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An untraveled Road (PAUSIERT)

von Gayagrod
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Gabriel "Sylar" Gray Mohinder Suresh Nathan Petrelli Peter Petrelli
05.10.2008
20.12.2008
4
7.796
 
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
05.10.2008 2.032
 
A/N: Hallo, hier ist das nächste Kapitel. Ich war diese Woche ziemlich erkältet und hoffe deshalb, dass ich in meinem angeschlagenen Zustand nicht allzu viele Rechtschreibfehler übersehen habe ...

@ Sam: Genauso sieht es aus. Ich sehe meine Story zwar nicht als richtige "Staffel" an, aber so kann man es wohl am besten beschreiben. Eine alternative, eigene zweite Staffel, wenn man so will. Und keine Sorge, unser guter Sylar wird seine Kräfte schon bald wieder benutzen können ;)

@ Noreia18: Wie ich dir schon gesagt habe, das war mal nötig ;) Ja, Benjamin hat Kräfte und in diesem Kapitel wird auch verraten, welche das sind. Weiterschreiben, wird gemacht ;)

@ Lillian9: Oh ja, da kann ich dir nur Recht geben, Peter sollte sich wirklich mal mehr emanzipieren. Und wo wir schon bei In Character und Out of Character sind ... In der dritten Staffel wird's noch viel schlimmer, und das bei mehreren Charas – die Drehbuchautoren sollten sich was schämen.
Und zu deiner Frage: Sylar hat den Shanti-Virus nicht, sondern befindet sich noch im Besitz seiner Kräfte – alles weitere wird in diesem Kapitel erklärt ;)



An untraveled Road


Kapitel 3: Fragen


"Du kannst weit weglaufen, du kannst dich in Sicherheit wiegen.

Doch bist du wirklich entkommen? [...]

Die Welt ist nicht klein – du bist es.

Und das Schicksal kann dich überall finden."

- Mohinder Suresh (1x08: Sieben Minuten bis Mitternacht)



Gabriel Gray & Benjamin Foster.
74 Stunden nach der Explosion.
Ort: unbekannt.

Gabriel starrte Benjamin an, der ein selbstzufriedenes Lächeln aufgesetzt hatte.

"Sie sollten Ihre Aggressivität besser in den Griff kriegen", meinte Benjamin in plauderhaftem Gesprächston. Dass Gabriel kurz davor gestanden hatte, ihn zu töten, war ihm entweder nicht bewusst oder es kümmerte ihn nicht. Gabriel vermutete, dass Letzteres zutraf. "Aber um ihre Frage zu beantworten: Im Moment blockiere ich Ihre Kräfte."

"Sie haben dieselben Kräfte wie der Haitianer?" Gabriel konnte sich noch gut an seine letzte Begegnung mit diesem erinnern.

"Nein. Der Haitianer beeinflusst den Geist eines Menschen. Ich hingegen kann den Körper eines Menschen lähmen – auch die Teile Ihres Gehirns, die Sie zur Kontrolle ihrer Fähigkeiten brauchen. Selbst, wenn Sie versuchen sollten, mich jetzt mit bloßen Händen anzugreifen, würde ich Ihren Körper gelähmt haben, bevor Sie mehr als ein paar Schritte machen könnten." Benjamin lächelte überaus freundlich und bedeutete Gabriel, wieder auf dem Bett Platz zu nehmen.

Gabriel blieb stehen. "Also bin ich doch ein Gefangener", stellte er nüchtern fest.

Benjamin schüttelte leicht den Kopf. "Ich habe Ihnen doch schon gesagt, dass es nicht so ist. Aber im Moment ist es besser, Ihre Kräfte ein wenig, sagen wir, zu begrenzen. Sonst würden Sie sicher etwas tun, was sie später bereuen."

"So etwas, wie Sie zu töten?", erwiderte Gabriel mit eiskalter Stimme.

