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Die Besessene

von Blinki
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Demir Azlan Konny von Brendorp
11.10.2008
08.06.2009
58
56.084
1
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161 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
11.10.2008 1.368
 
Danke für euer FB. Hier ist der vorletzte Teil und ich reiche Taschentücher dazu.

***

Teil 57:

Während Leyla Rodriguez eine Telefonzelle suchte, kam Konstantin von Brendorp langsam wieder zu sich. Er versuchte seine Augen zu öffnen, doch da diese zugeschwollen waren, hatte er Schwierigkeiten sie überhaupt einen Spaltweit zu öffnen. Als er es endlich geschafft hatte, sah er sich, so gut wie es ging, im Inneren des Wagens um. Er war zum Glück wieder alleine, was Konny erleichtert ausatmen ließ. ‚Ich will nur hoffen, dass Demir vor dieser dummen Schnepfe kommt und mich hier herausholt. Ich halte das langsam nicht mehr aus!‘, dachte Konny und wollte sich ein bisschen anders hinlegen, was aber ein Fehler war, denn ihm tat gerade jeder Knochen in seinem Körper weh. Vor Schmerzen schrie er auf, was aber durch den Knebel gedämpft wurde.

‚Scheiße tut das weh. Die Frau hat mir bestimmt ein paar Rippen gebrochen! Aber im Moment tut mir alles weh. Außerdem wird mir so langsam kalt, obwohl es im Wagen eigentlich richtig warm sein müsste, denn draußen ist es ja doch ziemlich heiß. Hat das etwa was mit der Schussverletzung zu tun?‘, dachte er weiter und schloss erschöpft seine Augen. Der junge Mann überlegte, was er am besten machen konnte, damit er hier herauskam. Doch es wollte ihm nichts einfallen. Was sollte er auch groß machen? Er lag hier schwer verletzt, gefesselt und geknebelt in einem Lieferwagen, der irgendwann verschrottet werden sollte. ‚Hoffentlich finden mich die Jungs noch rechtzeitig!‘, betete er vor sich hin, doch im nächsten Augenblick wurde ihm ein Strich durch die Rechnung gemacht.

Konny hörte draußen nämlich laute Geräusche und kurze Zeit später wurde der Wagen angehoben. ‚Ist es etwa schon soweit? Bitte nicht. Ich will noch nicht sterben!‘, kam es panisch von dem 9er. Bisher konnte er sich mit seinen Gefühlen noch zurückhalten, doch so langsam schaffte er es nicht mehr. ‚Ich muss mich irgendwie bemerkbar machen, damit sie wissen, dass sich im Wagen noch jemand befindet!‘, dachte er und trat mit seinen gefesselten Beinen so fest wie es ging gegen die Wand. Die Schmerzen, die er dabei spürte, versuchte er so gut wie möglich zu ignorieren. Doch seine Versuche waren vergebens, denn es hörte ihn Keiner. Dazu waren seine Tritte einfach zu leise, um gegen den Lärm, der draußen herrschte, anzukommen.

„Leyla, wo ist Konny?“, wollte Demir von seiner Ex wissen, die geschockt auf einen Punkt starrte, wo wohl noch vor kurzem ein Wagen stand. „Eigentlich müsste er hier sein!“, sagte sie und sah zu Demir herüber. „Verarschen kann ich mich alleine. Jetzt zeig uns endlich wo Konny wirklich ist! Sonst wirst du mich mal so richtig kennen lernen. Das sage ich dann nicht nur so, sondern werde es auch umsetzen!“, schrie Demir schon fast und untermalte dies mit einer bedrohlichen Gestik. „Nein, ich lüge nicht. Bevor ich weggegangen bin, stand der Wagen noch hier! Bitte Demir, du musst mir glauben. Ich würde dich doch niemals anlügen. Ich liebe dich doch!“

„Hör endlich auf damit. Wann begreifst du es endlich, dass ich Konny und nicht dich liebe? Jetzt hör endlich mit diesen Spielchen auf und rück mit der Wahrheit raus! Wo ist Konny?“, forderte Demir seine Ex schreiend auf. „Das ist aber die Wahrheit. Hier stand der Wagen!“ Leyla machte eine kurze Pause und wollte von den 9ern wissen, wie spät es war. „Hat der Blödmann etwa jetzt schon den Wagen geholt? Ich habe ihm doch gesagt, dass er solange warten soll, bis ich ihm das Zeichen gebe!“, nuschelte sie vor sich hin, als Frank ihr die genaue Uhrzeit mitgeteilt hatte.

„Was hast du gesagt?“, hakte Demir nach und Leyla erklärte es ihm. Dieser war außer sich vor Wut und Sorge um seinen Freund und schrie los: „DER LIEFERWAGEN SOLL VERSCHROTTET WERDEN, INDEM SICH KONNY NOCH BEFINDET? SAG MAL HAST DU SIE NICHT MEHR ALLE? DU SAGST MIR SOFORT WIE WIR ZUR SCHROTTPRESSE GELANGEN!“ Frank, Caspar sowie Leyla zuckten zusammen, als der Deutsch-Türke anfing los zu schreien. Leyla wurde ganz klein mit Hut und erzählte Demir wo sich die Schrottpresse befand. Sofort machten sie sich auf den Weg dort hin.

