Lost (?) Family

GeschichteDrama / P12
28.09.2008
28.09.2008
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Ich will nur im vor hinein sagen, ich habe Hana-Kimi erst bis zum 8. Teil gelesen, d.h. der Stand meines (ersten xD) One-Shots ist auch erst bis zu Teil 8 ^^ ich hoffe es stört niemanden und es ist trotzdem halbwegs gelungen x)

//…denk…// = jemand denkt
„…red…“ = jemand spricht
(..bla,bla,bla…) meine unnötigen Kommentare


//Fast fünfzehn Jahre lang habe ich jetzt gesucht und jetzt den ersten Hinweis gefunden. Und alles nur, weil ich Ashiya kennen gelernt habe … Ich bewundere sie, sie hat sich in ein Jungeninternat eingeschlichen und haltet es perfekt dort aus und fliegt nicht mal auf! Alles für ihren Traum. Beziehungsweise ihren TraumMANN. Hach, wenn ich nur so viel Kraft und Mut hätte… Aber … was habe ich zu verlieren? Wenn ich es so schaffe, wie sie … dann … dann weiß ich vielleicht endlich ein wenig mehr über meine Familie!// ermutigte sich das zarte, blasse, schwarzhaarige Mädchen selbst. Ihre dünnen, langen, schwarzen Haare hangen ihr in ihr zierliches Gesicht und verdeckten teilweise ihre schönen, schmalen Augen. Sie ging weiter, die leblose, graue Straße entlang und hing ihren Gedanken weiter nach, sie war so vertieft in ihre Gedanken, dass sie rund um sich nichts mitbekam und ein kleines Kind anrempelte, ohne es zu merken. // Meinen Namen kann ich so lassen. Schließlich ist mein Name ein Mädchen- UND Jungenname. Den Namen habe ich im Heim bekommen, einen richtigen Namen habe ich nicht. Ich finde, der Name passt nicht zu mir, aber ich kann es nicht ändern. Nein, ich WILL es nicht ändern. Nachnamen habe ich keinen. Schließlich kennt niemand meine Familie. Aber ich weiß, dass sie teilweise noch leben und ich aus einer Affäre entstand. Ich muss noch lebende Geschwister haben!// Energisch blickte sie nun hoch und stellte fest, dass sie, ohne es zu merken, bereits bei dem Heim, in dem sie wohnte, angekommen war.
Sie öffnete die schwere Tür, trat ein und wurde von der Sekretärin, die immer am Eingang saß begrüßt: „Hallo Masa!“ Masa sah sie an und murmelte ein leises: „Guten Tag.“ Masa redete nie viel. Sie war dünn, eher klein, zart, blass, still und unauffällig. Ihre schwarzen Haare gingen ihr bis zum Po und ihre Stirnfransen waren lang. Ihre Haare waren eher ein helles schwarz, also, mit einem kleinen Grauschimmer. Sie schleppte sich die Treppen hinauf zu ihrem Zimmer und holte dort einen Rucksack aus ihrem Schrank. Packte ein paar Hosen, ein paar T-shirts und das nötigste ein. Auch ihre Geldbörse packte sie ein. Dann nahm sie einen Zettel auf den sie schrieb: Sucht nicht nach mir. Ich habe einen Traum, den ich erfüllen werde. Es wird mir gut gehen. Wenn ihr mich sucht, kann ich für nichts garantieren. Danke für alles. Ich habe keine andere Wahl, das Leben ist sonst eine Qual, also habe ich diesen Entschluss gefasst und bin glücklich damit. Ich hoffe ihr berücksichtigt meine Wünsche.
Mit herzlichen Grüßen, eure
Masa.
Dann stellte sie sich vor den Spiegel, holte eine Schere heraus und versuchte sich die Haare kurz zu schneiden. Es gelang ihr sogar ganz gut. Sie raffte nochmals ihren Mut zusammen, dachte an ihr Idol Ashiya und machte sich auf den Weg zu dem Jungeninternat.
Sie befand sich auf dem Schulgelände. Es war gerade Stunde, deshalb war es hier am Hof leer und es herrschte Totenstille. Masa ging zu einem der großen Fenster im Erdgeschoss und erkannte, dass dies das Lehrerzimmer sein musste, schnell huschte sie daran vorbei und spähte ins nächste Zimmer. Jetzt stand sie Auge in Auge mit einer Person, die in diesem Zimmer arbeitete und im Moment keinen Patienten hatte und zufälligerweise aus dem Fenster sah. Genau:  Hokuto Umeda. „Guten Morgen, was treibt dich denn hier her? Keine Schule?“, fragte er, als er gleichzeitig das Fenster öffnete. „Ah, … äh … ähm … also … ich … ich … ich, wollte … ich wollte fragen, ob ich … ich meine, … ich meine, ich wollte fragen, ob an dieser Schule nicht noch ein Platz frei ist!“, stotterte das schwarzhaarige Mädchen zusammen. „Tut mir Leid, das hier ist eine Jungenschule“, antwortete Umeda grinsend, der den Plan der Kleinen durchschaut hatte. Masa riss erschocken die Augen auf. War es denn so offensichtlich? War es ihr Aussehen? Ihre Art? Beides?? Oder gar etwas anderes gewesen? Sie wusste es nicht. „Oder hast du einen bestimmten Grund, auf diese Schule zu kommen und dich als Junge auszugeben?“, hackte Umeda nach. Das Mädchen nickte vorsichtig. //Noch eine … die werden ja immer mehr!// ging es Hokuto durch den Kopf. „Was ist denn der Grund?“, bohrte Umeda weiter. „Ich suche eine bestimmte Person und ich weiß, dass er hier zur Schule geht…“, meinte Masa leise. „Na gut, von mir aus, versuch es, ich weiß vor den anderen von nichts“, antwortete Umeda jetzt gleichgültig, wobei seine Gedanken etwas anderes dachten //Kann es sein, dass sie… nein … es ist nicht … oder? … oder ist sie … nein, dann noch eher das erste …  aber … wer weiß? … ich werde sie im Auge behalten…// Er schloss das Fenster und sah ihr nach, wie sie auf den Haupteingang zusteuerte. Sie erinnerte ihn ungemein an jemanden. An jemanden bestimmten.
