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Herbststurm

GeschichteKrimi / P12 / Gen
12.09.2008
17.09.2008
4
3.196
 
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Dieses Kapitel
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12.09.2008 1.040
 
4. Kapitel

Nathan Morecroft bog gerade mit seinem roten Bonneville um die Ecke,  einer der Fear Street Häuserblocks, als er sie sah. Er hatte sie heute morgen aus Versehen angerempelt. Das heißt sie ihn. Er kannte ihren Namen nicht. Noch nicht, aber wozu auch? Sie war bildhübsch das war das wichtigste. In seinen Gedanken sah er sie wieder. Ihr zartes Gesicht, das ihn heute Morgen so erschrocken angestarrt hatte. Er wusste gleich, dass er ihr gefiel, sein Gespür war darin spitzenmäßig.
Er verlangsamte sein Tempo und ließ seinen Wagen von hinten langsam anrollen. Erschrocken wich sie zur Seite.
„Hey! Keine Panik. Ich bin’s.“ „Du hast mich erschreckt“, sie sah wirklich verängstigt aus. Unsicher lies sie ihren Blick über die Fear Street Häuser schweifen. ER folgte ihren Blick. Konnte aber nichts weiter interessantes erkennen. Aber klar, sie befanden sich in der Fear Street, und nachdem was er gehört hatte war das hier keine rosige Gegend.
„An deiner Stelle würde ich mich auch fürchten“, dachte er sich und grinste in sich rein.
„Tut mir leid das wollte ich nicht,“ er lächelte sie besänftigend an. „Schon okay.“
„Jetzt bin ich dir was schuldig. Wo musst du hin?“ „Nach North Hill. Südlich von Shadyside. Der etwas natürlichere Teil von hier.- Wenn du verstehst was ich meine?!“ „Jaja. Ich kenne diesen Teil von Shadyside..,“ „Nur zu gut,“ fügte er im stillen dazu. „Komm ich nehme dich mit. Wie ich merke ist dir es nicht gerade geheuer durch die Fear Street zu laufen. Und du hast noch einiges vor dir.“  

