Sie nannten ihn Hexer

von attack09
GeschichteKrimi / P18
Hermine Granger Severus Snape
29.07.2008
03.09.2008
16
105253
116
Alle Kapitel
391 Reviews
Dieses Kapitel
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A/N: Danke für eure vielen Vorschläge. Ich habe jetzt ein Datum für die nächste Story: es ist der 29. September. Es ist – natürlich! – wieder eine SSHG-Story und ehrlich gesagt, knabbere ich bereits jetzt ein wenig an den Fingernägeln vor Nervosität, weil ich damit ein Experiment gestartet habe.


Es wird ein klassischer Whodunnit-Krimi/Mystery, dunkler, düsterer als der Hexer. Und obwohl ich weiß, dass viele von euch nicht wirklich auf Krimis stehen, hoffe ich doch, allein durch das Pairing (fg!) auch damit wieder euren Geschmack zu treffen.



CookieAngelMalfoy: …Kopfkratzverwirrt bin… ähm, Cookie? Findest du wirklich, dass der 18.10. Anfang Oktober ist? Na ja, alles eine Frage der Einstellung, oder? Lach… ja, auf Teddy kann man sich verlassen, der bringt alles auf die Reihe… und Sev und Mione stellen sich auch nicht gerade dämlich an…

Caro: ich wollte eigentlich niemanden zum Weinen bringen… wow! 17. Hochzeitstag? Ehrlich, ich würde das Datum schon deshalb nehmen, aber der 13. September ist schon nächste Woche, das ist leider zu zeitig… bitte sei nicht böse.

ChiliRockzZ: ja, er hat Teddy kennen gelernt und war auch noch ziemlich nett zu ihm, aber er hatte Tonks ja auch versprochen, sich um den Winzwolf zu kümmern… und Minerva haben einfach auch eine Menge Gewissensbisse gequält…

poprockstar: 1. Arbeitstag, hm? Ok, da kannst du dann schon zwei chaps lesen. Es wird wieder eine SSHG Story… (was sonst?!)

Punk Princess: hm… nette Daten, Shari, aber… also ehrlich, Kimi Raikkönen? Lol… Teddy Lupin wird übrigens in jeder meiner längeren Stories auftauchen, ich mag den kleinen Kerl nämlich auch sehr gern…

Sille77: das stimmt, er ist immer noch ein sturer Bock, aber diesmal muss er sich was einfallen lassen, um ein „Ich und Hermione“ draus zu machen – aber hey, er ist schließlich ein Oberslytherin, oder?! :D

Ice-Queen: die gälischen Worte – ich habe ein Wörterbuch, in dem auch ein paar Phrasen drin stehen, den Rest hab ich mir zusammengebastelt (ich behaupte also nicht, dass alles perfekt stimmt…) Ja, man könnte Chief Aspen wieder auferstehen lassen, obwohl das bestimmt schwierig werden dürfte, aber so ist es wahrscheinlich auch in Ordnung, hoffe ich…

Miss Maria Collins: du bist so süß, weißt du das? Nein, Mitte Oktober gilt nicht, aber das macht dir hoffentlich nichts aus, und das Datum steht schon fest… und Sev hat solche Angst vor dir, dass er sich ständig hinter meinem Rücken versteckt…lol…

mowitch: …rotwird… kann man sich echt Nebencharas patentieren lassen? Lach… ich habe übrigens beschlossen, Teddy in jeder meiner längeren Stories auftauchen zu lassen, ich liebe den Winzwolf einfach… und Coryn Hope? Die basiert auf einer realen Person, schon allein deshalb ist sie cool…

Dwynwen Moloney: ich weiß, ich war arg an der Kitschfront beschäftigt, aber ich brauch das einfach immer zum Schluss… 18.09.? lach… also für mich ist das doch eher Mitte September… wie alt wirst du denn, wenn ich fragen darf?

Sev: ähm, ja, hier ist Schluss. Aus. Ende. Vorbei… Mit Fortsetzungen hab ich es nicht so, obwohl ich über eine Art Sequel zu der Schlange nachdenke… Die nächste Story wird selbstverständlich SSHG…(Überraschung, Überraschung…) Gälisch, hm? Ich finde diese Sprache gleichzeitig völlig verrückt und cool – sie wird nicht einmal annähernd so ausgesprochen wie sie geschrieben wird…lol…

sweetwhisper: deine Worte treiben mir regelmäßig die Röte ins Gesicht, aber weißt du was? Ich mag sie trotzdem… biggrin