//Oh Gott! Wenn ich schon am Anfang auffliege, warum gehe ich dann erst recht hinein? Aber was bleibt mir anderes übrig? Zurück kann ich nicht mehr … ich muss es einfach versuchen! Ich schaffe das!// dachte Masa während sie das Innere der Schule betrat. Sie sah sich unsicher um, ging den langen Korridor entlang, und spähte zu allen Seiten und musterte dabei den Gang. Sie sah nach, vorn, nach link, nach recht und lief dann prompt gegen jemanden, der aus dem Gang von rechts kam. „Pass auf!“, schrie der Junge das zarte Mädchen, das sich als Junge ausgab an. Erschrocken sah Masa zu ihm auf, da er größer als sie war. „Oh … bist du neu an der Schule, ich habe dich noch nie hier gesehen? Wie heißt du? Suchst du etwas?“, fragte der angerempelte. „Ja, ich bin Masa, ich bin neu hier und ich suche die Kanzlei“, teilte Masa leise mit. „Mann, sprichst du leise. Sprichst du immer so? Hm… ach ja, ich bin Nakatsu, die Kanzlei ist da den Gang entlang und dann die zweite Tür rechts. Klar?“, erklärte Nakatsu dann. „Danke“, sagte Masa und machte sich auf den Weg. //Er hat mir abgekauft, dass ich ein Junge bin!// freute sich Masa insgeheim und lächelte kaum erkennbar auf ihrem Weg zur Kanzlei.
//Seltsamer Typ … aber irgendwie nett… und süß … nicht schon wieder!! Nicht noch einer!!// waren Nakatsus Gedanken.
//Das muss sie sein// dachte Masa und klopfte an der Tür. „Herein?“, kam es von innen. Masa trat ein und stand einem Mann im Anzug gegenüber. „Hallo, was brauchst du?“, fragte er. „Ich würde sehr gerne diese Schule besuchen“, sagte Masa. „Hm .. Wer bist du? Wie heißt du? Wie alt bist du?“, erkundigte sich der Mann. „Ich heiße Masa und bin bald fünfzehn Jahre alt“, informierte Masa den Mann. Der Mann seufzte und sagte dann etwas widerwillig: „Meinetwegen. Aber nur, weil wir unterbesetzt sind. Fülle dieses Formular hier bitte aus.“ Dann streckte er Masa ein Formular hin und Masa füllte es artig aus. „Gut. Das hier wäre der Schlüssel zu deinem Zimmer. Du bist mit … mal sehen … mit Taro und Kisho in einem Zimmer. Nummer 133“, teilte der Mann Masa mit. „Äh … könnte ich vielleicht, eventuell, in das Zimmer, in dem bereits Sano und Ashiya wohnen?“, bettelte Masa. „Du kennst die beiden?“, fragte der Mann überrascht. „Nein, nur Mizuki, also, Ashiya, aber, er hat mir von Sano erzählt. Und es wäre für mich sehr angenehm und leichter, wenn ich zu ihm ins Zimmer dürfte“, bettelte Masa weiter. „Das ist eigentlich ein zwei-Bett-Zimmer…“, begann der Mann. Masa sah ihn mit einem Bettelblick an und flötete ein leises: „Büüüüüdddeeeeeeeeeee.“ „Nun gut, von mir aus, also, hier dein Schlüssel. Du musst zum Hausmeister gehen, damit er dir in dem Zimmer ein Bett aufstellt. Klar?“, erweichte sich der Mann, wofür er sich nachher ohrfeigen hätte können, dass er nicht standhalten konnte, das war der Grund, weshalb er nur Stellvertreter geworden war. „Dankeee!!“, rief Masa, schnappte sich den Schlüssel und rannte zu dem Zimmer. Sie nahm an, es wäre keiner im Zimmer, da noch Stunde war, rannte direkt zum Zimmer, und probierte schwunghaft, ob die Tür abgesperrt war, da sie nicht abgesperrt war, riss sie sie auf und stürmte ins Zimmer. Erst jetzt bemerkte sie, dass vor ihr ein klatschnasser Izumi stand, ein Handtuch umgewickelt und ein äußerst verdutztes Gesicht. „AH! Entschuldige! Ich dachte da wär’ niemand!“, kreischte sie laut und stürmte sofort wieder aus dem Zimmer, rannte zur Mädchentoilette, und ließ sich an der Wand zu Boden sinken. //Verdammt! Ich benehme mich total wie ein Mädchen! Scheiße!// „Was machst du da am Boden?!?“, fragte eine Burschenstimme. (logischerweise xD) Masa sah auf und blickte Nakatsu ins Gesicht. „Äh … nichts“, sagte Masa, rappelte sich auf und fuhr fort: „Ich muss was erledigen, bye!“ Dann verschwand sie so schnell sie konnte und machte vor ihrem Zimmer halt. //Ob ich hinein kann? Hm … ich klopfe wohl am besten. Aber was sage ich? Die Wahrheit, also, nicht ganz die Wahrheit, sondern die Wahrheit, die passt… ja, so mach ich’s.// beschloss Masa still für sich. Sie klopfte dreimal an die Tür. Ein widerwilliges Ja war von innen zu hören. Masa schluckte hörbar und öffnete dann langsam die Tür. Sano stand mitten im Zimmer, nur mit Hose, ohne Oberteil. „Sorry, ich wollte nur …“, stammelte Masa und wurde dabei langsam rot. „Wer bist du? Warum stürmst du schon zum zweiten Mal in unser Zimmer?“, fragte Sano skeptisch. „Ich wollte nur meine Sachen ablegen, dann gehe ich auch zum Hausmeister wegen dem Bett!", verteidigte sich Masa. Sano sah sie noch immer seltsam an. „Wie, „deine Sachen ablegen“?“, fragte Sano entgeistert. „Na ja, ich werde auch hier wohnen … und da wollte ich meine Sachen in mein Zimmer bringen…“, stammelte Masa weiter. Sanos Augen wurden groß. „DU kommst in unser winziges Zimmer??“, meinte Izumi nicht gerade erfreut. Masa nickte stumm. Traurig sah sie ihn an und sagte mit viel zu hoher Stimme: „Wenn es dich stört, bitte ich, verlegt zu werden …“ Dann sah sie wieder zu Boden. //Scheiße!! Was geht hier ab?!? Ist das etwa schon wieder ein Mädchen?!? Warum kommen die immer in MEIN Zimmer???// dachte Sano leicht verärgert. „Nein, es stört mich nicht, kannst ja nichts dafür …“, meinte er etwas ruhiger. Schuldbewusst sah Masa zu Boden, ging einen Schritt vorwärts, haute ihre Tasche ins Eck und verschwand aus dem Zimmer. Gerade als sie aus der Tür trat, trat Ashiya ein und die beiden Mädchen, die sich als jungen ausgaben rannten ineinander. Erschrocken stolperte Masa zurück und auch Mizuki machte große Augen und hopste einen Schritt zurück. Dann starrte Mizuki Masa an. „Kenn ich dich irgendwoher?