Gummiente

von Sheron
KurzgeschichteHumor / P6
13.07.2008
13.07.2008
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Vorwort
Das war eine freiwillige Arbeit in Deutsch. Hab mich bei unserer Lehrerin beschwert, dass das Fach Deutsch zu unkreativ ist und dann durften wir eine Reizwortgeschichte schreiben. Die Reizwörter waren: Familie, Gummiente und Liebe. Es hat mir viel Spaß gemacht, die Story zu schreiben und ich hoffe, dass ihr sie auch mögt und mir ein Review dalasst :)

Sheron


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„Schatz, wie sehe ich aus?“, Aljoscha drehte sich einmal im Kreis und präsentierte seiner Freundin sein nigelnagelneues Jackett.

„Wie immer, perfekt“, brummte diese nur, ohne hinzusehen und wollte sich schon eine Zigarette anzünden. Doch ihr Freund war schneller ,riss ihr die Kippe aus der Hand, angelte nach der Schachtel und rannte völlig überhetzt aus dem Zimmer.

Als er wiederkam, war er immer noch ganz außer Atem, „Du, du kannst doch nicht rauchen, kurz bevor meine Familie hier her kommt. Was sollen die denn denken? Wenn sie in unsere Wohnung kommen und nichts außer Rauchschwaden sehen. Außerdem habe ich dir doch gesagt, wie empfindlich meine Mutter ist.“

„Kommt deine ganze Familie?“, jetzt war sie interessiert, ging aber nebenbei im Kopf noch die möglichen Verstecke für die Kippen durch, damit sie ihr Wundermittel in einem unbeobachteten Moment holen konnte.

Denn die Paranoia, die ihr Freund hinsichtlich seiner Familie und speziell seiner Eltern hatte, waren fast unerträglich. Sie waren mittlerweile ein Jahr zusammen und nun hatte Aljoscha beschlossen, dass es Zeit war, dass nun auch sie seine Eltern kennerlernte.

Sie hatte sich gefreut.

Denn nach seiner verrückten Schwester konnte es nur bergauf gehen, doch bei den ganzen Panikattacken von Alijoscha, geriet sie nun doch ins Grübeln, war der Rest der Familie auch so durchgeknallt wie seine Schwester, die ihre Männer wie Handtaschen wechselte und die jeden Verkäufer solange herunterputzte, bis er ihr ihre Klamotten günstiger gab. Dabei war es komplett egal, ob die Kleidungsstücke völlig in Ordnung waren, Caroline fand immer etwas, sei es ein fehlender Punkt auf einem gepunktetem T-Shirt oder eine Unregelmäßigkeit im Stoff, die natürlich nur sie spüren konnte.


„Nein, nein nur meine Eltern. Caroline ist doch mit Juan auf die Bahamas.“, Alijoscha hatte wieder damit begonnen nervös im Zimmer auf und ab zu laufen.

„Wenigstens eine Verrückte weniger“, murmelte sie, während sie sich im Zimmer umsah.

Wo konnte er ihre Kippen versteckt haben?

Da fiel ihr etwas anderes auf, „Wo hast du meine Gummientensammlung hin?“

„Wir müssen erst mal diesen Tag überleben und wenn wir das schaffen, dann können wir meine Eltern vielleicht langsam, an dein Quietscheentchenhobbie gewöhnen.“

Alijoscha hielt in seinem Dauerlauf inne. Eines der Sofakissen war tatsächlich in einer schiefen Lage. Natürlich musste er es wieder in die korrekte Position bringen.

„Erstens heißt das Gummiente und nicht Quietschentchen und zweitens ist das eine noble Arbeit!“, empörte sie sich, während ihr Freund Flusen vom Teppich zupfte, „Es gibt noch nicht einmal einen Gummientenklub, aber einen für Kuscheltierliebhaber. Das ist doch völlig absurd.“

„Bei aller Liebe Schatz!“, Alijoscha gab ihr einen kleinen Kuss auf die Wange, „Keine Quietschentchen, wenn meine Eltern da sind.“, aus Gewohnheit fuhr er sich durch sein Haar.

Als er erst merkte, was er getan hatte, rannte er schnell ins Bad,

„OH GOTT! ICH MUSS MIR DIE HAARE KÄMMEN!“

Seine Freundin war ihm dicht auf den Fersen, „Wo sind meine Gummienten?“, wütend stampfte sie auf dem Boden auf.

Es krachte.

Ihr Absatz war abgebrochen. Anscheinend hatte sie doch etwas zuviel Kraft in diesen Stampfer gelegt.

Nach ein paar Schrecksekunden, bekam Alijoscha die nächste Panikattacke,

„Oh nein, oh nein. Du hast doch gar keine anderen Schuhe, die zu deinem Kleid passen. Wenn dich meine Mutter so sieht, oh Gott. Sie wird denken, dass wir beide so verarmt sind, um dir nicht mal normale Schuhe kaufen zu können, sie wird denken, dass ich sie und meine Vater nur eingeladen habe um sie anzupumpen, damit wir der Mafia beitreten können!“

„Ganz ruhig“, sie zog ihren anderen Schuh noch aus, drückte ihm, samt abgebrochenem Absatz und anderem Schuh, in die Hände, „Ich hab noch mal die gleichen, eine Nummer größer. Hab sie für den Notfall gekauft, dass ich schwanger werde und Elefantenfüße bekomme.“

Schnell eilte sie in den Hausflur, suchte im Schuhschrank und fand endlich ihre schwarzen Elefantenhighheels. Alijoscha kam zu ihr, als es klingelte und sie ihre Highheels angezogen hatte.

Er drückte ihr, ihre kaputten Schuhe in die Hand, „Tu die weg!“, flüsterte er, ganz so, als ob seine Eltern übernatürliche Kräfte hätten und durch die Wände hören konnten.

Als Alijoscha gerade mit seinen Eltern ins Wohnzimmer kam, stand seine Freundin mitten im Raum.

Im Mund hatte sie eine Kippe stecken und in ihren Armen hielt sie einen Haufen von Quietschentchen, von denen einige schon auf den Boden gepurzelt waren.Die Augen ihres Freundes wurden groß, mit einem Knall fiel er zu Boden. Einige Sekunden lang sah sie nur ihren bewusstlosen Freund an, ehe sie sich – immer noch mit den Gummienten in den Armen- an seine Eltern wandte,

„Will jemand Kaffee?“