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Alles was zählt, bist du

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Jonathan Palmer Richard Rokeby
10.07.2008
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Alles was zählt, bist du



„ … ich hoffe doch, dass du dich demnächst mehr am Unterricht beteiligt Rokeby. Das war dann alles. “

„ Gut Sir “, erwiderte Richard und drehte sich auf dem Absatz um.

„ Ach warte, da war noch was “, hielt ihn der Rektor auf. „ Du wirst dich in von Palmer fernhalten. Ich möchte nicht, dass du dich länger in seiner Nähe aufhältst. “

„ Was war das Sir? “ fragte Richard mit einem dunklen Unterton und drehte sich langsam um.  Außer dem Hass, stieg nun auch Wut in ihm hoch, dass es jemand wagte, sich wieder zwischen sie zu stellen.

Musste er wirklich vorerst alle umbringen, die jemals mit dem zierlichen Jungen zu tun hatten? Das würde für ihn eine Menge Arbeit bedeuten und er hasste es, wenig Zeit mit seinem Freund verbringen zu können. Wenn es aber die einzigste Möglichkeit war, um Jonathan endlich für sich zu haben, dann würde er dieses Opfer gerne bringen. Und am besten er fing mit dem Rektor an.

„ Du hast richtig gehört Rokeby. Du wirst ab sofort Abstand zu Palmer nehmen und diesen Jungen in Ruhe lassen. Ich möchte nicht, dass er genauso verkommen wird, wie du. “

„ Sie machen mir keine Vorschriften Sir, außerdem bestimme ich mit wem Jonathan befreundet ist und mit wem nicht. Und zufällig ist er mein Freund, also werde ich ihn ganz sicher nicht aufgeben. “

„ Und ob du das wirst, ansonsten werde ich veranlassen dass du die Schule wechselst. Immerhin stellst du ein Risiko für die anderen Schüler dar. “

„ Das ist mir Scheißegal was für einen Einfluss ich auf die anderen, dummen Schafe hier habe. Ich will bloß Jonathan und niemand wird mich von meinem Freund trennen können. “

„ Gott Junge, hörst du dich mal reden? “ wollte der Rektor eindringlich wissen. „ Du benimmst dich, als würde Palmer dir gehören. Aber er ist nicht dein Besitz, merk dir das. “

„ DA IRREN SIE SICH SIR! JONATHAN GEHÖRT MIR UND ICH LASSE IHN MIR NICHT WEGNEHMEN! “ entgegnete ihm Richard aufgebracht. Seine Augen blitzen Kalt und voller Zorn auf. Nur einen Moment später beherrschte sich Richard wieder und trug seine emotionslose Maske. „ Nein, niemanden wird mich von ihm trennen können. “

Dem Rektor fiel es immer schwerer, nicht die Beherrschung zu verlieren. Dieser Junge war wirklich unheimlich, aber der abgrundtiefe Hohn, welcher ihn durch die kalten Augen seines Gegenübers vermittelt wurden, verursachte in ihm ein unangenehmes Kribbeln. Wie ein dunkler Vorbote, der ihn warnte, sich von diesem Jungen fernzuhalten.

„ Mit dir kann man einfach nicht reden. Geh Junge, ich werde mir das mit der Versetzung noch mal überlegen. Aber ich hoffe für dich, dass du meine Mahnung ernst nimmst und dich von Palmer fernhältst. “

„ Wir werden sehen Sir, wir werden sehen “, murmelte Richard leise und verließ gefasst den Raum. Stolz und Arrogant wie immer. Doch sah es in seinem Inneren anders aus.

Bebend vor Wut, stapfte Richard über das Abbey Gelände und suchte nach seinem dunklen Engel. Jetzt brauchte er Jonathans Nähe, mehr denn je. Beruhigte sie ihn immer und gab ihn das Gefühl der Wärme. Etwas, was er seit dem Tod seiner Mutter nicht mehr gespürt hatte. Erst wieder in Jonathans Nähe, als sich der zierliche Junge fasziniert an ihn gewandt hatte und von ihm lernen wollte. Heute war er sein Freund und der Einzigste Mensch, für den Richard Gefühle entwickeln konnte.

Und genau jenen Jungen suchte nun Richard, um seine innere Zerrissenheit zu bewältigen und vorerst von seinen Hassgedanken zum Rektor abgelenkt wurde.

Nachdem er Jonathan weder in seiner Studierstube, noch im Schlafsaal fand, gab es eigentlich nur noch ein Ort, wo sich der Jüngere aufhalten konnte. Selbst in der kurzen Zeit, die er erst mit seinem süßen Engel zusammen war, kannte er bereits dessen Vorlieben und wusste wo er ihn zu suchen hatte.

Und tatsächlich fand Richard in der Bibliothek, jenen Ort, an dem Jonathan sich gerne zurückzog, um in Ruhe in alten Geschichtsbüchern zu schmökern oder zu lernen. Als der ältere Junge auf sich Aufmerksam machte, blickte sein zierlicher Engel auf und lächelte ihn freundlich an.

„ Richard “, flüsterte er leise, mit begeisterter Stimme.

„ Komm mit “, meinte Richard knapp und schnappte sich Jonathans Arm.

Überrascht ließ Jonathan sein Zeug am Platz liegen, als er von Richard mitgeschleift wurde. Etwas grob, was dieser bemerkte, aber trotzdem nicht locker ließ. Dafür umklammerte er das dünne Handgelenk noch fester und zog den Jüngeren an einen Tisch, welches in einer Ecke, weiter hinten stand. Dort setzte sich Richard auf einen Stuhl und platzierte sein begehrtes Objekt direkt auf seinen Schoss.

