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...to find your way back home

von Togale
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / MaleSlash
Cifer Almasy Squall Leonhart
05.10.2008
15.11.2012
10
18.981
1
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
05.10.2008 2.083
 
Titel: To Find Your Way Back Home
Autor: Togale (Togale@gmx.net)
Pairing: Seifer/Squall
Rating: PG-13
Warning: yaoi (ab Chapter xy)
Summary: alternative Storyline nach der Zeitkompression. Keine Rinoa, dafür Seifer/Squall
Disclaimer: nicht meins, Square Softs -_-‘
Ich verdien kein Geld damit!
Feedback: her damit!!



-Prolog-


Vor sechs Monaten ging der Krieg der Hexen zu Ende. Seit dem ist viel passiert. Zuerst einmal ist es vielleicht wichtig zu erwähnen, dass die Zeit der Hexen ihr endgültiges Ende gefunden hat. Mit Rinoa starb eine der letzten Hexen. Rinoa…
Man hat sie nach der Time Compression nahe dem Tor zum Paradies gefunden. Allerdings war sie längst tot, so dass weder Zauber oder Phönixfedern etwas ausrichten konnten. Man hat sie auf dem Friedhof hinter Balamb begraben.

Quistis ist zur Headmasterin ernannt worden und hat damit wohl ihre eigentliche Bestimmung gefunden, begraben unter Papierbergen, an einem Schreibtisch. Jeder wusste doch, dass sie als Ausbilderin nichts taugte. Damals ging sie mir so auf die Nerven, dass ich sie manchmal am liebsten Bekanntschaft mit meiner Gunblade hätte machen lassen. Ihre ständige Besserwisserei hat sie allerdings beibehalten und geht den Leuten damit immer noch auf die Nerven. Außer ihrem Fanclub. Der ist ihr treu geblieben. Arme Irre.

Selphie ist für die Promotion des Gardens zuständig. Sie tut das, was sie am besten kann: Anderen den letzten Nerv rauben und massenweise unsinnige Festivals organisieren. Aber wenigstens darin ist sie gut. Den Dienst als aktiven SEED hat sie quittiert, damit sie ihre ganze Zeit mit ihren neuen Aufgaben verschwenden kann. Dies ist ein Garden, kein Vergnügungspark. Und da wundern sich die Leute über das niedrige Budget das uns geblieben ist.

Irvine und Zell sind Ausbilder geworden. Der Cowboy ist immer noch mit der Nervensäge zusammen. Wahrscheinlich hält er es nur mit ihr aus, weil er ihr eh nicht zuhört. Er leitet einen Extrakurs für Scharfschützen. Nach der ganzen Sache mit den Hexen hatte er sein Selbstbewusstsein so sehr aufpoliert, dass man ihn heute ohne Bedenken für spezielle Aufgaben einsetzten kann, ohne dass er gleich das große Flattern bekommt. Jetzt hält er sich für noch unwiderstehlicher und gräbt alles an, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Selphie ist naiv genug das zu akzeptieren.
Hasenfuß macht es Spaß kleine SEED-Anwärter zu quälen. Vorstellbar dass das seine persönliche Art der Gerechtigkeit dafür ist, dass er immer der gewesen ist, der von anderen herumgeschubst wurde. Er hängt immer noch ständig bei seiner Familie rum. Ich hab ihr letztens mit seiner Mutter zusammen in Balamb gesehen.

Und ich? Ich bin das, was ich schon immer war. Der ewige SEED-Anwärter Seifer Almasy. Ich bin bei Quistis zu Kreuze gekrochen, dass sie mich wieder in den Garden aufnimmt. Das war das erste und das letzte Mal, dass ich mir diese Blöße vor ihr gegeben habe. Rai-Jin und Fu-Jin sind nicht mehr hier. Sie haben zusammen eine Wohnung in Balamb und leiten ein Restaurant. Manchmal geh ich sie besuchen, meist weil ich dort nicht für mein Essen zahlen muss.