Maggy zögerte. Konnte sie ihm trauen? Natürlich wieso nicht. Außerdem wollte sie um jeden Preis diese schreckliche Gegend hier hinter sich lassen.
„Oh, ja. Vielen Dank. Du bist meine Rettung,“ mit diesen Worten lief sie um den Wagen herum und stieg ein.
„Brrr.. kalt draußen nicht!?“, er rieb sich die Hände und lies die Scheibe wieder hoch. Dann sah er sie an:“ Ich bin Nathan Morecroft,“ er hielt ihr die Hand entgegen, welche sie kurz angebunden entgegen nahm. Sie lächelte ebenfalls: „ Ich bin Maggy McJearsley.“ „Ich weiß.“
Maggy runzelte dieStirn. „Du weißt?“ „Ja heute morgen hab ich dich aus versehen angerempelt,“ ohne auf eine Antwort zu warten sprach er weiter, „ Du gehst in meinen Biokurs. Und du bist bei Lesley Burton und Sharon und Ashley Stone in der Klasse stimmt´s?“ „ Ja… allerdings. Aber woher kennst du sie?“ „Wer kennt die Stone Zwillinge nicht?“
Damit hatte er auch wieder recht, musste sich Maggy eingestehen. Die Stone Zwillinge waren auf der ganzen Shadyside High bekannt. Kein wunder sie waren wirklich bild hübsch und wirklich zwei ganz nette Mädchen. Maggy kannte sie schon lange. Sharon und Ashley gingen mit ihr zum Hundesport. Sie hatten zwei Europäische Doggen. Sanfte Riesen diese Dinger. Aber beängstigend groß. Emma, sie war schwarz weiß gepunktet und Della sie war braun. Die beiden verstanden sich blendend mir ihrer Bethy. Das brummende Motorgeräusch von Nathans Bonneville riss sie aus ihren Gedanken.
„Schön wo soll´s hingehen Ms?“ „ Eh’ nach North Hill  bitte,“ sie lächelte in Breit an.
Sie kurvten um ein paar Straßenbiegungen, innerhalb der Fear Street. Sie fuhren Schritttempo und Maggy konnte beobachten wie er die Häuserblocks musterte. „Hast du die Geschichte von dem Mädchen schon gehört?“, er fragte es so plötzlich, dass Maggy förmlich erschrak. „Geschichte?! Du meinst von dem Vorfall,“ sie musterte ihn fragend. „Ja von dem Vorfall,“ er zuckte gleichgültig mit den Schultern. „Mh… ja.“ Schweigend sah sie ihn an. Nach einer längeren Pause fügte er noch hinzu:„schrecklich nichtwahr?“ „Ja. Ich verstehe nicht wie man solch eine Tat vollbringen kann. Ich meine, was geht in so einem Menschen vor?“ Nathan gab ihr keine Antwort. Gedanken verloren sah Maggy aus dem Fenster. Wie in einem bösen Traum tauchte vor ihr das Eckhaus des Mädchens auf. Maggy fuhr zusammen. Sie warf ihm einen scheuen Blick zu. Es war groß sogar sehr groß. Ein altes, graues Steinhaus mit einer roten Holztür und ebenfalls rote Dachziegeln und schiefe rostige Regenrinnen. Es hatte braune Fensterläden von denen  mindestens vier nicht richtig in den Angeln hingen. Als sie gerade das eine Fenster näher betrachtete konnte sie hinter den schmutzigen Vorhängen eine Gestalt erkennen. Um sie genauer erkennen zu können war sie zu weit weg und das Auto fuhr auch zu schnell, aber was sie sah reichte ihr vollkommen aus um Gänsehaut zu bekommen; die oder derjenige hatte schwarzes, langes Haar. Genauso wie das Mädchen heute morgen…
Verstört und schwer atmend wandte sie ihren Blick ab. Sie musste sich schleunigst auf eine andere Sachen konzentrieren, wenn sie nicht jeden Augenblick durchdrehen wollte. Schnell sah sie Nathan an, der immer noch schweigend vor dem Lenkrad saß.  
Er sah wirklich gut aus. Sein rabenschwarzes Haar, seine grauen Augen, die makellosen Gesichtszüge. Anders als Josh hatte er eine sehr helle Hautfarbe, aber das ließ ihn zusätzlich noch sexy wirken.  Josh, Josh … ja sie war wirklich enttäuscht. Wie konnte er sie nur laufen lassen vor allem noch nach dem was jetzt geschehen war !?
Aber im Moment wollte sie nicht an Josh denken. Sie war ja jetzt bei Nathan.
Maggy merkte wie er sie von der Seite her ansah und wandte ihm den Kopf zu. Schnell schaute er lächelnd weg, wieder auf die Straße. Beide mussten lachen.
Sie bogen gerade in die Bakerstreet ein als sich der Himmel zuzog und es urplötzlich anfing zu gießen und zu gewittern.
Als Nathan vor ihrem Haus hielt, hatte sich das Wetter kein bisschen beruhigt. Mit finsterem Blick sah Maggy aus der Frontscheibe. Nathan folgte ihrem Blick, „Ich hab schon schöneres Wetter gesehn´,“ meinte er und sah Maggy fordernd an. „Allerdings...“, besorgt schaute sie die Einfahrt bis zu ihrem Haus hoch, und stöhnte innerlich; „Bis ich dort oben angekommen bin, bin ich nasser wie..“  
„Hast du Lust mit mir am Freitag auszugehen?,“ fragte er plötzlich. „Hmm.. klar wieso nicht,“ sie lächelte ihn verführerisch an, „Wo geht’s hin?“ „Wo immer du willst.“ „Schlag was vor.“ „ Hm... gut dann... lass uns ins Cottons gehen, ja!? Und danach ... zeige ich dir was,“ er wackelte vielsagend mit den Augenbrauen. „Klasse. Cottoons is ne gute Idee. Und gespannt bin ich jetzt schon auf das was du mir zeigen willst.“  
Nathan beugte sich vor und zog sie behutsam an sich rann. Dann küsste er sie vorsichtig. Maggy erwiderte seinen Kuss gefühlsvoll.
 
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