Das Schulprojekt

von Pandora02
GeschichteRomanze / P18 Slash
Clark Kent Lex Luthor
24.07.2008
27.08.2008
7
10772
2
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Das Schulprojekt



Pairing: Clark / Lex
Rating: ab 18
Disclaimer: das Übliche... sie gehören mir nicht, ich spiele nur mit ihnen... verdiene kein Geld damit, sondern „verschwende“ nur Zeit, die ich auch sinnvoller nutzen könnte... *seufz*
A/N alt: kleine Aufheiterung für alle, die wie ich von der 2. Staffel etwas deprimiert sind... daher: leichte Albernheiten inklusive!
Summary: Clark braucht Hilfe bei einer seltsamen Hausaufgabe…

A/N ´08:
Da mich derzeit bekanntlich eine böse, böse Schreibblockade plagt, habe ich beschlossen, meine allererste FF hier einzustellen. Weiß gar nicht, wieso ich das bisher vergessen habe. Erstes Mal Slash, erstes Mal Smallville, erste Story, die ich irgendwo veröffentlicht habe - also erstes Mal überhaupt! Genauso wie für Clark… :)
Daher will ich mal aus nostalgischen Gründen nichts ändern. Es sei denn, mir fallen fiese Fehler auf. Ansonsten bleibt alles, wie es war. Damals… hach …

Dies spielt zur guten alten Zeit, als Clark und Lex canonmäßig beste Freunde waren, also 1. - 2. Staffel. So sehr ich solche Klischees auch hasse, in diesem Fall sind sie leider wahr: Früher war einfach alles besser!

Liebe Grüße an alle, die lesen mögen, und übrigens, es kommt auch bald wieder was Neues! ;-)

~ ~ o ~ ~



1

„Du willst, dass ich dich fessele!?!“

Clark zuckte zusammen und verzog das Gesicht. Am liebsten wäre er im Boden versunken. Er fluchte innerlich, und plötzlich war ihm klar, dass dies keine gute Idee gewesen war. Genaugenommen war es sogar eine unglaublich dämliche Idee.

„Sag das bitte noch mal, Clark, ja?“

Clark schloss seine Augen. Ich bin nicht hier. Ich träume. Ich bin. nicht. hier. Nachdem er eine ganze Weile seinem Mantra gelauscht hatte, wagte er erneut einen Blick auf seinen Freund. Seinen bisher besten Freund, bei dem er sich soeben erfolgreich lächerlich gemacht hatte. Lex war nach wie vor da. Starrte ihn nach wie vor fassungslos an. Und schien auf eine Reaktion zu warten.

Okay. Zeit für Schadensbegrenzung. Clark räusperte sich und suchte nach Worten. Nervös kratzte er sich im Nacken. Vielleicht könnte es ihm noch gelingen, weitere Peinlichkeiten zu vermeiden. Er sah zwei Möglichkeiten: Lex könnte entweder merken, wie unangenehm es ihm war, und die Sache auf sich beruhen lassen, oder, er könnte schlichtweg abstreiten, Lex jemals diese Frage gestellt zu haben. Immerhin war er Meister im Verdrängen und im Erfinden von fadenscheinigen Ausflüchten.

„Hör zu, Lex, vergiss es einfach, OK? Ich habe nichts gesagt.“

Warum versuchte er es überhaupt? Es war klar, dass Lex nicht darauf eingehen würde. Schon gar nicht, wo er sich inzwischen vor Nervosität geradezu wand. Lex würde kein Mitleid mit ihm haben, sondern die Gelegenheit wahrnehmen, soviel aus ihm herauszuholen, wie nur möglich. Zumindest glaubte Clark, genau dies in seinem Gesichtausdruck lesen zu können.

„Clark“, begann Lex, „ich gebe zu, du erstaunst mich immer wieder.“

Seine Stimme klang ermutigend. Neutral genug, um nicht sofort in Widerspruch zu verfallen. Doch da war ein Glitzern in Lex’ Augen, das die Aufmerksamkeit eines Adlers verriet.

„Schön, schön. Vergessen wir’s also.“ Ein hoffnungsvoller Unterton in Clarks Stimme.

„Das habe ich nicht gesagt. Erklär’ mir nur noch einmal genau, worum es geht, ja?“

OK, vorerst kein Leugnen. Die Sache mit den Fesseln...

„Was?“

Sie hatten nach den Sommerferien einen neuen Lehrer in Sozialkunde bekommen. Nachdem der Unterricht drei Wochen lang mehr als langweilig gewesen war - Clark hatte selten so viel „Briefkontakt“ mit Chloe und Pete gepflegt - hatte Mr. Keating die Klasse an einem sonnigen Morgen mit einem ungewöhnlichen Projekt überrascht. Er selbst nannte es „progressiv“ und eine „Gelegenheit, seine soziale Kompetenz zu testen und zu verbessern“. Weitere Schlagworte, die Clark jetzt für Lex wiederholte, waren „Verfeinerung der Wahrnehmung“ und „Fördern der eigenen Hilfsbereitschaft“.
Die Schüler sollten einen Tag lang abhängig von einem anderen Menschen sein. Abhängig, im Sinne von auf diesen Menschen angewiesen sein. Ebenso abhängig, im Sinne von körperlich eingeschränkt. Kurz gesagt, jeder Schüler sollte einen Tag lang mit gefesselten Händen verbringen.