Wenn es nach Richard gegangen wäre, hätten sie auch weiter vorne, die Arbeitstische im Gang benutzen können. Ihm war es egal, ob man zwei Jungen sah, die sich gemeinsam einen Stuhl teilten. Richard hätte es schon gerne aus dem Grund getan, um den anderen Schülern zu signalisieren, wem Jonathan gehörte und das sich niemand mit ihm anlegen sollte. Schließlich ließ er keinen ungestraft davon kommen, wenn man sich an seinen Freund vergriff oder gar den Fehler beging sich zwischen sie zu stellen. Das konnte Richard gar nicht sehen.

Doch jetzt brauchte er etwas Ruhe und Abstand, zumal ihm so Jonathan offener entgegenkam und sich nicht hemmen brauchte, von anderen beobachtet zu werden.

„ Wir sind doch Freunde, oder Jon? “ fragte ihn Richard leise.

„ Ja, das sind wir “, bestätigte ihm Jonathan leise.

„ Und du bist mein Freund, nicht? “ wollte Richard weiter wissen.

„ Hattest du mich das nicht schon gestern gefragt? “

„ Jon bitte, ich möchte es jetzt noch einmal hören. Du bist doch mein Freund, oder? “

„ Natürlich bin ich das “, erwiderte Jonathan, mit einem milden Lächeln. „ Egal was du sagst oder tust, ich werde immer zu dir halten. “

Manchmal hatte Richard seine Phasen, die der Braunhaarige nicht wirklich zuordnen konnte. Die ihm manchmal sogar Angst machten, wobei es diesmal so aussah, als würde der ältere und sonst so selbstbewusste Junge, auf einmal Schwäche zeigen. Deswegen konnte er nicht anders, als ihn irgendwie zu beruhigen und wie ein verlorenes Kind in die Arme zu nehmen.

Auch wenn Richard der Ältere und eigentlich der Stärkere von ihnen war, so wunderte es Jonathan immer wieder, wie sorgenvoll und ängstlich Richard wurde, wenn sie mal für ein paar Stunden getrennt waren. Dann hielt ihn der andere meist im Arm, so als wolle er ihn nie wieder loslassen. Was er auch wirklich nicht tat, denn war es immer Jonathan, der Richard zaghaft darauf hinwies ihn freizugeben.

„ Und du bleibst immer bei mir “, hörte er Richards raue Stimme, nahe an seinem Ohr. Der ältere hatte ebenfalls seine Hände um Jonathans schmale Hüfte geschlungen und ihn eng an sich gepresst. Konnte nicht genug davon bekommen, die Wärme und den heißen Atem seines Engels auf sich zu spüren.

„ Natürlich “, versicherte ihm Jonathan ruhig und trennte sich soweit von Richard, damit er diesem direkt in die Augen sehen konnte. Jene dunklen Tiefen, welche ihn immer noch hypnotisch in ihren Bann zogen.

„ Für immer Jon. Versprich mir, dass du für immer bei mir bleibst. “

„ Ja ich verspreche es “, bestätigte Jonathan noch einmal. „ Aber was ist denn los mit dir Richard? Du bist heute ziemlich aufgewühlt. Hat es etwas mit dem Rektor zu tun, dass du… “

„ Shhh, rede nicht mehr von ihm. Ich möchte bloß wissen, ob du wirklich mir gehörst. “

Besitzergreifend und zugleich Verlangend, wie ein Raubtier seine Beute musterte, blickte Richard seinen Engel an. Ohne ihren Augenkontakt zu verlieren, beugte sich der ältere Junge nah vor, um die süßen Lippen des anderen, mit den seinen zu verschließen.

„ Mein Freund… mein… “, hauchte Richard zufrieden, ehe er seine Lippen auf den weichen Mund des Jüngeren presste. Ihn stürmisch eroberte, ehe er ungeduldig nach Einlass verlangte, um die warme Mundhöhle zu besitzen und sie mit seinem Speichel zu markieren. Diesen verboten süßen Schatz wollte er am besten nie wieder freigeben und sich dafür immer mehr in ihn versenken.  

Und so bereitwillig wie ihm Jonathan entgegenkam und sogar in ihren Kuss wohlig zu schnurren anfing, hatte Richard seine Antwort. Jonathan gehörte wirklich ihm und niemand würde ihn vom Gegenteil noch überzeugen können.

Er hatte so viel für diesen Jungen getan und würde nocheiniges mehr tun. Nur damit sein Engel bei ihm blieb, schließlich begehrte er diesen schmalen Körper mit seiner blassen Haut. Sein weiches Herz und sein schwacher Charakter. Brach der andere immer leicht in Tränen aus und machte sich oft Selbstvorwürfe, wenn sie es benutzten. Dabei war es bloß ein Spiel und das benutzten sie nur für die Gerechtigkeit und für ihre Liebe.

Eine Liebe, die nur für ihr Glück bestimmt war, die anderen konnten nach Richards Meinung zu Grunde gehen und in ihren Hüllen von menschlichen Körpern dahinvegetieren und vermodern. Ihm war eigentlich alles egal, solange er sein Objekt der Begierde hatte, den einzigsten Menschen, welchen er wirklich lieben konnte.

Jonathan Palmer.


Owari
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