You know...this is not where you belong

GeschichteMystery, Übernatürlich / P18 Slash
Akasuna no Sasori Hidan Kakuzu Kisame Hoshigaki Yahiko / Pain Zetsu
03.09.2008
17.10.2020
21
108.861
16
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
17.10.2020 7.925
 
Wie immer kommt das Allerwichtigste zuerst:
Liebe Kommischreiber - vielen, herzlichen Dank für eure lieben Worte und eure Zeit. Ich habe mich unglaublich gefreut. Danke an Kalinka und zet-su und Siiska-Chan und Crinna und Deidei-chan und Minako-san und Nina Markey.
Einige sind schon ganz lange mit dabei, einige sind neu dazugekommen – ich habe mich wie immer unglaublich über euer Feedback gefreut. DANKE!
Ich hoffe es geht euch trotz der gegebenen Umstände gut und wünsche euch jetzt hoffentlich gute Unterhaltung! Schön, dass ihr wieder da seid.

Diesmal sind die Handlungsblocks wieder in ihrer üblichen Ordnung.
Oftmaliges hin- und herspringen, wie im letzten Kapitel, ist zwar ganz gut um einen Zeitstrang darzustellen, wenn ich genau weiß, dass am Ende alle zur selben Zeit an einem bestimmten Ort sein müssen und ich jeden einzeln irgendwo abholen und hinführen muss und das was-währenddessen-geschieht-Gefühl rüberkommen soll.
Aber eigentlich mag ich meine Blocks lieber mit einem Einstieg und einem Ausstieg statt mit mehreren. =)

Auch in diesem Kapitel laufen die Handlungen nebeneinander ab – ich stelle nämlich gerade fest, dass ich ein halbes Dutzend Leute an verschiedenen Orten habe, die auf die Glocke reagieren sollten – aber da sich keiner von ihnen begegnen wird, brauche ich keinen schnellen Wechsel zwischen den Situationen.
Bevor jetzt alle Itachi & Kisame Fans hemmungslos enttäuscht sind – ich habe vorgeschrieben, muss das alleinige Kapitel der zwei handlungstechnisch aber ein bisschen nach hinten schieben…
Ich kann nicht mit euch zu Sasuke laufen und Itachi und Kisame aufeinanderprallen lassen und dann im nächsten Kapitel damit anfangen, wie allerorts auf die Glocke reagiert wird.
Ich hoffe das Kapitel enttäuscht euch trotzdem nicht, es ist auch ohne Itachi und Kisame ganz schön was geboten im nächtlichen Konoha.


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Apropos geboten…WARNUNG.
Ich weiß, dass alle ‘Fans‘ der Inquisition schon lange darauf warten. Und es gehört in diese finstere Zeit und daher darf es auch hier nicht fehlen.
Seid dennoch gewarnt vor der FOLTER im dritten und letzten Abschnitt dieses Kapitels. Keine übermäßige Brutalität, keine explizierte Gewaltdarstellung.





Der Vampyr wartete darauf, dass der kleine Wächter aufstand oder zumindest Pfeil und Bogen, die unmittelbar neben seiner rechten Schulter lagen, ergriff. Nichts davon geschah.
Pein konnte gut zielen und die Bogensehne, die einem Pfeil mehr Schwung gab, als er das mit bloßen Händen selbst auf kürzeste Distanz schaffte, musste erst noch gewickelt werden.
Seine Mundwinkel verzogen sich zu einem freudlosen Lächeln, bei dem Anblick des Pfeils, der die Bauchdecke und den Rücken des Jungen durchstoßen hatte.

Die Menschen machten mit allen möglichen Waffen jagt auf Vampyre. Die Unangenehmste von allen war ganz sicher der Bogen, weil die Flugbahn so manches Pfeils, bedingt durch den Wind, die Machart des Federkamms und der Kraft des Schützen, eine unberechenbare Reichweite oder einen unvorhersehbaren Fallwinkel einschlug.
Sich am falschen Ende einer Silberpfeilspitze zu befinden war für den kleinen Sterblichen mindestens genauso tödlich wie für ihn als Vampyr.

Der Leader von Akatsuki wischte sich mit dem Ärmel seines Mantels einmal mehr über die rechte Hand. Spürte den beißenden, heißen Schmerz, mit welchem der Stoff bis zur Verflüssigung verätzte Haut vom Fleisch seiner Finger abrieb.
Er konnte froh sein, dass das Weihwasser ihn nur durch den Mantelstoff hindurch erwischt hatte. Ein direkter Kontakt mit der Flüssigkeit hätte ihn vermutlich einzelne Glieder seiner Finger gekostet.
Dennoch war er nicht fähig die Finger seiner rechten Hand vernünftig zu spreizen oder zu ballen, weil sie so stark vom Weihwasser verätzt worden waren.
Er brauchte dringend frisches Blut, damit sein Organismus die Verletzung heilen konnte und der Mensch vor ihm roch trotz des anhaftenden Silbers blutjung und köstlich.

Pein nahm den scharfen Geschmack von Gift auf seiner Zunge wahr, als er die Drüsen in seinem Mund gewissenhaft mit seinem Speichel verschloss.
Er umfasste das gefiederte Ende des Pfeils und zog ihn mit einem Ruck auf demselben Weg, auf dem er eingedrungen war, wieder aus dem Bauch des Menschen. Die messerscharfe Spitze glänzte in silbrigem Rot.
Der Leader packte den schlaffen Körper des Wächters an den Fußgelenken und hob ihn mit absoluter Mühelosigkeit kopfüber vom Boden hoch.
Die Arme des Jungen baumelten gestreckt nach unten, seine Hände berührten den feuchten, gepflasterten Boden und der Waffengurt um seine Hüfte verrutschte, ebenso wie Kleidung und Haare, als die Schwerkraft an ihm zog.
Sämtliche Pfeile fielen aus dem Köcher der über seiner schmalen Schulter hing und die Silberkette, welche um seinen Hals lag, glitt ihm, nachdem Pein den Menschen einmal kräftig geschüttelt hatte, über Kinn und Ohren, schlug schließlich klirrend am Boden auf.

Der Vampyr legte einen seiner Arme um die Hüfte des Jungen, ehe er dessen Beine losließ, sodass er sich mit dem reglosen Wächter ein weniger tiefer in die Gasse zurückziehen konnte – dorthin, wo die Schatten der umliegenden Häuser dichter waren und der Lichtkegel der Laterne unmöglich hinreichte.
Er löste seinen Griff aus warmen Fleisch und fester Wolle und der Junge sackte schlaff zu Boden, blieb liegen als hätte er keine Knochen im Leib.
Pein nahm sich eine volle Sekunde Zeit, um sicherzugehen, dass er noch immer ungestört war, ehe er mit steifen, wunden Fingern das Handgelenk des Jungen umfasste. Er schob den dicken Stoff von Mantel und Pullover nach hinten bis zu dessen Ellenbogen und presste seine kalten Lippen auf die heiße Haut. Peins Lider senkten sich genüsslich, als er tief durch Nase und Mund einatmete.

Von einer Kehle zu trinken war immer ein Akt gewisser Intimität – und während er seine Lippen gerne an Konans zarten Hals gelegt hätte, empfand er keinerlei Verlangen danach, dasselbe bei dem Jungen zu tun.
Der Wächter roch noch immer nach Silber, aber bei Weitem nicht mehr so schlimm wie zuvor. Dem weichen Fleisch haftete außerdem nicht der allerleiseste Hauch von Vampyrblut an. Dieser Mensch war wirklich nichts weiter als ein Beschützer des Dorfes, kein Vampyrmörder, kein Todfeind, dessen Blut zu trinken Frevel gewesen wäre.