“, fragte Mizuki. Masa nickte immer noch erschrocken. „Ich bin Masa“, stellte sich Masa nochmals vor. „Aber … Masa … du … Moment!“, stammelte Mizuki. Masa ahnte was Mizuki sagen wollte und meinte schnell: „Mizuki, willst du mir nicht zeigen, wo hier die Toiletten sind? So ein Typ … Nakatsu glaub ich, hat es mir vorhin zwar schon erklärt, aber ich bin zu dumm um hin zu finden …“ „Äh … Klar“, willigte Mizuki ein. Danach verließen die Beiden das Zimmer. Am Klo platzte es dann aus Mizuki heraus: „WAS ZUM TEUFEL MACHST DU HIER?!?  Bist du’s? Masa, das, kleine, schüchterne, stille, traurige MÄDCHEN vom Park?!?“ „Ssssch!! Ja ich bin’s. Du wurdest zu meinem Idol und ich will hier auch meinen Traum verwirklichen. Ich will hier meine Familie finden!“, sagte Masa entschlossen.  Ashiya sah sie verständnisvoll an. „in Ordnung, wenn du es auch wirklich willst?“, erkundigte sich Mizuki sicherheitshalber. Masa nickte energisch. „Gut. Wenn du Hilfe brauchst, wende dich an mich, ja?“, erläuterte Mizuki. Wieder nickte Masa. Dann verließen die beiden die Toilette und gingen zurück zu ihrem Zimmer. Sano sah die beiden seltsam an. „Ach ja, ich muss noch wegen dem Bett Bescheid sagen“, erinnerte sich Masa laut. Masa wollte so eben das Zimmer verlassen, als sie kurzer Hand wieder zurück kam und etwas beschämt lächelte und fragte: „Wo genau finde ich den Hausmeister?“ „Den Gang entlang, beim dritten Mal rechts abbiegen und dann die vierte Tür links“, antwortete Sano emotionslos, fast schon kalt und würdigte Masa nicht eines Blickes. Irgendetwas störte ihn an diesem Mädchen, er wusste nicht, was es war und er konnte nicht damit umgehen. „Danke“, meinte Masa nur leise und verließ den Raum still.
//Hmm … nein, die Tür ist es nicht … eins, zwei .. drei .. vier. Das muss sie sein, das muss die Tür zum Hausmeister sein …// dachte Masa, während sie durch den Gang schlenderte. Sie klopfte an die Tür und öffnete sie dann zögerlich. Ein etwas rundlicher Mann sah sie durch seine runden Brillen an und fragte mit tiefer Stimme: „Ja? Was brauchst du mein Junge?“ „In meinem Zimmer soll noch ein Bett aufgestellt werden“, erklärte Masa. Der Schulwart nickte und holte ein Klappbett aus dem Abstellraum. Dann Ließ er sich von Masa zu Masas Zimmer führen. Dort stellte er dann das Bett auf und fragte dann: „Sonst noch etwas?“ Masa schüttelte den Kopf. Der Hausmeister musterte erst Ashiya, danach Masa, dann ging er aus dem Zimmer, währen er murmelte: „Meine Güte! Die Jungs heut zu Tage werde auch immer mickriger…“
Mizuki verließ das Zimmer, um mal eben zu Nakatsu zu gehen. Masa ließ sich langsam auf das Bett sinken. „Du musst noch zum Schularzt“, meinte Sano mit leichtem gehässigem Unterton in seiner Stimme. Erschrocken sah Masa ihn an. „Wieso denn?“, fragte sie. „Das muss jeder Neuankömmling“, erwiderte Sano kühl. Masa wurde langsam blass. „Wer … wer ist denn der Schularzt?“, fragte Masa. „Och, er ist schwul und merkt es sofort, wenn sich hier Mädchen einschleichen, das  war nämlich schon einmal der Fall, das Mädchen wurde in hohen Bogen sofort der Schule verwiesen. Die Arme, sie hatte es sich so sehr gewunschen und dann ist sie geflogen. Sie tut mir heute immer noch Leid, wenn ich daran denke, wie sie alles versucht hat, aber ihr wurde trotzdem keine Gnade erwiesen. Verheult und völlig zerstört musste sie dann unser Internat verlassen“, erklärte er, mit dunkler Stimme, so dass Masa ein unheimlicher, Angst einflößender Schauer über den Rücken lief. (Wenn sie wüsste, dass der Schularzt Umeda ist und das derjenige ist, dem sie bereits begegnet ist, dann hätte sie nicht solch eine Angst, aber das weiß sie ja nicht) „Aber wie hat es dann… äh … ich meine … also, … ach, nichts“, stammelte Masa und wurde rot. Sano streifte sie mit einem abschätzigen Blick und legte sich danach aufs Bett, wo er sich dann einem Comic widmete. „Ach ja, noch was, erzähl Ashiya nichts davon, was ich dir erzählt habe, ja? Er ist so ein Nervenbündel, deshalb musste er auch nicht zum Schularzt, weil er so aufgeregt war, das war bei ihm aber auch eine Ausnahme, den Grund wissen aber kaum Leute und er hasst es, wenn ihn Leute darauf ansprechen. Also, erzähl ihm die Geschichte nicht, er würde Nächte lang nur heulen wegen diesem Mädchen, er ist so sentimental“, befahl Sano, ohne von seinem Comic aufzublicken. Masa schluckte, wie sollte sie das alles schaffen? (ich weiß auch nicht warum Sano so gemein zu ihr ist, anfangs hatte ich geplant, dass sie sich super verstehen, aber irgendwie hat sich das während ich geschrieben habe ins Gegenteil entwickelt …) Da kam auch schon Mizuki ins Zimmer. „Masa-chan!“ Sano sah Mizuki seltsam an. „Ähäm … weißt du Sano, ich und Masa-chan kennen uns schon seit dem Kindergarten, damals war sie von Japan nach Amerika gekommen. Du hast mit noch gar nicht erzählt, dass du wieder in Japan lebst? Seit wann?“, erkundigte sich Ashiya und war sich bewusst, dass sie log. Masa sprang darauf an und antwortete: „Noch nicht lange. Ich habe gehört, dass du hier zur Schule gehst, deshalb kam ich auch hierher, ich wollte auch in ein nahes Zimmer von deinem, welch ein glücklicher Zufall, dass wir im selben Zimmer sind.“ Masa setzte ein außerordentlich fröhliches Lächeln auf. Sano wusste, dass das alles kein Zufall war und natürlich hatte er von Anfang an durchschaut, dass Masa eindeutig ein Mädchen war. Aber er hatte keinen blassen Schimmer, was dieses Mädchen auf dieser Schule wollte! Misstrauisch musterte er Masa. Sie kam ihm ungeheuer bekannt vor. „Masa, los, lass uns ein wenig an die frische Luft gehen!“, schlug Ashiya vor. Masa nickte. Dann verließen die Beiden das Zimmer.

