Not without Stephen

von Melian
GeschichteAbenteuer / P16
Abby Maitland Claudia Brown / Jenny Lewis Connor Temple Helen Cutter Nick Cutter Stephen Hart
13.08.2008
04.01.2009
12
19278
 
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*** Die hier vorkommenden Figuren sind, bis auf einige Ausnahmen, Eigentum der Macher von "Primeval". Lediglich die Geschichte hier ist meine, denn laut Infos zur dritten Staffel wird das so,wie es hier zu lesen ist, nicht stattfinden. ***

Um die Story zu verstehen, sollte man die zweite Staffel komplett gesehen haben, da ich daran anknüpfe.

1.
Stephen schloss die Augen. Sein letztes Bild, was er vor Augen hatte, war das entsetzte Gesicht von Nick, wie er durch die eben verschlossene Tür starrte. Das Grollen, Knurren und Brüllen der Kreaturen um ihn wurde immer lauter. Er konnte ihre Bewegungen spüren, ihre Gier und ihr Verlangen danach, ihn sofort zu zerfleischen.
Es sollte ja schnell gehen, dachte sich Stephen. Sie werden nicht lange brauchen, um nichts mehr von mir übrig zu lassen. Ein schwacher Trost. Ihm zitterten die Knie. Er spürte ein Kribbeln auf seinem Gesicht. Etwas schien ihm ganz nah zu sein. Er wollte nicht nachsehen. Er kniff die Augen fester zusammen und ließ sich nach hinten fallen.
Er hörte, wie die Kreaturen laut aufbrüllten. Ein ohrenbetäubender Lärm. Fauchen, Zischen und immer lauter werdendes Gebrüll. Es war, als ob die Kreaturen bereits auf einander losgingen.
Doch Stephen fiel. Er fiel immer weiter. Hätte er den Boden nicht schon längst erreichen sollen. War es etwas so schnell gegangen und er war bereits tot? Fühlte sich der Tod so an? Ein scharfer Luftzug zerrte an seiner Kleidung und seinen Haaren.

Mit ausgebreiteten Armen klatschte Stephen auf die Wasseroberfläche. Erschrocken zuckte er zusammen. Er riss die Augen auf und versuchte schnellstmöglich an die Oberfläche zu gelangen. Als er auftauchte holte er tief Luft und schaute sich verstört um. Er strampelte mit den Beinen wie ein Hund im Wasser, um nicht unterzugehen. Ein kleines Stück entfernt erblickte er das Ufer und schwamm wie ein Irrer drauf los. Raus hier, nur raus aus dem Wasser, waren seine Gedanken. Warum Wasser? Was war gerade passiert?
Keuchend erreichte er das Ufer. Kahl, mit einem steinigen Strand, wenige karge Vegetation. Es schien wie eine Art Wüste zu sein, vielleicht in Vulkannähe, dem Gestein nach zu urteilen. Stephen ließ sich erschöpft auf den steinigen Boden nieder. Er blickte sich um, sah über den See, aus dem er soeben entkommen war. Gigantisch, sein Ufer am anderen Ende konnte er kaum ausmachen. Still lag das Wasser vor ihm. Seine verursachten Bewegungen im Wasser ebbten langsam ab, bis sie schließlich ganz verschwunden waren. Wo war er?

Dann sah er es. Ein kleines Funkeln auf de Wasseroberfläche. Wie ein Glaskristallzapfen am Weihnachtsbaum. Sein Blick ging immer höher. Und da war sie. Die Anomalie. Direkt über dem See.  Und sie wurde immer schwächer. Sie war gerade dabei, sich aufzulösen. Etwas unschlüssig darüber, ob er sich über seine Rettung freuen sollte oder nicht, mußte Stephen lächeln. Er hatte es geschafft. Er war dem sicheren Tod entkommen. Aber wo war er und wie sollte er hier wieder fortkommen? Gerade als das letzte Funkeln der Anomalie aufleuchtete, schoss eines der Raptoren hindurch. Mit einem lauten Klatsch landete es im Wasser. Erschrocken sprang Stephen auf. Der Raptor schoss wieder an die Oberfläche, fauchte und gab hohe grelle Laute von sich. Es schien Stephen, als würde er um Hilfe schreien. Immer wieder tauchte er unter. Und jedes Mal kam er ein Stück weniger weit wieder an die Wasseroberfläche. Stephen stand am Rande des Sees und sah dem Tier beim sterben zu. Er fühlte nichts dabei. Sollte er Mitleid haben? Sollte er wohlmöglich sich Gedanken machen, wie man das Tier hätte retten können?