Ausgehungert durchbohrte er mit scharfen, langen Eckzähnen das weiche Fleisch des schlanken Armes. Unter ihm regte sich der halb besinnungslose Wächter, versuchte sein Handgelenk mit einem schwachen Ruck aus dem stählernen Griff des Vampyrs zu befreien und gab ein furchtsames, heiseres Geräusch von sich, als ihm das nicht gelang.
Der erste Schwall Blutes füllte heiß seinen Mund, als er hungrig zu saugen begann und als der Junge bei dem Gefühl ein leises Ächzen von sich gab, tastete Pein mit seiner freien Hand nach dem Kopf des Menschen. Seine kalte Handfläche schloss sich über einen halb aufgerissenen, weichen Mund, wobei er seine Finger mit sanfter Gewalt in weiche Wangen drückte und den Schädel des Jungen auf das Pflaster presste.

Warmer, feuchter Atem streifte seine Haut, als das nächste panische Stöhnen des Wächters tonlos unter seiner Handfläche erstickte und der Junge krampfhaft durch die Nase zu atmen begann. Das Jammern erstarb zum Wimmern, als heiße Tränen über die Wangen des Menschen flossen, Peins Fingerspitzen benetzten
Der Anführer der Vampyre schluckte gierig das dicke Blut, welches schwer und samtig seine Kehle hinunterlief. Es war selbst für seine Maßstäbe ewig her sein, dass er derart junges und unschuldiges Blut gekostet hatte und die Flüssigkeit entfaltete eine Süße auf seiner Zunge, wie er sie schon fast völlig vergessen hatte.

Peins nahezu unsterblicher Körper war ausgezehrt von der gestrigen, langen Nacht in der Kirche, erschöpft von dem ohnmächtigen Zorn, der mit Konans Verlust einherging und geschwächt von den starken Verätzungen durch das Weihwasser.
Seine Eingeweide zog sich zusammen, als der erste Schluck köstlich seine Speiseröhre entlang nach unten rann und seinen Magen mit wohliger Hitze füllte.

Peins Atem kam schärfer, abgehackter über seine Lippen, als er schließlich nach ein paar wenigen – oder doch einigen mehreren? - Mundvoll Blut seine Zähne aus dem Arm des Wächters löste, um der Heilung seiner Verletzungen einen Augenblick Zeit zu geben.
Er leckte sich das herrliche, heiße Blut von den Lippen und warf einen prüfenden Blick auf seine nun wieder völlig unversehrte Hand, die nicht mehr erahnen ließ, wie stark verätzt sie noch vor wenigen Sekunden gewesen war.

Der Junge zu seinen Füßen bebte vor Schmerz, rang mühsam nach Atem und hatte die Augen kraftlos geschlossen. Seine Gesichtsfarbe war nicht mehr rosig, sondern fast schon grau und sein Körper strahlte nicht länger einen Überschuss an Wärme aus.
Nii-san“, stöhnte der Wächter zu seinen Füßen nahezu tonlos in die Hand, die noch immer seinen Mund bedeckte und das Wort kam so undeutlich und schwer von seinen aufgeplatzten Lippen, dass der Vampyr es trotz seiner perfekten Ohren fast nicht verstanden hätte.
Für einen entsetzlichen Moment zog sich etwas in Peins Brustkorb schmerzhaft zusammen, als ihm die Frage durch den Kopf schoss, ob Konan wohl kleine Geschwister hatte.
Der Vampyr löste seine Finger mit einer fast ruckartigen Bewegung von den Lippen des Menschen und der Kleinere schnappte mit weit aufgerissenem Mund schluchzend nach Luft, ein lautes, angestrengtes, nasses Geräusch in der Stille der Gasse.

Es war dieser Moment, in dem der Zorn, der in seinen Venen brannte und an seinen harten Muskeln zerrte, ein wenig an Intensität verlor.
Die Gasse gewann an Schärfe, von der ihm bis eben nicht aufgefallen war, dass sie gefehlt hatte und die erdrückende, dicke Stille, welche wie eine Kuppel über der Gasse lag, hob sich. Ließ das Säuseln des Windes und weit, weit entfernte Schritte und Wortfeten der patrouillierenden Menschen an sein Ohr dringen.
Der blutrote Schleier, der die Nacht so viel dunkler erscheinen hatte lassen, verblasste allmählich, ließ allmählich wieder Gefühl in seinen Körper zurückströmen. Pein spürte fast sofort, dass sich sein Körper viel wärmer und schwerer anfühlte, als er das hätte dürfen.
Ein solcher Zustand ließ sich nur mit wesentlich mehr Blut, als der Menge, die er einem Menschen üblicherweise nahm, erreichen. Er konnte sich nicht an das letzte Mal erinnern, als er derart die Kontrolle über seinen Durst verloren hatte.

Eine leere, geöffnete Handfläche stieß gegen Peins Knie, als der Junge die Finger auf der Suche nach einer helfenden Hand bewegte und in den dunklen Stoff des Akatsukimantels klammerte, als könnte die Wolle ihm irgendwelchen Trost spenden.
Pein lauschte dem flachen, schweren Atem des Menschen und fragte sich, ob seine Konan, genau jetzt, genau so, sterbend im Dunkel lag und niemanden an ihrer Seite hatte. Niemand, der ihre Hand hielt, außer dem sicheren Tod.

Der Gedanke zerstörte etwas tief in ihm.
Er fraß sich schon die ganze Nacht durch seine Knochen, war heißer Zorn in seinem Blut und kalter Wahnsinn in seinem Nacken und er hatte erwartet, dass das beißende Gefühl aus seinen Eingeweiden verschwinden würde, wenn er nur lange genug durchhielt…aber es blieb.
Und es war ein Loch in seiner Brust, ein verdammter Sonnenaufgang unter seiner Haut.

Er hatte den Knaben schon von Weitem kommen gehört…es wäre ihm ein Leichtes gewesen, im Dunkel einer der umliegenden Gasse zu verschwinden, oder sich auf ein Hausdach zurückzuziehen. Niemand fand ihn, wenn er das nicht beabsichtigte. Er hatte es darauf angelegt entdeckt zu werden – er hatte gewollt, dass ihn jemand fand, irgendjemand… und ihm wurde erst jetzt klar, dass er es getan hatte, weil er jemandes Knochen brechen hören hatte wollen, weil er den letzten Atemzug von jemandes Lippen hatte sehen wollen, weil er töten hatte wollen, wer immer das Pech hatte heute Nacht seinen Weg zu kreuzen.

Pein legte seine Lippen abermals an den schmalen Arm, dessen Haut sich nicht mehr so warm wie zuvor anfühlte und versiegelte die weit aufklaffenden Einbisslöcher mit seinem Speichel. Ihm war nicht aufgefallen, dass er das Fleisch derart weit eingerissen hatte, normalerweise war sein Biss präzise und sauber. Normalerweise legte er es schon seit langer, langer Zeit nicht darauf an mehr Schaden als unbedingt nötig anzurichten…

Der Vampyr blickte sich um. Sah das Blut an der nahen Wand und noch mehr davon am Boden, die verstreuten Pfeile und das achtlos abgestreifte Silber.
Kein einfacher, vorbeiziehender Vampyr hätte die Mauern und die ausgeklügelte Überwachung Konohas so unerkannt überwinden können, wie er es getan hatte.
Dazu braucht es Zeit – Zeit um das Dorf zu studieren, sich dem Rhythmus anzupassen, in dem die Dinge hier nachts abliefen.
Gelegentlich verschwindende Dorfbewohner waren eine Sache, aber ein Mordschauplatz wie dieser eine völlig andere.
Er blickte auf den schwer atmenden, fast reglosen Körper zu seinen Füßen…er gab dem Jungen nicht die leiseste Überlebenschance, sofern nicht innerhalb der nächsten Stunde ein fleischgewordenes Wunder in diese Gasse trat.

