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Die Rückkehr des Bösen

von Celebne
GeschichteMystery / P12
Herr Gevatter Juro Kantorka Krabat Lyschko Tonda
11.10.2008
23.11.2008
8
8.413
 
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11.10.2008 684
 
Disclaimer: Alle Personen und Orte in meiner Geschichte sind Ottfried Preußlers Buch "Krabat" entliehen. Ich will mit dieser Geschichte kein Geld verdienen, sondern schreibe aus Spaß an der Freude.

Hauptpersonen: Krabat, Marcinka (die Kantorka) u.a.
Genre: Mystery, Drama, Abenteuer
Rating: FSK 12


Die Rückkehr des Bösen

                                             

Krabat und seine Kantorka glauben, das Schlimmste in ihrem Leben überstanden zu haben. Aber dann passieren wieder mysteriöse Dinge in der Nähe von Schwarzkollm....



Kapitel 1:  Ein idyllisches Familienleben

Pfeifend verließ der inzwischen achtundzwanzigjährige Krabat das kleine Häuschen am Rande des Dorfes Schwarzkollm und machte sich auf den Weg zur Arbeit in den nahen Wald. Da er nichts anderes gelernt hatte als das Müllerhandwerk, dieses jedoch um keinen Preis der Welt mehr ausüben wollte nach den schrecklichen Ereignissen, die sich vor etwa zehn Jahren in der Mühle am Koselbruch zugetragen hatten, verdingte er sich nun als einfacher Waldarbeiter. Krabat und seine Frau Marcinka, welche einst die Kantorka von Schwarzkollm war, führten ein bescheidenes, aber glückliches Leben. Inzwischen gab es auch drei prächtige Kinder, welche das Glück des jungen Paares krönten. Die zwei Knaben hießen Tonda und Michal, das Mädchen wurde Worschula genannt.

Marcinka winkte ihrem Ehemann lächelnd nach, bevor sie ihre tägliche Hausarbeit begann. Sie musste sehr schwer arbeiten, denn es galt nicht nur das Haus zu versorgen, sondern auch den großen Garten und die Nutztiere, welche als wichtige Nahrungsquellen für die stets hungrige Familie dienten. So ging Marcinka als erstes in den Hühnerstall am Morgen, um Eier zu suchen. Dannach musste die einzige Kuh gemolken, die zwei Scheine gefüttert und der Stall gesäubert werden. Bei der letzten Arbeit half ihr Tonda, das älteste der drei Kinder.
Für einen Achtjährigen war Tonda sehr kräftig und so konnte ihm Marcinka auch schwerere Arbeiten anvertrauen. Der jüngere Knabe Michal war jedoch schwächlich und kränkelte viel. Die dreijährige Worschula aber strotzte vor Gesundheit und war der reinste Wonneproppen.

Krabat betrat inzwischen den nahen Wald und lauschte lächelnd dem Zwitschern der Vögel. Er genoß es stets an der frischen Luft zu arbeiten. Seit er in dieser verwunschenen Mühle gearbeitet hatte, fühlte er sich eingeengt, wenn er in Räumen zu tun hatte. Die Ereignisse von damals waren in seinen Gedanken verblasst, doch gewisse Dinge würde er nie vergessen. Immer wenn Krabat an den tragischen Tod seines besten Freundes Tonda dachte, traten ihm sogar jetzt noch Tränen in die Augen. Er würde Tonda nie vergessen, das wußte er.

Krabat wischte sich kurz über die Augen und ging weiter, tiefer in den Wald hinein. Dort warteten schon seine Kollegen Mato und Bjarnat. Mato war ein etwas älterer Mann, dem schon einige Zähne fehlten, und Bjarnat war ein einfältiger Jüngling, der kaum dem Knabenalter entwachsen war. Mato stand lässig auf seine Axt gelehnt neben dem großen Leiterwagen, den er mitgebracht hatte.
„Du bist heute wieder spät dran, Krabat“, meinte er etwas spöttisch und deutete nach oben zur Sonne, welche durch die Baumwipfel schien. „Es ist schon fast helllichter Vormittag.“
„Mato, du bist und bleibst ein alter Quatschkopf “, erwiderte Krabat ungeduldig und nahm seine Axt von der Schulter. „Lass uns lieber arbeiten gehen.“
Der junge Bjarnat kicherte vergnügt und klopfte Krabat auf die Schulter. Mato nickte breitgrinsend, und alle drei gingen zu den Bäumen, die an diesem Tag gefällt werden mussten.

Nach einem langen, harten Arbeitstag kehrte Krabat bei Sonnenuntergang wieder nach Schwarzkollm zurück, während Mato und Bjarnat mit dem Leiterwagen voll Holz ins Nachbardorf gingen, wo sie wohnten.
Krabat freute sich schon auf ein gutes Abendessen und er Magen knurrte ihm, wenn er an Marcinkas leckeren Eintopf mit Kartoffeln und Schweinefleisch dachte. Niemand konnte Eintopf so gut kochen wie sie.

Plötzlich flog dicht vor ihm ein Rabe aus dem dämmrigen Unterholz auf. Der schwarze Vogel streifte fast sein Gesicht und Krabat erschrak so sehr, dass er seine Axt fallen ließ. Ganz verwirrt blickte er dem Raben nach. Diese Vögel hatte er in keiner guten Erinnerung, gab es doch schließlich eine Zeit, in welcher er die Fähigkeit besessen hatte, sich selbst in einen Raben zu verwandeln. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken und mit einem Mal war seine gute Laune dahin.
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