Als das Wasser wieder still geworden war, drehte Stephen sich um und schritt langsam auf eine nah gelegene Anhöhe zu. Das Gestein wurde größer, felsiger und immer mehr bestätigte sich seine Vermutung, das es sich um Lava, bzw. Vulkangestein handelte. Die Mischung aus rot, braun und schwarz erinnerte ihn an seinen letzten Urlaub auf Lanzerote. Den Rand der Anhöhe erreichend, blickte Stephen sich um. Jetzt war er sich sicher, das es Vulkangestein war. Denn der See, in der er gefallen war, war der erloschene Krater, der sich im Laufe der Zeit mit Regenwasser gefüllt haben muss. Hinter der Anhöhe ging es stetig bergab, bis schließlich ein dichter grüner Urwald am Rande des Vulkans begann.
Stephen ließ den Blick schweifen. Es waren wenige Geräusche zu hören. In der Ferne glaubte er etwas wie Vogelgesang zu hören. Weit über dem Urwald flog etwas in Kreisen, bis es im dichten Grün verschwand. Dann hörte er Affenlaute. Doch sie schienen ihm etwas fremdartig. Ähnlich eines Schimpansen, doch noch etwas leiser und ... Er mochte den Gedanken gar nicht recht wahr haben... menschlich?
Er entschied sich, den Vulkan zu verlassen und machte sich an den beschwerlichen Abstieg. Er versuchte, so wenig wie möglich vom Vulkangestein loszutreten. Wenige kleine Steinbrocken schossen lawinenartig den Hang hinab. Mit lautem Krachen prallten sie schließlich am Waldrand gegen größere Felsbrocken und Baumstämme. Kurzzeitig verstummte die Laute der Affen, bis sie dann jedoch wie zuvor weiter ertönten. Langsam näherte sich Stephen dem Waldrand. Als er schließlich angekommen war, setzte er sich auf einen großen Felsen und atmete tief durch. Reinen Sauerstoff schien ihn zu durchströmen. So klare Luft hatte er seit seinem letzten Besuch seiner Großeltern auf dem Land nicht mehr gesprüht.

Und dann ebbten die Affenlaute plötzlich ab. Ein Rascheln vor ihm ließ ihn hochschrecken. Da war etwas, was ich ihm näherte. Er konnte die Augen förmlich spüren, die auf ihn gerichtet waren. Er sah sich suchend um und ergriff einen abgebrochenen Ast, der neben den Felsen lag. Geduckt hockte er nun hinter dem Fels und starrte gebannt auf das Dickicht. Kleine, wild behaarte und geduckt gehende Kreaturen kamen zwischen den Bäumen hervor. Ihr Gesicht schien mehr dem eines Affen, als eines Menschen. Doch der Körperform nach glichen sie doch mehr einem Mensch. Konnte das sein? Die menschlichen Vorfahren? Eventuell sogar echte Neandertaler? Langsam richtete Stephen sich auf. Den Stock ließ er instinktiv lässig neben sich in der Hand, jedoch noch hinter dem Fels versteckt. Als die Kreaturen Stephen entdeckten, gaben sie aufgeregte Laute von sich. “Wooh” “Baah” “Uhh” Stephen mußte unweigerlich schmunzeln. Diese Laute erinnerten ihn mehr an Conner´s verzweifelten Versuch, Abby vorzuführen, wie er sich angeblich mit einem Schimpansen unterhalten hatte.

