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Vampire

von Deira
GeschichteAbenteuer / P18 / Gen
Vampire
27.10.2008
19.08.2020
200
280.546
6
Alle Kapitel
451 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
31.05.2020 1.243
 
Hier geht es mit dem nächsten Kapitel weiter. Viel Spaß beim Lesen, auch wenn es für eine Figur heute kein gutes Kapitel wird…


Elenas Flucht, Teil IV


Jaime ließ Elenas Arm los. „Was? Valentino ist jetzt irgendwo eingesperrt? Geschieht ihm ja eigentlich recht...“
Elena nickte erleichtert. Gut, dass der andere Vampir dies genauso sah wie sie. „Ja, und Adrian begleicht seine alten Rechnungen mit ihm. Das ist nicht immer schön mitanzusehen. Aber er hätte halt freundlicher zu uns und vor allem zu mir sein sollen, dann würde Adrian nicht regelmäßig sein Blut trinken und ihm die Knochen brechen!“

„Klingt nicht gut, für Valentino“, sagte Ramon nachdenklich und Elena schüttelte den Kopf. „Er hat dich wochenlang eingesperrt. Also solltest du kein Mitleid mit ihm haben.“

Sie warf erneut ein Lächeln in die Runde. „Und wo lebt ihr nun? Ich würde mich euch gerne anschließen? Oder nehmt ihr keine Mädchen bei euch auf?“
„Mädchen schon, aber nicht solche wie dich!“, fuhr Ramon sie an und sie zuckte zusammen. „Nur weil ich ein paar Menschen ausgesaugt habe und auch nicht mehr bereit bin, das aufzugeben?“
„Das reicht ja wohl!“, stellte Ramon fest und er wandte sich an Christian und Florian. „Sie möchte gerne bei uns wohnen und wird dann wahrscheinlich in kurzer Zeit die umliegenden Dörfer leertrinken.“

„Vergiss es!“, sagte Christian ungewohnt heftig und Florian sah den ansonsten eher ruhigen und freundlichen Vampir verwundert an. Aber auch ihm gefiel diese Elena nicht sonderlich und er hatte keine Lust, seine Nächte künftig damit zu verbringen, hinter ihr herzulaufen und aufzupassen, dass sie niemanden umbrachte.

„Wegen mir muss sie nicht bei uns wohnen! Wenn ihr irgendwelche netten Vampirfrauen kennt, gerne. Aber die da braucht keiner!“, sagte Florian und Christian nickte zustimmend, während Elenas Blick sich zusehends verdüsterte.

Sie holte aus und gab Ramon eine Ohrfeige, der einem Menschen wahrscheinlich den Wangenknochen gebrochen hätte. Auch der Vampir hielt sich die Wange und Jaime machte einen Schritt auf Elena zu, aber diese wich zurück.
„Dann eben nicht! Dann will ich nichts mit euch zu tun haben! Dann suche ich mir eben einen anderen Ort, an dem ich bleiben kann!“

Sie wandte sich ab und lief davon, während Ramon sich, noch immer seine Wange haltend, an eine Hauswand lehnte.
„Hoffentlich erzählt sie Adrian nichts von uns!“, teilte Florian den anderen unterdessen seine Befürchtungen mit, aber diese Befürchtung schien Jaime nicht zu teilen. „Sie weiß nicht, wo genau wir leben. Außerdem ist sie doch keine Freundin von diesem Adrian und sie scheint vor ihm geflohen zu sein. Sie wird wohl kaum so doof sein, und zu ihm zurück kehren.“

„Da wäre ich mir nicht so sicher“, murmelte Ramon und ihm kam etwas anderes in den Sinn. „Und was ist mit Valentino? Wenn dieser Adrian ihn wirklich eingesperrt hat und irgendwelche kranken Spiele mit ihm spielt, dann sollten wir ihm….“
„Helfen? Du kannst ihn nicht ausstehen!“, unterbrach Jaime Ramon und schüttelte den Kopf. „Du bist wirklich zu gut für diese Welt!“


Zwei Tage später verließ Elena die Fähre in Ibiza Stadt. Sie hatte eine Weile mit sich gerungen, ehe sie sich entschloss, zu Adrian zurück zu kehren. Natürlich fragte sie sich, ob sie damit nicht vielleicht einen großen Fehler beging.
Wie würde er sie willkommen heißen? Würde er am Ende für ihr Fortgehen bestrafen? Oder würde er sich vielleicht sogar freuen?

Bei den anderen Vampiren, den einzigen, die sie außer Valentino und Adrian kannte, war sie leider nicht willkommen gewesen und sie würde ihm erzählen, wie unfreundlich Jaime, Ramon und die beiden Deutschen sie behandelt hatten. Vielleicht würde er sich dafür interessieren. Wahrscheinlich nicht. Da machte sie sich nichts vor. Er würde nicht heldenhaft los stürmen, um die Unverschämtheiten, die sie hatte ertragen müssen, zu rächen.