Nach dem Krieg der Hexen sah es eine Weile schlecht aus für den Garden. Es war ruhig geworden und man überlegte, ob ein Garden überhaupt noch nötig sei. Aber inzwischen hat sich die Sache von allein erledigt. Dollet und Galbadia führen wieder Krieg und auch sonst herrschen genug Unruhen um den Garden über Wasser zu halten. Das Geschäft mit dem Unglück anderer war schon immer das lukrativste.


Unter den Anwärtern bin ich der Älteste. – Welch eine Überraschung. Und ohne mich selbst loben zu wollen kann ich doch behaupten der Beste zu sein. Es fehlen einfach die jungen Talente. Die Schüler scheinen wie eine graue Masse. Keiner sticht besonders heraus. Ganz anders als bei uns damals.
Es tut immer noch gut Hyperion mit einer anderen Klinge zu kreuzen. Es ist wie früher. Ist es wirklich schon so lange her, dass wir draußen hinter dem Garden unser kleines Duell veranstaltet haben? Ich kann nicht anders. Jedes mal wenn ich daran denke verziehen sich meine Mundwinkel zu diesem selbstgefälligen Grinsen. Das war der Tag, an dem ich dir gezeigt habe, wer der bessere von uns beiden ist. Aber du konntest es dir ja nicht eingestehen und so tragen wir beide nun diese Narbe auf der Stirn. Als ob man in einen Spiegel schauen würde.


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Der kleine vor mir hält seine Gunblade genau wie du. Ein Schwert mit zwei Händen zu führen schränkt einen in der Beweglichkeit ein. Das hast du auch nie eingesehen. Sie wollen alle eine Gunblade tragen. Alle ihrem großen Helden nacheifern. Aber keiner kann sich mit uns messen.
Ich weiß genau, der kleine Möchtegern vor mir wird meinem nächsten Angriff nicht ausweichen können. Trotzdem  schlage ich zu. Es ist lange her. Dieses Gefühl von Stahl der weiche Haut durchdringt, der Geruch von Blut in der Luft und diese rote Farbe auf der Klinge. Ich weiß, es ist nicht erlaubt so zu kämpfen, aber dieser Junge hat eine zu große Klappe. Genau wie ich damals als du dich auf mich eingelassen hast. Und genau wie wir liegt er nun am Boden. Ich spüre wieder dieses Grinsen auf meinen Lippen. Um uns herum ist es still geworden. Sie starren uns alle an. Aber alles was ich tue ist Hyperion beiseite zu legen und zum Lazarett zu laufen um Dr. Kadowaki zu holen. Zu dieser Frau baue ich auch langsam eine innigere Beziehung auf, wenn auch keine besonders gute. Wenigstens halte ich ihren Laden am laufen.

Sie sitzt wie immer an ihrem Schreibtisch als ich reinstürme. Sie weiß genau was jetzt kommt. Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass ich hier unangemeldet reinplatze. Und jedes Mal schaut sie mich mit derselben vorwurfsvollen Mine an. Und es ist jedes Mal derselbe Satz den ich zu hören kriege…

„Nicht schon wieder Seifer. Was ist nur los mit dir?“ Genau dieser. Seufzend steht sie auf und schüttelt den Kopf, während sie um den Tisch herumkommt und sich vor mir aufbaut. Nun ja zumindest versucht sie es. Immerhin bin ich ein ganzes Stück größer als sie und bei all ihrer Mühe, diese Frau schafft es einfach nicht in irgendeiner Weise bedrohlich zu wirken, wenn sie ihre Standpauken gibt. Ich bleibe einfach stehen. Es ist dieselbe Prozedur wie jedes Mal.
„Was ist es diesmal?“

Ich schaue einfach vor mir an die Wand und sage meinen Text auf. „Schnittwunde am linken Unterarm. Er ist im Trainingsraum.“

„Steh da nicht wie versteinert“, meint sie und wartet bis ich sie ansehe. Das tut sie auch jedes Mal aber es macht trotzdem Spaß sie damit aufzuziehen. Außerdem steht es in den Vorschriften, dass ein SEED Haltung anzunehmen hat, wenn er Bericht erstattet.