Es gab Gerüchte von Magie – weiß, heilend – innerhalb dieser Mauern. Aber zu Zeiten von Hexenverbrennungen gab es immer Getuschel über hellen Zauber und schwarze Künste.
Konohas Scheiterhaufen brannten nicht mehr so oft wie früher, aber sie brannten oft genug, um Pein erahnen zu lassen, wie viele Unschuldige ihr Leben im Feuer ließen. Denn in all den Jahren, in denen er Jagd auf Sterbliche machte, war er nur eine Handvoll magisch begabter Menschen begegnet.
Es verstand sich als Ehrenkodex unter ihresgleichen, dass das eine Übernatürliche dem anderen nicht schadete, sofern es sich vermeiden ließ. Dieser gute Vorsatz endete meist dort, wo größere Gruppierungen aufeinandertrafen und Revierstreitigkeiten entbrannten, aber bei Begegnungen Einzelner versuchte jeder ihn grundsätzlich zu wahren.
Und sofern Pein Magie in einem Menschen erahnt hatte, war er stets anderswo auf Beutezug gegangen. In Konoha jedoch war ihm noch niemand mit magischem Talent untergekommen und schon gar keiner, der die Gabe des Heilens besaß.
Peins Augen huschten durch die verlassene Gasse und er sagte sich, dass es nicht Furcht war, die ihn das tun ließ, dass er sich nicht nach Hilfe umsah, die ohnehin nicht kommen würde. Nicht für ihn. Und ebenso wenig für den Menschen.

In all den Jahren, in denen sie nun schon in dem nahegelegenen Schloss ihr Zuhause gefunden hatten, war keine Nacht vergangen, in der Pein nicht bewusst gewesen war, dass irgendwann eine Unachtsamkeit ihre Anwesenheit hier preisgeben würde.
Das gehörte zu einem Leben im Verborgenem unweigerlich dazu – es war früher passiert, es würde wieder passieren. Und sie würde die Konsequenzen daraus ziehen und das Land verlassen, eine neue Heimat finden.
Pein war allerdings nicht bewusst gewesen, dass diesmal er selbst es sein würde, der sie alle verriet. Spätestens morgen würde jemand diese Gasse betreten. Und dann würden ganz Konoha wissen, dass sie hier waren.

Ding~Dong~

Peins Kopf ruckte in Richtung des weit entfernten, durchdringlichen Glockenschlages. Ganz offensichtlich würde es nicht bis Morgen dauern…



Kiba saß stumm neben dem Menschen in der Hocke. Kankuro zitterte unter dem weißen Fellmantel, der wärmend halb unter, halb über ihm lag und stöhnte leise. Seine Finger waren zu Fäusten verkrampft, welche das weiche Fell umklammerten und sein Atem wurde hektischer, als er im Schlaf vor sich hinzumurmeln begann.
Es waren atemlose Wortfetzen ohne jeden Sinn, aber sein Tonfall war angsterfüllt genug, dass der Werwolf dennoch ein recht gutes Bild davon gewann, wovon der Mensch träumte.

Er hatte es sich abgewöhnt, ihn in solchen Situationen zu wecken. Kankuro erinnerte sie fast nie an mehr als ein paar Traumfetzen, dafür aber umso deutlicher an das Gefühl, das sie ihm gaben - Angst.
Ihn wachzurütteln bedeutete den jungen Mann verwirrt, desorientiert und mit rasenden Kopfschmerzen für den Rest der Nacht wach und verängstigt neben sich hektisch atmen zu hören.
Und so legte Kia nur federleicht seine Hand auf die Schulter des Größeren, drückte sanft und beruhigend zu, zog mit dem Daumen kleine Kreise auf dem Stoff, solange bis sich die darunterliegenden Muskeln lockerten.

Manchmal…wirklich nur manchmal…wenn Kiba vergaß wo er war und wer bei ihm war und aus dem Augenwinkel das helle Fell erhaschte, welches Kankuro als Mantel trug – dann wandte er sich mit dem falschen Namen auf seinen Lippen um.
Seine große Schwester hatte ihm versichert – versprochen – dass die Zeit ihn lehren würde, mit dem Schmerz zu leben. Dass er irgendwann mit dem Verlust umgehen können würde. Das nicht jedes wetteifernde Brüderpaar ihn an all das erinnern würde, was er verloren hatte.
Sie hatte sich geirrt.
Zwölf Jahre waren seit dem Tod seines Zwillingsbruders vergangen.
Zwölf Jahre ohne ihn – und Kiba hatte noch immer nicht verwunden, dass Akamaru nicht länger Teil seines Lebens war.

Sein Bruder hätte das Rudel führen sollen. Akamaru hätte der Platz zugestanden, den Kiba so verzweifelt auszufüllen versuchte.
Er war der Falsche hierfür. Er war nicht gut genug. Nicht stark genug. Er versuchte sein Bestes, er arbeitet hart an sich…aber tief drinnen kannte er die Wahrheit. Er war kein halb so guter Anführer, wie es sein Zwillingsbruder gewesen wäre.
Akamaru der ihm immer frappierend ähnlichgesehen hatte – obwohl Eineiigkeit ein Phänomen unter menschlichen Zwillingen war, das Lykanthropen nicht teilten – und sich in den wirklich wichtigen Dingen doch so sehr von ihm unterschieden hatte.

Sein Bruder war immer der Stärkere und Wildere von ihnen beiden gewesen. Der nächtliche Wald war ihm so vertraut gewesen wie die Linien auf seiner Handfläche und wenn er es darauf angelegt hatte, dann war es Kiba nie gelungen ihn im Wettlauf einzuholen.
Akamaru war auf eine Art und Weise ungezähmt gewesen, die jedem in seinem Umfeld Respekt abverlangt hatte. Jedes Härchen an ihm hatte das Rudel wissen lassen, dass er der nächste Leitwolf sein würde. Niemand hatte je Zweifel daran gehegt.
Auch wenn an Kiba ebenfalls bereits in frühen Jahren ganz klar Züge eines Leitwolfs erkennbar gewesen waren, so hätte er sich doch nie mit seinem Bruder messen können. Niemals.

Als stärkerer Zwilling hätte es seinem Bruder freigestanden, sich seiner zu entledigen. Jede potentielle Gefahr für seine Stellung als Leitwolf zu eliminieren.
Es war eine Wahrheit, die seine Mutter in Kibas Gegenwart nicht aussprach. Aber es war trotzdem genau das. Die Wahrheit.
Viele Leitwölfe waren Zwillingsgeschwister. Leitwolf-sein lag im Blut. Dem einen Zwilling mehr, dem anderen weniger.
Kiba war der Erstgeborene gewesen. Aber sein Leben hatte mit Akamarus erstem Atemzug ganz und gar in den Händen seines jüngeren Bruders gelegen. Akamaru hatte das wesentlich früher gewusst, als Kiba selbst. Vor allem hatte er wesentlich früher verstanden, was es bedeutete und wie viel auf dem Spiel stand.
Doch sein Bruder hatte ihn niemals verletzt. Nicht im wildesten Spiel. Nicht im schlimmsten Streit. Weil Akamaru ihn wirklich geliebt hatte. Von ganzem Herzen. Für ihn war Kiba niemals eine Gefahr für seine Position im Rudel gewesen, sondern immer sein treuester Freund, sein brennendster Fürsprecher.