‚Mist, die hören das nicht!‘, kam es nach einigen Minuten verzweifelt von Konny und hörte auf gegen die Wand zu treten. Er überlegte fieberhaft, wie er sich noch bemerkbar machen konnte, aber leider ohne Erfolg. Plötzlich gab es einen kleinen Ruck und der Wagen wurde wieder nach unten gelassen. Der blonde 9er wartete darauf, was als Nächstes passieren würde. Keine 30 Sekunden später bekam er die Antwort, denn das Dach kam mit schrillenden Kreischgeräuschen immer näher auf ihn zu. Völlig geschockt und total ängstlich sah Konny nach oben und wünschte sich, dass er endlich aus diesem Albtraum aufwachen würde. Dem war aber leider nicht so.

Jetzt hatte also sein letztes Stündlein geschlagen. Konny hätte noch zu gerne etwas an die Leute geschrieben, die ihm wichtig waren, doch wie sollte er das machen, wenn er hier gefesselt und geknebelt lag? Außerdem gab es hier weder Stift noch Zettel. Deshalb beschloss er in Gedanken Abschied von seinen Liebsten zu nehmen:

‚Eigentlich ist es noch viel zu früh, lebe wohl zu sagen, doch der Liebe Gott will es wohl, dass ich jetzt schon gehe. Deshalb muss ich mich jetzt so von euch verabschieden.

Mum: Ich liebe dich über alles. Es tut mir leid, dass ich mich in der letzten Zeit nicht bei dir gemeldet habe. Aber du weißt ja, die Arbeit hält einem immer auf Trab. Ich hätte dir zu gerne noch meine große Liebe vorgestellt, doch jetzt ist leider etwas dazwischen gekommen. Wenn ich könnte, würde ich es sofort nachholen.

Dad: Ich hätte gerne gesehen, dass du mich nach all den Jahren mal wieder besuchst, mir sagst, dass du mich weiterhin als Sohn liebst und in die Arme schließt. Auch wenn du mir keine schöne Kindheit beschert hast, liebe ich dich trotzdem.

Sarah: Ich hätte dich gerne noch mal irgendwann gesehen. Du warst die beste Nanny, die man sich vorstellen kann. Ich habe dich lieb.  

Geb, Caspar und Frank: Ihr seid die besten Freunde überhaupt und ohne euch wären wir nicht die Einheit 50. Die Einsätze mit euch haben richtig viel Spaß gemacht.  

Geb: Du bist der beste Setführer, den man sich vorstellen kann. Pass bitte gut auf die Jungs auf. Ganz besonders auf Demir, deine Frauen und das Ungeborene. Es kann stolz sein, dass es so einen tollen Vater hat.  

Frank und Caspar: Ich hoffe, dass ihr bald heiratet, mit euren Frauen glücklich werdet und viele Kinder bekommt. Passt bitte auch gut auf Demir auf.

Petra: Du bist wahrlich eine echt tolle Freundin. Die Gespräche mit dir haben immer gut getan.

Anhoff, Bender: Es war mir eine Ehre mit Ihnen arbeiten zu dürfen. Passen Sie gut auf meine Jungs auf.

Demir: Mein Schatz, ich liebe dich über alles und ich hätte zu gerne mein restliches Leben mit dir verbracht. Auch wenn ich bald im Himmel bin, werde ich weiterhin auf dich acht geben und immer in deinem Herzen weiterleben. Demir Aslan, ich liebe dich von ganzem Herzen!

Ich habe euch alle … Ah!‘ Weiter kam Konny nicht, da er in diesem Augenblick durch seine Gedanken nicht mitbekommen hatte, wie sich das Autodach gefährlich nahe dem Boden geneigt hatte und sein verletztes Bein unter diesem eingeklemmt wurde. Durch die dadurch auftretenden Schmerzen verlor er das Bewusstsein.

In der Zwischenzeit waren die Jungs bei der Schrottpresse angekommen und konnten sehen, dass gerade der Lieferwagen an der Reihe war. Sofort sprang Demir aus dem Wagen und lief zu einem Arbeiter herüber, der in der Nähe der Maschine stand. „Sie müssen die Schrottpresse sofort stoppen. In dem Lieferwagen ist noch eine Person eingeschlossen!“, sagte der dunkelhaarige 9er und der Arbeiter sah ihn nur komisch an. Etwas später fing dieser an zu lachen und meinte: „Ja klar und ich bin Bill Clinton!“ Ohne Demir eines Blickes zu würdigen ging der Mann davon und ließ einen verdutzten Demir Aslan zurück.

‚Der Kerl hat sie doch nicht mehr alle!‘, dachte der Deutsch-Türke, doch dann waren seine Gedanken wieder bei seinem Freund und er lief zur Schrottpresse, um diese auszuschalten. Demir hoffte, dass sie nicht schon zu spät gekommen waren, denn man konnte vom Lieferwagen nicht mehr viel erkennen.
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