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Between death and life

GeschichteDrama / P16
Brave Starr Fuzz J.B. McBride Shaman Tex Hex Vipra
10.10.2008
10.10.2008
9
14.389
1
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10.10.2008 1.461
 
Titel: BraveStarr: BETWEEN DEATH AND LIFE
Titelbild
Autor: Storm{X}Padmé
Disclaimer: Alle originalen Charaktere und Elemente gehören Filmation, den Rechteinhabern und allen, die dafür bezahlen. Ich geb sie ja wieder zurück, ich leih sie mir doch nur... Ich tu ihnen auch nicht weh… Jedenfalls nicht sehr *G*.
Universum: reines Cartoon-Universum
Zeitlinie: am Ende der Serie ‚BraveStarr‘
Zensur: P-16 (Gewalt)
Zusammenfassung: Ein schlimmes Ereignis wirft BraveStarr völlig aus der Bahn. J.B. nimmt ihn auf einen Ausflug außerhalb der Stadt mit, um ihn zu trösten, wobei sich die beiden endlich näherkommen. Doch eine drohende Gefahr schwebt über den beiden…
formale Bemerkungen:
- kursive Sätze = Erinnerungen, Träume oder zur Betonung
- Sätze in ‚ ‚-Zeichen = eigene Gedanken, Telepathie oder indirekte Rede
Feedback: Ist nicht nur erwünscht sondern wird auch geknuddelt, abgeschmust, gestreichelt und George genannt :D







BraveStarr:
BETWEEN DEATH AND LIFE




1



“BraveStarr! Schnell!”

BraveStarr schreckte auf und sprang sofort von seinem Schaukelstuhl auf, geweckt von der hohen Stimme seines Deputys, deren Tonfall Ärger verriet. Die Nacht war hart gewesen, eine lange Wache ohne viel Ergebnis, und er hatte gerade ein wenig im Schatten seiner Veranda vor sich hin gedöst, als Fuzz’ Ruf jede Entspannung auf der Stelle verschwinden ließ. Fuzz reagierte zwar sehr leicht einmal über, aber jetzt klang er nicht nur nervös sondern panisch. Etwas Schlimmes war passiert. Etwas sehr Schlimmes. „Was?“

J.B., die Richterin von Fort Kerium, stand hinter Fuzz, sie war noch einen Ton blasser als sonst. „BraveStarr...“ Sonst war die junge Frau in keiner Situation um Worte verlegen, aber jetzt traute auch sie sich nicht, die schlimmen Neuigkeiten auszusprechen.

„Es ist Shaman.“ Thirty-Thirty kam dazu, bereits in seiner Pferdeform auf allen Vieren, ausnahmsweise einmal nicht schlecht gelaunt oder zum Scherzen aufgelegt, sondern sehr ernst. „Er schickt nach dir. Er stirbt. Er möchte dich vorher noch einmal sehen.“

BraveStarr saß schon auf seinem Rücken bevor er noch das letzte Wort ganz ausgesprochen hatte. „Los.“

Sein Partner galoppierte gehorsam an, in dem schnellsten Tempo, das ihm möglich war. Er schnaubte kurz dankbar, als BraveStarr in den leichten Sitz ging, um ihn den Rücken freizumachen. Das war zwar für ihn anstrengend in dem Westernsattel, der für bequemes Sitzen gemacht war, aber ein Muskelkater in den Beinen war im Moment wirklich das unwichtigste Problem. Und auf diese Weise konnte Thirty-Thirty an Tempo zulegen. Selten war das wichtiger als heute gewesen.





J.B. und Fuzz sahen den beiden bedrückt nach. Das war ein schwarzer Tag für Neu-Texas, für Fort Kerium und vor allem natürlich für ihren Marshall, der Shaman abgöttisch liebte. „Er werden dich brauchen, wenn er zurückkommen“, meinte Fuzz leise.