Kibas Platz im Leben wäre an Akamarus Seite gewesen. Der ergebene Stellvertreter seines Bruders - der Erste, der für ihn starb und der Letzte, der von seiner Seite wich.
Es hatte keinen Tag gegeben, an dem er das anders gewollt hätte oder an dem er mit dem Jüngeren hätte tauschen wollen. Nicht einen einzigen.
Kiba hatte seine Zukunft glasklar vor sich gesehen. Er hatte so viele Pläne für sein Leben gehabt. Keiner davon hatte vorgesehen seinen Bruder zu überleben.

Akamarus Tod war für das Rudel eine Tragödie gewesen. Für Kiba hatte in jener Nacht alles geendet, was sein bisheriges Leben gewesen war. Er hatte seinen Bruder verloren. Und mit ihm alles, was einst seine Zukunft hätte sein sollen.
Am Morgen danach war die Welt eine andere gewesen.

Kiba wartete immer noch auf den Wachstumsschub, den Akamaru bereits Monate vor seinem Tod hinter sich gebracht hatte. Nicht, dass es etwas ändern würde, körperlich größer zu sein, aber zu wissen, dass er noch immer von dem Bruder überragt wurde, den er schon seit Jahren überlebt hatte, half ihm nicht gerade dabei, sich weniger klein und fehl am Platz zu fühlen.

Vor allem anderen jedoch wartete er darauf, dass sich die Farbe seines Fells ändern würde. Für ihn war es ein Schock gewesen, als sein Bruder als Jungwolf sein dunkles Fell verloren und seine Haare die Farbe von Mondlicht angenommen hatten.
Weil sich der Fellwechsel nur einmal im Leben eines Leitwolfes vollzog, weil es den Moment kennzeichnete, an dem ein Werwolf mit seinem Erbe, seiner Aufgabe, seinem Selbst in Einklang war.
Bereit war, zu führen, zu schützen und das Wohl aller anderen über sein Eigenes zu stellen.
Und das Akamaru das schon in solch jungen Jahren gewesen war, wo Kiba es bis heute noch nicht war, ließ keinen Zweifel daran übrig, wer von ihnen beiden das Erbe des Leitwolfes antreten hätte sollen.

Unter seiner Hand spürte er, wie sich die verkrampften Schultern des Menschen lockerten, als der Alptraum sein Ende fand – und Kiba wünschte, dass auch sein eigener Alptraum einfach enden würde, wenn er nur lange genug die Augen schloss.
Der Jüngere bewegte sich mit einem zufriedenen, leisen Seufzen unter dem warmen Fell, ehe er in einen traumlosen, friedlichen Schlaf abglitt.

Kiba klammerte sich an die einzige Verbindung zu Akamaru, die ihm geblieben war…Kankuro.
Irgendwann würde der Mensch die Wahrheit erkennen und ihn dafür hassen.
Irgendwann würde er – viel zu früh – sterben.
Und dann würde Kiba auch das letzte Bisschen von Akamaru unwiederbringlich verlieren.

Der Leitwolf fuhr sich übers Gesicht, rieb sich die brennenden Augen und hob die freie Hand dann in einem nachlässigen Wink, um zu hören, was ihm sein Besucher zu sagen hatte.
„Unser Gast ist noch nicht wieder zurückgekehrt. Und ich kann ihn nirgendwo finden“, erstatte Shino in seinem Rücken leise Bericht. Kiba hatte die Gegenwart des anderen schon vor einigen Sekunden registriert, aber der andere Werwolf war – meist – ein Ausbund an Respekt und Geduld, hatte still darauf gewartet, bis sein Leitwolf bereit war, sich mit seiner Anwesenheit zu beschäftigen.

Kiba seufzte schwer. Er mochte den kleinen Werfuchs wirklich – er war ebenso selbstbewusst und tollkühn wie es Akamaru einst als Jungwolf gewesen war, wenn auch ohne die Raffinesse und Umsicht, die seinen Bruder stets ausgezeichnet hatten – aber er bereitete ihm mehr Sorgen als alle gleichaltrigen Werwölfe in seinem Rudel zusammen.

„Er ist vermutlich immer noch zornig auf mich. Er hasst es, wenn ich Regeln aufstelle, oder Antworten darüber haben will, wo er sich herumtreibt“, murmelte Kiba trocken.
„Er weiß, dass die Regeln seinem Schutz dienen. Er weiß, dass du Fragen stellst, weil es dich kümmert, wo er ist, was er tut und wie es ihm geht. Er…kann es nur nicht zeigen“, entgegnete Shino nur und trat näher, ging neben Kiba in die Knie, legte sacht einen Arm um dessen Schultern.
Es war eine freundschaftliche, tröstende Geste und der Leitwolf versuchte sie zuzulassen, trotz des Wissens, dass Shino gerne weit mehr als nur ein Freund sein wollte.

„Nein. Das tut er nicht. Naruto empfindet mich als Eindringling in seinem Leben. Und vermutlich bin ich das auch.“ Er hob den Kopf und Shinos Augen fanden seinen Blick zielsicher. „Es muss schwer sein, als Fuchs unter Wölfen zu leben. Keinen zu haben, der dir zeigt, was der Lebensweise deines Rudels entspricht. Kushina hat ihn mir anvertraut…und aus Respekt vor der langen Freundschaft zwischen ihr und meiner Mutter konnte ich nicht ablehnen.“
Shino neigte sich ein wenig näher an ihn heran und es tat gut die Wärme seines Körpers zu spüren. Er war nicht so warm wie Akamaru, aber dennoch sehr viel wärmer, als es ein Mensch je sein könnte.
Kiba war erschöpft und ausgelaugt und seine Lider schlossen sich flatternd, als Shino seinen Arm mit etwas mehr Nachdruck gegen Kibas oberen Rücken presste und der Leitwolf es sich gestattete, ein wenig in die warme Umarmung zu sinken.

Der Ältere hielt ihn mühelos, selbst als Kiba mit dem Großteil seines Gewichts gegen ihn lehnte und obwohl der andere Werwolf in sogar in dieser Haltung um mehr als eineinhalb Haupteshöhen überragte, fühlte er sich absolut sicher.
Weil Shino kein Leitwolf war. Weil Shino, mehr als alles andere, nicht seine Position, sondern seine Liebe wollte. Er sollte aus Respekt vor diesem Gefühl Abstand nehmen und keine falschen Hoffnungen wecken, aber in manchen Nächten brauchte er eine starke, bedingungslose Schulter wie diese.
„Ich wünschte, ich könnte mehr tun, als nur auf Naruto aufzupassen. Aber ich habe keine Ahnung von der Lebensweise der Füchse. Ich kenne nur Kushina und sie schien mir immer so ganz anders zu sein, als alle anderen Füchse, denen ich flüchtig begegnet bin…“, fuhr er leise fort, „…so laut, wild, starrsinnig und gar nicht listig und verschlagen. Ich kannte ihren Gefährten kaum…wie soll ich Naruto je gerecht werden? Wie soll ich ihm je die Wahrheit sagen?“
Shino schwieg lange. Zog mit seinen Fingern große, sanfte Kreise auf Kibas Oberarm, so wie Kiba es vorhin bei Kankuro getan hatte, um ihn zu beruhigen.
„Irgendwann wird er bereit dafür sein. Er wird es verstehen. Vielleicht nicht auf Anhieb, aber später ganz sicher. Und wenn er so sehr nach seiner Mutter kommt, wie du immer sagst, dann-“

Ding~Dong~

Der Werwolf verstummte jä, als der Klang der Dorfglocke ihn unterbrach. Hielt den Atem an, als sich der Laut wiederholte. Ein zweites Mal. Und schließlich ein drittes Mal.
Kiba blickte Shino an. Shino sah ausdruckslos zurück.
„Wissen wir, dass Naruto nicht im Dorf ist?“, fragte der Leitwolf leise.
„Ich fürchte ‘wissen‘ wäre zu viel gesagt…“, gab der Ältere zurück.



