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Erkenntnis

von TEHG33K
GeschichteAllgemein / P12 / MaleSlash
20.07.2008
20.07.2008
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424
 
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Ja! Er kam sich verloren vor! Und Ja! Er wusste ganz genau, dass er nicht zu diesem Verein gehörte, dass das hier nicht seine Mannschaft war. Und doch konnte er sich nicht zügeln. Er schob diese Tatsache einfach darauf, dass er schon seit Jahren Ruderer war und doch nie große Siege errungen hatte. Und jetzt hatte er endlich die Chance. Er wusste es. Mit dieser Mannschaft, diesem Boot, konnte er den Sieg holen. Sein größter Sieg, wenn auch in einer Schwulenmannschaft.
Kaum war das Startsignal ertönt ruderte er um sein Leben, sich durchaus bewusst, dass er mit seiner Mannschaft nie so synchron gewesen war, sie nie diese Leistung gebracht hatten.
Automatisch fand er den Rhythmus, ordnete sich unter, was ihm bei Tobi immer so schwer gefallen war. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er nicht den Gedanken, wie es wäre, wenn er Schlagmann wäre. Es fühlte sich richtig an hinter Malte zu rudern und sich ihm anzupassen.
Sie glitten über mit einer Leichtigkeit über das Wasser, welche ihn mehr als faszinierte. Das war es! So musste sich rudern anfühlen. Nicht, dass er in seiner Mannschaft nie solche Läufe gehabt hatte. Doch immer wenn es darauf ankam hatte einer von ihnen gepatzt. So oft waren sie knapp am Sieg vorbei gerudert. Und jetzt? Jetzt ruderte Georg gerade auf einen Bilderbuchsieg hin. Er grinste breit, während seine Arme begannen von der Anstrengung zu schmerzen. Seine Lungen brannten und die Tatsache, dass sie den Sieg schon so gut wie sicher hatten bereitete ein Kribbeln in seinem Bauch.
Und dann war es so weit. Die Bojen zogen an ihm vorbei, er hörte das Jubeln von der Tribüne und immer noch im Wirbel der Euphorie gefangen riss er seine Arme nach oben. Er jubelte mit ihnen und fühlte sich als ein Teil der Mannschaft, dabei komplett ausblendend für wen er gerudert war.
Erst als er plötzlich in Maltes lächelndes Gesicht blickte und dieser ihm anerkennend aufs Knie schlug ließ er die Arme sinken. Sein Blick blieb an Maltes hängen und nur von weiten sickerten dessen Worte in Georgs Bewusstsein. „Ich sag doch du bist ein guter Ruderer, Schorsi.“ Georg schluckte und senkte seinen Blick, während ihn die Ereignisse der letzten Nacht einholten und ihm klar wurde, dass er nicht mit seiner Mannschaft gewonnen hatte. Er hätte dem RSC zum Sieg verhelfen könne. Doch er hat es nicht gemacht. Und als er auf den Nacken vor sich schaute wusste er auch warum. Es war eine Entschuldigung, eine Erkenntnis und ein Versprechen. Und Georg wusste plötzlich wo er hingehörte.
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