Faust - Der Komödie erster Teil

von -Kenji-
GeschichteParodie / P6
01.09.2008
12.10.2008
3
3.737
 
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
01.09.2008 1.298
 
Disclaimer: Sämtliche Figuren gehören zu Goethes Faust und nicht zu mir, Ausnahme ist Mephisto’s Zwillingsbruder, der geht auf meine Kappe. Desweiteren sind jegliche kursiv gedruckten Passagen aus Faust I und demzufolge nicht von mir. Und selbstverständlich verdiene ich damit kein Geld.

A/N: Sowas kommt dabei raus, wenn gewisse Sachen zu oft im Unterricht durchgekaut werden, ich nicht mehr aufpass und zu viel Zeit hab.

Szene – Nacht
Der Tragödie erster Teil… Hmm… Nein, wieso eigentlich Tragödie? Sagen wir doch lieber: Der Komödie erster Teil.
Lassen wir den langweiligen Anfang, wir alle wissen doch, dass unser werter Herr Ich – Hab – Die – Welt – Erschaffen, mit meinem immer bevorzugten Zwillingsbruder um den armen, verzweifelten Doktor Faust wettet.
Nun, mal sehen, was unser Wettgegenstand gerade macht. Mephi muss ja noch mit den Engeln schwatzen…