Verdandi: ähm, ja, das mit dem herzlosen Miststück glaube ich jetzt mal noch nicht so, aber mal sehen, wie du dich so als Bundeskanzlerin machst… ich hoffe nur, du trägst dann nicht auch so hässliche Klamotten… du schmeißt hier so vertraut die nordischen Namen durch die Gegend – hast du eigentlich einen Bezug dazu? Wenn ja, wird es dich freuen, in der nächsten Story auf alte Bekannte zu treffen… lach… ich sehe, du übst schon deine künftige Politikerrolle ein: manisches Gelächter, irrer Blick…

Ballin: …attack schwebt mit verklärtem Lächeln durch ff.de… Strafarbeit? Hm? Oh, ja, das…!!! Du hast es wieder mal geschafft… ich renne mit einem Grinsen durch die Gegend, welches schon verboten gehört – es sieht garantiert völlig abartig aus… also am 20. 10. ist die neue Story schon mittendrin, aber das Stück Torte nehme ich dann trotzdem gern…

JulieLupin: hm, also ich lass mir da gar nichts einfallen, das kann unsere Oberschlange schon selbst machen – aber ich verspreche dir, der knuffige Winzwolf spielt eine hauptsächliche Rolle dabei…

ophokles: wat´n Name! Ist das griechisch? Auf jeden Fall freue ich mich, dass dir die Story gefällt!

AlansSuende: hast du schon mal versucht, Pringles zum Frühstück zu essen? Bäh, ich hab´s versucht, aber es ist nicht das wahre… Heilig Abend? Oh, das ist gaaaaaanz knapp am geforderten Datum vorbei… lach… aber gut zu wissen, vielleicht haue ich Weihnachten einen netten, kleinen OS raus… ähm… ich glaube, Sev mit Teddybär im Arm wäre dann doch sehr… gewöhnungsbedürftig… ja, das letzte chap, aber… na ja, siehe A/N… :D

IsabellaCullen: Sarah, schön, wieder von dir zu hören! 10 Stunden? Hast du ein Hermione-Komplex und nutzt einen Zeitumkehrer? Heftig, heftig. Nun ja, wie dem auch sei… ich freue mich immer über deine Reviews, und ich denke, der Termin für die nächste Story kommt dir entgegen…

EclaireRiddle: lach… so viele Geburtstage – und kein einziger davon ist deiner… aber egal, ich hoffe, du bleibst dabei, auch wenn ich Ende September wieder durchstarte…

Vinkona: fg… immerhin hast du es gemerkt, oder? Und außerdem ist es auch wirklich nur für Insider verständlich mit unserem geliebten Medichief – aber dafür gehörst du ja zum Rudel und giltst als Insider… :D


Das letzte Chap ist Miss Maria Collins gewidmet.







16. Kapitel


Tag 20, Freitagmorgen

Hermione mochte ihr kleines Haus am hinteren Ende von Hogsmeades Hauptstraße. Sie hätte auch in Hogwarts wohnen können, wie die meisten der Professoren es taten, aber sie bevorzugte eine gewisse Privatsphäre, und so war es ideal. Nah genug am Schloss, um jederzeit erreichbar zu sein, aber gleichzeitig weit genug entfernt, um halt nicht jederzeit erreichbar zu sein.

Je nachdem, ob es sich um einen echten Notfall handelte oder nicht.

Das Haus war schmal und so winzig, dass es sich trotz zweier Stockwerke auf gerade einmal 60 Quadratmeter ausbreitete. Für sie war es ausreichend. Unten befanden sich ihr Wohnzimmer, Küche und Bad, oben Arbeits- und Schlafzimmer. Absolut perfekt.

Ein Garten breitete sich nach hinten aus, und noch ein paar Schritte die Straße hinunter befand sich der Wald. Das Haus gehörte Aberforth, doch da er es nicht brauchte, vermietete er es gerne an die junge Professorin, die er schon als Schülerin gekannt hatte.

Es war kaum zehn Uhr, als Hermione vor ihrem Haus einen Riesenradau hörte, der nur von einer Person, die sie kannte, verursacht werden konnte. Sie seufzte und schob ihre Schuljahresvorbereitungen zur Seite, öffnete das Fenster und sah hinaus.

„Teddy Lupin“, sagte sie streng, als sie den heute leuchtend roten Schopf unter sich erspähte. „Was machst du da?“

„Komm mal runter, Mia, los! Es ist furchtbar wichtig, hat er gesagt. Shit, das sollte ich jetzt nicht sagen!“

Sie war verwirrt. „Was ist wichtig? Und wer hat das gesagt? Und warum solltest du es mir nicht sagen?“

„Komm runter, und ich erzähle dir alles. Es geht um Leben und Tod!“

Da Teddys Stimme wirklich sehr drängend war, warf Hermione ihre Feder auf den Tisch und lief die Treppen hinunter. Als sie hinaus kam, saß Teddy seelenruhig auf der Bank vor dem Haus und ließ die Beine baumeln.

