Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Vampire

von Deira
GeschichteAbenteuer / P18 / Gen
Vampire
27.10.2008
19.08.2020
200
280.546
6
Alle Kapitel
451 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
27.10.2008 1.787
 
Es geht weiter mit einem neuen Kapitel. Also viel Spaß beim Weiterlesen. Und, ja, tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. Sowohl Klaus als auch Florian können in gewisser Weise einen Erfolg verbuchen...
Dafür werde ich mich nun mit dem nächsten Kapitel auch beeilen.

Erfolge....


Christian verließ das Kino und sah sich nach allen Seiten um. Fast rechnete er damit, dass sich Fritz und Florian auf ihn stürzen und aufs Übelste beschimpfen würden. Irgendwie hatte er es wahrscheinlich sogar verdient, aber dann verscheuchte er diese Gedanken wieder, auch wenn es ihm schwer fiel.

Was tat er hier eigentlich?

Statt auf die mahnende Stimme in seinem Inneren zu hören lief er nun die Straße entlang, in der sich das Kino befand und er stieß bald darauf auf abendliche Spaziergänger, die sich an den Schaufenstern die Nasen platt drückten.
„Die machen wohl ihre Weihnachtseinkäufe! Aber leider haben die Läden alle schon zu! Ich wüsste mal zu gerne, ob es irgendwann so sein wird, dass man auch nach acht Uhr Abends noch einkaufen kann! Der Laden hier hat ja schon seit zwei Stunden zu....,“ dachte Christian kopfschüttelnd. „Da muss die Dame sich wirklich mal etwas früher frei nehmen, um einzukaufen!“

Er erinnerte sich daran, wie oft sich sein Vater früher über diesen Umstand, niemals nach Feierabend einkaufen zu können, geärgert hatte und es handelte sich um eine von vielen Erinnerungen, die im Augenblick einfach nur weh taten.
„Ich hab sie alle verloren. Meine Eltern wollten mich nicht mehr und Toni wurde von diesem Jäger getötet.“

Gefühle, die er jahrelang zurück gehalten und unterdrückt hatten drohten nun, aus ihm hervor zu brechen und schließlich nahm er, während der Schnee fiel, auf einer Holzbank Platz und dankte in diesem Augenblick dem Himmel dafür, kein Mensch zu sein und die Kälte nicht so sehr zu spüren.
„Sie sollten nach Hause gehen, junger Mann!“, sagte eine mitfühlende Frauenstimme und Christian sah, dass sich eine ältere Dame neben ihn auf die Bank setzte. „Sie sehen gar nicht gut aus. Sie sind recht blass......sind Sie krank?“

Christian schüttelte den Kopf, die nett gemeinten Worte trafen ihn mitten ins Herz. Es war irgendwie ein sonderbares und zugleich schönes Gefühl, inmitten seiner Traurigkeit und seiner Wut auf einen mitfühlenden Menschen zu treffen.

„Ich bin nicht krank, höchstens ein bisschen erkältet,“ log der Vampir und die freundliche Dame begann, in ihrer Handtasche zu kramen und reichte ihm schließlich ein Taschentuch.
„Hier, nehmen Sie das. Putzen Sie sich die Nase und gehen Sie zum morgen zum Arzt! Mit seiner Gesundheit kann man nicht vorsichtig genug umgehen!“

„Da haben Sie wirklich recht,“ stimmte Christian der Frau zu und erhob sich. „Ich muss dann mal nach Hause gehen!“
„Legen Sie sich ins Bett und kurieren Sie Ihre Erkältung aus,“ empfahl die Dame ihm, während Christian davon eilte.

Einmal glaubte er, Fritz in der Ferne zu erkennen, als er eine Seitenstraße entlang eilte, aber dann stellte er bei näherem Hinsehen fest, dass es sich um einen anderen Mann, der ihm ein wenig ähnlich sah, handelte.
„Ich leide unter Verfolgungswahn,“ stellte Christian mit einem nervösen Lachen fest, auch wenn er wusste, dass Vorsicht vor Verfolgern durchaus angebracht war.

Klaus kannte ihn, wusste, wie er aussah und hatte ihn damals gemeinsam mit Fritz gesehen. Wahrscheinlich würde er ihn sofort erkennen, wenn er ihn sah. Dazu kam noch die Gefahr, die von Florian und Fritz für ihn ausging....