Benjamin seufzte wie jemand, der einem ungezogenen, kleinen Jungen etwas beibrachte. "Genau so etwas."

"Wieso?", war das Einzige, was Gabriel darauf erwidern konnte. Warum sollte es andere Leute kümmern, ob er seine Tat später bereute? Er verstand rein gar nichts mehr.

"Nun ... Wie ich bereits sagte, Sie sind das Überbleibsel eines Problems, das wir gelöst haben. Und wenn wir einen Job erledigen, dann ganz, ohne Ausnahmen. Ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft gehört zu diesem Job."

Gabriel konnte nur mit Mühe ein lautes Lachen unterdrücken. "Sie wollen mich wieder in die Gesellschaft eingliedern? Ich habe Menschen getötet, falls Sie das vergessen haben. Wenn Sie meine Kräfte nicht blockieren würden, wären Sie jetzt tot!"

Benjamin sah Gabriel herausfordernd an. "Sind Sie sich da wirklich so sicher?"

Die Frage überraschte Gabriel und er zögerte kaum merklich, als er antwortete: "Ja ... Ziemlich sicher."

"Dann frage ich Sie Eines: Haben Sie sich in den letzten Monaten einmal Gedanken über Ihre Opfer gemacht? Wahrscheinlich nicht, oder?" Er hob eine Augenbraue und sah Gabriel fragend an.

"Nein ... Wieso hätte ich das tun sollen? Sie waren Gefäße für Kräfte, die sie nicht verdient hatten."

"Erinnern Sie sich an alle Ihre Opfer?", hakte Benjamin nach. "An Ihre Gesichter, auch wenn Sie Ihre Namen nicht kennen?"

"Ich denke schon." Langsam beunruhigte Gabriel diese Fragerei.

"Gut." Benjamin öffnete seinen Aktenkoffer und holte eine Dokumentenmappe heraus, aus der er ein paar Fotos nahm. Er schob sie Gabriel hin. "Bitte, schauen Sie sich diese Fotos an."

Auf den Bildern war ein Mädchen zu sehen, dessen Schädeldecke abgetrennt worden war. Sie lag in einer Pfütze ihre eigenen Blutes, ihre Augen standen vor Entsetzen weit offen. Unwillkürlich schauderte Gabriel. "Was soll ich damit anfangen?", fragte er tonlos.

"Charlie Andrews", meinte Benjamin, während er Gabriels Reaktion beobachtete. "Eines Ihrer Opfer. Erinnern Sie sich an diesen Mord?"

Gabriel starrte die Fotos an und versuchte sich zu erinnern. Seine Erinnerungen waren verzerrt und verschwommen und es dauerte einige Zeit, bis er ihr Gesicht in seiner Erinnerung wiedergefunden hatte. "Die Kellnerin ...?", murmelte er nachdenklich und fuhr auf dem Foto mit dem Zeigefinger die Schnittwunde an ihrer Stirn nach.

"Ja, sie war Kellnerin im Burnt Toast Diner in Midland", bestätigte Benjamin. "Tut es Ihnen Leid, dass sie sterben musste?"

Wieder eine Frage, die Gabriel überraschte. Ob es ihm Leid tat? Während Gabriel versuchte, sich seine Erinnerungen wieder klarer ins Gedächtnis zu rufen, drehten sich seine Gedanken um diese Frage. Es hatte ihm damals nicht Leid getan. Warum sollte es das jetzt tun? Und doch ... Eine leise Stimme in seinem Inneren sagte ihm, dass er Reue fühlte. Dass es falsch war, dass dieses arme Mädchen hatte sterben müssen. Er schloss einen Moment lang die Augen, um sich zu sammeln. Als er sie wieder öffnete, lag kein Zweifel mehr in seinen Augen und seiner Stimme.

"Sie ist tot", sagte Gabriel bestimmt. "Es macht keinen Unterschied, ob es mir Leid tut oder nicht."