Tja, da steht er nun und ist verzweifelt, wenn der Herr ihm doch nur mal sagen würde, dass er nichts wissen kann, die Dummheit liegt eben in der Natur des Menschen.
„Heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr‘ herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – Und sehe das wir nichts wissen können!“
Aah, welch Erkenntnis und das ganz ohne die Hilfe von oben, ich bin stolz auf dich Fausti.
„Zwar bin ich gescheiter als alle die Laffen, Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen“,
Also an Selbstvertrauen fehlt’s ihm anscheinend nicht.
„Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel, fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel“
Lobenswert, solltest du aber trotzdem.
„Bilde mir nicht ein, was Rechtes zu wissen, bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren, die Menschen zu besser und zu bekehren.“
Ich denk du bist gescheit? Das mit dem Selbstvertrauen nehm ich zurück.
„Auch hab ich weder Gut noch Geld, noch Ehr und Herrlichkeit der Welt“,
Das wird Mephi zu ändern wissen.
„Es möchte kein Hund so länger leben, drum hab ich mich der Magie ergeben.“
Davon hab ich aber noch nix gesehen…
O sähst du, voller Mondenschein, zum letzten Mal auf meine Pein.“
Oh weh, wie kann man nur solche Stimmungsschwankungen haben? Und ich dachte schon die Erzengel seien schlimm! Aber der hier schießt ja nun wirklich den Vogel ab! Der braucht dringend n‘ Mädel oder anderweitige Beschäftigungen.
„Weh! Steck ich in dem Kerker noch! Verfluchtes dumpfes Mauerloch!“
Uuh, mit anderweitigen Beschäftigungen meinte ich nicht die Einrichtung demolieren! Hörst du wohl auf! Der Schrank kann nichts für deine Depressionen! Nimm lieber das Buch, das dort liegt. Nein, ich sagte nehmen, nicht die Lampe drauf schmeißen! Ja, so ist‘s brav.
„Und dies geheimnisvolle Buch, von Nostradamus‘ eigner Hand.“
Jaha, du hast’s erfasst!
„Ihr schwebt, ihr Geister neben mir“,
Oha, du wirst mich doch nicht entdeckt haben?
„Antwortet mir, wenn ihr mich hört!“
Tu ich doch, du hörst mich bloß nicht. Nun schlag‘ schon das Buch auf.  Ach, falsche Seite! Das Zeichen des Makrokosmos bringt dir doch nix. Seufz… immer muss man alles selbst machen.
„Bin ich ein Gott? Mir wird so licht!“
Nein du bist keiner, naja und ich auch nicht, aber das ist ja erstmal zweitens. Bist ja selber Schuld, wenn ich von dir Besitz ergreife. So und nu sei brav und blätter um. Also Willenskraft hast du ja auch nicht wirklich. So, und jetzt schnell wieder raus aus diesem sterblichen Körper, das ist ja widerlich.
„Wie anders wirkt dies Zeichen auf mich ein! Du, Geist der Erde bist mir näher.“
Naja, du wirst dich noch wundern. So nah ist er dir nun auch wieder nicht.
„Wer ruft mir?“
Er hat’s schon immer verstanden ne Show abzuziehen… Flammen, pfff, wie als könnte man damit jemanden erschrecken…
„Schreckliches Gesicht! Weh! ich ertrag dich nicht!“
Okay… ich nehm‘s zurück… Einfältige Menschen…  
„Ein furchtsam weggekrümmter Wurm?“
Ja, sag’s ihm.
„Soll ich dir Flammenbildung weichen? Ich bin’s Faust, bin deinesgleichen!“
An Größenwahn leidest du auch noch?
„Du gleichst dem Geist, den du begreifst, nicht mir!“
Weg ist er. Immer drauf, Fausti ist ja noch nicht verzweifelt genug.
„Nicht dir? Wem denn? Ich Ebenbild der Gottheit! Und nicht einmal dir!“
Du bist kein Gott, sieh’s ein. Wo bleibt denn Wagner? Fausti braucht ne Aufmunterung.
Naja gut, der liegt in der Ecke… wieder mal einen übern Durst getrunken der Gute. Was soll’s spring ich eben ein.
„Verzeiht ich hört Euch deklamieren. Ihr last gewiss ein französisch… nein, ägyptisch, ach was red ich denn hier? Ein spanisch, nein italienisch... ach egal… irgend so ein Trauerspiel? Ich möchte…“
„Wer seid Ihr?“
„Wagner, Euer Schüler natürlich. Erkennt…“
„Schweig! Ich gab ihm einen Schlaftrunk! Außerdem gleichst Du ihm nicht!“
Ups, falsche Gestalt… egal was soll’s.
„Sind Namen nicht Schall und Rauch? Wer braucht schon einen Namen…“
Ok… schlecht gerettet, ich weiß… aber ich bin ja auch nicht Mephi!
„Wie kamst Du hier herein?“
„Durch die Tür.“
„Nicht möglich, ich schloss sie ab.“
„Nein, sie stand offen. Ihr seid wohl schon etwas senil auf Eure alten Tage.“  
„Hinaus mit dir!“
Au, au, au, deswegen musst du mich doch nicht treten! Meine Rache wird furchtbar sein! Verlass dich drauf! Und mit nem Arschtritt kriegst du mich hier sowieso nicht raus, da musst du schon härtere Geschütze auffahren! Auch wenn ich unsichtbar bin, ich bin noch da, muharharhar!!!
„Dieser Junge hat Recht, ich werde alt. Den Göttern gleich ich nicht!“
Hast du’s nun endlich erkannt? Welch Wunder!
„Dem Wurme gleich ich, der den Staub durchwühlt.“
Nana, nun übertreibst du aber. Gut, du kriechst in deinem staubigen Zimmer immer mal auf dem Boden herum, aber deswegen gleich ein Wurm?
„Doch warum heftet sich mein Blick auf jene Stelle? Ist jenes Fläschchen dort den Augen ein Magnet?“
Nein, ist es nicht… eher der Inhalt…
„Ich grüße dich du einzige Phiole“,
Aber nicht doch, bin ich etwa daran Schuld?
„Die ich mit Andacht nun herunterhole“,
Nein, Mephi killt mich, wenn du das tust.
„Du Inbegriff der holden Schlummersäfte“,
Ja, nur das du davon nicht wieder aufwachst!
„Du Auszug aller tödlich feinen Kräfte, erweise deinem Meister deine Gunst!“
Tu noch so, als hättest du das Zeug selbstgebraut.
„Der letzte Trunk sei nun, mit ganzer Seele, als festlich hoher Gruß, dem Morgen zugebracht!“
OKAY PAUSE!!!!
Jetzt wäre ein passender Zeitpunkt einzuschreiten. Das war jetzt lediglich eine dezente Aufforderung an die werten Herren da oben. Sonst ist Eure Wette sowieso hinüber! Nun kommt schon, tut doch mal was! Ich will doch noch was zu erzählen haben! Hey, wie lange soll ich denn noch warten? Sonst habt ihr doch auch immer irgendwelche Engel gleich parat. Ja, ignoriert mich nur! Seufz, alles muss man selbst machen… Wenigstens Mephi könnte sich ja mal blicken lassen.
So, weiter im Text, wenn auch nicht ganz so wie gedacht.
„Haltet ein, Doktor!“
„Er schon wieder! Sagte ich nicht, Er solle verschwinden?“
„Ja, er sagte es, aber ich muss ihn ja retten.“
Hilfe, warum rede ich eigentlich in der dritten Person? Naja bissel geschwollenes Dahergerede hat noch keinem geschadet…
„Retten? Er hält mich von Erlösung ab!“
„Mit Verlaub, was erhofft er sich von der Erlösung? Wissen? Erleuchtung? Sowas gibt es nicht.“
„Immerhin wäre ich heraus aus diesem Elend!“
Gut, das menschliche Leben ist wie eine Hühnerleiter… da hat er schon Recht… Nun helft mir doch mal!
„Christ ist entstanden!“
Na endlich! Wird ja Zeit! Mit der Pünktlichkeit habt Ihr’s ja nicht da oben! Wenn ich auf euch gewartet hätte, wär Fausti nun bei euch… oder bei uns…
„Freude dem Sterblichen“
Da hört er’s. Freuen soll er sich!
„Welch tiefes Summen, welch ein heller Ton zieht mit Gewalt das Glas von meinem Munde?“
Falls du’s noch nicht bemerkt hast, das Glas ist längst weg, ja, mein Verdienst.
Nun ja, die Guten werden ihn schon abhalten noch mal Gift schlucken zu wollen. Ich verschwinde erstmal. Aber glaub mir Fausti, so schnell wirst du meinesgleichen nicht los!
Review schreiben