Einen Moment lang wurde sie fast zornig, doch wie jedes Mal überkam sie die grenzenlose Zuneigung zu dem kleinen Kerl, der zwar als Waise aufwuchs, doch die Welt mit einer solchen Lässigkeit und Humor nahm, dass sie ihm nie böse sein konnte. Sie ließ sich neben ihm auf die Bank fallen. „Also, schön, erzähl. Was ist so wichtig, dass es um Leben und Tod geht?“

Teddy umklammerte die Kiste, die auf seinem Schoß stand und sah sie aus treuherzigen dunklen Augen an. Er war erst zehn, doch er hatte bereits früh festgestellt, dass Frauen bei diesen Augen dahin schmolzen. „Also, stell dir vor, wenn da jemand ist, der einen anderen so richtig gern hat, ja?“

Das war ja schon mal eine seltsame Einleitung. Und was, um Merlins Willen, war in der Kiste?

„Teddy, was ist los? Hast du Minerva geärgert?“

Der Kleine verdrehte die Augen. Mia war wirklich, wirklich toll, aber sie hatte irgendwie so eine Art Weltretter-Dings, wie hatte Onkel Ron das neulich genannt? Weltrettersyndrom, genau, das war es. „Ich ärgere Tante Minerva ständig, aber nein, du musst jetzt nichts unternehmen. Hör doch mal zu!“

„Okay, ich bin ja schon still. Erzähl weiter.“ Hermione lehnte sich zurück und genoss mit geschlossenen Augen die Sonne.

„Also, wo war ich? Genau, wenn da jemand ist, der jemanden anders gern hat. So richtig, meine ich. Am besten mit Küssen und so.“ Er zog eine Grimasse. Küssen und so war ziemlich eklig, wenn man ihn fragte, aber andererseits auch absolut faszinierend. Er stupste Mia an. „Hey, nicht einschlafen!“

„Nein, ich wollte nur andächtig zuhören. Gibt es in deiner Geschichte auch noch eine Pointe?“

„Eine was?“

Hermione wollte zu einer Erklärung ansetzen, doch er wedelte abwehrend mit seiner Hand. „Egal, ich brauch jetzt keinen ellenlangen Vortrag, sonst vergesse ich noch, was ich sagen sollte. Wollte, ich meine, was ich sagen wollte!“, schob er hastig hinterher.

Die Sache wurde immer mysteriöser.

„Okay, und wenn der eine den anderen so richtig gern hat, aber irgendwie“ – er überlegte kurz – „na ja, eben totalen Mist gebaut hat. Und außerdem auch gar nicht weiß, ob der andere, also, der, den der eine, der totalen Mist gebaut hat, aber den anderen so richtig gern hat, den anderen auch so gern hat, weißt du?“

Hermione war für ihren scharfen Verstand berühmt, doch selbst sie brauchte einige Sekunden, um durch Teddys Schachtelsatz durchzusteigen. „Also, hier geht’s um zwei Leute, die sich lieben? Oder beziehungsweise, der eine liebt den anderen, weiß aber nicht, ob seine Liebe erwidert wird? Und außerdem hat er noch einen Fehler begangen?“

„Hab ich doch grad gesagt, oder?“ Teddy strahlte sie an. „Okay, du hast es kapiert. Und der eine, also der, der auf jeden Fall den anderen gern hat, aber eben solch ein Schnarchzapfen war, wenn der nicht weiß, wie er halt den Mist wieder bereinigen soll?“

„Teddy, um Merlins Willen, wo hast du die ganzen Ausdrücke her?“

„Von Ron und George, natürlich. Mann, Mia, echt, du bringst mich voll aus dem Konzept! Wie soll ich den ganzen komplizierten Erwachsenenquatsch hinbringen, wenn du mich ständig unterbrichst?“

Hermione hob abwehrend die Hände. „Ich sag ja schon nichts mehr. Aber ich finde, deine ganze Vorgehensweise wirkt irgendwie Slytherin.“

„Ehrlich? Und ist das gut oder schlecht?“

„Das kann man so pauschal nicht sagen. Vorläufig ist es irritierend. Aber mach ruhig weiter, vielleicht schaffen wir es ja noch bis zum Mittagessen!“

