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Der Fürsorger – The next Generation

von Sphere
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Data Deanna Troi Jean-Luc Picard William T. Riker
24.09.2008
24.09.2008
9
45.415
2
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24.09.2008 1.925
 
DER FÜRSORGER

THE NEXT GENERATION


Titel: Der Fürsorger – The next Generation
Autor: Sphere
Inhalt: Q ist neugierig, wie Picard handeln würde, wenn er an Janeways Stelle gewesen wäre und transportiert die Enterprise in den Delta-Quadranten.
Anmerkung: Die Grundidee der Story ist es, die TNG Crew in die gleiche Lage zu bringen wie die VOY Crew und ihre Reaktionen zu beobachten. Allerdings ist die folgende Geschichte mehr, als nur die Next Generation-Fassung von „Der Fürsorger“. Sie beleuchtet einige Punkte näher, die in der Episode nicht deutlich wurden. Außerdem habe ich mir die Freiheit genommen, einige Details zu verändern.
Bei der Hintergrundgeschichte von Kes und Neelix habe ich mich am halboffiziellen Roman „Pathways / Schicksalspfade“ von Jeri Taylor orientiert. Die Äußerungen der Delta-Quadrant Charaktere entlehnen sich der deutschen Synchronisation.
Staffel: Zwischen der 7. Staffel von TNG und dem 7. Star Trek Film „Treffen der Generationen“.
Rating: P12
Disclaimer: Alle Charaktere und sämtliche Rechte an Star Trek: The next Generation und Star Trek: Voyager gehören Paramount Television und CBS. Beide Serien basieren auf Star Trek, welches von Gene Roddenberry geschaffen wurde. Diese Fanfiction wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht, um damit Geld zu verdienen. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden und toten Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt. Die Rechte für die selbsterdachten Charaktere sowie die Geschichte liegen beim Autor.


