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Revelations

GeschichteAbenteuer / P16
He-Man Zoar
28.09.2008
28.09.2008
11
19.688
2
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28.09.2008 1.831
 
Titel: He-Man & She-Ra: REVELATIONS
Titelbild
Autoren: Storm{X}Padmé + Sherry/Frosta
Übersetzung: Storm{X}Padmé
Disclaimer: Alle originalen Charaktere und Elemente gehören Filmation, den Rechteinhabern und allen, die dafür bezahlen. Ich geb sie ja wieder zurück, ich leih sie mir doch nur... Ich tu ihnen auch nicht weh… Jedenfalls nicht sehr *G*.
Universum: 80er-Cartoons, He-Man und She-Ra-Crossover
Zeitlinie: am Ende der zweiten Staffel der Serie ‚She-Ra – Princess Of Power‘
Zensur: P-16 (Gewalt)
Zusammenfassung: Nicht nur Angriffe von Hordak und Skeletor machen den mächtigsten Zwillingen des Universums zu schaffen. Auch mit ihren eigenen Gefühlen haben sie oft sehr zu kämpfen…
formale Bemerkungen:
- kursive Sätze = Erinnerungen, Träume oder zur Betonung
- Sätze in ‚ ‚-Zeichen = eigene Gedanken, Telepathie oder indirekte Rede
Feedback: Ist nicht nur erwünscht sondern wird auch geknuddelt, abgeschmust, gestreichelt und George genannt :D
Danke an: Sherry/Frosta, die in der originalen (englischen) Version einige Szenen in dieser Geschichte mit geschrieben hat







He-Man & She-Ra
REVELATIONS




1



Der Tag hatte eigentlich sehr friedlich begonnen. Prinz Adam von Eternia lag schon seit dem frühen Morgengrauen wie so oft nahe einem See des Mystery Forest und faulenzte.

Sein Tiger Cringer lag wie immer neben ihm. Er genoss die Stille sichtlich, ließ sich gemütlich die Sonne auf sein grünes Fell scheinen, friedlich vor sich hin schnarchend.

Adam selbst war nicht nach Schlafen zumute. Auch wenn es für einen unbeteiligten Zuschauer so wirken mochte, als döste er vor sich hin – was vor allem praktisch war, wenn ein gewisser Royal Guard Captain in der Nähe war – so war er in Wirklichkeit hellwach. Adam war bedrückt. Das kam sehr oft vor in letzter Zeit. Zu oft.

Der Grund für seine Niedergeschlagenheit war kein Geheimnis. Er – oder besser: sie – war rothaarig, hatte blitzblaue Augen und eine atemberaubende Figur. Nicht zu vergessen die starke, unnahbare Ausstrahlung einer eisernen Kriegerin. Sie war so umwerfend schön... und eine äußerst fähige Mitstreiterin in seinem ewigen Kampf gegen Skeletor noch dazu. Und das Beste: Sie war verliebt in ihn...

Adam schüttelte langsam den Kopf. Nein, nicht in ihn, ihn He-Man. Das war ja das Problem. Was wäre, wenn sie je erfahren würde, dass er He-Man war? Würde sie ihn immer noch wollen? Adam war in Teela verliebt, seit er denken konnte, aber... Dieser Konflikt machte ihm schon seit Jahren zu schaffen, und seit Teela He-Man so deutlich zeigte, dass sie mehr von ihm wollte, wurde es immer schwieriger, weil keine Lösung in Sicht war.
Er musste sie wenigstens für ein paar Tage aus dem Kopf bekommen. Seit Wochen konnte er sich auf nichts konzentrieren, hatte immer wieder dieses Bild vor Augen, von diesem einen Kampf... Wie hatte er nur so dumm sein können? „Ich muss hier raus. Cringer!“ Es gab nur einen Platz, wo er seine Ruhe haben, weit weg von all diesen komplizierten Dingen sein würde. „Komm, alter Freund. Wir machen einen kleinen Ausflug.“





Etwa zum gleichen Zeitpunkt verabschiedete sich Adora von ihrem Freund Sea Hawk. Sie hatte die ganze Woche auf seinem fliegenden Schiff verbracht, es war einfach wunderschön gewesen. „Wann sehen wir uns wieder?“ Zärtlich legte sie noch einmal ihre Arme um seine breiten Schultern, unwillig, ihn allein zu lassen.

Liebevoll nahm Sea Hawk sie an der Taille. „Jederzeit, Adora. Wann immer du ein paar Tage opfern kannst.“

„Das ist doch kein Opfer“, widersprach sie verlegen. „Aber ich habe nun mal wenig Freizeit. Nächste Woche findet unsere jährliche Rebellenfeier statt. Würdest du mit deiner Crew kommen? Immerhin gehört ihr auch zu uns...“

„Eigentlich wäre ich ja lieber mit dir allein...“ Sea Hawk knabberte zärtlich an ihrem Ohr, strich dabei wie zufällig mit einer Fingerspitze von ihrer Hüfte nach oben zur Unterseite ihrer Brust.