Teddy kratzte sich am Kopf. Es war aber auch schwierig. „Also, jedenfalls hat er keinen Plan, was er machen kann, ja? Und da kommt ihm halt zufällig jemand recht, der den anderen, also den, der keinen Mist gebaut hat, so richtig gut kennt und so richtig gern hat, aber ohne küssen und so, also so einer kommt ihm dann gerade zur richtigen Zeit und am richtigen Ort über den Weg gelaufen.“

Hermione atmete tief durch, hielt sich jedoch zurück. Langsam bekam sie eine Ahnung davon, was hier gespielt wurde, doch sie wollte sich nicht vorschnell irgendwelche Hoffnungen machen. Sie war es leid, Tag und Nacht immer nur an ihn zu denken; es war albern zu glauben, dass ausgerechnet Teddy etwas mit ihm zu tun haben sollte.

„Und dann fragt der eine, der mit dem Mist und so, ob der andere, der mit dem Gernhaben ohne küssen und so, ihm helfen könne. Und der andere ist ein echter Kumpel und sagt ja. Und da bin ich, und du kriegst das hier!“ Er hievte mit einiger Anstrengung die Kiste auf Hermiones Schoß. Ihr fiel erst jetzt auf, dass Löcher in die Kiste gebohrt waren.

„Was ist das, Teddy?“
„Er hat gesagt, dass du bestimmt noch Platz für einen Untermieter hast. Sieh doch mal rein, Mia!“

Hermione öffnete die Kiste. Sie war mit Heu und einer Decke weich gepolstert, und auf dieser Unterlage lag etwas, das bei näher Betrachtung wie ein weiß-schwarz geflecktes, schlafendes Katzenbaby aussah, nur das der Schwanz aussah wie der eines Waschbären – also, schwarzgrau gestreift – und eine Löwenquaste trug. Und wenn die Pfoten des Katzenbabys auch nur annähernd eine Vorstellung gaben, wie groß dieses Tier werden würde, dann…

„Du liebe Güte!“, stieß Hermione aus. „Also, Teddy. Ich finde, du schuldest mir jetzt eine Erklärung! Aber eine richtige, kein solch verdrehtes Zeug mit dem einen und dem anderen.“

„Aber so ist es wirklich!“, beteuerte Teddy und legte sich die Hände auf die Brust.

Hermione war verwirrt. Sanft streckte sie einen Finger aus und strich durch das seidige Fell des kleinen Wesens, das sich dadurch überhaupt nicht stören ließ und weiterschlief. Offensichtlich ein Schlafzauber.

Severus fand, dass jetzt der richtige Zeitpunkt war, den Ignorierzauber zu lösen. Sie hatte ihn auch nur nicht bemerkt, weil der Winzwolf sie zugegebenermaßen reichlich abgelenkt hatte mit seinen konfusen Erklärungen.

„Vielleicht könnte ich ja ein paar Dinge aufklären?“, schlug er mit samtiger Stimme vor.

Hermiones Kopf schoss hoch. Röte stieg ihr ins Gesicht. „Severus!“, murmelte sie und starrte ihn an. Er war wie in alten Zeiten ganz in Schwarz gekleidet, und seine dicke Robe bauschte sich hinter ihm auf, obwohl kein Wind wehte.

Er gab Teddy mit einer Handbewegung das Zeichen zum Verschwinden. Der Junge trollte sich missmutig. Immer, wenn es interessant wurde, musste er gehen.

Severus ließ sich neben Hermione auf der Bank nieder und legte seinen Arm auf die Rückenlehne, jedoch ohne sie zu berühren. „Er ist halb Katze, halb Kniesel, deshalb die großen Pfoten“, erklärte er und nickte zu dem schlafenden Baby.

„Und wird er mal so groß, wie es besagte Pfoten implizieren?“

„Wie ein kleiner Löwe!“, bestätigte Severus fröhlich.

„Der wird mir die Haare vom Kopf fressen. Ich beziehe nur ein Jungprofessorengehalt, das wird eng werden!“

Verdammt, was redete sie da? Severus war zurück von den Toten, und sie hatte nichts Besseres zu tun, als nervös loszuplappern. Hermione hatte das große Bedürfnis, ihren Kopf gegen eine Wand zu schlagen.

Er musterte das kleine Haus, dann schweifte sein Blick über die Katze/Kniesel und blieb schließlich auf ihrem Gesicht hängen. „Warum bist du hier, Severus?“, wagte Hermione zu fragen.

„Du hattest versprochen, mir zu helfen, wenn ich zurückkehren würde“, murmelte er dunkel.