*****



PROLOG

Vorsichtig zog Captain Picard die Schublade des Schranks auf. Einziger Inhalt war eine unscheinbare Schatulle. Sie war grau, länglich und unglaublich alt.
Geradezu zärtlich ergriff er sie und trug sie hinüber zu dem Couchtisch seines Quartiers, der von einer Couch und zwei Sesseln umgeben war. Die Schatulle enthielt seine ressikanische Flöte – den einzigen Gegenstand, der ihm von einem ganzen Leben und dem Universum von einer ganzen Zivilisation geblieben war.
Die Flöte stellte eine Erinnerung an eine Existenz dar, in der er eine Familie gehabt hatte, Kinder und Enkel, die er hier niemals haben konnte. Ein Leben fern dem hart erarbeiteten Privileg, das Flaggschiff der Föderation zu kommandieren.
Doch es war keine Melancholie, die ihn in diesem Moment ergriff, denn für ihn war dieses Leben absolut real gewesen. Er hatte die einmalige Chance gehabt, nicht nur eine andere Kultur zu erleben, sondern auch all das zu tun, was ihm hier verwehrt war. Daher waren die Flöte und seine Musik für ihn seitdem ein Quell der Stärke.
Er setzte sich aufrecht in den Sessel, um richtig atmen zu können und verharrte so einen Augenblick. Es war immer ein Risiko, das Musikstück, welches ihm gerade vorschwebte, vom Computer zu verlangen. Diese spezielle Komposition schien seine Crew wie magisch anzuziehen und zu motivieren, ihn auch außerhalb seiner Dienstzeit aufzusuchen.
Natürlich waren derartige Ereignisse reiner Zufall, aber deren Häufung ließ Picard verstehen, wieso in der Vergangenheit so viele Menschen an Schicksal geglaubt hatten.
„Computer“, begann er also. „Picard, Mozart Trio, Programm 1 öffnen. Aufzeichnung vom ersten Takt an abfahren.“
Er atmete ein und begann die vom Computer abgespielte Musik zu begleiten. Die herrlichen Töne schienen seiner Flöte zu entströmen, sich mit den Klängen zu vermischen, welche aus den unzähligen Lautsprechern des Quartiers flossen, und schließlich zu ihm zurückzuströmen. Picard liebte und genoss dieses Stück.
Er kam aus dem Takt und verstummte.
Irritiert lauschte er für einen Moment auf Geräusche abseits der Musik, hörte jedoch nichts Außergewöhnliches.
„Computer, Aufzeichnung Stopp. Noch mal von vorn!“
Erneut erklang die Musik und Picard stieg ein. Jedoch kam er nicht weit.
Ein gequältes Stöhnen erklang hinter seinem Rücken. „Hören Sie bitte damit auf! Das ist ja grauenvoll...“
Picard verstummte. Der Besitzer der Stimme war ihm wohlbekannt.
Er widerstand der Versuchung, mit der flachen Hand auf den Tisch zu schlagen.
Statt dessen legte er sorgsam die Flöte zurück in die Schachtel, befahl dem Computer, die Musik zu stoppen und drehte sich um.
An seinem Schreibtisch saß Q. Er hatte die Beine auf selbigen gelegt und die Hände hinter dem Kopf verschränkt. Am Leib trug er eine Sternenflottenuniform, wie sie zur Zeit noch ausschließlich auf Raumstationen üblich war: die Schulterpartie farbig, den Rest schwarz. Interessanterweise hatte sein Kommunikator eine etwas eckigere Form als das aktuelle Modell. Dieses Logo würde die Flotte planungsgemäß erst in einem halben Jahr nutzen. Q machte ein Gesicht, als hätte er in eine besonders saure Zitrone gebissen.
„Sie mögen viele Talente haben, Jean-Luc, aber das Spielen mit dieser“, er deutete angewidert auf die Schatulle, „Flöte, gehört zweifellos nicht dazu. Ständig erzählen Sie von Ihrer überlegenen Moral, Ihrer Zivilisation und guten Manieren und dann quälen Sie mich mit sowas!“
In Picard wuchs das Bedürfnis, Q anzublaffen, dass er auf der Stelle von seinem Schiff verschwinden solle.
Doch er widerstand auch dieser Versuchung.
Ein derartiger Versuch wäre genauso sinnlos gewesen, wie der angebliche Versuch eines Königs, der glaubte dank all seiner Macht dem Meer gebieten zu können, seinen Wellengang einzustellen. Alles, was ihm blieb, war zu versuchen, Q’s Besuch so kurz wie nur irgendmöglich zu gestalten.
„Was wollen Sie, Q?“, fragte er daher direkt, bemüht, dabei möglichst gelassen zu klingen.
„Was ich will?“ Blitzschnell waren die Beine vom Tisch verschwunden und Q neigte sich mit gefalteten Händen über die Tischplatte hinweg auf ihn zu. „Müssen Freunde denn einen Grund haben, um sich gegenseitig zu besuchen?“
„Es ist mir neu, dass Sie in diesem oder einem anderen Universum irgendwelche Freunde haben“, hörte Picard sich trocken zurückschlagen.
Ob die Bemerkung Q wirklich traf, war nicht ersichtlich. Jedenfalls tat er geschockt, griff sich ans Herz und sagte: „Sie verletzen mich, Jean-Luc. Sie verletzen mich wirklich.“
Picard ging nicht darauf ein. „Jedenfalls glaube ich nicht, dass Sie nur aus freundschaftlichen Motiven hier sind. Ihre Besuche hatten bisher immer einen Grund und ich will wissen, welcher das diesmal ist!“, forderte er entschlossen.
Q wurde übergangslos ernst. „Sie haben natürlich Recht“, erklärte er leise. „Es gibt tatsächlich einen anderen Grund.“ Zu Picards Unbehagen begann Q versonnen zu lächeln. „Ich bin neugierig.“
Das konnte alles mögliche bedeuten – allerdings mit Sicherheit nichts Gutes. „Neugierig? Worauf?
Q’s Lächeln wurde zu einem Grinsen. „Sie sollen Ihre Antwort bekommen, mon capitaine.“ Er lehnte sich im Sessel zurück – und schwieg. Ganz offensichtlich genoss er diesen Moment, in dem er ihn zappeln ließ. „Aber um ehrlich zu sein, habe ich keine Lust, alles zweimal erzählen zu müssen.“
Er hob die Hand und schnippte mit den Fingern.