„So, jetzt sind wir am Schulhof. Es scheint niemand, außer uns hier zu sein. Das ist gut. Masa, du erinnerst mich stark an wen … ich weiß nur nicht genau an wen … vor allem mit dem kurzen, burschikosen Haarschnitt … und deine schmalen Augen … sie ähneln Sanos sehr … ich finde sie wunderschön“, sagte Mizuki. Masa nickte und ihr kam ein Gedanke //Das könnte der erste Anhaltspunkt sein! Quatsch, was rede ich da?!? Nur, weil jemand ähnliche Augen hat, wie ich, heißt das nicht gleich, dass ich mit diesem jemand verwandt bin …// „Meiner Meinung nach ähnelst du Sano generell irgendwie …“, plapperte Mizuki weiter, während Masas Gedanken ratterten //Könnte es denn wirklich sein, dass Sano … ?!?// Sie sah auf und wusste, was sie tun wollte. //Ich werde sehen, dass ich seine Akten und alle möglichen anderen Daten und Fakten über Izumi herausfinde. Ich werde herausfinden, ob Izumi mit mir verwandt ist. Auch, wenn er nur entfernt mit mir Verwandt wäre, wäre das immerhin etwas. Dann hätte ich einen Anhaltspunkt mehr. Nicht nur die zwei alten, zerschlissenen Fotos von meinen Eltern … Wenn ich daran denke, werde ich traurig … ich weiß auch, dass meine Mutter tot sein muss, von meinem Vater weiß ich nicht mehr … und ich weiß, dass ich nur aus irgendeiner Affäre entstanden bin, von der niemals jemand erfahren hat… denke ich zumindest …// „Hey! Ein neues kleines Weichei?? Haha! Du bist ja ein noch größerer Schlappschwanz, als unser kleiner süßer Ashiya! Hahaha!“, riefen die älteren Schüler über den Hof, während sie auf  Mizuki und Masa zugingen. „Oh nein …“, murmelte Mizuki leise. Mit diesen Typen hatte Mizuki schon einmal auf der Toilette zu tun gehabt, damals hatte ihr Sano geholfen, sonst hätten sie sie vermutlich ausgezogen und ihr Geheimnis entlarvt. Masa schluckte. Ein gemeines Lachen war zu hören, es wurde immer lauter und die Burschen, drei waren es, kamen immer näher. Diese drei waren groß und schienen stark zu sein. Jetzt standen sie direkt vor den Beiden. „Ashiya, geh’ zur Seite, du kommst nächstes Mal dran! Wir widmen heute unsere ganze Aufmerksamkeit dem Neuzugang“, befahl der größte von den dreien, der in der Mitte stand und Mizuki jetzt mit einem heftigen Stoß zur Seite beförderte. Als Mizuki aufgrund des Stoßes von dem Älteren zu Boden fiel, lachten alle drei. Dann drehten sie sich wieder zu Masa und begannen auf sie einzuschlagen. Erst auf ihr Gesicht, dann auch in ihren Bauch und schließlich überall, wo sie sie erwischen konnten. Masa konnte nicht schreien. Sie schaffte es nicht. Sie war zu schwach und hatte zu viel Angst. Mizuki wollte ihr helfen, aber sie konnte nicht, sobald sie sich der Gruppe von Schlägern näherte, stieß einer von ihnen sie brutal zurück, versuchte sie aufzustehen und Hilfe zu holen, wurde sie wieder mit einem Schlag zu Boden befördert. Masa rann Blut über ihr Gesicht. Oft wurde sie zu Boden geschleudert, welcher sehr hart war, da es ein Asphalt Boden war, wodurch sie sich ihre beiden Ellbogen und auch beide Knie völlig aufgeschürft hatte. Aus ihrer Nase rann Blut, aus ihrem Mund kam ebenso Blut und ihre Augen hatten beide blaue Ränder. Sie hatte rote, blaue und violette Flecken und an anderen Stellen würden noch welche kommen. Ihre rechte Backe war bereits geschwollen und sie sah schrecklich zugerichtet aus. Gerade als er Größte von ihnen zu einem neuen Schlag ausholen wollte, spürte er, dass ihn jemand festhielt und er einen festen Schlag von hinten bekam. Auch einen der Beiden anderen hörte man aufjaulen. Schon lagen zwei von ihnen am Boden und blickten erschrocken nach oben zu ihren Schlägern. Nakatsu und Izumi standen mit einem finsteren Blick da. „Verschwindet“, murrte Sano äußerst böse. „Sofort, solange ihr noch könnt“, fügte Nakatsu hinzu. „Niemand tut Masa etwas an, außer mir, verstanden?“, knurrte Sano schon fast. „Und wenn ihr Mizuki noch einmal anrührt seid ihr tot“, setzte Sano fort. „Oh ja, aber so was von tot“, bestätigte Nakatsu. Die drei verzogen sich daraufhin irrinnig schnell und Mizuki sah froh zu ihren Beiden „Rettern“. „Danke, Sano, danke Nakatsu“, bedankte sich Mizuki. „Danke…“, brachte auch Masa noch heraus. Sie sah schrecklich aus, überall war Blut und wo kein Blut war hatte sie Schwellungen und blaue Flecken. „Wir müssen dich sofort zum Arzt bringen!“, rief Nakatsu. „Masa schüttelte so energisch sie konnte den Kopf und sagte so laut sie konnte: „Nein! Das dürft ihr nicht! Bitte nicht! Ich flehe euch an! Tut was ihr wollt, aber bitte kein Arzt! Schon gar nicht dieser! Bitte helft mir einfach nur auf, ich werde mich dann einfach am Zimmer ausruhen…“ Es kostete sie viel Kraft und Mühe, so viel zu sprechen und das, ohne dass die anderen merkten, wie schwer es für sie war, was es natürlich noch schwerer für sie machte. „Aber, du musst zu einem Arzt!“, protestierte Nakatsu. „Nein!!“, schrie Masa jetzt so laut sie konnte. Sie hatte zu laut geschrieen, denn daraufhin musste sie sich ein Stück zur Seite rollen (sie lag ja am Boden) und spuckte Blut auf den Boden, der so und so schon voll damit war. „Bitte … bringt … mich … auf das … Zimmer“, keuchte Masa nun. Sano beugte sich zu ihr hinunter und nahm sie hoch, zusammen mit Nakatsu trug er sie dann auf ihr Zimmer.