Sie schloss die Augen. „Das stimmt. Aber das war noch, als ich davon ausging, dass du freiwillig nach Hause gehst. So jedoch habe ich dich mehr oder weniger gezwungen, und du hast mir recht anschaulich verdeutlicht, was du in einem solchen Fall tun würdest.“

„Gryffindor, Gryffindor!“ Seine Finger schlichen in ihre Haare und begannen abwesend mit den Locken zu spielen. Sie waren so weich wie in seiner Erinnerung, und am liebsten hätte er sich darin vergraben. „Ihr lasst euch doch sonst niemals verjagen, und du hast es offensichtlich auch nicht getan, sonst hättest du nicht da sein und mich retten können!“

„Ja, aber…“

Und du hast einen riesigen Gedächtniszauber vorgenommen und somit meinen Fall abgeschlossen. Chief Aspen ist tot…“

„…es lebe Chief Aspen!“, ergänzte sie.

„Es lebe Severus Snape!“, korrigierte er.

Sein Blick wurde noch dunkler und intensiver. „Ich dachte eigentlich daran, dass du statt eines Untermieters vielleicht ja zwei aufnehmen könntest.“

Hermiones Gedanken begannen genauso zu rasen wie ihr Herz. Severus wollte… er und sie… Sie schnappte nach Luft und stellte vorsichtig die Kiste mit dem Katzenbaby zur Seite, bevor sie sich ihm wieder zuwandte.

„Du meinst nicht zufällig, du und ich…“ Sie brach ab und sah zu ihrem Haus hinüber.

Er nahm ihre Hand und küsste sie. „Genau das meinte ich. Solltest du dich jedoch gegen diese freundlich formulierte Anfrage sperren, müsste ich andere Seiten aufziehen. Dann käme ich in meiner Eigenschaft als Polizeichief. Du bist nämlich eine kleine Diebin, Hermione Granger.“

Ihr schwirrte der Kopf. „Bin ich?“

„In der Tat.“ Seine Hand strich federleicht über ihren Hals und ihre Schulter. „Du stiehlst ständig. Zuerst Baumschlangenhaut, dann Jacken und schließlich… mein Herz.“ Er schüttelte den Kopf. „Ziemlich schwerwiegende Anklagepunkte, finde ich.“

Hermione warf den Kopf zurück und lachte vor Glück und Übermut. „Hast du mir gerade deine unsterbliche Liebe erklärt, Severus Snape?“

„Nun ja, zumindest mit Unsterblichkeit habe ich so die eine oder andere Erfahrung, findest du nicht? Den Rest könnte ich lernen. Ich bin ein ziemlich cleverer Bursche, hat man mir bestätigt.

Und für den Anfang könnten wir uns ja darauf einigen, dass ich derjenige bin, der eine Menge Mist gebaut hat, aber den anderen so richtig gern hat, jedoch nicht weiß, ob das mit dem Gernhaben und so auch erwidert wird. Wie sieht das mit dir aus, hm, Gryffindor? Ich möchte dich nämlich nur ungern unter Zwang in Gewahrsam nehmen, mir wäre es lieber, du begibst dich freiwillig in das kommende Zeugenschutzprogramm.“

„Ich weiß nicht recht, Severus“, sagte Hermione, während sie versuchte, ihr Lachen, welches sich gewaltsam Bahn brechen wollte, zu unterdrücken. „Ich glaube, du redest mir zu viel. Ich kannte nämlich einen Burschen mit dem Teil „küssen und so“, in den ich ziemlich heftige Gefühle investiert habe, verstehst du?“

„Ah, wenn das so ist…ich schätze, dem kann ich abhelfen.“ Severus beugte sich vor, zog sie heftig in seine Arme und vergrub sein Gesicht an ihrer Wange. „Mo gradh ort! Ich dachte schon, du fragst überhaupt nicht mehr danach“, flüsterte er in ihr Ohr, und dann küsste er sie endlich.

SSHGSSHGSSHGSSHG


Teddy Lupin saß neben Hagrid auf den Treppen von Zonkos Süßwarenladen und lutschte sein Eis, während er durch sein Omniglas starrte. Der große Wildhüter, der erst heute Morgen aus Frankreich gekommen war, döste in der warmen Augustsonne vor sich hin.

