if our love changes into hatred

GeschichteDrama / P16
21.08.2008
21.01.2010
67
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8
Dieses Kapitel
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if our love changes into hatred...



Prolog




Mit tränennassen Gesicht steuerte ich das Auto, mitten in der Nacht, aus Forks raus… Richtung Seattle um dort den nächsten Flug – wo er auch immer hingehen mochte – zu nehmen.
Ich hatte keine Ahnung wohin mich das Flugzeug hinbringen würde und genauso wenig hatte ich eine Ahnung was die Zukunft bzw das Schicksal noch für mich übrig hat, aber ich hatte eine Gewissheit:

Mein neuer, alter Heimatort Forks würde mir nun kein Glück mehr bringen. Hier würde ich immer und immer weiter zerbrechen bis nichts mehr von mir übrig bleiben würde.

Ohne auf die Landschaft zu achten, blickte ich nun durch das runde Flugzeugsfenster und träumte vor mich hin. Tief hatte ich mich in den weichen Stoff des Sitzes gegraben und versuchte vergeblich die traurigen Gedanken die meinen Kopf vernebelten zu verdrängen.

Doch dies wurde mir verwehrt. Immer wieder umkreisten sie mich und Erinnerungen, die Erinnerungen schossen mir durch den Kopf, ohne anzuklopfen und zu Fragen, ob es gerade passte.

Ich war müde.
Das letzte Mal hatte ich vor zwei Tagen geschlafen. Ich traute mich nicht. Den immer, kaum das meine Augenlider sich schlossen, drangen zu den finsteren Gedanken auch noch die schmerzlichen Bilder durch.

Also blinzelte ich schnell und trank einen weiteren Schluck Cola, um wach zu bleiben. Mein Sitznachbar schnarchte leise. Tief war er in seine Traumwelt eingedrungen. Wahrscheinlich in eine glückliche, wenn auch stressige Welt. Er war Geschäftsmann, hatte er zu mir gesagt, als ich mich neben ihm niederließ. Sein Name war Stefen Paul. Ich hatte nur gelächelt und >>Isabella<<, gesagt.

Nicht Bella. Nicht „einfach nur“ Bella. Bella gab es nicht mehr. Bella starb vor einiger Zeit. Einfach so. Ohne ein Wort.

Es war seine Schuld gewesen.
Diesmal war ich mir sicher.
Es lag nicht an Bella.
Es lag an ihm. Er war Bella´s Mörder und er war Schuld an meinem – Isabellas – Unglück. An meinem Schmerz der wie ein Tornado in mir wütete und meine Gedanken im Kreis drehen ließ.

Schon jetzt spürte ich, wie das Loch mich immer und immer weiter zerfraß und es schien mir, als würde es die ganzen schönen Momente in grauenvolle, schmerzliche Erinnerungen verwandeln. Nur darauf wartend mich völlig zu zerstören, wenn ich wieder an sie dachte.

Ich hatte nichts mehr.

Vielleicht war das auch richtig´? Vielleicht, war es mir einfach nicht bestimmt glücklich zu sein? Vielleicht sollte ich leiden! Für was auch immer… Vielleicht habe ich mir auch ganz einfach mein Glück selber beraubt, indem ich die falschen Entscheidungen im richtigen Moment getroffen habe. Oder die richtigen Entscheidungen im falschen Augenblick…

Allmählich schien es mir, dass ich verflucht war. Nicht irgendein daher gesprochener Spruch sondern tatsächlich verflucht.

Alles was ich anfasste ging irgendwann zu Bruch… und das Glück und die Liebe schienen wie Wasser und meine Hände wie ein Sieb.

Es floss einfach hindurch und nur die großen Brocken blieben wo sie war: Das Pech. Die Wut. Der Hass. Der Schmerz.

Das war das einzige was ich noch besaß. Viele sagten immer, Tränen seien die besten Freunde. Sie würden kommen, wenn alle anderen dich schon verlassen haben…

Aber was war, wenn selbst die Tränen einen im Stich ließen?
Ich besaß keine Tränen mehr. Zuviel hatte ich sie schon vergossen und so war keine mehr übrig, die meine Wangen hinunterflossen konnte.

Als ich nach Forks kam hasste ich den Regen, ehe ich ihn lieben lernte. Nun sehnte ich mich immer wieder nach Regen, der die missenden Tränen ersetzte. Das Gefühl war das gleiche auf meinen Wangen und dem Loch, wo einst ein glückliches Herz geschlagen hatte.

Als ich daran dachte musste ich spöttisch schnauben. Doch es klang eher jämmerlich. Er wollte mir niemals meine Seele rauben. Immer wieder hat er das zu mir gesagt. Er wünschte sich so viel mehr für mich. Ich solle kein ´Monster´ werden, so wie er eins war…

Aber mein Herz; mein Herz riss er mir bereitwillig aus der Brust und zerstach es vor meinen eigenen Augen. Ohne zu zögern hatte ich es ihm in seine Hände gelegt und nun konnte ich mir nur noch die Überreste ansehen.
Die Trümmerhaufen vom dem, was ich einst
´Leben’ nannte…
oder ´Liebe´… ´Hoffnung´… ´Vertrauen´….

Wenn mich einer Fragen würde was liebe wäre, meine Antwort: Schmerz. Nichts als Schmerz. Aber durch ihn hatte ich etwas anderes gelernt.
Etwas, was mir doch noch geblieben war.

*

Sterblichkeit.

*

Erst jetzt verstand ich Rosalies Worte, die dieses Wort mit immerzu mit einem Hauch von Sehnsucht und Respekt aussprach.
Jetzt verstand ich sie.

Und ich verstand, dass sie mich eigentlich nie wirklich gehasst hat.

Sie verstand mich nur nie. Nun kann ich mich selbst auch nicht mehr verstehen.

Wieso war ich bereit alles für ihn zu opfern?

Warum wollte ich meine Familie und meine Freunde hinter mich lassen?

Warum wollte ich ´Unsterblich´ werden?


...
...
Ach ja…

Liebe.

Und was hatte sie mir gebracht? Bis auf Schmerz?

Nichts.
.....

Nie wieder könnte ich für jemanden das empfinden, was ich für ihn
empfand.

Dafür hasste ich mich.

Er hatte mich um Entschuldigung gebeten. Immer wieder.

Aber das änderte nichts.

Jedes Wort; Jeder Blick schien das Loch in meiner Brust nur weiter aufzureizen.

Den alles war eine Lüge.

Er konnte mich nicht lieben.

Es ging einfach nicht.

Und wenn er es doch tat, hatten wir eine unterschiedliche Meinung über dieses Wort. Über dieses Gefühl.
Ich liebte ihn noch immer. Aber dieses Mal war es anders. Alles war anders.

Ich konnte Abneigung ihm gegenüber empfinden.

Ich konnte Wut ihm gegenüber empfinden.

....

Und wenn ich noch ein wenig wartete, dann vielleicht eines Tages auch noch brennenden Hass.

Ich musste nur warten.