„Eigentlich sollten wir....gemeinsam Jagd auf Klaus machen....,“ dachte er traurig, aber er spürte, dass ein Teil seiner Wut verrauchte, als seine Gedanken immer wieder zu Toni wanderten.
„Toni hätte nicht gewollt, dass ich so was mache. Er war kein rachsüchtiger M...Vampir!“

Christian wischte sich die Tränen fort, die sich ihren Weg zu bannen drohte. Wie verweichlicht war er eigentlich?

Hatte er nicht schon lange genug um Toni getrauert...oder vielmehr, hatte er überhaupt wirklich um ihn trauern können? Im Grunde hatte er sich viel zu sehr zusammen gerissen und seine Wut über den Verlust des Freundes hatte lediglich Florian zu Beginn seines Vampirdaseins zu spüren bekommen.

„Ich bin wirklich die letzte Heulsuse. Wie soll ein Jäger so Angst vor mir bekommen, und....vielleicht sollte ich wirklich nach Hause gehen? Das....bringt doch nichts. Und ich will nicht wirklich jemanden in Stücke reißen....nicht mal diesen Klaus....“ dachte er, als er mit einem Mal das Gefühl hatte, beobachtet zu werden.

Christian fuhr herum und er sah, dass die Straße, in der er sich befand, nun fast menschenleer war.
Mittlerweile eilten die meisten Leute nach Hause und freuten sich wahrscheinlich darauf, bald ins Warme zu gelangen und es sich gemütlich zu machen.

Aber ein Mann stand, an eine Häuserwand gelehnt da und schien ihn beinahe mit seinen Blicken zu erdolchen.
Die Wut kehrte zurück, als Christian erkannte, dass es sich tatsächlich um Klaus handelte.

Nun wandte Klaus sich ab und ging davon, er bog in eine Seitenstraße ein und Christian zögerte einen Augenblick. Er würde den Jäger nicht überraschen können, schließlich hatte dieser ihn bereits gesehen.

Handelte es sich um eine Falle? Irgendwie schien es so offensichtlich, dass es genau so war. Und hatte er nicht sogar mit dem Gedanken gespielt, die Jagd aufzugeben? Aber dann stand ihm wieder das Bild vor Augen, als Toni vor seinen Augen, von einem Armbrustbolzen getroffen, zu Staub zerfiel....

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

In den frühen Morgenstunden kehrten Florian und Fritz in ihre Wohnung zurück.

Wieder hatten sie keine Spur von Christian finden können, obwohl sie sämtliche abgelegenen und einsamen Orte abgesucht hatten. Florian hatte sich während der Nacht mehr als einmal gefragt, ob sie sich bei ihrer Suche nicht zu sehr an ihre eigenen Legenden und Klischees hielten....

Schließlich kam Florian eine Idee. „Vielleicht steckt er ja in einem Hotel oder in einer Pension.“
Fritz sah den jüngeren Vampir fragend an. „Wer? Christian? Glaube ich irgendwie nicht.....“

„Ich spreche ja auch nicht von Christian,“ erwiderte Florian. „Sondern von diesem Klaus. Er lebt doch gar nicht hier in der Stadt. Er wird wahrscheinlich irgendwo im Hotel untergekommen sein. Vielleicht stammen seine Gehilfen ja aus München. Vielleicht wohnt er auch bei einem von ihnen...“

„Die Idee ist gut! Wir könnten zumindest, soweit es möglich ist, die Hotels und Pensionen abklappern. Das ist immer noch besser, als so gut wie keinen Anhaltspunkt zu haben!“, stimmte Fritz seinem Artgenossen nach einem Augenblick des Nachdenkens zu. „Und ich könnte es sogar bei Tage machen....aber dann haben wir Christian immer noch nicht gefunden....und eigentlich suchen wir ja ihn....“

„Verrat mir, wie man es als Vampir schafft, bei Tag raus zu gehen ohne zu einem Haufen Asche zu werden und ich kann dir helfen. So kämen wir besser voran. Einer könnte die Hotels übernehmen und der andere nach Christian suchen, bei Tag muss er sich ja an einem festen, dunklen Ort aufhalten,“ schlug Florian vor und gestand sich auch selber ein, dass er sich dies nicht nur wegen Christian und der Suche nach Klaus wünschte.
„Ich würde gerne wieder bei Tage raus gehen können....“

Fritz schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht....ob du schon so weit....du neigst, wie Christian auch, zum Leichtsinn...“