„Oh, Mann“, stöhnte Teddy frustriert. „Die quatschen die ganze Zeit. Ehrlich mal, man könnte glauben, die haben nichts Besseres zu tun!“ Er stieß Hagrid in die Seite. „Sag doch mal was.“

Hagrid schrak hoch. „Was? Wer? Wovon redest´n du, Kleiner?“

Teddy ließ geistesabwesend Wotan sein restliches Eis fressen. „Na, der schwarze Mann von gestern. Der in Mia verknallt ist und ihr das Baby schenkt.“

Hagrid schüttelte seinen massigen Schädel. Er musste träumen, denn sonst könnte er schwören, dass der Kleine da etwas von Hermione und verliebt und Babys erzählte. „´s gibt keine schwarzen Männer hier, Kleiner. Schon ziemliche Zeit nich mehr“, sagte er. „Un ´s unhöflich, wen mit´m Omniglas zu beglotzen!“, fügte er brummend hinzu.

Der Junge ignorierte den letzten Satz. Er hielt ihm das Omniglas hin. „Da, schau selbst, Großer, wenn du mir nicht glaubst. Da ist ein schwarzer Mann, und er hat Mia ein Baby geschenkt!“

„Ermione is schwanger?“, brummte Hagrid verblüfft und nahm das Omniglas. Dann fuhr er auf. „Galoppierende Gorgonen, ich glaub, mich tritt ein Hyppogreif! Das is ja Snape!“

„Snape?“ Teddy runzelte die Stirn. „Etwa der Professor Snape? Der untote Schulleiter? Der, der einfach nicht in seinem Bild auftauchen will?“

„Scheint mir nich so recht untot zu sein“, murmelte Hagrid, der seine Augen nicht mehr von dem Omniglas reißen konnte. „Muss ´ne Menge verpasst haben in Frankreich, weil Snape und Ermione – die küssen sich grade!“ Das Erstaunen in seiner Stimme war sogar für Teddy hörbar.

„Gib her!“, drängte er und riss seinem riesigen Freund das Omniglas aus der Hand. „Oh, Mann, wollen die sich auffressen? Bäh, Erwachsene sind so eklig! Jetzt stecken sie sich auch noch die Zunge in den Mund!“

Hagrid nahm ihm das Omniglas wieder weg. „´s nix für kleine Jungs“, dröhnte er und erhob sich. „Komm, wir gehen. Professor McGonagall wird schon auf uns warten. Hast du hier jetz alles erledicht?“

„Klar“, murrte Teddy und trottete hinter ihm her, während er sich den Kopf verrenkte, um noch einen Blick auf Mia und den schwarzen Mann zu erhaschen.

Das Leben war unfair. Erst hatte er dafür gesorgt, dass der untote Schulleiter und Mia sich wie im Märchen wieder gefunden hatten, und dann, wenn es richtig spannend wurde, musste er wieder gehen. Den ganzen Weg von Hogsmeade bis zum Schloss erklärte er Wotan, wie gemein das war.

Wotan schien die ganze Sache eher gelassen zu nehmen. Er wedelte freundlich mit dem Schwanz und stupste ihn ab und zu mit der Nase an.

Hagrid schwieg die ganze Zeit, weil er überlegte, dass er jetzt schon wieder einen Brief am Olympe schicken musste, in dem er ihr von diesem Ereignis erzählte. Er seufzte schwer. Das würde wieder eine Menge zerbrochener Federn geben…


Tag 3410, Weihnachtsabend

Der alljährliche Weihnachtsball in Hogwarts war bereits wieder am Überkochen, als er unauffällig in die Große Halle schlüpfte. Eine Weile blieb er im Schatten einer Säule stehen und beobachtete den Trubel ringsumher. Plötzlich schoss seine Hand blitzschnell hervor und packte einen dunkelhaarigen Jungen mit auffallend grünen Augen an der Schulter.

Severus beugte sich hinunter und knurrte drohend: „Mister Potter, wir haben Ihretwegen letzte Woche siebzig Punkte verloren. Ich schlage daher vor, Sie verzichten darauf, den Punsch der Lehrer mit Nasenbluttropfen zu verfeinern!“

„Oh!“ Al starrte erschrocken seinen Hauslehrer an, dann breitete sich ein unheilvolles Grinsen auf seinem Gesicht aus, das Severus fatal an die Weasley-Zwillinge erinnerte. „Ich hatte eigentlich etwas anderes vor, Sir, aber Sie bringen mich da auf einen glänzenden Gedanken!“

Severus zog den Jungen noch mehr in den Schutz der Säule, um nicht schreien zu müssen, wenn er mit ihm redete. „Albus Severus Potter, du hörst mir jetzt gut zu. Die Tatsache allein, dass du zufällig das größte Quidditchtalent seit deinem Vater bist, gibt dir nicht das Recht, alle Regeln zu missachten. Solltest du heute auch nur einen einzigen Punkt verlieren, sehe ich mich zu drastischen Maßnahmen veranlasst, verstanden?“

Al überlegte einen Augenblick. Er kannte den Mann vor sich sein ganzes Leben, oder zumindest solange, wie er denken konnte.