Sie schienen ihm nur knapp bis zu Hüfte zu gehen. Und in ihrer gebückten Haltung waren sie kaum größer als 1 Meter. Stephen kamen sie nicht bedrohlich vor. Ehr neugierig und aufgeregt. Einige wenige blieben im Schutz der Bäume, doch die meisten, vielleicht waren es 10 - 12 Kreaturen, kamen immer mehr auf ihn zu. Stephen entschied sich, einfach still zu stehen. Er war ihnen an Größe überlegen, doch sie waren deutlich an der Überzahl. Vielleicht war es der Urinstinkt des Menschen, vielleicht auch nur seine seelische Verfassung, die ihn dieses, für ihn ehr untypische Vertrauen in die Kreaturen geben mochte. Er stand nur da, aufrecht, den Ast leicht hinter seinem Bein versteckt. Er bemühte sich, keinem länger als nötig in die Augen zu sein, sondern ließ seinen Blick zwischen ihnen wanderen. Sie hatten ihn umkreist. Mit ca. 2 Meter Abstand standen sie um ihn herum. Ein kräftig aussehendes, an seinem Gemächt erkennbares Männchen kam dann direkt auf ihn zu. Es blieb nur kurz vor ihm stehen. Es gab beschwichtigende Laute von sich. Es duckte sich immer mehr und tippte ihn dann immer wieder mit seiner Hand an. Sie zeigten sich unterlegen, dachte Stephen. Sie sind zwar in der Überzahl, doch scheinen sie anzunehmen, ich wäre ihnen überlegen. Stephen räusperte sich, was zur Folge hatte, das alle inne hielten. Er versuchte die Laute des Männchens nachzuahmen. Darauf stimmte das Männchen mit ein und im nächsten Augenblick schien die Sache geklärt zu sein. Die ganze Gruppe trollte sich und ging zurück in den Wald. Einige drehten sich immer wieder zu ihm um und hielten kurz ihren Arm in seine Richtung. Sie schienen ihn sozusagen einzuladen, mit ihnen zu kommen. Stephen war sich etwas unsicher, was er tun sollte. Sollte er etwas einfach mit ihnen gehen? Waren sie wirklich eine Vorart des Menschen? Was wäre, wenn es Kannibalen waren? Angesichts seiner Verfassung, die man mit den Worten “ völlig fertig” beschreiben konnte, ging Stephen auf das Angebot ein. Vorsichtig bahnte er sich seinen Weg durch die satt grüne und dichte Vegetation. Fasziniert beobachtete er, wie die Kreaturen vor ihm her gingen. Einige schon fast aufrecht, einige noch ab und an auf allen Vieren.

Nach einem kleinen Fußmarsch kamen sie an etwas, was wie eine Lagerstätte aussah. Zwischen den Bäumen waren viele kleine und große Felsbrocken aufeinander gestapelt. Wie ein Wall. Und es schien wie eine Art Kreis. An zwei Stellen waren Öffnungen. Der Boden war mit Asten und Blättern übersäht. Wie eine luftig elastische Matratze. Überall in den Steinwall waren lange Zweige mit dichten Blättern dran gesteckt. Er hatte es von Außen kaum erkannt. Das war die perfekte Tarnung. Immer mehr Zweige und Blätter wurden von allen Seiten herrangeschafft und ihm vor die Füße geworfen. Dann sah Stephen, wie immer mehr Kreaturen sich auf zusammengerafften Blätterhaufen niederließen. Bis schließlich nur noch er und das große Männchen in der Mitte des Kreises standen. Doch halt, als Stephen sich umsah, entdeckte er an den Ein- und Ausgängen des Steinwalls einige kleinere Männchen. Sie hielten scheinbar Wache. Wie gut ihr organisiert seid, dachte Stephen. Wirklich erstaunlich.

Ob er schlafen konnte und wollte, wusste Stephen nicht, jedoch machte er sich in einer nicht besetzten Ecke sein Lager zurecht und setzte sich, mit dem Rücken an die Steinmauer gelehnt, auf den weichen Boden.  Er schloss kurz die Augen und atmete tief ein. Als er die Augen wieder öffnete, sah er, wie jetzt auch das große Männchen auf ein Lager in der Mitte des Kreises stieg und sich hinlegte. Sein Vertrauen in die Wachen schien groß zu sein, denn es schloss sofort die Augen. Um Stephen herum war kurz darauf nur noch leises gleichmäßiges Atmen zu hören. Ob es das war, oder vielleicht das eben Erlebte, Stephen konnte es nicht sagen, was seine wirren Gedanken auslöste. Was würde nun passieren? Wie konnte er wieder zurück kommen? Er mußte unbedingt eine neue Anomalie finden. Er mußte versuchen, so schnell wie nur möglich wieder in seine Zeit zurück. In diese Gedanken versunken spürte er eine tiefe Erschöpfung aufkommen,  ließ den Kopf langsam nach hinten sinken und viel in einen traumlosen Schlaf.
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