Adora stoppte ihn sofort, sanft aber bestimmt. Jetzt fiel es ihr wenigstens leichter, zurückzutreten. „Reiß dich bitte zusammen. Du hast mir versprochen, dass wir noch warten, also behalt deine Hände bei dir.“

Hawk schnitt eine kleine Grimasse. „Hab ich das wirklich gesagt?“

Adora verdrehte genervt die Augen. Schon wieder diese nervende Diskussion, die auch in den letzten Tagen immer wieder zu Problemen geführt hatte. Sea Hawk verstand einfach nicht, dass sie beide völlig verschiedene Voraussetzungen hatten. „Ist es so schwer, die Dinge langsam anzugehen? Ich weiß, dass du schon viel Erfahrung mit Frauen hast, aber ich nun mal nicht mit Männern. Ich möchte absolut sicher sein, dass du der Richtige für mich bist, bevor wir uns näher kommen. Das schreibt mir schon die Etikette meiner Herkunft vor.“

Bist du denn noch nicht sicher?“ Er zog sie vorsichtig wieder an sich heran und strich ihr nachdenklich durch ihre langen blonden Haare.

„Dazu sind wir noch nicht lange genug zusammen“, antwortete sie, nicht unfreundlich aber sehr bestimmt.

Sea Hawk nickte, nicht wirklich überrascht aber doch etwas traurig. „Und was muss ich tun, damit du mir vollkommen über den Weg traust?“

Adora lächelte nur. „Warten. Dann kommt das Vertrauen von ganz allein.“

„Wie du möchtest.“ Er gab ihr einen kurzen Kuss. „Wenn du Zeit brauchst, ist das in Ordnung.“

„Wirklich?“, vergewisserte sie sich.

Statt einer Antwort küsste er sie noch einmal, länger jetzt, ausführlicher. „Wir sehen uns auf der Rebellenfeier. Wenn wir dort wirklich willkommen sind...“

„Du und deine Leute werden in den Whispering Woods immer willkommen sein bei uns, Hawk. Bis bald.“

„Bis bald.“ Der Piratencaptain lehnte sich seufzend an das Ruder des Silberadlers und sah Adora nach, wie sie von Bord ging, auf ihr Pferd Spirit zu, das bereits am Ufer auf sie wartete. Er bemühte sich immerhin redlich, seinen Blick auf Augenhöhe zu halten.





Adam hatte schnell ein paar Sachen zusammengepackt, hatte seiner Mutter Bescheid gesagt – seinem Vater kam er mit solchen Spontanaktionen lieber gar nicht erst – und war dann direkt nach Schloss Grayskull geritten. „Ich möchte gern Adora besuchen“, erklärte er bei dem verwunderten Blick, mit dem die Zauberin ihn empfing.

„Ein guter Zeitpunkt“, nickte sie. „Es ist zur Zeit sehr ruhig auf Eternia. Und du kannst den Urlaub wohl brauchen.“ Sie lächelte wissend, als sie das grellgelb leuchtende, dimensionale Tor öffnete.

„Das kannst du laut sagen“, murmelte er.

„Du weißt, wo du mich findest, wenn du zurück möchtest.“ Sie zeigte auf sein Schwert.

„Natürlich“, nickte er. „Cringer, kommst du mit?“

„Wenn es sein muss...“, murmelte sein Tiger, wenig enthusiastisch.

„Du musst gar nichts. Aber Adora würde sich sicher über deine Gesellschaft freuen.“ Adam strich ihm kurz, aufmunternd über den Kopf.

„Schon gut. Bin ja schon da.“ Cringer zuckte mit den Achseln – eine sehr menschlich wirkende Geste, welche die Zauberin amüsiert grinsen ließ – und trottete Adam durch das dimensionale Tor hinterher.





Gleich nach ihrer Ankunft in den Whispering Woods zog sich Adora zurück. Es gab kein Anzeichen auf einen Angriff der Horde, sie konnte also problemlos noch ein paar Stunden allein sein. Sie ritt zum Singing River, ließ sich dort auf einem großen Stein nieder und starrte eine Weile stumm in das ruhige Wasser.

Spirit graste eine Zeit lang in der Nähe, bis er die Stille nicht mehr aushielt. „Was ist? Irgendwas bedrückt dich.“

„Ich denke an Sea Hawk“, gab sie leise zu.

„Hat er etwas getan, was er nicht sollte?“ Spirit wusste mehr über ihre Probleme, als sie glaubte.