„Ist nicht besonders tief, blutet aber wie sau.“ Ich lehne mich gegen ihren Schreibtisch und verschränke die Arme vor der Brust.

Sie schüttelt wieder den Kopf. „Was ist nur los mit dir?“ Ich seh' schon. Anstatt sich gleich auf den Weg zu machen, kommt erst einmal das provisorische Psychologengespräch. Keine Chance dem zu entgehen.

„Es war ein Trainingsunfall“, antworte ich achselzuckend aber so einfach macht sie es mir nicht mehr. Das hat schon beim zweiten Mal nicht mehr funktioniert. Aber einen Versuch ist es immer wieder wert.

„Komm mir nicht damit. Das ist der vierte ‚Trainingsunfall’ in diesem Halbjahr.“ Nun sieht sie wirklich wütend aus. Wahrscheinlich weil ich ihr jedes Mal mit derselben Ausrede komme. Aber sie weiß genau, dass sie nichts anderes von mir zu hören kriegt. „So geht das nicht weiter. Ich werde veranlassen, dass du einen Verweis erhältst.“

„Das würden Sie doch nie tun. Ich hab nächste Woche Prüfung. Ach kommen Sie schon.“ Ich versuche ein möglichst verzweifeltes Gesicht zu machen, auch wenn’s schwer fällt. Bis jetzt bin ich noch immer mit einem blauen Auge davongekommen. Genau wie jetzt. Diese Frau scheint eine Schwäche für mich zu haben. Sie verdreht die Augen mit einem resignierten Seufzer und ich weiß, dass ich sie mal wieder rum gekriegt habe.

„Wir werden sehen. Jetzt muss ich mich erst einmal um meinen Patienten kümmern.“ Sie nimmt ihre Tasche und macht sich auf den Weg zur Trainingshalle.

Mir bleibt nun nichts weiter, als Hyperion zu holen und auf den Bericht zu warten. Also ein weiterer freier Tag.


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Am Ende blieb mir nichts anderes übrig, als meine lieblings Exausbilderin aufzusuchen. Man hatte mich ins Bureau der Direktorin beordert. Neben der Krankenstation einer meiner lieblings Orte. Das bedeutete also, dass ich bei Dr. Kadowaki nicht ganz so glimpflich davon gekommen war, wie ich es mir erhofft hatte.
Direktorin Quistis Trepe erwartete mich bereits. Sie saß an ihrem, ehemals Cids Schreibtisch und lächelte mir herablassend zu, als ich den Raum betrat. Dr. Kadowaki stand hinter ihr und bedachte mich mit einem Blick, den ich nicht so recht zuordnen konnte. Es war irgendwas zwischen Spott und Genugtuung. Falsche Schlange. Nun bleibt mir nur, Haltung anzunehmen und auf das Urteil zu warten.

„Seifer.“ Meinen Namen aus ihrem Mund verhieß noch nie etwas Gutes. Das war schon so, als wir noch Kinder waren und nun ist es nicht anders. Sie schüttelt seufzend den Kopf und mustert mich weiterhin. Eine weitere Macke, die sie wohl nie ablegen wird. Heute macht es mir weitaus weniger aus, als damals als sie noch meine Ausbilderin war. Merkwürdig, dass mich Direktoren immer erstaunlich kalt lassen.
„Hatten wir nicht abgemacht, dass es keinen weiteren Anlass geben wird, dich noch einmal in dieses Bureau zu bestellen? Ich dachte, ich hätte dein Versprechen?“ Unsere große Direktorin in ihrem Element. Ich seh' sie immer noch als inkompetente Ausbilderin vor mir und kann mir das Grinsen nur schwer verkneifen.

