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Geteilte Gefühle

von Antari
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
12.08.2008
20.08.2008
10
13.944
 
Alle Kapitel
42 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
12.08.2008 858
 
Hey,
das ist meine erste Geschichte und mich interessiert, wie ihr sie findet und ob ich weiter schreiben soll. Über Reviews würde ich mich freuen. Die Charaktere sind nicht meine eigenen, sondern aus dem Großstadtrevier übernommen. Und jetzt viel Spaß beim Lesen!
Antari

Allein

Katja Metz schloss ihre Wohnungstür hinter sich und lehnte sich erschöpft dagegen. Was war das wieder für ein Tag gewesen! Mara Bishof hatte versucht, Dirk umzubringen, da sie glaubte, er hätte vor Jahren ihren Bruder bei einem Polizeieinsatz erschossen. Dabei war es ihr Freund gewesen, bei dem sich im Eifer des Gefechtes der tödliche Schuss gelöst hatte. Es war schon seltsam, wie das Leben manchmal spielte. Katja mochte gar nicht daran denken, was Dirk alles hätte passieren können. Sie öffnete eine Flasche Wein, schenke sich ein Glas ein und setzte sich auf die Couch. Unwillkürlich musste sie an Ben denken und an die Zeit, als er noch bei ihr gewohnt hatte. Jeden Abend hatten sie sich um das Fernsehprogramm gestritten, jeden Morgen darum, wer als erster ins Bad durfte und jeden Tag über seine Sachen, die in der ganzen Wohnung verstreut waren. Nun hatte er eine neue Wohnung und Katja war wieder Herrin über ihr eigenes Reich. Doch wie sie nun allein auf der Couch saß musste sie sich eingestehen, dass sie es nicht so genoss, wie sie gedacht hatte. Ein kleines bisschen hatte sie sich an Ben gewöhnt, an seine Anwesenheit und sogar an seine nervigen Sprüche. Vermisste sie ihn vielleicht sogar?
‚Unsinn’ dachte Katja und wischte diese Gedanken schnell aus ihrem Kopf, ‚es ist gut so, wie es ist.’

Zur selben Zeit saß Ben ebenfalls zu Hause und betrachtete seine neue Wohnung. Sie war wohl noch etwas kahl, zum Aufhängen von Bildern war er noch nicht gekommen. Doch die Möbel standen schon an ihrem Platz und es wirkte alles bereits sehr wohnlich. Nur ein Zimmer war noch fast leer. Denn eigentlich, fand Ben, war diese Wohnung viel zu groß für ihn alleine. Doch die gute Lage und die sehr günstigen Konditionen hatten schließlich den Ausschlag gegeben. Und einen kleinen, winzigen Moment lang hatte er gehofft, dass Katja vielleicht… Aber es war ja Quatsch, sie war so froh gewesen, als er endlich auszog, da wäre sie bestimmt nicht mit ihm hier eingezogen. Irgendwie hatte es Ben einen Stich gegeben, dass sie so erleichtert über seinen Auszug war. Er hatte die Wochen mit ihr genossen, war froh gewesen, nicht mehr allein zu sein. Abends hatten sie sich immer noch über den Tag unterhalten und am Ende waren sie doch wirklich gut miteinander ausgekommen. Aber nun war es vorbei mit dem WG-Leben. Ben seufzte. Warum musste es mit seiner Kollegin nur immer so kompliziert sein?

Als Katja am nächsten Morgen in die Wache kam, war Ben schon da und kochte Kaffee.
„Morgen, Katja. Willst du auch einen?“
Sie nickte und er reichte ihr eine Tasse. „Danke. Hat Dirk schon irgendwas gesagt, was heute anliegt?“
„Ja, eine Frau Plischke hat angerufen, ihr Nachbar wäre letzte Nacht mal wieder so laut gewesen.“
„Ach, schon wieder?“ Katja rollte mit den Augen.
„Kennst du sie?“
„Ja, eine alte Dame, die hat schon mehrmals angerufen. Aber in der Wohnung ihres Nachbarn haben wir nie jemanden angetroffen. Manchmal glaube ich, sie sucht nur nach einem Grund, dass mal wieder jemand von uns vorbei kommt. Wahrscheinlich ist sie sehr allein und daher ein bisschen komisch.“ Katja hielt kurz inne. „Hoffentlich krieg ich nicht solche Macken, wenn ich mal alt bin.“
Ben grinste. „Keine Sorge, ich pass schon auf dich auf.“
Katja sah von ihrem Kaffee auf. „Ich glaube nicht, dass wir dann noch zusammen auf Streife fahren. Oder willst du am Krückstock den Verbrechern hinterher humpeln?“
Ben sagte nichts, sondern sah Katja nur lächelnd an. Mein Gott, was hatte sie schöne Augen! Er konnte fast jeden der kleinen goldenen Funken beobachten, die so oft in ihren Augen aufblitzten. Leider taten sie das meistens, wenn sie wütend auf ihn war. Trotzdem erwischte er sich immer wieder dabei, wie er in ihren Augen versank.
Katja war verwirrt von dem intensiven Blick, den ihr Kollege ihr zuwarf. Sie hatte sich schon auf eine nervige Antwort gefasst gemacht. Sie wollte aufstehen, ihm nicht mehr in die Augen sehen müssen, doch irgendetwas hielt sie davon ab. Vielleicht war es die Wärme, die plötzlich in ihr aufstieg und sie den gestrigen einsamen Abend fast vergessen ließ.
In diesem Moment öffnete sich die Tür des Aufenthaltsraumes und Dirk trat herein. Katja sprang erschrocken auf, als hätte man sie bei etwas ertappt. Doch Dirk schien nichts zu bemerken.
„Hey, ich dachte, ihr wärt schon bei Frau Plischke.“
„Wir wollten gerade los“, sagte Katja eilig und nahm ihre Jacke vom Stuhl. Ben stand ebenfalls auf und ergriff den Autoschlüssel. Doch Katja streckte ihm die Hand hin. „Ich bin dran, gib mir die Schlüssel.“
Aber Ben lachte nur. „Hol sie dir doch“, rief er und lief hinaus.
„Na warte, das wirst du bereuen.“ Katja folgte ihm und ließ Dirk zurück, der ans Fenster trat und die beiden beobachtete. Katja versuchte noch, Ben einzuholen, doch der war schon an der Fahrerseite eingestiegen. Dirk grinste und ging wieder zurück in sein Büro.
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