Er hatte ihm seinen ersten Besen geschenkt, ihm beigebracht, wie man sich lautlos irgendwo anschlich, mit in den Verbotenen Wald genommen, ihm den Unterschied zwischen Jungen und Mädchen erklärt und Zaubersprüche gelehrt, von denen seine Eltern glaubten, er sei zu jung dazu. Er, Al, verehrte ihn abgöttisch, auch wenn Sev immer so tat, als würde er ihn jeden Moment fressen wollen.

Und zufällig war dieser Zauberer auch noch sein Hauslehrer. Perfekt, wenn man Al fragte.

Er blickte sich um, um sich zu vergewissern, dass sie niemand beobachtete. In ihrem Alkoven waren sie vor Blicken geschützt. Al lehnte sich an den dunklen Mann und sah ihn bittend an. „Onkel Sev, wenn ich verspreche, eine Woche lang keinen einzigen Punkt zu verlieren, können wir dann mal wieder zusammen brauen?“

Seine grünen Augen sprühten vor Begeisterung. Er war erst elf, doch er hatte Lilys Talent in Bezug auf Zaubertränke geerbt und Severus schon seit mehr als zwei Jahren ab und zu helfen dürfen, eigentlich immer, wenn Harry und Ginny ihre Freunde besuchten.

Der Tränkemeister musterte ihn intensiv. „Okay, pass auf: wenn du die siebzig Punkte wieder reinholst – mir egal, wie, du bist eine Schlange, also denk dir was aus! - und ihr das Spiel am Sonntag gegen Gryffindor gewinnt, dann brauen wir wieder zusammen!“

„Deal, Onkel Sev!“ Al streckte seine Hand aus, und der große, dunkle Mann und der kleine Junge schüttelten sich feierlich die Hand.

„Aber erzähl Hermione nichts davon“, murmelte Severus. „Du weißt, ihre Löwen gehen ihr über alles, und dann ist sie wieder sauer auf mich.“

„Sie ist halt ein Mädchen“, stimmte Al tiefsinnig zu. Dann tauchte er wieder in die Feierlichkeiten ein, auf der Suche nach seinem geistigen Zwilling und treuem Begleiter bei allen Dummheiten, Scorpio Malfoy.

Severus blieb noch eine Weile an die Säule gelehnt stehen. Noch immer mochte er keine ausufernden Feste, und viele Menschen auf einem Haufen bereiteten ihm nach wie vor Unbehagen. Doch er mochte es, Hermione bei solchen Veranstaltungen zu beobachten, wie sie tanzte, lachte, den Kopf zurückwarf…

Das Leben war verrückt. Erst stürzte es ihn in Abgründe, dann bescherte es ihm die Frau seines Lebens. Wenn er an den Tag vor sieben Jahren dachte, an dem sie seinen Antrag – okay, auf seine typisch charmante Art war es eher eine Forderung gewesen – mit „Ja“ beantwortete…

Einen Tag später waren Harry Potter und Ron Weasley bei ihm im Kerker aufgetaucht. Zu Beginn waren sie vorsichtig, wie in der ganzen Zeit, seit er wieder aufgetaucht war. Dann war die Situation eskaliert, mit herumfliegenden Gegenständen und gebrüllten Anschuldigungen, und einem Ron Weasley, der den Zauberstab drohend auf ihn gerichtet hielt.

Es war Potter, der sich – ganz der Weltenretter – zwischen sie gestellt hatte.

Zwei Stunden später waren sie alle drei so besoffen, dass sie nicht mehr stehen konnten, und der Feuerwhisky war alle. Als Hermione im Kerker auftauchte, lagen und saßen sie in den Sesseln und versuchten auf alberne Art und Weise zu beweisen, wie nüchtern und erwachsen sie waren.

Seitdem hatte sich das Verhältnis zwischen Severus, Harry und Ron rapide gebessert. Sie würden nie Freunde werden, aber um Hermiones Willen kamen sie gut miteinander aus. Und die nächste Generation, James, Al, Lily, Rosie und all die anderen Kinder der verschiedenen Weasleys, die ohne jegliche Vorbehalte gegenüber dem dunklen Mann aufwuchsen, fanden ihn einfach nur cool.

Angst hatte von ihnen keiner vor ihm. Manchmal fand er das bedauerlich. Oder eigentlich nicht, wenn er an Al dachte, der tatsächlich versprach, ein begabter Tränkebrauer zu werden. Und ein größerer Unruhestifter als James, wie es schien.