„Jawohl, Frau Direktorin. Allerdings muss ich zu meiner Verteidigung…“

„Zu deiner Verteidigung sagen, dass es nicht deine Schuld war. Nicht wahr?“ Und noch eine Eigenschaft, die ich an ihr hasse. Etwas, dass sogar ihm ständig auf die Nerven gegangen ist. Es hat ihr wohl nie jemand beigebracht, dass es unhöflich ist, anderen ins Wort zu fallen.

„Ja, genau so ist es. Es war ein…“

„Ein Trainingsunfall. Ja das hat mir auch Dr. Kadowaki berichtet. Trotzdem ist es nicht der erste Unfall. Ich muss dich warnen. Die Regeln haben sich in diesem Punkt nicht geändert. Es ist nicht erlaubt, einen Mitschüler zu verletzen. Das solltest du doch am besten wissen.“ Sie taxiert mich mit ihrem Blick, als wolle sie alte Erinnerungen in mir heraufbeschwören.

„Ich habe es nicht vergessen. Und es wird auch nicht wieder vorkommen.“ Nur wenn sich diese Anfänger weiterhin so aufführen. Einer muss ihnen ja beibringen, dass SEEDS keine Urlaubsausflüge machen, wenn sie den Garden verlassen, sondern in den Krieg ziehen.

„Davon bin ich überzeugt. Wie ich höre, hast du nächste Woche Prüfung. Das wievielte Mal ist das jetzt?“ Hätte sie es nicht erwähnt, würde meinem Tag etwas fehlen. Ich hatte es vorausgesehen und schenke ihr ein falsches Lächeln. Zu einer Antwort lasse ich mich allerdings nicht hinreißen.
„Na dann wünsch ich dir viel Glück.“ Auch das war mir schon vorher klar. Es ärgert mich immer noch, wenn mir jemand ‚viel Glück’ wünscht. Aber das lasse ich mir nicht anmerken. Wenn ich mir allerdings ihr breites Grinsen so ansehe, weiß sie genau, dass sie mich damit immer noch ärgern kann. Also gönne ich ihr ihren kleinen Triumph. Ihr Leben ist erbärmlich genug.

Ich salutiere mehr oder minder, eigentlich ist es eher ein Winken, und verlasse ihr Bureau.


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Zwei Tage später hatte ich das zweifelhafte Glück Direktorin Trepe auf meinem Weg zum Training zu treffen. Sie legte mir nahe, mich bei Dr. Kadowaki dafür zu bedanken, dass sie für mich ein gutes Wort eingelegt hatte. Hätte sie mir wirklich etwas Gutes tun wollen, hätte sie lieber überhaupt nichts gesagt. Aber diesen Kommentar schluckte ich lieber hinunter, bevor er mir über die Lippen kam.


Als ich das Bureau betrete, ist alles ruhig. Ich schaue mich hinten in den Behandlungsräumen um, aber von Dr. Kadowaki ist nichts zu sehen. „Doc? Sind Sie hier?“ Die Tür die vom Bureau abgeht und sonst immer verschlossen ist, steht einen Spalt breit offen. Ich habe diesen Raum immer für eine Abstellkammer gehalten. Da ich immer noch keine Antwort bekomme, beschließe ich einfach mal nachzusehen. Es ist fast dunkel hier drin. Die Vorhänge sind vorgezogen und es riecht unangenehm nach Desinfektionsmitteln. Ein penetrantes Piepen irritiert mich. Eigentlich sollten hier keine Patienten mehr sein. Die anderen Betten sind nicht belegt. „Doc?“ Neben dem Fenster steht ein Bett. Ich bin ziemlich gespannt, welchen armen Teufel sie hier untergebracht haben und warum zum Henker sie ihn hier einschließen. Ich bleibe neben dem Bett stehen und mich trifft fast der Schlag. Das bist wirklich du.
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