Ôkami Girl

von Kuga-san
GeschichteAllgemein / P12 Slash
03.08.2008
07.12.2008
8
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Disclaimer: Die (meisten) Charaktere (99%) gehören nicht mir, sondern Sunrise. Diese Geschichte ist reine Fiktion. Jegliche Ähnlichkeiten mit Personen und Ereignissen sind nicht beabsichtigt.

1. Kapitel

Durch die dunklen Gassen Tsukimoris wandelte eine Gestalt. Es war das Mädchen aus der Klinik. Sie trug jetzt jedoch nicht mehr die türkisgrüne Krankenhauskluft, sondern war mit einem braunen Rock, einem weißen Kapuzenpulli und einer dunkelblauen Bomberjacke der Fuuka Uni bekleidet. Die beiden Männer waren so freundlich gewesen, ihr die Klamotten zu überlassen, bevor sie die Jugendliche am Strand vor Tsukimori rauswarfen. Ehe sie losging, erklärten sie ihr noch, wo genau ihr Kontaktmann wartete und wie sein Name war.
Mit dieser kargen Information irrte sie umher.
Ihre Augen scannten die Umgebung. Um sie herum standen hohe Mehrfamilienhäuser, die einen dunklen Schatten warfen. Der Boden war vom letzten Regen noch aufgeweicht und gab bei jedem Schritt ein schmatzendes Geräusch von sich. Die Pfützen, die sich aus Öl und Wasser auf dem Weg gebildet hatten, schimmerten lila-grünlich. Der beißende Gestank von Müll lag in der Luft. In dieser Stille drang plötzlich ein leises Wimmern an ihr Ohr. Zunächst hielt sie es für ein Tier, aber je näher sie kam, desto menschlicher hörte sich die Stimme für sie an. Und dann, einige Meter vor ihr, inmitten der dunklen Gasse, stand ein kleines Mädchen, das sich schluchzend versuchte, die Tränen mit ihrem Ärmel wegzuwischen. Sie schätzte die Kleine auf sieben. Aber was machte ein siebenjähriges Mädchen alleine in einer dunklen Gasse? Sie lief rüber und kniete sich vor sie. “Hey”, sprach sie es mit beruhigender Stimme an. Die Kleine sah auf und starrte sie unsicher und ängstlich an. Ihr schluchzen war verstummt. ‘Ah...toll...was jetzt?’, dachte sich das blauhaarige Mädchen. Sie hatte keine Ahnung, wie sie mit der Kleinen umzugehen hatte. Aber irgendwas in ihr sagte ihr, sie müsse sich um sie kümmern. “Suchst du deine Mutter?” Die Siebenjährige nickte stumm.
“Komm ich helfe dir sie zu finden.” Schüchtern nahm das Kind die angebotene Hand.
Sie waren gerade ein paar Schritte gegangen, als die siebzehnjährige ein ungutes Gefühl überkam - als ob sie jemand beobachtete. Ein Schatten huschte hinter ihnen um eine Ecke.
‘Sind sie schon hier?’, fragte sie sich und Schweißperlen bildeten sich auf ihrer Stirn. Auch das Mädchen schien ihre Aufregung zu spüren. Und wieder hörte sie Schritte. Schnell nahm sie das Mädchen auf ihren Arm und rannte in Richtung Hauptstraße. Die kleinen Lichter der Reklametafeln kamen immer näher, doch bevor sie ihre Silhouetten in ihr freundliches Licht tauchen konnten, versperrte ein breitschultriger Mann in schwarzem Anzug den Weg. Sofort machte sie kehrt, doch auch der Rückweg war von ihren Verfolgern blockiert.
Ihre grinsenden Fratzen blickten hochmütig auf sie herab. “Haben wir dich”, lachte einer von ihnen. Sie trat zurück. Mit dem Rücken an der Wand und einem weinenden Kind auf dem Arm, wusste sie sich nicht anders zu helfen. “Halt dich gut fest und mach die Augen zu!”, befahl sie dem Mädchen. Damit erschien in ihrer Hand eine Pistole. Sie hatte Ähnlichkeiten mit einem Mini-Revolver. Doch anstelle der gewöhnlichen Trommel, saß eine Kugel, in der sich die Patronen befanden. Die Männer zogen ihre Waffen und eröffneten das Feuer. Mit geschickten Bewegungen wich sie dem Kugelhagel aus und flüchtete sich mit der Kleinen hinter einen großen Container. Die Kugeln schlugen in den grauen Stahl ein. Bei der erstbesten Gelegenheit erwiderte sie die Schusssalven - nur, dass ihre Schüsse trafen.