Ding~Dong~

Konan war hellwach, noch bevor der erste Schlag der Glocke vollends verklungen war. Die raue Decke bis ans Kinn gezogen ließ sie kaltes Unbehagen bis in die Fingerspitzen frösteln. Tief in ihrem Inneren krampfte sich etwas schmerzhaft zusammen. Sie zog die Decke noch enger an sich, kauerte sich unter dem Stoff zusammen und versuchte möglichst viel ihrer Körperwärme bei sich zu behalten.
Und dann erklang ein weiterer Glockenschlag.

Zwei Schläge. Kein Angriff auf das Dorf also.
Dann vermutlich ein großflächiger Brand. Oder ein anderes, lebensbedrohliches Ereignis, wie die Mure vor vielen Jahren, die Teile der Mauer zerstört und mehrere Häuser mit sich gerissen hatte.
Untertags konnten zwei Glockenschläge auch Raub, den Fund einer Leiche, oder Ähnliches bedeuten, aber nachts wurden die Bürger nur aus ihren Betten geholt, wenn es ein Notfall war, der meist zwangsläufig mit dem Verlassen ihrer sicheren Häuser verbunden war.
Schließlich hielt auch die beste Tür Naturgewalten wie Feuer oder Hochwasser nicht ab.

Und dann hallte der dritte Glockenschlag durchs stille Dorf. Sie erinnerte sich an das letzte Mal, als die Glocke dreimal geläutet worden war. Und das Mal zuvor. Und auch das Mal davor.
Am Morgen danach hatte es stets mindestens eine Beerdigung gegeben. Und immer war derjenige darunter gewesen, für den die Glocke geläutet worden war.
Sofern man von ihm, oder den anderen, die auf der Suche nach ihm ebenfalls verschwunden waren, noch etwas zum Beisetzen gefunden hatte.

Es war ein Fehler, dass alle gelaufen kamen, wenn einer in Schwierigkeiten steckte. Aber das nicht zu tun, jemanden in der Nacht im Stich zu lassen, wäre undenkbar gewesen. Es wäre unmenschlich gewesen.
Denn jeder konnte sich lebhaft vorstellen, einmal in der schrecklichen Lage zu sein, in welcher der Gesuchte sich befand. Schlimmer noch – wenn die Glocke läutete, musste jeder fürchten, dass sie für einen Familienangehörigen läutete.
Empathie für Fremde aufzubringen – selbst wenn man sich in einem Dorf wie Konoha nur selten nicht persönlich kannte – fiel untertags vielen schwer.
Nachts jedoch gab es keine Hautfarbe, keine Religion, keinen Status. Es gab nur noch inner- und außerhalb der Mauer. Nachts waren sie alle Menschen. Sie alle waren sterblich. Und sie alle fürchteten um ihre Kinder.
Nachts stand die Dorfgemeinschaft vereint gegen das Grauen, dass im Dunkel lauerte.

Es war schwer in dem fensterlosen Raum einen Überblick über die Zeit zu behalten, aber es fühlte sich so an, als wären nur wenige Minuten vergangen, als irgendwo im Gebäude eine gewaltige Tür dumpf ins Schloss fiel.
Als gleich darauf Schritte erklangen, waren sie schwerer, als alle vorherigen und ihr Gang wesentlich schneller. Der Knoten in Konanas Magen zog sich enger, als die Schritte lauter wurden. Wer immer dort draußen war, kam näher. Und gerade, als sie bemerkte, dass das Tempo sich nicht verringerte und dachte, dass derjenige ihrer Tür passieren würde, verstummten die Schritte abrupt.

Von draußen wurde ein Schlüssel ins Schlüsselloch gestoßen und zweimal laut scharrend umgedreht. Nur einen halben Herzschlag später flog die Tür in den Angeln auf.
Die Decke rutschte von ihrem Körper, als sie sich hastig erhob und halb blind vom Licht der Fackel, die ihre Gegenüber in Händen hielt, weiter in die Ecke zurückwich, in welcher sie sich zur Ruhe begeben hatte.
Als die Wand sie stoppte, war das grobe Mauerwerk trocken, aber eiskalt. Sand blieb an ihren schweißnassen Handflächen haften, als sie ihre Finger haltsuchend gegen die unebenen Steinquader presste.

„S-Shi-mura-s-san?“, wisperte Konan fast tonlos, noch immer unfähig die Augen im hellen Schein mehr als einen Spalt zu öffnen. Die Gestalt am anderen Ende des Raumes bewegte sich und dann fiel die Zellentür geräuschvoll wieder ins Schloss.
Sie zitterte am ganzen Leib ohne es im Geringsten verhindern zu können und ihr Atem ging schwer und pfeifend. Als der Mann näherkam – und es war ein Mann, denn das Licht, an welches sie sich langsam gewöhnte, beschrieb den dunklen Mantel, den er trug und die breiten Schultern, auf denen der Stoff ruhte – wusste sie kein Gebet, dass sie für sich selbst hätte sprechen können.
Denn so wie es aussah, hatte sie keine Hilfe zu erwarten. Von niemandem.

Der andere hielt kaum zwei Schritte von ihr entfernt – sie war sich sicher, würde er die Hand ausstrecken, er würde sie erreichen.
„Mein Name ist Ibiki Morino, oberster Carnifex Konoha Gakures. Ich benötige Antworten. Du wirst sie mir geben.“ Er bewegte die Fackel weit genug zur Seite, dass Konan einen guten Eindruck davon bekam, wie viel größer er war, als sie selbst.
Und sie verbot sich den Gedanken daran, wie weh ihr jemand tun könnte, der eine solche Statur hatte, der zentimeterdicke, versilberte Eisentüren so mühelos aufstieß wie er es tat.

„Ich werde all Eure Fragen wahrheitsgemäß beantworten“, wisperte sie mit trockenem Mund und ihre Stimme war viel zu dünn, viel zu hoch.
„Dann werden die Unannehmlichkeiten der Befragung nur minimal sein.“
Als seine Hand vorschnellte und lange Finger ihren Oberarm mühelos umschlossen japste sie erschrocken auf, ehe er sie an seine breite Brust zog, ihr den Arm mit einem solchen Ruck auf den Rücken verdrehte, dass es ihr den Atem aus den Lungen nahm und sie mit der nächsten Bewegung herumdrehte und gewaltsam in Richtung Tür schob.