„Ich bin immer noch dafür, dass wir einen Arzt rufen“, bestand Nakatsu. Sano schüttelte den Kopf und antwortete: „Wenn er sich so dagegen sträubt, dann bringt das nichts. Holen wir besser Verbandszeugs. Klar?“ Nakatsu nickte. Mizuki sagte danach: „Ich gehe zum Schularzt und sage ich brauche etwas, er wird’s mir schon geben, ja?“ „Ok, von mir aus“, meinte Nakatsu und Sano nickte zustimmend. Mizuki ging nun allein zum Schularzt.
„Senseiiii!“, rief Mizuki, als sie zum Schularzt hineinstürmte. „Was ist los, Ashiya?“, fragte dieser leicht genervt. „Ich brauche Verbandszeug, ganz viel!“, meinte Mizuki laut und etwas aufgeregt. „Wofür brauchst du denn das??“, fragte Umeda überrascht. „Masa … äh … also … ein guter Freund von mir hat sich ziemlich fest an der Tischkante gestoßen. Aber er hat eine Schularzt-Phobie … deshalb wollte ich das Zeug zum verarzten holen, seine Verletzung ist nicht so schlimm …“, stammelte Mizuki. „Ah ja, und das soll ich dir jetzt glauben?“, hakte Umeda nach. Mizuki starrte zu Boden und nickte beschämt. Sie konnte einfach nicht gut lügen. Umeda seufzte //Sie wird schon ihren Grund haben, warum sie es mir nicht sagt. Ich kann nur hoffen, dass dieser jemand wirklich nicht allzu ernsthaft verletzt ist.// „Meinetwegen, bedien dich, in dem zweiten Kasten hinten findest du, was du brauchst“, meinte er und seufzte erneut, weil er einfach ein unheimlich ungutes Gefühl hatte. „Danke!“, sagte Mizuki und verschwand mit einer riesigen Mange Verbandzeug und Pflastern. „Oh je …“, murmelte Umeda // Aber sie sagte doch … ja, sie sagte Masa … ich werde diese Masa mal zu mir holen lassen … nur um sicher zu gehen, außerdem habe ich etwas mit meiner Schwester Io zu besprechen. So ungern ich es auch tue, ich werde sie anrufen und einladen müssen …// Umeda stand auf und ging zu dem Schultelefon. Er wählte die Nummer der Kanzlei und sagte, er wolle, dass man Masa zu ihm bringe. Danach wählte er sie Nummer von Io und sagte ihr, sie solle herkommen, widerwillig stimmte diese zu.

Mizuki rannte zu Masa ins Zimmer. Diese lag gekrümmt am Bett, welches schon blutig war. Ihre Wunden hörten einfach nicht auf zu bluten. „Masa! Los, lass dich verarzte, wenigstens von mir … ich kann nur die Wunden nicht säubern … ich werde dich verarzten, denn, wenn die Jungs deinen Oberkörper verarzten würden, wäre das ziemlich blöd … Verdammt, das sieht gar nicht gut aus…“, im selben Moment hörten sie im Lautsprecher folgende Durchsage: „Masa komm bitte unverzüglich zum Schularzt.“ Man merkte etwas Verlegenheit in der Stimme des Sprechers, vermutlich, da dieser weder Nachname, noch Klasse oder Zimmer von der gerufenen Person wusste. Doch eines fiel ihm auf, was ihm der Schularzt noch sagte, was er jetzt auch sofort zur Sprache brachte: „Masa, der sich mit Ashiya und Sano ein Zimmer teilt. Es gibt da nur einen. Masa, komm unverzüglich und auf schnellstem Wege zum Schularzt!“ Masa hörte es und bei diesen Worten krampfte sie sich aus Angst erneut zusammen. „Warte hier, ich hole Nakatsu und Sano, dann gehen wir zum Schularzt!“, meinte Mizuki und verließ das Zimmer.
Masa nutzte die Chance und flüchtete aus dem Zimmer.
Sie durchquerte fast das ganze Schulhaus und rannte dabei auch an dem Sekretariat vorbei, wo sie feststellte, dass die Tür noch offen war. Sie nutzte ihre Chance, flitzte ins Sekretariat, nahm sich den riesigen Ordner, in dem sich alle Daten der Schüler und Angestellten befanden und sprang so schnell sie konnte aus dem nächst Besten Fenster hinaus ins Freie. Sie rannte zu dem Park neben der Schule. Sie liebte Parks schon immer. Sie ließ sich ermüdet auf einer der vielen, hellbraunen Parkbänken aus holz, die zwischen den vielen grünen Bäumen stand, nieder und schlug die Akten auf. Ewigkeiten blätterte sie in diesen herum. Eine Stunde verging, eine weitere halbe, jedoch kam sie ihrem Ziel immer näher.