Wenn er zurückkommt“, erwiderte J.B. tonlos. „Ich fürchte, es könnte sein, dass wir ihn nie wieder sehen.“

„Er seien stark“, widersprach Fuzz trotz seiner Sorge, die in die gleiche Richtung ging. „Er seien immer stark…“

„Er hat aber keine gute Phase im Moment, falls dir das nicht aufgefallen ist. Der Verlust wird ihn tief treffen. Ich weiß nicht, ob er das übersteht, Fuzz.“

„Dann du folgen ihm.“ Fuzz drehte sich zu ihr und musterte sie schüchtern. „Du mögen ihn, oder? Ich meinen...“

„Ich weiß, wie du es meinst, und die Antwort ist: Ich weiß es nicht. Aber du hast Recht, ich reite ihm lieber nach. Wenn er allein sein will, kann ich immer noch zurückkommen.“ J.B. lief zu dem kleinen Stall in der Nähe von Bravestarrs Haus, wo sie ihre Stute immer unterstellte, hielt aber noch einmal an. „Wenn du jemandem erzählst, was ich dir gerade gesagt habe, bringe ich dich um.“

„Keine Angst. Ich können auch schweigen manchmal.“ Fuzz nahm in einer nervösen Geste seinen Hut ab und spielte mit der Krempe. „Du ihm helfen, wenn du kannst.“

„Ich versuch es.“ Hektisch begann J.B. ihre Stute Scarlet zu satteln. Hoffentlich kam sie noch rechtzeitig.





Thirty-Thirty hielt mit quietschenden Hufen vor Shamans Höhle an, nicht im geringsten überrascht, als BraveStarr schon mit einem Salto nach vorne absprang bevor er überhaupt zum Stehen kam. Wenn er nicht so gute Reflexe gehabt hätte, hätte er seinen Partner glatt gerammt. Normalerweise hätte er ihn jetzt für diesen Leichtsinn gescholten, aber sein Freund war so schon völlig aufgelöst. Selten hatte Thirty den immer beherrschten Marshall so aus der Fassung erlebt. Er nahm auf dem staubigen Wüstenboden Platz und behielt die Gegend im Auge, hoffend, dass nicht ausgerechnet jetzt irgendein Notfall kam. Es würde schwer genug für BraveStarr werden.





„Shaman?“ Außer Atem und mit zitternden Knien von dem langen Leichtsitz lief BraveStarr in die Höhle hinein, die sein Mentor bewohnte, und sah sich suchend um.

„Hier, Junge.“ Der alte Mann klang bereits sehr schwach. „Setz dich. Du bist ja total erschöpft.“

„Ich bin gekommen, so schnell es ging.“ Erleichtert ging BraveStarr zum hinteren, dunklen Bereich jenes ungemütlichen Orts, wo Shaman jahrelang völlig zufrieden gehaust hatte und ließ sich neben der einfachen Schlafstätte dort nieder.

Es war eigentlich keine Überraschung. Shaman war krank, unheilbar, es war ihm nicht gut gegangen letztens. Die magischen Kräfte des Indianervolks, dem sie beide abstammten, hatten ihn länger durchhalten lassen als es andere Menschen gekonnt hätten, aber irgendwann war jede Kraft zu Ende. Es war abzusehen gewesen.

Trotzdem war es ein Schock, dass es jetzt auf einmal so schnell gehen sollte. Allein beim Gedanken, dass Shaman nie wieder von diesem harten, schmalen Lager aufstehen sollte, schossen BraveStarr Tränen in die Augen.