Vorwärts“, befahl er hart, als sie über die Decken stolperte, die ihr als Bett gedient hatten.
Sie fand ihr Gleichgewicht nicht sofort wieder, denn so wie er die Fackel hielt, fielen ihre beider Schatten genau zu Konans Füßen – sie konnte unmöglich sehen, wo sie im Dunkeln hintrat und das machte ihre Schritte unsicher und langsam.
Als Reaktion darauf drückte er ihr den Arm nach oben, bis ein stechender Schmerz durch ihren Rücken und die Schulter schoss und sie heiser aufkeuchte.
Der Carnifex führte sie aus ihrer Zelle und durch eine Reihe von Gängen, eine Treppe hinab, und schließlich in einen kleinen Raum, dessen Boden vor etwas starrte, dass Blut oder Dreck sein konnte und das Konan nicht genauer betrachten wollte.

Er fixierte ihre Hände gleich darauf an einem Tisch, der mitten im Raum stand und drückte sie auf einen alten Sessel mit beschädigter Lehne, ehe er sich auf dem Stuhl an der gegenüberliegenden Tischseite niederließ. Die Metallschellen schnitten eiskalt und scharfkantig in ihre zarten Handgelenke und Konan konnte das erbärmliche Zittern in ihren Gliedern nicht unterdrücken.
„Wisst ihr um die Aufgaben des Carnifex‘?“, erkundigte er sich schließlich. Konan schauderte und konnte nur wortlos nicken.

Carnifex war die offizielle Berufsbezeichnung desjenigen, den man auf der Straße als Scharfrichter bezeichnet hätte.
Es war eine wenig angesehene Tätigkeit gewesen, ehe die Inquisition diesem Berufszweig einen großzügigen Platz im Dorfalltag eingeräumt hatte. Früher hatte ein Scharfrichter überwiegend Verbrecher für ihre Vergehen bestraft, nachdem der Hokage ein ordentliches Urteil anhand sachlicher Beweise über ihn gefällt hatte.
Diese Art der Rechtsprechung war mit dem Tod des letzten Hokage dem kirchlichen Inquisitionsprozess gewichen – der keine Sachbeweise zuließ und sich alleine auf Zeugenaussagen und durch Folter erzwungene Geständnisse stützte.
Jeder Scharfrichter in Konoha war in das Handwerk der Folter eingewiesen worden und zwar derart gründlich, dass die meisten Bader in den umliegenden Dörfern wesentlich geringere Kenntnisse über die menschliche Anatomie besaßen, als die Carnificis aus Konoha.

Der Scharfrichter verschränkte seine gewaltigen Hände ineinander, maß sie mit kühlem, abschätzigem Blick und Konan wünschte sich einmal mehr, Yahiko hätte sie letzte Nacht mit sich genommen.
Dann hätte sie bei Tagesanbruch bereits das Dorf mit ihm verlassen und wäre jetzt nicht die Gefangene der Inquisition.
Als der Mann ihre linke Hand ergriff, war die Berührung so sanft und warm, dass sie im ersten Moment nicht davor zurückzuckte. Und als sie es schließlich doch tat, war sein Griff bereits zu fest, um ihm ihre Finger noch zu entziehen.
„B-bitte…haben Sie mit…dem ehrwürdigen Danzo Shimuar gesprochen?“, flehte sie eindringlich. Danzo musste doch diesen Wahnsinn hier beenden können.

Der Blick ihres Gegenübers blieb ausdruckslos, als er seinen Griff neu justierte und ihr den kleinen Finger Richtung Handrücken bog. Konan atmete scharf ein, versuchte ihm abermals ihre Hand zu entziehen, stärker diesmal, panischer.
Ihr Widerstand war vergeblich, er verstärkte den Druck auf ihren Finger nur noch. Bitte, wollte sie sagen, aber mehr als ein scharfer, schmerzerfüllter Laut kam ihr nicht über die Lippen. Sie krallte die Finger ihrer zweiten Hand hilflos in seine großen, fleischigen Finger, ihr Atem ein hilfloses, hohes Geräusch in der Stille.

Der Scharfrichter beugte sich ein wenig vor, lehnte sich ihr entgegen und der Druck nahm so plötzlich zu, dass ihr die Tränen in die Augen schossen. Er würde ihr den Finger auskugeln, wenn er damit nicht sofort aufhörte.
Ihr Blick fand den seinen eher zufällig, als sie vor Schmerz heftig zusammenzuckte, ihren Kopf dabei in die Höhe riss. Und sie las in seinen Augen unmissverständlich, dass es genau das war, was er wollte.
Ihr weh tun.

Der Schmerz war grell und überwältigend, als irgendetwas unter ihrer Haut in die falsche Richtung nachgab und sie ihren Finger nicht mehr bewegen konnte.
Konan schrie erstickt auf, ihre ganzer Körper verkrampfte sich und Tränen lief über ihre Wangen. Ihr Finger brannte, ihre ganze Hand pulsierte und sie schluckte gegen den entsetzlichen Brechreiz an, der sauer in ihrer Kehle aufstieß.
Der Ältere ließ ihren Finger beinahe vorsichtig los, umschloss an seiner statt ihren Ringfinger, mit derselben Ruhe und Sanftheit wie zuvor. Und weil Konan nun wusste, was kommen würde, wurde ihr Atem flach und abgehackt, ihr Puls raste und eiskalter Angstschweiß brach ihr am ganzen Körper aus, lange, bevor er seinen Griff auch nur festigte.

„Ich bin kein Freund von Spielchen.“ Er sah sie eindringlich an und sie nickte, hilflos, sprachlos, ausgeliefert, weil er wirkte, als wollte er eine Reaktion auf das Gesagte haben und sie alles tun wollte, damit er zufrieden mit ihr war, damit er aufhörte.
„Also erspar mir dein widerliches Gebettelt und deine Tränen. Wir wissen beide, dass Danzo tot ist.“
Konan dachte eine halbe Sekunde lang, dass sie ohnmächtig werden würde.
Danzo…tot? Aber das bedeutete, dass er ihr nicht helfen konnte. Er würde nicht kommen…er würde-…er musste kommen.
„Du wirst dafür brennen und zwar sehr bald schon. Und ich versichere dir, dass ich derjenige sein werde, der den Scheiterhaufen entzündet. Ich werde ganz vorne stehen und zusehen, wie deine schwarze Seele zur Hölle hinab fährt.“

Sie blinzelte ihn wortlos an…fassungslos...und plötzlich verstand sie wofür sie mit einer so schrecklichen Strafe belegt wurde, plötzlich ergab der Hass im Gesicht des Senjus vor der Kirche Sinn.
Mörderin, hatte er sie auf den Stufen der Kirche genannt. Man machte sie für Danzos Tod verantwortlich und der Oberinquisitor, der für vieles, aber nicht für Gnade bekannt war, würde sie mit aller Härte zur Rechenschaft ziehen.

Konan versuchte etwas darauf zu antworten, versuchte Worte zu ihrer Verteidigung zu finden, aber ihr Kopf war leer und ihr war entsetzlich kalt.
Als der Scharfrichter den Druck auf ihren Finger erneut verstärkte und ihre Hand sich vor Schmerz verkrampfte, ballte sich Wut hart in ihrem Magen zusammen.

Die Verzweiflung darüber, dass ihr Leben auseinanderfiel, genau in dem Moment, als sie Hoffnung auf Freude darin gesehen hatte, gerade als Yahiko sie auf etwas Gutes, auf Veränderung in ihrem Alltag hatte hoffen lassen, wurde zu eisigem Zorn.
Die Hilflosigkeit darüber, wie schrecklich ausgeliefert sie allen Menschen im Dorf und jedem Gerücht über sie war, seit ihre Eltern der Hexerei bezichtigt und verbrannt worden waren, verwandelte sich in kalten Hass.
Sie wollten sie töten?! Sie würde sich nicht einfach so an einen Pfahl binden und anzünden lassen, nur weil sie die falsche Haarfarbe hatte, nur weil in ihren Adern das falsche Blut floss.
Sie wollte leben!