Benjamin nickte. "Da haben Sie Recht. Aber ... Es scheint mir, dass Sie selbst sich nicht so ganz darüber klar zu sein scheinen, was Sie denken sollen." Seine Augen erwiderten Gabriels Blick fest. Anscheinend war Gabriels kurzer, innerer Kampf besser nach außen hin sichtbar gewesen, als er gedacht hätte.

"Wissen Sie noch, welche Fähigkeit Sie sich von Ihr angeeignet haben?", fuhr Benjamin fort.

"Ihr verbessertes Gedächtnis", antwortete Gabriel ohne Zögern.

"Dann ist es doch wirklich merkwürdig", meinte Benjamin und stand langsam vom Sofa auf, "dass es Ihnen so schwer fällt, sich an etwas zu erinnern – obwohl Ihr Gedächtnis doch ausgezeichnet funktionieren müsste." Sein Lächeln, als er sich mit einem kurzen Nicken von Gabriel verabschiedete und den Raum verließ, war ein wenig zu verständnisvoll.


Angela Petrelli.  
Außerhalb von New York City.

Angela Petrelli stand vor einem der großen Fenster im Wohnraum der Petrelli Mansion. Wenn jemand sie beobachtet hätte, dann wäre demjenigen schnell klar geworden, dass sie nicht auf den gut gepflegten Garten des Hauses blickte, sondern tief in Gedanken versunken war. Ihre Miene zeigte keine Regung und sie starrte die Glasfläche vor sich an, ohne bewusst hindurch zu schauen.

Es klopfte an der Tür und einen kurzen Augenblick später trat eines der Dienstmädchen ein. "Mrs. Petrelli, die Gäste, auf die sie gewartet haben, sind eingetroffen." Die junge Frau sah ihre Arbeitgeberin fragend an, während sie auf weitere Anweisungen wartete.

Angela drehte sich langsam um, während sie sich von den Gedanken löste, denen sich nachgehangen hatte. "Führen Sie sie bitte herein."

Das Dienstmädchen nickte kurz und drehte sich dann um, um den Auftrag auszuführen. Angela sah ihr einen Moment lang hinterher, dann trat sie einige Schritte in die Mitte des Zimmers, um ihren Besuch besser empfangen zu können.

"Bitte hier entlang", hörte sie die Stimme des Dienstmädchens, dann erschienen zwei Personen in der Tür. Die erste Person war ein junger Mann mit dunkler Haut und schwarzem, lockigen Haar, dem Angela vor gar nicht so langer Zeit schon einmal begegnet war. Die zweite Person war ein kleines Mädchen, das sich an der Hand des Mannes festhielt und Angelas musterndem Blick trotzig standhielt.

Ein dünnes Lächeln tauchte angesichts der Sturheit des Mädchens unwillkürlich auf Angelas Lippen auf – ein Aufwallen von Muttergefühlen, das sie schon seit Jahren nicht mehr gespürt hatte. Merkwürdig, dass diese verschütteten Gefühle gerade jetzt wieder zum Vorschein kamen. Doch dies war wohl kaum der richtige Zeitpunkt, um ihnen nachzugeben. Schon gar nicht in Gesellschaft zweier Menschen, die sie für ihre Zwecke benutzen wollte.

"Dr. Suresh", begrüßte sie den Begleiter des Mädchens. "Ich hatte schon angenommen, dass Sie Molly begleiten würden."

Der Angesprochene zog das Mädchen dichter zu sich heran. "Molly wird bei mir bleiben. Ich weiß nicht, was Sie von ihr wollen, aber ich werde sie der Firma ganz sicher nicht zurückgeben."

Angela lächelte nun ihr übliches kaltes Lachen. "Von was für einer Firma sprechen wir hier?", fragte sie in beiläufigem Ton, der nicht erkennen ließ, ob sie wirklich nicht wusste, wovon Mohinder sprach.  