* *

Picard fand sich in seinem Kommandosessel wieder. Zu seiner Rechten saß Commander Riker, dessen Überraschung in Anbetracht der Tatsache, dass er vermutlich gerade noch auf diesem Platz gesessen hatte, durchaus verständlich war.
Ein kurzer Blick an sich herunter zeigte Picard, dass Q den Anstand besessen hatte, ihm seine Uniform anzuziehen, welche er eben noch getragen hatte und ihn nicht in der Zivilkleidung auf die Brücke zu teleportieren.
Das angeblich allmächtige Wesen stand mit verschränkten Armen selbstzufrieden zwischen Picards Sessel und Datas OPS Station.
„Q!“, entfuhr es Riker mit einer Mischung aus Entrüstung und Abscheu.
Interessiert beobachtete Picard, wie auch seine Nummer Eins nur mühsam den instantan aufkeimenden Ärger herunterschluckte. Ein kurzer Blick an die Taktik zeigte Picard, dass Worf unruhig war, aber nichts unternahm, was Q hätte provozieren können. Der einst so leicht erregbare Klingone hatte in den vergangenen Jahren wirklich etwas gelernt.
Riker blickte Picard kurz an, dann fragte er Q: „Was wollen Sie von uns?“
„Wie ich schon Ihrem Captain sagte: Ich bin neugierig“, ließ sich Q zu einer Antwort herab.
Picard lehnte sich in der Gewissheit zurück, dass jetzt, wo Q Publikum hatte, er die Katze zweifellos aus dem Sack lassen würde.
„Es geht um eine Frage, die ich mir schon tausende von Malen gestellt habe“, fuhr Q tatsächlich fort. „Sagen wir hunderte von Malen!“ Er dachte kurz nach. „Vielleicht fünfzig Mal“, korrigierte er sich dann.
Rikers Kiefer begannen zu mahlen. „Und was wäre das für eine Frage?“, tat er sichtlich genervt Q den Gefallen und stellte die Frage, welche dieser offensichtlich hören wollte.
„Was Ihr Captain tun würde, wenn er in Kathys Position gewesen wäre!“
Diesmal schwieg auch Riker, sparte sich die nächste, nachbohrende Frage, weil sie einfach zu offensichtlich war.
„Eine wirklich bezaubernde Frau“, erklärte Q, diesmal unaufgefordert. „Sie wollte sogar ein Kind von mir... was natürlich völlig unter meiner Würde war.“ Erst jetzt schien Q die andauernde Unzufriedenheit der Anwesenden über die Knappheit seiner Antworten bewusst wahrzunehmen. „Glauben Sie mir, Riker. Wenn ich Ihnen mehr verraten würde, dann würde Ihr geliebter Captain Sie persönlich wegen Verletzung seiner achsoheiligen Obersten temporalen Direktive verklagen.“
„Der Captain war auf der Akademie Jahrgangsmeister im Boxen. Ich glaube, dass er in diesem Fall eher Sie k.o. schlagen würde.“
Picard stellte fest, dass er Will überrascht anstarrte. Dieser grinste. Für unerwartete Äußerungen war er immer zu haben.
„Tatsächlich?“, fragte Q interessiert und schien von dem Gedanken fasziniert. Dann schüttelte er entschieden den Kopf. „Nein“, tat er es als absurd ab. „Nein, Picard hat mich nie geschlagen!“, beteuerte er dann.
Irgendwie schmeichelte es Picard, dass in Q’s Blick doch ein kleiner Hauch an Zweifel zurückblieb. Er würde Will irgendwann für diesen Anblick danken müssen.