„Nicht.“ Shaman griff nach seinem Arm, verhielt aber mitten in der Bewegung. „Zieh diese albernen Handschuhe aus.“

Wortlos folgte BraveStarr der Aufforderung. Vor Shaman brauchte er sich wegen seiner Narben nicht zu schämen. Das warme Gefühl der Zuneigung, das ihm der alte Mann durch seine Gedanken, durch ihre tiefe geistige Verbindung zueinander, vermittelte, als dieser seine bloße Haut berührte, löste die Mauer endgültig. Er begann zu weinen, ohne dass er etwas dagegen unternehmen konnte. „Ich will nicht, dass du stirbst.“

„Aber Rhostat, nicht doch.“ Zum ersten Mal seit der Zerstörung ihres Heimatplaneten nannte ihn Shaman bei seinem richtigen Namen. „Der Tod gehört zum Leben, das hast du schon sehr früh erfahren müssen. Es ist ein natürlicher Teil davon. Du kannst ihn nicht aufhalten, nicht mehr als du die Sonne daran hindern kannst, unterzugehen. Ich habe meinen Dienst auf dieser Welt getan. Ich bin schon lange sehr müde. Ich freue mich darauf, endlich schlafen zu dürfen, verstehst du?“

„Ja...“ Stampede, Shamans und auch Bravestarrs erbittertster Gegner, war vor wenigen Monaten in einem langen, verlustreichen Kampf endlich besiegt worden. Die Aufgabe des Schamanen war damit erfüllt.
Dennoch... „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie es ohne dich hier sein wird.“

„Ich werde immer bei dir sein.“ Sanft legte Shaman seine Hand an BraveStarrs Gesicht. „Ich liebe dich wie meinen eigenen Sohn. Ein Teil meines Geistes wird immer in dir sein. Sei stark. Du bist Hoffnung und Kraft für diese Menschen hier. Deine Bestimmung ist, ihnen zu helfen. Aber vergiss darüber nicht dein eigenes Leben. Du ziehst dich schon viel zu lange in die Arbeit zurück. Darum hast du auch diese Krise. Du musst endlich den Mann in dir finden, nicht nur den Helden. Folge deinem Herzen.“

„Ich... ich werde es versuchen.“ BraveStarr wusste nicht, was er auf den seltsamen Rat erwidern sollte und wandte sich kurz ab, um die Decke über Shaman ein wenig höher zu ziehen, weil er sah, dass sein Mentor fror. Als er zu ihm zurücksah, hatte er die Augen geschlossen. „Shaman!“

Nein, er war noch nicht tot, aber so gut wie. Jeder Atemzug schien jetzt eine Qual zu sein. „Keine Sorge, mein Sohn. Mir geht es gut. Jetzt tut nichts mehr weh.“ Shaman nahm noch einmal BraveStarrs Hand und küsste sie kurz. „Trauere nicht, Rhostat. Mir geht es gut. Blick nach vorn.“

„Shaman... Nein.“ BraveStarr senkte den Kopf auf Shamans Brust, leise aufschluchzend. „Ich werde dich nicht enttäuschen“, flüsterte er erstickt.

Shaman nickte nur. Sein Blick ging in die Ferne, ein schwaches Lächeln umspielte seine Lippen. „Vater...“ Dann war es vorbei, einfach so. Kein mühsamer Atemzug mehr, das Leben verließ seine Augen. Er war so friedlich gestorben, wie man es sich nur wünschen konnte.

BraveStarr blieb lange so sitzen, das Gesicht in den weiten Gewändern seines besten Freundes vergraben, und versuchte, zu begreifen. Tot... Das konnte nicht sein... Nicht Shaman... Doch. Shaman. Es konnte sein. Es war so.
Er richtete sich langsam auf, schloss die Augen des Toten, wie in Trance. Dann ließ er sich nach hinten fallen, gegen die Wand, verbarg sein Gesicht in seinen Händen. Was jetzt? Weitermachen, hatte Shaman gesagt. Seiner Bestimmung folgen. Und das würde er auch, wenn er erst einmal über das hier hinweg war… Aber für den Moment wünschte er sich, er müsste nicht einmal darüber nachdenken. Er wollte, dass dieses fürchterliche Gefühl der Leere in seiner Seele wegging.
Zum ersten Mal in seinem Leben wünschte sich BraveStarr, tot zu sein.
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