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Vampire

von Deira
GeschichteAbenteuer / P18 / Gen
Vampire
27.10.2008
19.08.2020
200
280.546
6
Alle Kapitel
451 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
01.07.2020 892
 
Hier haben wir nun ein neues Kapitel. Also viel Spaß beim Weiterlesen. Dieses Mal geht es nach Venedig, aber ob es den Urlaubern dort wirklich gefällt? Und liegt dies an der durchaus interessanten Lagunenstadt oder eher an den Urlaubern?


Der Venedig-Urlaub (Anfang März 1981)


Rita lehnte ihren Kopf an die Schulter ihres Mannes und widerstand mit Mühe dem Bedürfnis, sich die Nase zuzuhalten. Ihr Verhalten war ihr ein wenig unangenehm. Schließlich befand sie sich gerade, gemeinsam mit Tobias, in einer Gondel und einer der berühmten Gondoliere fuhr sie durch die Kanäle von Venedig.

Die Fahrt war nicht billig gewesen, überhaupt erwies sich Venedig als recht teuer. Natürlich war es sehenswert, der Dom auf dem Markusplatz war interessant gewesen und die Kostüme der Karnevalsbesucher ließen sie in eine andere Welt eintauchen.

Aber so wirklich genießen konnte sie es nicht. Zum einen war es ziemlich voll. Es war schwer, sich durch die Menge der Karnevalsbesucher zu bewegen und Tobias schien das alles viel weniger auszumachen als ihr.
„Was hast du erwartet? Dass Venedig zum Karneval menschenleer ist? Da müsste schon irgendwann eine Seuche ausbrechen, die verhindert, dass Touristen kommen und es müsste aufgrund dieser Seuche Abstandsregeln geben...“

„Sehr witzig“, hatte Rita geklagt und sich dann zunächst auf die Gondelfahrt gefreut. Zumindest waren sie und Tobias dort alleine.

Leider schaukelte die Gondel entsetzlich und ihr fiel wieder ein, dass sie zur Seekrankheit neigte. Noch dazu stank es aus dem Kanal und so wirklich wollte zwischen ihr und Tobias keine Nähe aufkommen.
Außerdem fror sie ihn ihrem Kostüm und sie beneidete Tobias, der es vermieden hatte, sich ebenfalls zu verkleiden. Er hatte auf das angedrohte Schlumpfkostüm verzichtet und sich lediglich in einem Souvenirladen eine Billigversion einer Karnevalsmaske gekauft.

Zumindest froh Tobias nicht, denn er trug seine dicke Winterjacke über einem dicken Pullover. Wenigstens hatte er einen Arm um sie gelegt und er rieb ihre Arme, um sie ein klein wenig zu wärmen. Es funktionierte nicht wirklich.
„Wann sind wir da?“, fragte sie mit zittriger Stimme. „Ich bin froh, wenn ich mich gleich im Hotel in unser warmes Bett kuscheln und etwas Warmes trinken kann.“
Tobias grinste. „Ich kuschel mich dann neben dich. Und das nächste Mal fahren wir im Sommer in den Urlaub. Obwohl, dann meckerst du wahrscheinlich, dass es dir zu warm ist.“

„Du tust so, als würde ich die ganze Zeit über nörgeln,“ klagte Rita ein wenig ungehalten. „So schlimm bin ich doch gar nicht.“

Tobias drückte sie an sich und gab ihr einen Kuss auf die Wange, aber im Stillen dachte er sich, dass ihre Worte durchaus der Wahrheit entsprachen.
Rita nörgelte die ganze Zeit über. Dies hatte bereits im Flugzeug angefangen. Der Flug war ihr zu unruhig gewesen und sie war mit dem Service unzufrieden. Auch die Wartezeit auf das Gepäck war ihr zu lang geworden und schließlich hatte sie das Flughafengebäude schlecht gelaunt verlassen und war einen Cappuccino trinken gegangen während ihr Mann auf die Koffer wartete und ihr eine halbe Stunde später mit diesen folgte.

Er hatte ihr selber dazu geraten, etwas trinken zu gehen, da ihm ihre Nörgelei auf die Nerven gegangen war und er einen Augenblick Ruhe haben wollte.

Sogar ein älteres Ehepaar, das in der Nähe stand, hatte ihn mitleidig angesehen und der Mann hatte ihm einen verschwörerischen Blick zugeworfen.

Fast schien es als wolle er „Wie lange willst du dir das antun? Bis zur Goldhochzeit? Flieh, so lange du noch kannst!“, sagen.
Seine Frau hatte ihn daraufhin mit einem „Ich würde meinen Schatz niemals so behandeln“Blick angesehen und Tobias hatte sich abgewandt da ihm die Situation sehr unangenehm war.

„Mir ist kalt“, klagte Rita erneut als die Gondel anlegte und sie gemeinsam mit ihrem Mann ausstieg.
Mit schnellen Schritten eilten Tobias und Rita ins Hotel zurück und dort angekommen zog die junge Frau ihr Kostüm aus und sie zog statt dessen einen warmen Jogginganzug an. Dieser war zwar nicht so schön wir ihr Kostüm aber zumindest fror sie nun nicht mehr.
„Der ist besser. Mir ist nicht mehr kalt!“, sagte sie und Tobias dachte bei sich dass sie nun wenigstens nicht mehr jammerte und vielleicht einmal für einen Augenblick halbwegs zufrieden war.

„Sollen wir nachher etwas Essen gehen?“, fragte er aber sie schüttelte den Kopf. „Viel zu teuer. Und ich habe auch keinen wirklichen Hunger. Ich glaube, ich habe mir beim Schaukeln dieser Gondel den Magen verdorben. Mir ist übel...“
Sie schwieg. Ihr war übel. Bedeutet dies vielleicht etwas anderes? Immerhin war es doch möglich, auch wenn der Arzt etwas anderes behauptet hatte?

„Glaubst du, dass ich schwanger bin?“, fragte sie und Tobias wandte sich ab.

Tobias seufzte innerlich. Vielleicht war sie schwanger. Dann würde er sich freuen und sie würden das Baby großziehen. Er würde sich bemühen, ein guter Vater zu sein. Aber in erster Linie hoffte er, dass seine Frau dann endlich zufrieden war, wenn sie das bekam, was sie sich am meisten wünschte.

Er hatte zwischenzeitlich begriffen dass sich seine und Ritas Ehe nicht so einfach durch einen Urlaub, der ihr nicht einmal sonderlich gefiel und den sie ihm durch ihre Nörgelei verdarb retten konnten. Da brauchte es schon mehr und er war noch nicht gewillt, aufzugeben.

„Ich bestelle etwas beim Zimmerservice. Und kein Gemecker darüber, dass das zu teuer ist!“, sagte er und fügte hinzu: „Wir haben schließlich Urlaub. Und da können wir uns auch einmal etwas gönnen.“
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