Inzwischen in der Schule:
„Was ist los, dass du mich herbestellt hast?!?“, fragte Io etwas verärgert. „Ich glaube, ich habe sie endlich gefunden“, erklärte Umeda. „… bist du dir sicher?“, fragte Io zweifelnd. Umeda schüttelte den Kopf und meinte: „Deshalb benötige ich ja jetzt deine Hilfe.“ Io nickte ernst. „Gut, danke. Also, ich habe Besagten herrufen lassen. Dann können wir entscheiden, ob es sich wirklich um sie handelt, ok?“, erklärte Umeda. Io nickte wieder ernst und fügte hinzu: „Ich hoffe es. Vor Allem, nachdem sie jetzt so viele Jahre allein sein musste. Sie muss sehr gelitten haben… Aber … ich hätte nicht gedacht, dass sie noch lebt, wenn ich ehrlich bin.“
Da wurde die Tür plötzlich aufgerissen und Rio kam herein. Sie hatte die ganze Zeit gelauscht. „Über wen habt ihr gerade geredet?!“, fragte Rio wütend und stinksauer. „Hast du gelauscht!?!“, fragte ihre große Schwester Io noch wütender (Wobei es eher eine Feststellung, als eine Frage von Io war). „Spielt das jetzt eine Rolle?!? Über wen habt ihr geredet!?!“, Rio schrie schon fast. „Freche Göre! Sprich nicht in dem Ton mit uns!“, mischte sich Hokuto Umeda ein. „Und, ja, es spielt eine große Rolle, ob du gelauscht hast!!“, schrie Io rot vor Zorn zurück. „Über wen habt ihr geredet!! Ich will das wissen!!“, schrie Rio jetzt. „Schrei nicht so mit uns! Sei still! Es war nur eine alte Tante von uns“, redete sich Io raus, die ihre kleine Schwester böse anblinzelte. „Was ist denn hier los?“, mischte sich jetzt auch noch Nanba ein. (So, jetzt hätten wir die komplette Umeda Familie ^^) „Nichts!“, rief Io immer noch stocksauer. „Sie haben über jemanden geredet, der so viele Jahre allein leiden musste, den sie schon für tot hielten und der jetzt vielleicht hier ist! Ach ja, und es ist eine sie“, erklärte Rio ihrem Neffen. „Und wer ist das?“, fragte jetzt auch Nanba. „Das will ich eben wissen“, protestierte Rio. „Es ist eine Tante von mir, Hokuto und Rio. Sonst niemand, nur eine Tante, ja?“, versuchte Io den zwei Jüngsten einzubläuen. „Das glaube ich euch nicht wirklich“, meinte Rio skeptisch. „Ich diskutiere jetzt aber sicher nicht mir euch darüber!“, versuchte Io die Diskussion zu beenden. „Wo bleibt sie bloß … ich habe sie doch herrufen lassen! verdammt, das ist jetzt schon etwas mehr als zwanzig Minuten her! Ich werde sie selbst holen“, meinte Hokuto plötzlich. Im ersten Moment sah ihn Io verwirrt an, doch dann sagte sie: „Ich komme mit dir.“ Umeda machte sich bereits auf den Weg.
Natürlich stürmte Umeda als erstes Masas Zimmer. Doch dort fand er anstatt Masa Nakatsu. „Was machst du denn hier?? Und wo ist Masa??“, fragte Umeda skeptisch. „Ich weiß nicht, ich wollte eigentlich mit Masa und Mizuki reden…“, antwortete Nakatsu. //Schließlich ist Masa derjenige, der meine Gefühle für Mizuki in so kurzer Zeit sehr verändert hat. Ich sehe Mizuki jetzt mehr wieder als normalen Freund … aber … Masa … ich habe ihn von Anfang an nicht als normalen Freund gesehen. Schon seltsam … oder? Was habe ich für Scheiß Gefühle?!? Verdammt!!// „Wo ist Masa, verdammt noch Mal…“, fluchte Umeda leise. Io sah ihn verzweifelt an. (Schreibe ich zu oft „verdammt“??)  „Suchen wir weiter“, befahl Umeda, den ein ungutes Gefühl beschlich. Gerade als Umeda das Zimmer verlassen wollte, stürmten Mizuki und Izumi auf ihn zu. (Da sie Nakatsu nicht finden konnten, beschlossen sie zu zweit zurück zu kommen) „Masa! Bist du da?! Masa!“, rief Mizuki ins Zimmer und stellte fest, dass das Zimmer leer war. „Was ist hier für ein Auflauf?“, fragte Izumi. „Alle suchen Masa“, erklärte Nakatsu. „Wisst ihr eigentlich, wer die Akte gestohlen hat? Das ist das neueste Gerücht und es stimmt sogar. Sie werden alle Leute und Zimmer untersuchen, denn die Schulakte, ja, die große Schulakte, wo alles drin steht, die ist verschwunden“, fuhr Nakatsu fort. Hokuto und Io wechselten einen alles sagenden Blick und nickten einander zu. Diese Information bestätigte sie darin, dass es das Mädchen sein musste, dass hier war und dass dieses Mädchen endlich alles wissen wollte und knapp dran war. „Wo könnte Masa sein…“, murmelte Io. „Der Park … Damals, als ich Masa im Park kennen lernte, sagte er, dass er Parks liebe, vielleicht ist er im Park!!“, äußerte sich Mizuki laut. Sofort machten sich alle auf zum Park.

