehen, wie ich etwas Blut von der Hand einer Frau abgeleckt habe. Sie hatte sich verletzt. Und ich habe mich wirklich dämlich verhalten. Jetzt steckt eine Holzkugel in meinem Bein. Ich bekomme sie nicht raus...“, sagte Jaime und Florian ließ den anderen los.
„Vampirjäger? So ein Mist! Können die uns nicht einfach mal in Ruhe lassen? Können solche Menschen sich nicht irgendwie eine andere Beschäftigung für ihre Freizeit suchen?“

Er schloss die Haustür auf und die anderen stützten Jaime beim Hineingehen und halfen dem verletzten Vampir auf dem Sofa Platz zu nehmen.
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