Konan musste einen glaubwürdigen Zeugen benennen, der ihre Unschuld bestätigen würde. Und plötzlich ließ der Druck auf ihre Lungenflügel nach – dann sie war gestern nicht alleine gewesen. Yahiko war bei ihr gewesen. Er würde bezeugen, dass sie letzte Nacht niemanden ermordet hatte.
„B-bei mir war letzte Nacht ein Geschworener-“, sie konnte sich gerade noch rechtzeitig bremsen, ehe ihr sein Name über die Lippen viel, weil er als geschworener Bruder ihr diesen nie hätte sagen dürfen und sie ihn als gelobte Schwester sofort wieder vergessen hätte müssen.

„Wir wissen genau, wer bei dir war“, zischte der Ältere. „Ihr wurdet gesehen. Und wenn der Oberinquisitor nicht betont hätte, dass er die widerwärtigen Details deiner Tat nicht zu hören erträgt und dich unversehrt dem Feuer übergeben will, dann hättest du bereits Bekanntschaft mit meinen Werkzeugen geschlossen.“ Seine Stimme viel um mehrere Oktaven, sein Tonfall wurde zu Eis.
„Das ganze Dorf weiß mittlerweile Bescheid, dass du dich in unserem Gotteshaus zur Hure des Teufels hast machen lassen. Du hast unser Heiligstes entweiht und damit niemand erfährt, dass du seine Saat in dir trägst, hast du uns einen der größten Beschützer, den dieses Dorf je hatte, genommen!
Als er ihr zeitgleich mit dem letzten Wort den zweiten Finger aus der Gelenkpfanne drückte, war der Schmerz noch überwältigender als zuvor. Und weil es mit gefesselten Händen nicht viel gab, was sie tun konnte beugte sie sich in ihrer ganzen hilflosen Wut über den Tisch und spuckte ihn an.

Der Speichel traf ihn an der Wange und er hob langsam seine Hand, fasste sich ins Gesicht, in seinem Blick nichts als blanker Unglaube.
„Ich verfluchte euch alle, für eure dreckigen Gedanken und eure elenden Lügen!“, kreischte sie hasserfüllt, ihre Stimme schrill und durchdringlich.
Der Scharfrichter erhob sich so schnell von seinem Stuhl, dass sie die Bewegung kaum wahrnahm, ehe er ihr eine Ohrfeige verpasste, die Konan rückwärts umgeworfen hätte, wären die metallenen Fesseln um ihre Handgelenke nicht gewesen.
Sie riss ihren Sessel um, als sie heftig gegen ihn prallte und er stürzte mit einem lauten Geräusch auf den befleckten Boden.

Konan kauerte halb auf dem Boden, die Arme scherzhaft nach oben gestreckt, tiefe Schnitte vom Metall in ihren Handgelenken. Sie schmeckte Blut in ihrem Mund und für einen Augenblick war sie sich sicher einen Zahn verloren zu haben
Sie stemmte ihre Unterarme auf dem Tisch ab und zwang sich ihre zitternden Beine durchzustrecken. Er sah schweigend zu, wie sie sich zurück auf die Füße kämpfte, durchbohrte sie sekundenlang mit seinen schwarzen, kalten Augen.
„Wenn du das noch einmal tust, werde ich dir am Ende dieser Befragung den Mund zunähen lassen, Hexe“, zischte er und sie sah den Ernst, der in seinem Blick lag. Alleine der Gedanke an eine solche Gräueltat war für Konan schier unvorstellbar.

Ihr Blick schnellte zu seinen Fingern, als sie die Berührung an ihrer Hand spürte, mit welcher er nach ihrem Mittelfinger griff.
Sie würgte vor Entsetzen unwillkürlich, spuckte dabei das Blut in ihrem Mund halb über ihre Arme, halb über den Tisch und stellte in einem Sekundenbruchteil der Erleichterung fest, dass kein Zahn dabei war.
Im nächsten Moment wurde ihr bewusst, dass es völlig egal war, mit wie vielen Zähen im Mund man sie verbrannte. Der Gedanke kam völlig ungebeten und er schnitt tief, ließ sie tonlos Aufschluchzen.

„Ich bin nicht hier, um über Danzo zu sprechen. Alle Zeugen wurden bereits vom Oberinquisitor persönlich gehört. Orochimaru-sama hat mich wissen lassen, dass er in diesem Fall keinen Wert auf ein Geständnis deinerseits legt. Deine Eltern waren Hexer. Und du bist es ebenso. Deine Schuld steht außer Frage“, fuhr er schließlich fort.
Konan konnte sich kaum auf das konzentrieren, was er sagte. Ihr war unvorstellbar schlecht und da der Stuhl umgekippt war lehnte sie halb gegen, halb auf dem Tisch, um nicht umzufallen.
„Das Dorf benötigt…deine dunkle Gabe. Und je nachdem wie kooperativ du bist…werde ich dir im Verlauf dieses Gespräches mehr oder sehr viel mehr weh tun.“
Sie versuchte zu schlucken, aber ihr Hals war so trocken, dass ihr das nicht gelang. Sie besaß keine dunkle Gabe. Sie hatte nicht einmal Talent fürs Besticken der Leichentücher…wobei sollte ausgerechnet sie dem Dorf helfen können?

„Wir suchen einen Jungen von sechzehn Jahren. Er ist ein Mitglied der Wächterschaft. Sein Name ist Uchiha Sasuke. Wir vermuten ihn innerhalb des Dorfes und wenn wir schnell sind, wird er diese Nacht hoffentlich überleben.“ Er schien irgendeine Art von Zustimmung ihrerseits darauf zu erwarten, aber sie konnte ihn nur ausdruckslos anstarren.
Sie kannte den Namen nicht. Sie kannte den Jungen nicht. Zu hören, dass er zu nächtlicher Stunde alleine im Dorf umherirrte brach ihr das Herz. Aber ihm helfen…das konnte sie nicht.
Tränen brannten in Konans Augen und als er seinen Griff um ihren Mittelfinger aufgrund ihres anhaltenden Schweigens verstärkte, senkte sie erschöpft den Kopf, während sich ihre Schultern bebend anspannten.

Ich habe keine dunkle Gabe. Alles, was in meiner Macht liegt, ist ein Gebet für Sasuke Uchiha zu sprechen. Und wenn es Gottes Wille ist, wird er sich der Seele des Wächters erbarmen.“
Gott erbarmte sich immer. Er holte all jene, die in der Nacht verloren gingen, zu sich. Sie war sich sicher, dass das nicht die Worte waren, die er von ihr hören wollte…
Konan schrie schmerzerfüllt auf, als der Scharfrichter ihr für diese unbefriedigende Antwort den Finger mit einem geübten Ruck Richtung Handgelenk ausrenkte.

Sie schluchzte bitterlich, als er seine Forderung wiederholte, den Aufenthaltsort des Jungen für ihn herauszufinden. Sie konnte ihm unmöglich helfen den Uchiha zu finden.
Und er glaubte ihr einfach nicht, als sie diese Wahrheit ein ums andere Mal beteuerte.