Aber es würde ihn vielleicht interessieren, dass sich ein Vampir namens Florian auf Mallorca befand und dass dieser sich mit Jaime und Ramon zusammen getan hatte. Vielleicht war dieser Florian nicht der, von dem Adrian einmal gesprochen hatte. Vielleicht war er es doch. Auf jeden Fall würde sie ihn mit dieser Nachricht überraschen und dann würde sein möglicher Ärger, den er ihr gegenüber hegen könnte, hoffentlich verschwinden.

Sie dachte auch an Valentino. Vielleicht würde sich Adrian ja auf die Suche nach diesem Florian machen und Valentino ihr überlassen? Sie würde sich um ihn kümmern und dafür sorgen, dass er sich wieder ein wenig erholte. Vielleicht würde er dann doch noch erkennen, was sie für ihn empfand und es zu schätzen wissen?

Elena ging langsam durch die so vertraut gewordenen Gassen von Ibiza-Stadt. Auch einige wenige Touristen waren jetzt, im Februar bereits unterwegs. Einige von ihnen hatten gemeinsam mit ihr die Fähre verlassen.
Sie selber hatte den Tag in einer Kabine verbracht. Den dort eigentlich reisenden Mann würde die Schiffscrew wahrscheinlich in Kürze finden und sich über das Blut an seinem Hals wundern.

Wahrscheinlich würde bald die Polizei am Hafen eintreffen.

Aber ihr Name tauchte auf keiner Passagierliste auf und wer, außer ein paar Menschen, die die Begegnung mit einem von ihnen überlebt hatten, glaubte schon an Vampire? Vor ein paar Jahrhunderten hätte dies wahrscheinlich noch anders ausgesehen, aber man schrieb das Jahr 1981!

Alles wurde wissenschaftlich erklärt.

Schließlich stand Elena vor dem Haus, das sie mit Adrian und dem gefangenen Valentino teilte. Vorsichtig öffnete sie die unverschlossene Haustür und fand sich im nächsten Augenblick auf der anderen Seite des Raumes auf der Erde liegend wieder.
Adrian kniete über ihr und schlug ihr ins Gesicht. „Du bist dümmer als ich dachte! Warum bist du zurück gekommen? Du wärst es mir nicht wert gewesen, dich zu verfolgen. Aber jetzt werde ich dich töten. Lästiges Ding!“

Er wollte sie töten!

Sie bekam es mit der Angst zu tun, noch dazu verdrehte Adrian gerade schmerzhaft ihren Arm und sie fragte sich, ob er sie so quälen würde wie Valentino. Aber sie hatte ihm etwas anzubieten. Sie würde ihm sagen, dass sie einen Vampir namens Florian und einen namens Christian getroffen hatte und dass diese gemeinsame Sache mit den Vampiren, die Valentino gegen ihn geschaffen hatte, machten.

„Ich muss dir etwas sagen….,“ begann sie, aber er brachte sie mit einem Schlag ins Gesicht zum Schweigen, ehe er ihren Kopf verdrehte und ihr das Genick brach. Anschließend legte er ihren Körper in eine Ecke und überprüfte nicht, ob sich noch ein kleiner Rest von Leben in ihr befand. Es interessierte ihn nicht, außerdem würde er das Problem bald endgültig lösen.

Ein paar Stunden später, die Stadt erwachte in einigen Stadtteilen zum Leben, ging die Sonne auf und Adrian legte Elenas Körper vor die Haustür. Die Sonne würde nun den Rest erledigen und zufrieden beobachtete er, wie sie in Flammen aufging.

Endlich war er dieses dumme Ding losgeworden und bald würde er mit Valentino dasselbe tun. Allerdings würde er sich bei diesem nicht die Mühe machen, ihn vorher zu töten. Es würde ein Abschluss dieses Kapitels in seinem Leben und eine gute Vollendung seiner Rache an zumindest diesem Vampir sein. Anschließend würde er sich nach Nordamerika begeben.

Dort gab es einen Geschäftsmann, der ihm vor über 20 Jahren einmal Schwierigkeiten gemacht und ihm Vampirjäger auf den Hals gehetzt hatte. Diese Jäger lebten sein langem nicht mehr und jetzt würde er sich den Geschäftsmann vornehmen.

Er freute sich auf den anderen Kontinent, war bislang erst zweimal dort gewesen. Einmal hatte er sich nach der französischen Revolution für einige Jahre dort aufgehalten und dann noch einmal Anfang der 60er Jahre. Nun würde er Amerika wiedersehen und Europa für eine Weile den Rücken kehren…
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