Einer nach dem Anderen fiel und ihr weg war frei. Schließlich stand sie auf dem großen Fußgängerweg bei der Hauptstraße und ließ ihre Waffe verschwinden.
“Geschafft”, seufzte sie und stupste das Mädchen auf ihrem Arm an, das sich noch immer verstört an ihr festklammerte und die Augen zukniff, “Die Luft ist rein.”
Einige Meter weiter stand ein Polizist vor einer Polizeibox, dem für Japan typischen kleinen Gebäude eines jeden Distrikts. Als er die beiden Mädchen sah, ahnte er schon, dass etwas nicht stimmte und lief deshalb zu ihnen rüber. “Ah, kann ich vielleicht helfen?”, fragte er im höflichsten Japanisch. Die Ältere musterte ihn erstmal bevor sie antwortete. “Sie hat ihre Mutter in der Menge verloren. Ich habe sie da hinten gefunden.” Der Polizist spähte in die Richtung, in die sie deutete.
“Gotou-san, was ist hier los?”, rief ein schlanker, großgewachsener Mann von der Tür des Polizeigebäudes aus. Der Polizist drehte sich um. In seinen Augen konnte man den Respekt vor diesem Mann erkennen. “Ein Mädchen, das sich verlaufen hat, Herr Inspektor!” Der Inspektor lehnte mit verschränkten Armen an der Tür. “Kommt mit nach drinnen”, nickte er den Mädchen zu. “Kann ich nicht einfach gehen?”, fragte das ältere Mädchen. Sie hatte wirklich keine Zeit - und schon gar nicht für die Polizei.
“Nein, sie sind eine wichtige Zeugin”, erklärte der Inspektor ernst und nahm die beiden mit ins Haus.
Die Daten des kleinen Mädchens waren schnell verarbeitet und die Eltern ebenso schnell vor Ort. Jetzt war nur noch das ernste Mädchen mit den ungewöhnlichen Fähigkeiten übrig.
Aus ihr wurden die Polizisten nicht schlau. Sie trug weder einen Schüler- noch einen Personalausweis bei sich. Der Inspektor setzte sich an den Schreibtisch und entließ die anderen Anwesenden. “Wie lautet dein Name?”, fragte er seufzend. “...” Keine Antwort. “Ich weiß, du hast viel durchgemacht...”, begann er. Sie verdrehte ihre Augen. Versuchte er es jetzt auf die Tour? “Die Leute von Iwazaka interessiert es nicht, was Menschen fühlen...”, fuhr er fort. Ihr stockte der Atem. Woher wusste er davon? “Bist du überrascht?”, fragte er und stand auf. “Ein Bekannter hat mir alles berichtet.” Er zeigte ihr eine Tätowierung an seinem Unterarm. Das Kanji für Erde. Sie kannte diese Art von Tattoo. So etwas trugen nur die Leute vom Ichibanchi. “Also, wie ist dein Name?”, fragte er noch einmal höflich.
“Kuga...Natsuki”, antwortete sie grimmig. Der Inspektor seufzte ein weiteres Mal, notierte sich aber nichts. “Du hast großes Glück gehabt, Kuga-san.” Sie wusste zwar nicht, was er damit meinte, aber nickte dennoch. Sie wollte nichts weiter, als ihre Ruhe haben. Er drückte auf einen Knopf und nach kurzer Zeit stand ein anderer Mann mit chinesischem Aussehen und kurzgeschorenen braunen Haaren im Raum. “Das ist Yamada, deine Kontaktperson.” Natsuki zweifelte an der Richtigkeit des Namens und musterte ihn kritisch. Hinter einer kleinen Brille funkelten zwei tiefschwarze Augen. “Leider waren Smith’s Männer schneller als ich”, meinte der Informant trocken. Es schien ihn nicht weiter zu rühren, dass sie in eine Schießerei geraten ist. Der Inspektor räusperte sich. “Ja...Yamada hat mich angerufen, bevor du hier aufgekreuzt bist.” Ungeduldig tippte Natsuki mit ihrem Fuß auf den Boden. “Und für was braucht mich der District 1?” Der Inspektor wirkte erst überrascht, kam dann aber schnell wieder zur Besinnung und kramte in seiner Schreibtischschublade herum. “Wir brauchen dich, weil du jemanden überwachen sollst. Hier ist das Foto...”

TBC.

A/N: Dieses Kapitel war schwer zu schreiben. Normalerweise sind meine Stories länger und aufregender. Ich hoffe, ich kriege die Kurve noch^^