Sie wusste nicht, wie lange diese Tortur ging, aber sie konnte kaum noch stehen und sie hatte fast keinen unversehrten Finger mehr übrig, den er ihr noch hätte ausrenken können, als der Scharfrichter sich schließlich von seinem Sessel erhob.
Er trat zu ihr – was sie mit einem schrecklich nassen Atemzug und dem Versuch heftig zurückzuweichen quittierte – hob ihren Stuhl vom Boden auf, fasste sie fest an den Oberarmen und zwang sie, sich zu setzen.

Ihr knickten die Beine noch unterm Hinsetzen weg und sie landete unsanft im Sessel. Sie hatte erwartete, dass er auf diese Seite des Tisches gekommen war, um ihr noch mehr Gewalt anzutun…aber das schien nicht der Fall zu sein. Er ließ sich auf der Kante des Tisches nieder, beugte sich leicht zu ihr hinab.
„Sag mir wo er zu finden ist und ich bringe dich zurück in deine Zelle. Ich habe es vorhin gesagt, ich sage es noch einmal - es wird keinen Inquisitionsprozess für dich geben. Niemand wird versuchen dir deine verlogene Zunge durch Folter zu lösen. Niemand will all die Abscheulichkeiten hören, derer du dich schuldig gemacht hast. Du wurdest bereits für schuldig befunden. Du wirst brennen.“
Er schwieg einen langen Moment, gab ihr genügend Zeit sich zu wünschen, all die Fähigkeiten zu haben, die er ihr andichtete, nur damit sie tun konnte, was er verlangte und der Schmerz aufhörte.

„Es ist nicht nötig, das hier zu erdulden. Dein Leugnen wird nichts beweisen. Nichts von dem, was du zu mir sagst, wird etwas an der Entscheidung des Oberinquisitors ändern. Er wird gar nie erfahren, dass ich hier war, er wird überhaupt nicht hören, was du zu mir gesagt hast. Denn offiziell…bin ich heute Nacht nicht einmal im Dorf...“
Konans Augen weiteten sich, als sie das zwischen den Zeilen hörte, was er nicht aussprach – dass es einen weiteren Grund gab, außer dem Desinteresse des Oberinquisitors, warum er sie noch nicht auf die Streckbank gefesselt oder ihre Finger in die Daumenschrauben eingespannt hatte.
Keiner wusste hiervon. Keiner durfte davon erfahren.
Und niemand würde es, wenn er die Folter in einem gewissen Rahmen hielt.

Ein winziger Teil von ihr war erleichtert, dass er sie nicht in die Eiserne Jungfrau stecken oder auf den Hexenstuhl zwingen konnte.
Einem weitaus größeren Teil war ganz klar, dass es sehr viele Dinge gab, die er ihr antun konnte, ohne irreparable Schäden oder allzu auffällige Spuren zu hinterlassen.
Und jedes einzelne Szenario, dass sie sich in der anhaltenden Stille zwischen ihnen ausmalte, ließ das Blut noch stärker aus ihrem aschfahlen Gesicht weichen.

Der Scharfrichter verharrte noch einige Momente dort neben ihr, bedachte sie mit seinem mitleidlosen jedoch neutralen Blick, ehe er sich wortlos erhob und den Tisch umrundete, sich wieder auf seinen Stuhl niederließ.
Er wirkte müde. Er wirkte alt. Und Konan begriff, dass er den Jungen vermutlich kannte. Dass er annahm, sie würde ihm absichtlich nicht helfen.
Als sich ihre Augen das nächste Mal trafen, war jegliche Neutralität aus seinem Blick und jede Müdigkeit aus seinen Zügen gewichen. In seinen dunklen Augen funkelte eiskalter Selbstbeherrschung.
Wenn er könnte, würde er ihr das Fleisch von den Rippen schälen.

Der Scharfrichter legte seine große, kräftige Hand über den Daumen ihrer linken Hand.
Ihr flüchtiger Blick nach unten, auf die schrecklich verkrümmten Finger, war beinahe mehr, als sie ertrug und ihre Augen schnellten zurück nach oben, zurück in sein schrecklich vernarbtes Gesicht, den kahlen, von Brandwunden gezeichneten Schädel.
Konan konnte nicht verhindern, dass ihr Tränen über die Wangen liefen, als sie vor lauter Angst noch heftiger als ohnehin schon zu zittern begann.

„Ich bin keine Hexe. Aber bei Gott, ich wünschte, ich wäre eine…“, wisperte sie schließlich und wich seinem Blick dabei nicht aus, „…dann könnte ich dieses ganze verlogene Dorf in die Hölle verdammen.



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wickeln – bitte nicht über die Wortwahl wundern, Bogensehen werden tatsächlich ‚gewickelt‘

Nii-san - japanisch für großer Bruder

Carnifex (Einzahl) bzw. Carnificis (Mehrzahl) – alter Ausdruck dessen, was wir heute unter dem Begriff Henker kennen. (Und da dachtet ihr bis eben noch, dass Henker schon ein altes Wort sei.)
Fakt: Als der Inquisitionsprozess in Europa Einzug hielt, erweiterte sich die Tätigkeit des Scharfrichteramtes vom bloßen Strafvollzug durch Hinrichtung zusätzlich um die Folter zur Geständniserzwingung.
Aufgrund dessen besaßen die meisten Carnificis tatsächlich solide Kenntnisse über die menschliche Anatomie und verdienten sich nebenbei mit äußerer und innerer Medizin an Mensch und Tier, was natürlich von den örtlichen ‘Medizinern‘ nicht gerne gesehen wurde.
Das Wissen um die Anatomie war für den Beruf nötig, man erwartete von einem Carnifex, dass er einem Verurteilten mit einem einzigen Hieb sauber köpfen konnte – wem das nicht gelang, dem konnte es passieren, dass das Volk ihn vor Wut lynchte.
In Deutschland/Österreich/der Schweiz wurde übrigens eher mit dem sogenannten Richtschwert geköpft, als mit der imposanten Axt, die wir alle aus diversen Filmen kennen.

Bader - Betreiber eines Badehauses. In Ermangelung von studierten Medizinern (aufgrund Fehlens von medizinischem Wissen welches von der Kirche früher oft als Teufelswerk verdammt wurde) oftmals der einzige zur Verfügung stehende ‘Arzt‘.


Naruto war sich so sicher, dass ihn keiner vermissen würde. Wie sehr er sich doch täuscht.

Pein sieht endlich wieder ein wenig klarer…und was er sieht, ist das Ende ihres relativ friedlichen und geschützten Lebens dort oben. Schauen wir mal, ob sich ein Wunder findet.

Ich hoffe, Ibiki ist mir nicht OOC geraten. Ich musste unterm Schreiben nämlich feststellen, dass ich ihn fast nur von der Chunin-Prüfung und der Filler Folge mit Idate und Aoi kenne. Darum tue ich mich jetzt etwas schwer, sein Verhalten als Meister der Befragung/Folter in Konoha einzuschätzen…


Ja…dann bleibt mir eigentlich nur noch, euch gaaaanz lieb um ein paar Kommis zu bitten. *große Kulleraugen*

Wir lesen und dann circa in vier Wochen wieder. Und ich freu mich schon riesig drauf. Schließlich gibt’s da noch ein paar Leute, welche die Glocke gehört haben. *Blick Richtung Kakuzu und Zetsu*

Gute Nacht, euch allen!

GLG, Gone forever

PS: Wenn ihr wüsstet, wie lange ich manchmal nach dem letzten Korrekturlosen dasitze und versuche einen Titel für das Kapitel zu finden, der vom Gefühl her passt,...ihr würdet mich auslachen.
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