„Nein... Ja... Ach, ich weiß nicht.“ Sie warf abwesend ein paar Kiesel ins Wasser, ließ sie auf der Oberfläche springen. „Ich fühle mich von ihm unter Druck gesetzt.“

„Du solltest dich von niemandem unter Druck setzen lassen“, erwiderte Spirit, ungewohnt scharf. „Du brauchst deine ganze Kraft für die Rebellion.“

„Er tut es ja nicht absichtlich. Aber im Moment fühle ich mich… beobachtet. Wenn ich etwas Falsches sage oder tue, könnte er unsere Beziehung wieder beenden, und das will ich nicht. Aber ich kann mich ihm doch auch nicht die ganze Zeit an ihn anpassen... Ich hasse dieses Gefühl einfach.“ Adora wusste genau, dass sie nicht nur für Sea Hawk schwärmte, sie war ernsthaft verliebt. Aber es gefiel ihr nicht, dass er versuchte, ihre Beziehung auf ein Level zu bringen, für das sie einfach nicht bereit war. Und ihr gefiel auch nicht, dass er ständig wieder damit anfing.

„Bist du denn sicher, dass er wirklich der Richtige für dich ist?“, fragte Spirit unvermittelt.

Sie zögerte. „In die Sache mit Sea Hawk bin ich irgendwie hineingerutscht, völlig überstürzt. Ich habe nie darüber nachgedacht, was ich eigentlich will. Es ist schön, mit ihm zusammen zu sein, ich empfinde viel für ihn... Aber mich nervt dieses ständige Geplänkel über das gleiche Thema. Ich verstehe nicht, warum das so wichtig für ihn ist. Ich bin zufrieden mit unserer Beziehung, so wie sie jetzt ist.“

„Hast du ihm das gesagt?“ Spirit klang immer gereizter. Er hatte nichts gegen Sea Hawk, aber ein bisschen mehr Reife hätte er von ihm doch erwartet.

„Natürlich, aber ich glaube nicht, dass er sich ändern wird. Das ist seine Art. Er ist von Natur aus ziemlich ungeduldig. Er will immer alles, und das sofort.“

„Und damit kannst du auf Dauer leben?“ Spirit rieb sanft seinen Kopf an ihrer Schulter, um ihr zu vermitteln, dass er für sie da war. „Mit jemandem, der von Natur aus mit dem Kopf durch die Wand will?“

„Im Moment weiß ich gar nichts. Nur eben, dass ich ihn lieb habe.“ Ein warmer Windstoß schlug leichte Wellen im Fluss. Adora sah auf ihr Spiegelbild und versuchte sich ihr Bild neben dem von Sea Hawk vorzustellen.
Sie erschrak gehörig, als der Schatten einer groß gewachsenen, kräftigen Gestalt auf sie fiel. Dann sah sie in der Spiegelung, dass es Adam war und sprang sofort auf, fiel ihm um den Hals. „Bruderherz! Wie kommst du denn plötzlich hierher! Was bin ich froh, dich zu sehen!
Und Cringer hast du auch mitgebracht!“ Sie kniete sich neben den Tiger, streichelte ihm über sein Fell.

„Hallo, Adora“, grüßte der Tiger etwas schüchtern, ließ die Liebkosungen aber doch gern über sich ergehen.





„Alles in Ordnung bei dir?“, fragte Adam, dem sofort auffiel, wie blass Adora war.

„Ja... Mir ist nur ein wenig schlecht“, schwindelte sie. „Das geht vorbei.“

„Wirklich?“ Für wie dumm hielt sie ihn? Wenn sie nicht reden wollte, war das ihre Sache, aber die unnötige Notlüge störte ihn.

„Wirklich. Komm, lass uns zum Camp gehen. Die anderen werden sich so freuen!“ Adora sprang auf Spirit und half ihrem Bruder hinauf. Dabei fiel ihr plötzlich auf, dass er ein wenig abgenommen hatte. Sein Gesicht war deutlich eingefallen, seine Haare wirkten ungekämmt. „Hast du Probleme, Adam? Bist du deswegen hier?“

Er legte die Arme um ihre Hüfte, obwohl er längst nicht mehr so unsicher auf Spirit war wie am Anfang. Die Nähe war einfach beruhigend, nach der langen Zeit der Trennung, die auch diesmal wieder zwischen ihrem letzten Treffen und heute lag. „Ich brauche einfach eine Auszeit, glaube ich.“

Sein abweisender Tonfall machte Adora klar, dass auch er nicht reden. „Die wirst du haben. Hordak hat schon länger nicht mehr angegriffen. Ich denke nicht, dass wir He-Man brauchen werden.
Erzähl mir von unseren Eltern, Adam. Wie läuft es auf Eternia?“ Auf dem Rest des Weges sprachen sie ausschließlich über ihre Familie.
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