Ein Drittel der Klasse hatte Mr. Keating für verrückt erklärt, ein weiteres hielt ihn für einen Perversling, das letzte Drittel war eifrig bemüht, die Aufgabe ernst zu nehmen. Clark hatte sich bisher zur ersten Gruppe gezählt. Trotzdem war er gewissenhaft genug, zumindest den Willen aufzubringen, es zu versuchen.

„Nur damit ich es richtig verstehe. Deine Hände sollen gefesselt werden. Einen. ganzen. Tag lang?“

„Nun... hmmm... ja? Im Prinzip... ja.“ Gott! Weiß Mr. Keating, wie albern das ist?

„Und dein Partner in dem Projekt, also... ich, falls ich mitmache, soll all das tun, was du nicht kannst. Das klingt nach mehr Arbeit für mich als für dich.“

Lex sagte nicht, dass er die Ansicht vertrat, ein Tag in Fesseln könne durchaus sehr lehrreich sein. Für alle Beteiligten.

„Nein, nein. Du sollst mir nicht alles abnehmen. Im Gegenteil. Es... ähmm... es ist eher so gemeint, dass wir lernen sollen, mit Einschränkungen klar zu kommen... dass... dass wir Dinge nicht als selbstverständlich hinnehmen, aber auch um etwas bitten können, wenn wir es brauchen.“

„Verstehe. Mich würde interessieren, warum du ausgerechnet mich fragst.“ Lex lehnte sich lässig in seinem Ledersessel zurück, die Arme links und rechts auf den Lehnen.

„Na ja... unsere Eltern oder nahen Verwandten durften wir nicht auswählen. Mr. Keating meinte, da sei die Abhängigkeit sowieso gegeben, und wir würden nichts lernen. Und... Lana und Chloe finden die Sache albern. Sie wohnen zusammen und wollen den Aufsatz gemeinsam, aber ohne das Praktische, schreiben.“ Und Clark neigte immer mehr dazu, ihnen Recht zu geben.

Lex schmunzelte bei dem Gedanken, dass die beiden Mädchen sich gegenseitig fesselten, um für einen Schulaufsatz zu forschen. Er hätte außerdem sein gesamtes Vermögen darauf verwettet, dass Clark um jeden Preis vermeiden wollte, eine der beiden hierbei als Partnerin zu haben. Ebenso sicher war, dass weder Lana noch Chloe Clark abgewiesen hätte, wenn er sie gefragt hätte.

„Da hast du ja noch mal Glück gehabt. Was ist mit Pete?“

An Pete hatte Clark natürlich als erstes gedacht. Sie waren seit Kindertagen beste Kumpel, Pete kannte sein Geheimnis, er würde sich nicht zurückhalten müssen. Trotzdem, die Vorstellung, einen Tag in Fesseln mit ihm zu verbringen, erschien ihm absurd. Außerdem war sein Kumpel ihm zuvor gekommen.

„Ich wollte Pete fragen, aber... er hat schon einen Partner. Partnerin, genauer gesagt.“

Lex grinste nun offen amüsiert. „Sag mal, weiß euer Mr. Keating, wie weit manche Schüler den Ausdruck soziale Kompetenz verstehen?“ Er zeichnete Gänsefüßchen mit seinen Fingern in die Luft.

Clark lachte nervös und zuckte mit den Schultern. Was konnte er dafür, dass Pete ein Auge auf Dinah geworfen hatte? Sowieso glaubte er langsam, er hätte nie auch nur in Betracht ziehen sollen, ernsthaft an diese Aufgabe heranzugehen.

Das Leder quietschte ein wenig, als sich Lex vorbeugte und mit den Armen auf seine Knie stützte. Er blickte einige Sekunden lang auf den Boden, wobei seine Fingerspitzen gegeneinander trommelten. Clark vermutete, er dachte über eine Antwort nach.
Er überlegt, wie er mir am besten sagt, dass er keine Zeit für solche Albernheiten hat, und ich kann es ihm nicht verdenken!

„Wie es scheint, bin ich nur deine zweite Wahl, aber... “

„Schon gut, ich hätte dich gar nicht damit belästigen sollen, du hast schließlich genug zu tun und musst dich nicht mit lächerlichen Schulprojekten rumschlagen, das ist OK, die Sache ist bescheuert, du hast recht, immerhin hast du mich nicht ausgelacht und dafür bin ich dir dankbar denn du hast ja keine Ahnung, wie...“

„Clark!“

Der scharfe Ton ließ Clark abrupt verstummen. Er blickte schuldbewusst auf. Sein Gegenüber schüttelte leicht den Kopf und zeigte sein milde sarkastisches Lächeln, bei dem Clark sich nie sicher war, ob er sich über ihn lustig machte oder ob er über sich selber lachte.

„Ich mache es.“

„Wirklich?! Lex, wow, das ist...“

„Warte! Lektion Nummer Eins: Lass deinen Gesprächspartner ausreden.“

Einen Moment lang blickte Clark wie ein getretener Welpe, dann grinste er etwas linkisch. „Du hast recht... Entschuldige. Und: Danke.“
Da war es, das berühmte, strahlende Kent-Lächeln. Ein Sonnenaufgang konnte nicht blendender sein.

Lex seufzte unmerklich. „Keine Ursache, ich helfe dir gern. Wann fangen wir an?“

„Wann?... hm, ich weiß nicht... ich kann mich ganz nach dir richten.“

„Was hältst du davon, wenn wir uns morgen Mittag im Talon treffen und die Spezifikationen ausarbeiten? Um ein Uhr?“

„Gute Idee.“ Clark war aufgestanden. Er schien erleichtert. „Ich seh' dich dann morgen, OK?“

„Bis dann, Clark.“

tbc.
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