Doch Picard würde Q tatsächlich nicht schlagen. Statt dessen sagte er: „Wie auch immer. Wir sind nicht hier, um Ihre Neugier zu befriedigen, Q. Wir werden in Ihrem Spiel nicht mitmachen oder Sie sonst irgendwie unterstützen. Es wäre also besser, wenn Sie jetzt gehen.“
„Gehen? Oh, ja, natürlich.“ Q trat einen Schritt nach vorn. „Aber nicht ich werde gehen, sondern Sie.“ Er sah sich auf der Brücke um, hob theatralisch die Hände gen Himmel. „Und bevor alles beginnt – das Spiel, das Ihr Captain vorgeschlagen hat“, dabei grinste er Picard an, während dieser sich aufgrund seiner Wortwahl auf die Zunge biss, und fuhr dann mit unverschämt falscher Großzügigkeit fort, „sollen Sie alle wissen, dass die grobe Behandlung, welche mir durch Sie zugekommen ist, keinerlei Auswirkungen auf das Szenario haben wird!“
Dann schnippte er mit den Fingern.
Picard hatte bereits in dem Moment, als Q in seinem Quartier erschienen war, gewusst, dass ihm die Zügel aus den Hand genommen worden waren. Doch erst in diesem Moment fühlte er sich wirklich hilflos. Man konnte die Wellen nicht zum Erstarren bringen.
Im ersten Augenblick geschah gar nichts, doch Q schien das nicht zu kümmern.
Dann ertönte an der taktischen Konsole ein leises Alarmsignal.
„Captain“, erklang Worfs mächtige Stimme von hinten, „wir wurden gerade von einem kohärenten Tetrionstrahl gescannt.“
„Ursprung?“, fragte Picard automatisch.
„Unbekannt. Außerdem gibt es da noch eine massive Verlagerungswelle, die sich auf uns zu bewegt.“
Picard ließ Verlagerungswelle Verlagerungswelle sein und musterte statt dessen Q. Das müde Lächeln machte klar, dass er dafür verantwortlich war.
„Auf den Schirm“, sprang Riker aufgrund Picards Schweigen sofort ein. „Analyse, Mr. Data.“
Der Frontschirm zeigte eine rückwärtige Ansicht. Dem Heck der Enterprise näherte sich ein lang gestrecktes, weiß-waberndes Band.
„Es handelt sich um eine linear polarisierte magnetische Schwankung“, berichtete Data nach kurzer Untersuchung der Sensordaten. „Mit einem Graviton-Partikelfeld müsste es möglich sein, sie vor Erreichen des Schiffs zu zerstreuen.“
„Wir werden nichts dergleichen unternehmen“, übernahm Picard wieder das Kommando. Er spürte Rikers unbehaglichen Blick auf sich ruhen, doch nahm seine Aufmerksamkeit keine Sekunde mehr von Q. „Wir werden überhaupt nichts unternehmen. Wir werden Kurs und Geschwindigkeit beibehalten.“
Doch die Worte versagten ihren Zweck, Q’s Aufmerksamkeit zu erregen. Gelassen betrachtete dieser seine Fingernägel.
„Die Geschwindigkeit der Welle erhöht sich“, meldete Worf. „Sie wird uns in 20 Sekunden erreichen.“
„Q!!“, donnerte Picard. „Beenden Sie es! Wir werden bei Ihrem Spiel nicht mitspielen!“
Q verweigerte jedweden Kontakt. Er hauchte seine Fingernägel an und begann sie an seiner ungewöhnlichen Uniform zu polieren.
„10 Sekunden.“
Merde.
In einem grellen Lichtblitz verschwand Q.
Picard wiederum konnte nicht anders. „Schilde!“, befahl er nun doch.
Ein gewaltiger Schlag riss ihn aus dem Sessel.

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