Und wer hätte je gedacht, dass ein Malfoy und ein Potter die besten Freunde werden würden?

Er schüttelte über sich selbst den Kopf. Mehr als neun Jahre waren vergangen seit jenem Tag, an dem er Hermione gebeten hatte, in ihrem Leben Platz für ihn zu schaffen. An Heirat hatte er zu diesem Zeitpunkt nicht einmal im Traum gedacht.

Doch sie hatte weit mehr getan, als einfach nur Platz in ihrem Herzen für ihn zu schaffen.

Mit dem typischen Mut einer Gryffindor und ihrer eigenen Wärme und Liebe hatte sie ihn dazu gebracht, sich nicht nur daran zu gewöhnen, sie ständig um sich zu haben, oder sie zu vermissen, wenn das einmal nicht der Fall sein sollte, sondern diese Tatsache auch noch zu genießen.

Wie hatte Dumbledore immer gesagt: Liebe ist die größte Magie, die es gibt.

Inzwischen war Severus so weit, dass er es glaubte.

Wie jedes Jahr zu Weihnachten kam er gerade von Albus. Er hatte fast ein ganzes Jahr gebraucht, um seinem alten Mentor gegenüber zu treten und sich auszusprechen. Es war … sehr emotional gewesen.

Seitdem war es Tradition geworden, dass sie die ersten beiden Stunden des Weihnachtsballs zusammen verbrachten. Dieses Jahr hatte Albus noch mehr geblinzelt, als sie sich verabschiedet hatten.

„Bist du glücklich, Severus?“, hatte der alte Mann gefragt und sich in seinem Rahmen nach vorn gebeugt – jedenfalls, so weit es ging.

Er hatte eine Weile darüber nachgedacht. Dann war eines seiner seltenen Lächeln über sein Gesicht gehuscht. „Ja, das bin ich“, hatte er gesagt.

„Auch nach all dieser Zeit?“, forschte Albus ernsthaft.

Severus´ Augenbraue wanderte nach oben, dann nickte er. „Immer!“ Damit verließ er den Mann, den er als seinen Vater betrachtete, um zu der Frau seines Herzens zu gehen.

Er stieß sich von seinem verborgenen Standpunkt ab und glitt durch die Tanzenden, bis er direkt hinter ihr stand. Hermione hatte ihn nicht kommen gehört, doch ihr inneres Alarmsystem gab ihr immer Bescheid, wenn er sich näherte. Sie drehte sich herum und erstrahlte, als hätte sie ihn seit Wochen nicht gesehen.

Ihre Wangen waren leicht gerötet, was Severus an das kurze Intermezzo vor einigen Stunden erinnerte, das ihr aus ganz anderen Gründen die Röte ins Gesicht getrieben hatte. Severus blieb der Atem weg. Wie schaffte es diese kleine Hexe noch immer, ihn alles andere vergessen zu lassen?

Formvollendet verbeugte er sich vor. „Darf ich um einen Tanz bitten, schöne Frau?“

Sie reichte ihm ihren Arm und ließ sich von ihm auf die Tanzfläche führen. „Ich fühle mich geehrt, Chief!“, sagte sie lächelnd.

Er zog ihre Hand an seine Lippen. Seine schwarzen Augen ließen ihre Katzenaugen keinen Augenblick los, als er sie an sich zog und mit ihr über die Tanzfläche schwebte. Keiner von beiden kam auch nur einen Moment ins Stolpern, als er seinen Kopf senkte und sie während des Tanzens küsste.

Und wie immer in diesen magischen Momenten wusste Severus Snape, dass er wirklich und wahrhaftig zu Hause angekommen war.

Alles war gut.

Ende


SSHGSSHGSSHGSSHG


Mo gradh ort: die berühmten drei Worte (aber das habt ihr euch schon selbst gedacht, vermute ich…)

So, das war’s also schon wieder einmal. Wieder möchte ich euch allen ganz herzlich danken. Wie jeder Schmierfink lechze auch ich nach Reviews, und ihr habt mir so viele schöne, anregende, lustige und auch freundschaftliche hinterlassen, dass keine Wünsche mehr offen blieben.

Was kann ich noch sagen? Dass es mir Leid tut, euch wieder einmal zu verlassen? Dass ich mich freue, euch hoffentlich ab 29. September lesen zu können? Kopfkratz… Ich werde immer so sentimental, wenn eine Story zu Ende ist, nehmt mich also nicht ernst…

Also dann! Wir sehen uns!
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