"Verkaufen Sie mich nicht für dumm", erwiderte Mohinder kalt. "Wenn die Mutter eines örtlichen Politikers eine Limousine inklusive Aufpasser schickt, um ein kleines Mädchen abzuholen, dann ist das mehr als verdächtig. Ich denke, Sie wissen genau, wovon ich spreche." Mohinders Blick bohrte sich herausfordernd in Angelas Augen.

"Ihr Scharfsinn ist wirklich bemerkenswert, Doktor. Gut. Dann lassen wir die Spielchen." Angela macht eine wegwerfende Geste mit der Hand. "Es hat einen Grund, warum ich Sie sprechen möchte. Ich habe einen Job, für den ich Sie und Molly brauche."

"Ich habe nicht vor, der Firma irgendwelche Dienste zu erweisen", sagte Mohinder und warf Molly einen kurzen Blick zu. "Ich würde es begrüßen, wenn Sie sowohl mich als auch Molly in Zukunft in Ruhe lassen würden."

"Das würde ich gerne tun, Dr. Suresh", meinte Angela mit gespieltem Bedauern. "Aber leider hat die Firma noch die Vormundschaft für ihren Schützling. Es wird kaum ausbleiben, dass Sie unbehelligt bleiben – und Kindesentführung dürfte sich auf Ihren Ruf nicht gerade positiv auswirken."

"Ich lasse mich von Ihnen nicht erpressen", erwiderte Mohinder aufgebracht.

"Oh, ich habe nicht vor, Sie zu erpressen. Im Gegenteil, ich werde veranlassen, dass Ihnen die Vormundschaft für Molly übertragen wird. Immerhin scheint sie bei Ihnen in guten Händen zu sein."

"Damit ich Ihnen einen Gefallen schuldig bin?", stellte Mohinder mit unverhohlenem Abscheu fest.

"Ich möchte nur, dass Sie jemanden für mich finden. Das wird Ihnen mit Hilfe der Liste Ihres Vaters wohl nicht schwer fallen. Und umso weniger, da Molly sich in Ihrer Obhut befindet." Angela warf dem Mädchen einen viel sagenden Blick zu.

"Der Computer, auf dem sich diese Liste befand, wurde während eines Kampfes zwischen ihrem Sohn und Sylar zerstört." Mohinder schüttelte missbilligend den Kopf. "Ich kann Ihnen nicht helfen."

"Es gibt doch sicher eine Kopie", beharrte Angela, doch Mohinder brachte sie mit einem weiteren Kopfschütteln zum Schweigen.

"Bedauere, aber es war die einzige", antwortete er.

Angela stieß ein leises Seufzen aus. Das bedeutete einen Wechsel in ihrer Strategie und eine Verzögerung ihrer Pläne, die ihr nicht gefiel. "Na gut. Dann müssen Sie diese Person eben ohne die Liste Ihres Vater ausfindig machen." Sie ging zu dem niedrigen Couchtisch, der vor dem eleganten Ledersofa an der Ostseite des Zimmers stand, und nahm einen Umschlag in die Hand, der Mohinder vorher nicht aufgefallen war. "Hier finden Sie die gesamten Informationen, die wir über jene Person finden konnten ... Ich werde Sie nicht zwingen, der Sache nachzugehen, aber es wäre für die Zukunft der Menschen besser, wenn jemand diese Person findet. Diese Person hat schon genug ... Unannehmlichkeiten verursacht." Mit diesen Worten übergab Angela dem Genetiker den Umschlag.

"Ich wünsche Ihnen alles Gute, Dr. Suresh. Passen Sie gut auf Molly auf", sagte sie und ihrer Stimme und ihrem Blick lag eine unterschwellige Warnung. "Auf Wiedersehen." Damit waren Mohinder und Molly entlassen und Angela musste sich der Tatsache bewusst werden, dass sie in ihren Plänen kein Stück weiter gekommen war.

~ To be continued.
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