Wieder bei Masa im Park:
Endlich hatte sie gefunden, was sie so lange, ja, ihr ganzes Leben lang gesucht hatte. Sie wusste jetzt, wer ihre Familie war. (Zumindest größtenteils) Doch im selben Moment, als sie gerade die Aktenmappe zuschlagen wollte und feststellte, dass langsam, aber sicher, immer dickere Wassertropfen vom Himmel fielen, merkte sie, dass eine Herde von Menschen auf sie zu gerannt kam. Darunter konnte sie Izumi, Mizuki und Nakatsu erkennen. Aus Angst schnappte sie sich die Akten und rannte vor ihnen davon. Immer mehr schwere und immer dickere Tropfen vielen von dem schwarzen, dichten Wolken die über dem Park schwebten. Der Park war groß und am Ende dieses Parks, gab es eine steile Felswand, von der viele spitze Felsen hervorragten. Normalerweise war es den Schülern verboten dort hin zu gehen und wenn sie dort erwischt wurden bekamen sie schwere Bestrafungen und Verbote. (Nein, sie werden nicht geschlagen) Und, ja, natürlich rannte Masa genau auf diese steile Felswand zu. Irrsinnig schnell hatte sie diesen erreicht und stand nun vor der ca. neun Meter tiefen Felswand. Die anderen hatten sie bereits eingeholt und standen nun nur mehr vier Meter von ihr entfernt. „Kommt mir nicht zu nahe!! Kein schritt weiter!! Oder… oder ich stürze mich diese Felswand hinunter!! Lasst mich in Ruhe!!“, schrie Masa. Sie war vollkommen ausgerastet. Sie sah keinen Sinn im Leben mehr. Ihr ganzes Leben hatte sie ihre Familie gesucht. Jetzt hatte sie diese gefunden. Was hatte ihr Leben jetzt noch für einen Sinn? Sie hatte niemanden, das Einzige, was ihr Leben ausmachte, war, die Suche nach ihrer Familie. Aber diese Suche war jetzt beendet. Wofür also noch weiterleben? Ihrem Anschein nach, konnte ihre Familie sie nicht einmal leiden. ihr Herz bebte und sie fühlte sich schwach. Mittlerweile war der Regten schon sehr stark. Ihre Kleidung war völlig durchnässt. Ihr Atem war schwer. Ihre Wunden begannen durch die Nässe erneut zu bluten. Schwellungen du blaue Flecken waren deutlich zu erkennen. Kurz: sie sah erbärmlich aus. (ich weiß, das hört sich unheimlich gemein an … mein ich aber nicht so …) Hokuto musterte sie erschrocken. „Masa, bitte, lass mit dir reden, du gehörst unbedingt untersucht!“, versuchte Hokuto sie zu beschwichtigen. Masa schüttelte den Kopf. „Lasst mich einfach alle in Ruhe!!“, rief sie erneut. Hokuto machte zwei zaghafte Schritte auf das vollkommen verstörte Mädchen zu. Diese sah ihn panisch an und machte ebenfalls zwei große Schritte auf die steile Felswand zu. Nur mehr ungefähr drei Schritte trennten sie von dem Fall. „Ich werde mich hinab stürzen! Ich schwör es euch!“, drohte Masa erneut und alle wussten, dass sie ihre Drohung wahr machen würde. „Masa, weißt du … es weiß ja jeder, dass ich bislang in Mizuki verliebt war … ja, richtig … war, aber du, Masa, du hast meine Gefühle richtig auf den Kopf gestellt! Ich kenne dich doch bis jetzt nicht gut, aber ich weiß, dass du einzigartig bist und mir wahnsinnig viel bedeutest! Masa, bitte, bleib bei mir! Ich brauche dich!“, meinte Nakatsu ernst. Alle sahen ihn verwundert an. Diese Worte aus seinem Mund zu hören, hätte sich keiner erwartet. Masa schüttelte ihren Kopf. „Bitte Masa, hör auf ihn, komm zu uns, du wirst auch nicht bestraft, habe kein Angst“, versuchte auch Mizuki sie zu beschwichtigen. Auch Sano mischte sich ein: „Hey, Masa, mach jetzt keinen Scheiß, ja?“ „Ach ja!? Und warum nicht?! Gerade du musst das sagen! Du kannst mich doch so und so nicht ausstehen!! Warum soll es dir dann nicht sogar Recht sein, wenn ich mich diese Felswand hinunter stürze?!“, schrie Masa enttäuscht. „Das stimmt nicht! Masa, ich kann dich sogar ganz gut leiden, ja, ich mag dich! Also, bitte, komm zurück. Ich wollte dich nicht verletzen, ich wollte dich ärgern, ja und Anfangs war es mir auch nicht recht, dass du kamst, aber nun bist du mir eben doch ans Herz gewachsen“, versuchte Sano Masa zu überzeugen. „Ich habe dich und die anderen mein ganzes Leben lang gesucht… und dann werde ich wieder verstoßen … ich will nicht mehr…“, murmelte Masa, jedoch gut hörbar für alle anderen und ließ sich auf den dreckigen, erdigen, nassen, kalten Boden sinken. Tränen kullerten über ihre Augen. Erst nur ganz wenige, dann wurden es immer mehr. „Wie meinst du das, du hast mich dein ganzes Leben lang gesucht?“, erkundigte sich Izumi, währenddessen kam Umeda dem Mädchen langsam immer näher. „Du … du .. du bist mein Bruder… mein Halbbruder“, erklärte Masa weinend. (das war ja wohl voraussehbar, oder? xD) Izumi hatte damit nicht gerechnet und stand starr da. Dann murmelte er ein leises: „Das kann doch nicht wahr sein … wie … wie soll das denn gehen?“ „Es geht ganz einfach“, bestätigte Umeda. „Willst du unsere Geschichte erzählen, oder soll ich?“, fragte Umeda dann Masa, die auf ihn deutete, woraufhin Umeda fortfuhr: „Nun gut, vor ungefähr fünfzehn Jahren, da hatte deine Mutter, ja, deine leibliche Mutter, Sano, eine Affäre mit meinem Vater. Pardon Io und Rio, unserem Vater, doch, dieser One Night Stand blieb nicht ganz ohne Folgen, deine Mutter wurde schwanger und so kam Masa zustande. Doch, die beiden wollten nicht, dass ihre Affäre ans Licht kam und, frag mich nicht wie, aber deine Mutter hat es zu der Zeit geschafft ihre Schwangerschaft zu vertuschen, deshalb war sie auch oft nicht zu Hause und sobald das Kind, also, ihre Tochter Masa, auf der Welt war, gab sie Masa zur Adoption frei. Masa wusste bislang kaum etwas von ihrer Familie, doch sie hat es geschafft, uns zu finden.“ Sano stockte. Mizuki und Nakatsu stiegen tränen in die Augen von dieser traurigen, aber wahren Geschichte. (ja, die zwei sind doch eher sentimental, oder etwa nicht? Ach ja, und Nakatsu war völlig geschockt, dass Masa ein Mädchen war, aber in diesem Moment wusste sogar er, dass es jetzt vollkommen unangebracht wäre, das zu Wort zu bringen. [und ja, Nakatsu war der einzige, der noch nicht gemerkt hatte, dass Masa in Wirklichkeit ein Mädchen war]) Sano ging auf Masa zu, sah sie lange an, kniete sich neben sie (da sie ja am Boden hockte) und umarmte sie fest. Sie ließ es mit sich geschehen und sie genoss es. Noch nie in ihrem ganzen Leben hatte sie jemand so in seine Arme geschlossen. Noch nie hatte sie dieses warme Gefühl verspürt. Doch kurz darauf entschwand ihr dieses angenehm warme Gefühl und Masa wurde bewusstlos. Schnell brachten die anderen Masa ins Arztzimmer wo Umeda sie sofort verarztete. Es sah schlimm aus. Sie war schwer unterkühlt, ihre Wunden waren verdreckt und vermutlich hatte sie dadurch eine Blutvergiftung. Ihr Immunsystem war äußerst schwach und sie hatte obendrein noch eine Lungenentzündung. Sie hätte schon viel früher zum Schularzt gehen müssen. Doch davor hatte sie zu viel Angst. Die Schläger und das kalte Nass draußen haben ihr den Rest gegeben. Umeda drehte sich um und berichtete den Gästen die brenzlige Lage. Auch Shin, Sanos Bruder, war gekommen, um nach seiner Halbschwester zu sehen. „Um ehrlich zu sein … Masa schwebt in Lebensgefahr und es sieht nicht allzu gut aus …“, berichtete Umeda den anderen mit trauriger, aber ernster Stimme. Er musste sich mit dem Handrücken über sein rechtes Auge wischen und konnte sich nur sehr schwer zurückhalten nicht zu weinen. „Ach was, Masa ist stark! Sie wird es schaffen, ich glaube an sie!“, meinte Nakatsu optimistisch. „Sie hat … so lange, so schwer und völlig allein gekämpft … und jetzt das …“, wimmerte Io traurig.