„Ich bin so weit und du bist auch nicht unbedingt vorsichtiger,“ verteidigte sich Florian, der es allmählich satt hatte, als unreif und dumm hingestellt zu werden. Sicherlich, er hatte Fehler gemacht, die unnötig gewesen wären, aber war Fritz denn einen Deut besser als er?
„Immerhin bist du auf dem Weihnachtsmarkt von diesem Klaus gesehen worden!,“ fuhr Florian fort und sprach ein wenig lauter weiter, als Fritz ihn wütend anblickte und etwas erwidern wollte.
„Christian und ich sind auf ein paar Schläger im Park gestoßen, während du fast einem professionellen Vampirjäger in die Arme läufst! Wie sah es denn da mit der Regel, dass man kein Aufsehen erregen soll, aus? Stell dir doch mal vor, dieser Fanatiker wäre mitten auf dem Weihnachtsmarkt auf die Idee gekommen, dich direkt neben dem Kinderkarussell zu pfählen! Zuzutrauen wäre es ihm wahrscheinlich und es wäre ihm, wenn er richtig in Fahrt ist, vielleicht vollkommen gleichgültig, ob das jemand mitbekommt oder nicht!Das hätte weitaus mehr Aufsehen erregt als unser Ausflug in dem Park! Dann wärst du oder vielmehr dein Haufen Asche wahrscheinlich schon in den Fernsehnachrichten gewesen und alle würden sich nun fragen, ob es Vampire gibt!“

„Bist du fertig...?“, begann Fritz, wurde aber erneut unterbrochen.

Und es geht hier um Christian. Da können wir uns nicht mit so einem Blödsinn wie „So weit sein“ und „reif genug dafür“ herumschlagen. Willst du bei Tage Hilfe haben oder nicht?“

Florian hoffte, nicht zu sehr wie ein trotziges kleines Kind, das länger aufbleiben wollte, zu klingen.Er erinnerte sich daran, seinen Standpunkt und seine Wünsche gegenüber Tobias und seiner Mutter genauso hartnäckig vertreten zu haben. Und er erinnerte sich auch daran, dass er damit meistens gescheitert war....

Aber Fritz sah Florian nachdenklich an und nickte schließlich zustimmend, auch wenn sich auf seinem Gesicht ein Ausdruck der Resignation und auch der Furcht breit machte.

Florian fragte sich, wovor der anderen sich fürchtete. Hatte er Angst davor, dass er ihm an den Hals sprang und ihm diesen umdrehte? Nun, etwas derartiges hatte Florian in keinem Fall vor...

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Auch Klaus kehrte während der frühen Morgenstunden in sein Pensionszimmer, dass nun schon seit längerem fast so etwas wie sein Zuhause war, zurück. Er dachte an die erfolgreiche letzte Nacht und lächelte zufrieden, während er im Badezimmer ein Glas mit Wasser füllte und seine Tabletten schluckten. Die Nacht war anstrengend, aber dennoch zufriedenstellend für ihn gewesen.
„Das war ein Erfolg. Und der wird bald noch viel größer sein! Endlich wieder ein Vampir....und das, obwohl diese drei Deppen mir beinahe noch alles vermasselt hätten. Nun, den jetzigen Auftrag können sogar die ausführen...,“ dachte der Vampirjäger, während sich ein Gefühl der Erschöpfung in ihm breit machte.

Er lehnte sich auf seinem Bett zurück und starrte an die Decke. Leid tat ihm der rothaarige Vampir in keinster Weise und er bedauerte es lediglich, dass der ältere, sicherlich weitaus gefährlichere Vampir, nicht bei ihm gewesen war. Der Junge war kein wirklicher Gegner für ihn gewesen, auch wenn einer seiner Gehilfen, Arndt, eine Bisswunde am Arm davon getragen hatte, die ihm sicherlich noch eine Weile zu schaffen machen würde.

Klaus schüttelte den Kopf, allein der Gedanke an Mitleid gegenüber einem Vampir erschien ihm lächerlich. So etwas verdienten sie nicht.

Schließlich hatte es ihm bislang um keinen von ihnen leid getan, einzig und allein Nefret bildete da eine winzige Ausnahme, aber diese Gedanken schob er schnell wieder zur Seite.

Was tat es schon zur Sache, dass sie ihn gemocht hatte? Und dass er sich damals, als noch recht junger Mann, beinahe in sie verliebt hatte? Sie war ein Vampir und daher spielte dies keine Rolle.

Er hatte das Richtige getan und würde auch weiterhin das Richtige tun....
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast