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A Secret Story

GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Kardinal Richelieu
21.07.2008
09.10.2008
24
25.615
2
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21.07.2008 644
 
1.Erinnerungen

Der schwache Schein der Kerze spiegelt sich im glatt polierten dunklen Holz des Schreibtisches. Auf der Tischplatte liegen ein paar Blätter noch weißes Papier und warten darauf, mit Worten gefüllt zu werden. Auch die frisch angespitzte, strahlendweiße Gänsefeder scheint nur auf ihren Einsatz zu warten. Durch das offene Fenster streicht ein leichter Wind durchs Zimmer und lässt die seidenen Vorhänge im Zug sanft wehen. Draußen, vor dem Fenster, endet langsam der Tag. Es sind diese Stunden, in denen ich mich am bester erinnere. Erinnere an eine Geschichte, die außer mir wohl niemand mehr vollständig kennt. Bisher war sie mein bestgehütetstes Geheimnis, denn es wäre zu gefahrvoll gewesen sie  weiterzuerzählen.
Doch nun, da ich alt geworden bin und diese Geschichte für immer verloren wäre, wenn ich sie mit ins Grab nehmen würde, habe ich beschlossen sie niederzuschreiben.
Es ist eine Geschichte voller Wirrungen und Schrecken, aber auch voller Hoffnung und vor allem Liebe! Vielleicht ist es irgendwann möglich diese Geschichte offen zu erzählen, denn dann würde sie alle denen Hoffung geben, deren Träume unerreichbar scheinen.
Denn die Geschichte erzählt von einem gelebten Traum, auch wenn sie Zwischenzeitlich wie ein Alptraum anmutete.
Langsam löse ich mich vom Fenster und setze mich an den Schreibtisch. Wenn ich die Augen schließe erinnere ich mich ganz deutlich an jedes Detail, an die guten wie auch an die schlechten Passagen meiner Erzählung. Ich greife nach der Feder und beginne zu schreiben.

Frankreich, im Jahre unseres Herrn 1625

Es ist ein strahlend schöner, warmer Frühsommertag. Die junge Rose Chevallier steht in der Auffahrt des elterlichen Gutshofes und verabschiedet sich von ihrer Familie und ihren engsten Freunden. Zum ersten Mal soll sie die Grenzen des Gehöfts verlassen und dann direkt bis nach Paris! Gründe für diese Reise gibt es viele und es ist wohl der unwichtigste, der immer als offizieller Grund genannt wird: Der elterliche Betrieb steht vor dem Bankrott und die junge Rose soll sich in Paris als Dienstmagd verdingen, um den Eltern unter die Arme zu greifen.
Rose Gemütslage schwankt in diesem Moment irgendwo zwischen tiefer Traurigkeit und unendlicher Freude. Traurigkeit, weil sie alles Bekannte und Geliebte hinter sich lassen muss und Freude, weil sie endlich die Stadt ihrer Träume sehen wird: Paris!
Wie häufig hatte die Amme davon geschwärmt! Früher, bevor sie auf diesen Hof kam, hatte sie in Paris hohen Herrschaften gedient und kannte die Stadt daher sehr gut. Sie war es auch gewesen, die Rose ihre neue Stellung besorgt hatte. Selbst Rose Eltern waren überrascht gewesen, wie weit hinauf die Kontakte der guten Amme reichten.
Rose würde ab nun zum Gefolge des wohl mächtigsten Mannes Frankreichs gehören: Armand-Jean I. du Plessis Kardinal de Richelieu! Auch wenn sie am Hofe nur eine einfache Dienstmagd seinen würde, fühlte sie sich doch mehr als geehrt. Immerhin war es sehr selten, dass ein Mädchen vom Lade aus einer niederen Familie so hohen Herren dienen durfte.
Auch wenn Rose kein ganz so einfaches, normales Mädchen war. Ihr Vater, gesegnet mit drei hübschen Töchter, derer Rose die jüngste war, hatte sich doch immer einen Sohn gewünscht. Nachdem seine Frau nach Rose Geburt keine weiteren Kinder mehr bekommen konnte, hatte er Rose fast wie einen Jungen erzogen. So hatte sie gelernt zu reiten wie ein Mann und zu fechten. Außerdem hatte sie als Nesthäckchen der Familie Unterricht im lesen, schreiben und sogar in Latein erhalten. Ihre Mutter hatte immer gesagt: „Gute Manieren und eine gute Bildung sind unerlässlich für eine junge Dame!“
Nun war der Zeitpunkt gekommen, an dem die Familie vorerst Abschied nehmen musste. Eine Kutsche, die schon in der Auffahrt stand, würde Rose zu ihrem neuen Leben bringen. Mit vielen Umarmungen und unter Tränen löst Rose sich letztendlich von ihren Liebsten und steigt in die Kutsch. Die Fahrt in ihr neues Leben beginnt und noch ahnt sie nicht einmal, wie sehr diese Fahrt ihr Leben beeinflussen sollte!
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