Eine ganze Woche verging. Nichts tat sich. Auch externe Ärzte kamen, um zu sehen, was sie machen könnten. Doch alle konnten nur dasselbe sagen: „Es sieht schlecht aus. Aber, das einzige was man jetzt machen kann ist, Medikamente geben und abwarten.“ Das taten sie auch.
Nach einer Woche war es dann endlich so weit, Masa wachte wieder auf aus ihren „Tiefschlaf“. Sie war froh, ihre Familie gefunden zu haben und lächelte die anderen an, die sie besuchen kamen. „Mizuki, Sano ihr bedeutet mir echt viel. Bitte vergesst mich nie“, sagte sie zu den Beiden. Mizuki antwortete darauf: „Oh, meine Masa! Ich hab dich auch so lieb!“ Sano nickte lächelnd, fragte dann jedoch: „Wieso … sollten wir dich je vergessen?“ „Kann ja immer mal was passieren…“, meinte Masa mit leicht betrübter Stimme. Sano sah sie skeptisch an. Doch die Beiden mussten bereits wieder gehen. Da die nächste Stunde anfing. Io, Rio, Nanba und Shin besuchten sie auch noch.
Ach Nakatsu besuchte sie:
„Hey, geht es dir schon besser?“, fragte Nakatsu besorgt und setzte sich neben Masa. Dann nahm er vorsichtig ihre Hand. Masa nickte, doch ihr Blick war traurig. „Nakatsu … komm näher…“, flüsterte sie. Nakatsu rückte an sie heran. „Noch näher…“, flüsterte sie weiter. Jetzt war Nakatsu unmittelbar vor ihr. Sie stützte sich in ihrem bett auf, beugte sich zu Nakatsu, schlang ihre Arme um seinen Hals, küsste ihn und wisperte dann in sein Ohr: „Ich liebe dich auch.“ Nakatsu war überrascht, erwiderte ihre Liebe aber mit einem zweiten, langen und leidenschaftlichen Kuss. Doch dann musste er leider wieder gehen, denn auch er musste zum unterricht. Er war überglücklich.
Nun, zu guter letzt kam Umeda noch einmal zu Masa. „Hallo … großer … Bruder …“, begrüßte ihn Masa traurig. „Hallo, meine kleine“, entgegnete Umeda, ebenfalls traurig. „Du bist sicher, dass du es außer mir und Io niemandem sagen willst? Es bleiben nur mehr ungefähr vier Stunden Zeit… Deine Organe werden immer schwächer, deine Lunge sieht auch sehr schlecht aus, von deinem Gesamtzustand gar nicht erst zu reden …“, berichtete Umeda traurig und man konnte deutlich erkennen, wie seine Augen feucht wurden. „Ich weiß“, antwortete Masa. „Und, du wirst die anderen nicht mehr sehen, wenn du sie nicht zu dir rufen lässt“, redete Umeda weiter. „Ich weiß. Aber ich will, dass sie mich so in Erinnerung haben. Und ich habe mich auch von ihnen verabschiedet. Ich glaube, ich könnte es noch weniger ertragen, sie so traurig zu sehen. Es … es würde mich äußerst freuen, wenn du und Io bei mir sein würdet und sagt den anderen, dass ich sie wirklich über alles lieb habe und niemals vergessen werde, ja?“, fuhr auch Masa fort. Auch ihre Augen füllten sich mit Tränen.
Es waren keine vier Stunden mehr. Es waren nur mehr drei. Masa starb um halb drei Uhr nachmittags, in Umedas Armen, während ihr Io sanft über ihr Haar strich. Für Masa war es ein angenehmer Tod. Sie konnte, glücklich wie noch nie, in den Armen eines Familienmitglieds einschlafen und einfach nicht mehr aufwachen. Sie hatte keine Schmerzen und keine Angst.

Doch für die anderen war es schwer. Wochen trauerten sie nur noch. Vor Allem Nakatsu verfiel für fast ein Monat in Depressionen. Doch auch dieser Schmerz konnte überwunden werde und Masa hatte ein gute und erfülltes Leben und für immer einen Platz in den Herzen von Nakatsu, Mizuki, Sano, Umeda, Io und auch in Rios, Minamis und Shins Herz.



Soo, das war mein erster One-Shot. Ich hoffe er hat euch gefallen ;) habe mich bemüht, und bitte, bitte, BITTE hinterlasst REVIEWS!! Wäre echt nett!!
*Kekse und Kakao hinstell*
Glg, eure
pS
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